Fast genial

von Benedict Wells 
4,0 Sterne bei321 Bewertungen
Fast genial
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Positiv (236):
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Packende Geschichte, trotz fragwürdiger Charaktere.

Kritisch (16):
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Schwache Charaktere, schwacher Stil... ich kann die Begeisterung für dieses Buch nicht verstehen.

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Inhaltsangabe zu "Fast genial"

›Ich habe das Gefühl, ich muss meinen Vater nur einmal anschauen, nur einmal kurz mit ihm sprechen, und schon wird sich mein ganzes Leben verändern.‹ Die unglaubliche, aber wahre Geschichte über einen mittellosen Jungen aus dem Trailerpark, der eines Tages erfährt, dass sein ihm unbekannter Vater ein Genie ist, und sich auf die Suche nach ihm macht. Eine Reise quer durch die USA - das Abenteuer seines Lebens.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257241983
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:23.04.2013

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Rezensionen und Bewertungen

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    anenas avatar
    anenavor 6 Monaten
    Das Leben - ein Glücksspiel

    Dies ist die Geschichte von Francis, der sich auf die Suche nach seinem Vater macht. Beim Lesen hat mich die ganze Zeit gestört, dass der Roman in Amerika spielt und die Protagonisten Amerikaner sind, der Schriftsteller aber Deutscher ist. Warum nur? An einigen Stellen merkte man das auch, es wirkte nicht immer authentisch. Im Nachwort fand ich dann die Antwort (dieses Gen-Institut gibt es wohl nur in den USA), aber letztlich fand ich das sehr störend. Das offene Ende gefiel mir.

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    Mlle-Facettes avatar
    Mlle-Facettevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gelungene Schilderung der Zufälligkeit des Lebens.
    Eine gelungene Schilderung der Zufälligkeit des Lebens.

    Er war nur ein Spritzer Sperma eines fremden Genies, das seitdem keinen einzigen Gedanken an ihn verschwendet hatte. Und womöglich lebte sein Vater mit zwei wohlgeratenen Kindern und seiner sympathischen Frau in einem riesigen Haus, und das Letzte, was er wollte, war Besuch von seinem Sperma, das an seiner Tür klingelte und „Hallo, Papa“ sagte. (S. 107)

    DER INHALT

    Francis führt ein Scheißleben. Zusammen mit seiner Mutter wohnt er in einem Trailerpark, sein Stiefvater ist mitsamt seines Halbbruders abgehauen, von seinem leiblichen Vater weiß er sowieso nichts und nun ist seine depressive Mutter mal wieder in der Klinik. Hier lernt er Anne-May kennen. Anne-May scheint auch ihre Probleme zu haben, kommt Francis in der Klinik aber mehr als normal vor.

    Als Francis Mutter einen Selbstmordversuch unternimmt, nimmt die Geschichte Fahrt auf, denn sie hat Francis einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem sie nach all den Jahren endlich über seinen leiblichen Vater schreibt. Francis ist ein Samenbankkind. Aber nicht irgendeines, sondern eines aus der sogenannten Samenbank der Genies. Kurzehand entschließt Francis sich zu einem Roadtrip von der Ostküste an die Westküste, um mehr über seinen Vater und somit auch über sich selbst herauszufinden. Mit den Genen eines Genies in sich, muss das Leben doch mehr für ihn bereithalten, als das was es aktuell bietet. Er ist sich sicher, dass er seinen Vater nur kennenlernen muss, damit sich etwas tut und sein Leben einen anderen Weg nimmt, also macht er sich mit seinem besten Freund Grover und Anne-May auf die Reise, die sein Leben verändern soll.


    MEINE MEINUNG (DIE NICHT OHNE SPOILER AUSKOMMT)

    Francis scheint zu glauben, dass man auf gar nichts im Leben Einfluss hat, dass beim Zusammenschluss von Ei und Sperma, die Würfel gefallen sind; die Karten gegeben. Stimmen die Gene und die Umstände, hat man ein gutes Leben, stimmen sie nicht, dann eben nicht. Eine einfache These, die in meinen Augen falsch ist, die sich in seinem Kopf aber beharrlich hält.

    Francis macht sein Glück und seinen Erfolg immer wieder zu sehr von Dingen abhängig, auf die er keinerlei Einfluss hat. Zuerst reist er der wahnwitzigen Vorstellung nach, dass wenn er seinen Vater kennenlernt, der ein intelligenter, erfolgreicher Mann ist, er seinen Platz im Leben findet – vielleicht sogar einen liebenden Vater – und dann wird sich schließlich auch Francis eigene Intelligenz, sein Erfolg, endlich offenbaren. Dann wird sein Leben endlich besser.

    Dabei hat er das beste Gegenbeispiel bei sich, seinen besten Freund Grover. Der zwar wohlhabend und behütet aufwächst, aber dennoch Spott und Hohn in der Schule ertragen muss. Der trotzallem aber nicht wütend auf das Leben ist, sondern schlicht das beste daraus macht.

    „Weil das Leben scheiße ist, deshalb.“
    „Wieso ist das Leben scheiße?“
    Francis schüttelte den Kopf. Man hätte diesen denkwürdigen Moment einfrieren sollen. Grover Chedwick hatte tatsächlich gefragt, wieso das Leben scheiße war. Der wandelnde Beweis für diese Theorie hatte quasi sich selbst in Frage gestellt. Er dachte an bleierne Schultage voller Demütigungen von Typen wie Brad Jennings, an die ewige Bevormundung durch seine Mutter. An die Ignoranz der Mädchen, die sich nie für seine liebenswürdigen Schrullen interessiert hatten, und an den Tisch in der Ecke der Cafeteria, abseits von allem. Konnte es sein, dass Grover dieses Leben trotzdem irgendwie mochte? (S. 106)


    DIE ENTTÄUSCHENDE WAHRHEIT

    Natürlich erkennt Francis als er seinen Vater trifft, dass dieser ein Versager ist. Ein Hochstapler, ein Betrüger, ja ein Krimineller. Was auch Francis zu einem Versager macht – jedenfalls nach seiner Theorie. Immerhin erklärt das, warum sein Leben so läuft, wie es läuft. Liegt es doch an den Genen und nicht an ihm selbst.

    Dabei hat Francis auf seiner Reise wenigstens einmal die Möglichleit, sein Leben besser zu machen. In Las Vegas spielt er Roulette und hat tatsächlich auch Erfolg. Fast 40.000 Dollar hat er aus seinem Startkapitel gemacht. Verpasst aber den Moment auszusteigen, sein Leben mit dem profanen Mittel Geld besser zu machen (was durchaus möglich wäre, wenn man bedenkt, dass er bis dahin in einem Trailerpark lebt und die Rechnungen der Klinik in der seine Mutter ist an der Backe hat) und verzockt das ganze Geld wieder. Alles zurück auf Anfang.

    Francis kommt also leider nicht hinter die Weisheit, dass er selbst sein Leben in der Hand hat und seinen Erfolg, nicht von Genen oder Glücksspiel abhängig machen darf. Machen kann.
    Die Reise war eine einzige Enttäuschung, auch wenn immerhin die Erinnerung an einen verrückten Sommer mit seinem Freund Grover und dem Mädchen Anne-May bleibt. Das ist aber auch alles. Wiedermal hat das Leben Francis enttäuscht.

    Er schaute zu Alistair, aber der rauchte gerade Bong und sagte vor sich hin: „Objektiv gesehen ist der Tod das Beste, was den Menschen passieren konnte. Er zwingt sie, sich dem Leben zu stellen, jede Sekunde davon zu genießen und sich zu verwirklichen. Er ist das einzig richtige Ende, notwendig und ein starker Antrieb.“ Er machte eine Pause. „Subjektiv gesehen ist der Tod natürlich scheiße.“ (S. 186)


    ABER …

    Bis einige Zeit nach dem Trip Anne-May anruft und ihm erzählt, dass sie schwanger ist – von ihm, Francis. Eine erste Regung in die richtige Richtung, denn hat Francis zwar nicht begriffen, dass er derjenige ist der etwas aus sich machen muss, wenn er jemand sein will, so möchte er aber immerhin dafür sorgen, dass sein Sohn ein besseres Leben hat als er und nicht irgendwann so enttäuscht von ihm ist, wie er von seinem eigenen Vater enttäuscht ist. Also nimmt er seine Situation endlich hin, hofft nicht mehr auf das große Wunder, das alles verändern wird, geht arbeiten, spart jeden Cent, kümmert sich so gut um seinen Sohn, wie man ihn lässt.

    Ich war von seiner fleißigen Tugendhaftigkeit positiv überrascht. Manchmal braucht es eben erst einen eigenen Sohn, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Aber leider kann Francis es nicht darauf belassen; kann seinem Traum nicht aufgeben.
    Er nimmt das gesparte Geld erneut mit nach Vegas, in dem Versuch es in einem Schlag zu vervielfachen.
    Und diesmal kommt er weiter, als bei seinem ersten Versuch vor einigen Jahren. Hat eine Glückssträhne und darf sogar an dem Tisch spielen, an dem bloß die großen Einsätze gemacht werden. Alles auf Schwarz! 500.000 Dollar. Wenn er gewinnt, ist er Millionär.

    „Das Wichtigste ist, dass du deine ganzen beschissenen Träume und Hoffnungen packst und sie nie mehr loslässt“, hatte er gesagt. „Du kannst schreien, du kannst verzweifeln, du kannst winseln. Doch selbst wenn du schon kaum mehr an dich glaubst, du darfst sie nicht loslassen. Denn wenn du’s tust, dann ist’s aus, Kleiner. Ab dem Zeitpunkt ist dein Leben vorbei. Dann kannst du zwar noch jahrelang durch die Welt wandeln, aber innerlich bist du längst tot … so wie die meisten hier.“ (S. 210)

    Wie es endet, überlässt Benedict Wells dem Leser. Für seinen Sohn und seinen Seelenfrieden wünsche ich ihm, dass er gewonnen hat … aber realistisch gesehen funktioniert das Leben so nunmal einfach nicht.
    Und genau deshalb glaube ich, dass er das Geld in Vegas wohl nicht gewinnt, denn dann würde Francis eventuell endlich begreifen, dass es dumm ist, sein Glück oder das Glück anderer durch Zufall entscheiden zu lassen. Dass er seinen Sohn ebenso gut unterstützen kann, ohne in Vegas zu gewinnen. Dass es Fleiß und Disziplin braucht, aber dass das manchmal der einzige Weg ist, den wir haben.

    MEIN FAZIT

    Benedict Wells schildert eindrucksvoll die Zufälligkeiten des Lebens. Angefangen damit, welche Eizelle und welches Spermium sich zusammenschließen, aus dem dann das eigene Selbst entsteht. Eine Situation auf die man in seinem Leben den wenigsten Einfluss hat. Bis hin zu der Zufälligkeit eines Rouletterads und einer kleinen Kugel, welche darüber entscheiden können, ob man arm oder reich nach Hause geht – egal wie arm oder reich man kam. Bekanntschaften, Freundschaften, Familie … alles zufällige Gegebenheiten.
    Und auch wenn Francis Geschichte nicht zu einer meiner liebsten geworden ist, da ich Francis Blick auf die Welt nicht nachvollziehen kann, ist es eine kurzweilige und unterhaltsame Geschichte, die absolut lesenswert ist.

    Die Musik breitete sich im Saal aus. Im Orchester war etwas Unsichtbares, Namenloses entstanden, es flog von der Violine zu den Oboen und Trompeten, es streifte die Hörner, Klarinetten und die Pauken und wehte dann nach oben zu der Decke aus Holzbögen. Schließlich flog es zu den Zuschauern, es traf sie nicht unerwartet und dennoch stark, es berührte jeden auf andere Weise. (S. 221)

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine tolle Idee! Obwohl das nächste Buch von Benedict Wells ein Erzählband werden soll, freue ich mich sehr darauf!
    Benedict Wells hats einfach drauf

    Lange habe ich mir noch das letzte Buch von Benedict Wells aufgehoben. Die anderen drei kannte ich schon, er hat mich sofort gefangen genommen und in Erstaunen versetzt.
    Auch in diesem Buch hat Benedict Wells eine tolle Idee verarbeitet, die ich wirklich gern gelesen habe.
    Francis wohnt mit seiner Mutter in einem Trailerpark in Claymont. Seine Mutter ist krank, manisch-depressiv und wieder einmal in der Klinik, um wieder mit der Welt fertig zu werden.
    Francis' Stiefvater und sein Halbbruder Nicky wohnen in New York. Sie sehen sich kaum noch. Seinen richtigen Vater kennt Francis nicht.
    Doch der Aufenthalt seiner Mutter in der Klinik nimmt eine folgenschwere Wendung. Sie will sich das Leben nehmen und hinterlässt Francis einen Brief, in dem sie ihm von seinem Vater erzählt. Und Francis beschließt mit seinem einzigen Freund und einem Mädchen, das er in der Klinik kennengelernt hat, eine Reise ins Ungewisse, um seinen Vater zu finden.
    Ich möchte gar nicht genauer auf den Inhalt eingehen, war aber über die geniale Idee Wells' vollauf begeistert. Er zeichnet tolle Figuren, mit Ecken und Kanten, nichts glattes, zu perfektes, aber Charaktere, die man gern haben muss. Was auf dieser Tour alles passiert, was er sich für Gedanken macht, wie er mit Situationen umgeht. Am Ende bin ich fast verzweifelt, warum es nicht schon mehr Bücher von diesem Autor gibt, fantastisch!

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    Das_Leselebens avatar
    Das_Leselebenvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Von der Suche nach der eigenen Identität.
    Ein Muss für alle John Green Fans

    ‚Fast genial‘ ist der letzte Roman des Autoren, den ich noch nicht gelesen hatte. Wie ich mitbekommen habe spaltet das Buch die Meinungen, einige finden es sehr gelungen, andere eher weniger. Welcher Seite ich mich anschließe, möchte ich euch jetzt erzählen, aber erst mal ein paar Fakten: Das gebundene Buch ist 2011 im Diogenes Verlag erschienen und hat 336 Seiten.

     

    Inhalt:
    Francis Dean ist fast 18, seine Mutter ist in der Psychiatrie und er lebt im Trailerpark New Jersey. Durch den missglückten Selbstmordversuch erfährt er, das sein leiblicher Vater ein Genie ist. Gemeinsam mit seinem besten Freund Grover und der labilen Anne-May, begeben sich die drei auf einen Roadtrip durch die USA mit dem Ziel Francis reichen und genialen Vater zu finden.

     

    Meine Meinung:

    Über die Frage ob Benedict Wells schreiben brauchen wir uns erst gar nicht zu streiten. Denn das kann er definitiv. Mich überrascht es immer wieder was für ein genialer Geschichtenerzähler er ist. Jede seiner Romane ist einzigartig und lädt sich nur schwer mit seinen Vorgängern und Nachfolgern vergleichen.
    Mit ‚Fast genial‘ lernen wir Francis kennen, der steht ganz unten der Gesellschaftskette in den USA, er muss mit seiner schwer psychisch erkrankten Mutter in einem Trailerpark leben, ohne jegliche Hoffnung auf ein besseres Leben und ein besseres Wohnumfeld. Diese Hoffnungslosigkeit zieht sich durch große Teile des Romans. Er ist Jemand der selbst sich immer als nutzloser und dümmer darstellt, als er eigentlich wirklich ist. Durch viele unverhoffte Wendungen macht Francis für mich eine große und nachvollziehbare Entwicklung durch. Die Geschichte ist aus Francis Sicht erzählt, die Form des personalen Erzählers schafft den nötigen Abstand um als Leser, komische, tragische Moment und manchmal liebenswürdige Momente besser nachvollziehen können. Besonders wenn man nicht selbst in dem Alter der Protagonisten ist.
    Neben Francis gibt es noch Anne-May, sie lernt Francis gleich zu Beginn in der Psychiatrie kennen. Mit Anne-May hatte ich zu Beginn so meine Schwierigkeiten, ich fand sie ihrer eigenen Rolle zu bewusst erst im laufe der Handlung legte sie die Überheblichkeit ab. Am Ende hätte ich gerne noch viel mehr über sie erfahren.
    Obwohl der Autor ein Meister von Charakterisierung und tollen Figuren ist finde ich diesmal Grover nicht ganz so gelungen wie die anderen Beiden und dies ist mein Kritikpunkt für diesen Roman. Er stellt das komplette Gegenteil zu Francis da. Seine Rolle ist vielmehr stereotyp und wenig überraschend, trotzdem war er recht witzig. Aber leider auch nicht viel mehr.
    ‚Fast genial‘ erzählt auf komische und zu gleich tiefsinnige weise die Reise auf der Suche nach sich Selbst und seinen Platz im Leben. Ein passenderes Bild als einen Roadtrip quer durch die USA und seine unterschiedlichsten Bewohner, sowie Orte hätte man dafür nicht wählen können.
    Dieser Roman ist ein Muss für alle John Green Leser und mein drittliebster Wells.



    Mehr Infos:  http://das-leseleben.webnode.com/news/fast-genial-von-benedict-wells/

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    gudrunhellers avatar
    gudrunhellervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Unterwegs zum eigenen Ich - und das quer durch Amerika. Nicht nur durch das Fahren kommt bei den Hauptpersonen so einiges in Bewegung...
    Unterwegs zum eigenen Ich

    Dies ist der vierte Roman, den ich von Benedict Wells lese - wenn es von seinen vier Büchern auch nicht dasjenige ist, das er zuletzt geschrieben hat. Und spätestens jetzt ist klar, um welches Thema Benedict Wells Gedanken immer wieder kreisen: Die Verwirklichung des eigenen Traums und des wahren Ichs, auch wenn es im vorliegenden Roman um das Finden dieses Ichs geht.
    Francis Chancen auf ein glückliches Leben könnten schlechter nicht sein. Der Stiefvater hat die Familie bereits seit einiger Zeit verlassen und seine Mutter leidet unter Depressionen, die sie immer wieder in die Klinik zwingen. Geld ist ständig Mangelware und so leben die beiden in einem Trailerpark an der Ostküste der USA am Existenzminimum. Kein Wunder also, dass der Junge den Highschool-Abschluss nicht schafft und von einem besseren Leben träumt. Da kommt es ihm gerade recht, als er erfährt, dass er angeblich von einem Genie per Samenspende gezeugt wurde. Er ist der festen Meinung, dass er diesen Vater nur zu finden braucht, um seinem Leben die entscheidende Wende zu geben. Zusammen mit einem abgedrehten Mathe-Nerd namens Grover und einer Zufallsbekanntschaft aus der Klinik seiner Mutter startet er eine Reise quer durch Amerika auf der Suche nach seinem Vater. Was die drei noch nicht wissen: Nicht das Ziel der Reise wird alle drei entscheidend verändern, sondern die Reise selbst. So wie es das Leben tut, wenn man Ohren und Augen offen hält.
    Eine spannende Geschichte über den Sprung hinein ins Erwachsenwerden - mal mit und mal ohne Happy-End.

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    ConnyKathsBooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Abenteuerlicher Roadtrip mit ungewöhnlichem Ende.
    Abenteuerlicher Road-Trip mit ungewöhnlichem Ende

    "Francis sah die Dinge klar: Er musste seinen Vater finden. Alles würde sich ändern, wenn er ihn traf." (S. 81)

    Das Leben meint es nicht gut mit dem 17jährigen Francis Dean aus Claymont, New Jersey. Er fühlt sich als Versager, wohnt mit seiner manisch-depressiven Mutter in einem ärmlichen Trailerpark und die Schule wird er wahrscheinlich auch nicht schaffen. Da erfährt Francis plötzlich, dass sein bis dato unbekannter Vater ein Genie ist und begibt sich auf die Suche nach ihm. Eine Reise ins Ungewisse und voller Hoffnung beginnt.

    "Fast genial" ist der dritte Roman von Benedict Wells, der 2011 erschien. Nachdem ich erst kürzlich das wundervolle "Vom Ende der Einsamkeit" gelesen habe, war ich schon gespannt auf ein weiteres Werk des Autors.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht der mittellose Francis. Schon lange träumt der Junge davon, endlich den Absprung zu schaffen, bislang aber ohne Erfolg. Als er herausfindet, dass er ein Retortenbaby ist und sein Vater zur genetischen Elite gehört, schöpft er endlich wieder Hoffnung. Wenn er seinen Vater findet, wird sich sein jämmerliches Leben endlich zum Besseren wenden. Gemeinsam mit seinem besten Freund und Computer-Nerd Grover und der psychisch kranken Anne-May begibt er sich auf eine Reise quer durch die USA bis hin nach Mexiko. Eine nette Coming of Age-Story und ein abenteuerlicher Roadtrip beginnt, der für die drei so manche Überraschung, aber auch Enttäuschung bereithält. Denn wie so oft ist der Weg das Ziel.

    Das Ganze ist gut geschrieben und liest sich sehr angenehm. Ich mag den Sprachstil des Autors einfach. Auch das Thema Samenspende und die sich daraus ergebenen ethischen Fragen fand ich recht interessant. Doch leider hat mich die Geschichte nicht besonders berührt und ich wurde mit den drei jugendlichen Protagonisten nie richtig warm, besonders mit Anne-May nicht. Dass es bei zwei pubertierenden Jungs und einem attraktiven Mädchen auf engem Raum zu Spannungen kommt, war zwar absehbar, doch die expliziten Sexszenen und die ständigen Größenvergleiche und Gedanken um das Eine nahmen für mich hier einen viel zu großen Raum ein.

    Zudem konnte ich Francis' stark materielle Denkweisen nicht wirklich nachvollziehen. Genial zu sein bedeutet für ihn gleich Erfolg und Erfolg ist Geld. Und Geld ist das Allerwichtigste. Wenn man genügend davon hat, lösen sich alle Probleme sofort im Nichts auf. Doch wie wir alle wissen, ist Geld nicht alles. Ein Traum hat Francis mal gezeigt, wie er haushoch im Casino gewinnt. Wird sein Traum wahr werden oder wird er alles verlieren?

    Auf den letzten 10 Seiten entscheidet sich das Schicksal von Francis. Ein Leben in Glück und Wohlstand oder Armut und Tod? Francis setzt alles auf eine Karte. Ein nervenaufreibendes Finale, dessen Spannungskurve stetig ansteigt bis zum alles entscheidenden Höhepunkt und einem gemeinen Cliffhanger. Ein ungewöhnliches Ende, was mich im ersten Moment eher wütend machte und ratlos zurückließ. Doch nach längerem Nachdenken fand ich es dann doch fast genial.

    "Fast genial" ist insgesamt nicht schlecht, weist mir aber zu viele Schwächen auf und reicht bei weitem nicht an "Vom Ende der Einsamkeit" heran. Dennoch freue ich mich schon auf weitere Romane des Autors und vergebe 3 Sterne.

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    dominonas avatar
    dominonavor 2 Jahren
    überraschend

    Coming of Age-Romane sind eigentlich nicht meins, aber hier hilft die Story und auch die leicht verrückten Protagonisten. Wäre ich ein Retorten-Kind, ich weiß nicht, ob ich meinen Vater suchen würde. Wenn klar wäre, dass er ein Genie ist, dann vielleicht schon, vor allem, wenn das eigene Leben gerade den Bach runter geht und man doch so gute Gene hat.
    Ich mag die Schreibe des Autors und das hilft auch über kleine Längen hinweg. Außerdem fiebert man zum Ende hin nochmal richtig mit.

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor 2 Jahren
    Fast genial, aber nur fast...

    fast genial, aber auch nur fast...
    .... das betrifft nicht diesen Roman, sondern den Protagonisten in
    Benedict Wells Geschichte.

    Nachdem ich kürzlich seiner Lesung beiwohnen durfte, war ich dann jetzt doch neugierig, was er denn so phantastisches zu Papier gebracht hat.
    Also hab ich jetzt mit "Fast genial" erst einmal begonnen zu lesen und fiebere schon der nächsten Geschichte entgegen. Denn, Benedict Wells kann erzählen. Wirklich spannend und unglaublich gut. Wenn man bedenkt, wie jung er noch ist, dann find ich das doch recht grandios.

    Francis Dean lebt mit seiner depressiven Mutter in ärmlichen Verhältnissen im Trailerpark einer Kleinstadt. Er ist ein Aussenseiter, nur sein Halbbruder und sein Freund Grover sind ihm nahe noch. Er träumt von was Großem, von Rauskommen aus dem Trailerpark, aber es fehlt ihm dann noch die Ambition dazu. Als seine Mutter ihm offenbart, er sei das Ergebnisses eines waghalsigen Experiments gewesen, da macht er sich auf seinen Vater zu suchen. Er soll ein Genie sein. Vielleicht fühlte er immer schon, etwas außerordentliches schlummert ihn ihm.

    Der Autor versteht was von seinem Handwerk. Mich hat diese spannende Geschichte gefesselt und hatte sie leider viel zu schnell gelesen. Zum Glück hat Benedict Wells noch andere Bücher geschrieben. 

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    -nicole-s avatar
    -nicole-vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gutes Buch, das mit einem sehr ungewöhnlichen Ende überrascht
    Gut geschrieben, überrascht mit einem ungewöhnlichen Ende

    Ein abenteuerlicher Road-Trip durch die USA...

    Der fast achtzehnjährige Francis Dean lebt zusammen mit seiner Mutter in einem Trailerpark am Stadtrand von Claymont. Nach der Scheidung von seinem Stiefvater geht es bei den beiden bergab, seine Mutter wird psychisch krank. Als diese schließlich in eine Klinik eingewiesen wird, offenbart sie Francis, dass sein leiblicher, ihm unbekannter Vater ein Genie ist. Fest entschlossen, seinen Erzeuger kennen zu lernen, macht sich Francis auf die Suche nach dem Mann. Auf ihn wartet ein abenteuerlicher Road-Trip quer durch die USA, der schließlich zum Abenteuer seines Lebens wird. Von dieser Reise, die er nicht allein antritt, erhofft er sich vieles, vielleicht sogar ein besseres Leben. Was erwartet ihn wirklich an der Westküste?

    "Es gab diese Momente im Leben, in denen alles einen Sinn bekam und in denen man von einer auf die andere Sekunde wusste, was man zu tun hatte. Francis sah die Dinge nun klar: Er musste seinen Vater finden. Alles würde sich ändern, wenn er ihn traf." - Kapitel 2, NEW YORK

    Nach Vom Ende der Einsamkeit ist das mein zweites Buch von Benedict Wells. Hier geht es um einen Teenager, der plötzlich erfährt, wer sein Vater ist und welche Geschichte hinter alldem steckt. Fest entschlossen, diesen Mann kennen zu lernen, macht er sich auf eine weite Reise...
    Bevor Francis sich auf den abenteuerlichen Road-Trip begibt, lernt man ihn und sein derzeitiges Leben kennen. Sehr schnell wird klar, dass seine Mutter und er es nicht immer leicht hatten. Man merkt, das Francis seine Mutter trotz allem liebt und sich um sie kümmert, gleichzeitig wird auch klar, dass er große Angst vor der Zukunft hat und vielleicht für immer im Trailerpark leben wird. Dieses wird sehr detailreich und verständlich beschrieben. Auch die weiteren Protagonisten -alle sehr unterschiedlich- lernt man sehr gut kennen, auch sie haben Sorgen und Ängste. Der Road-Trip selbst ist spannend, niemand weiß, was Francis und seine Freunde an der Westküste wirklich erwartet. Es wird schließlich ein Abenteuer mit Höhen und Tiefen...

    "Die Sonne schien ihm ins Gesicht, eine leichte Brise kam auf. Er ahnte, dass das ein glücklicher Moment in seinem Leben war, und blickte in die Weite des pazifischen Ozeans." - Kapitel 4, SAN FRANCISCO

    Mein Fazit: Ein interessanter und unterhaltsamer Roman, der zugleich spannende als auch traurige Momente hat. Die Geschichte, die meist sehr abenteuerlich ist, lässt sich flüssig lesen und überrascht mit einem packenden und sehr ungewöhnlichen Ende. Einzig im Mittelteil der Handlung gab es kleine Schwächen, einige Szenen wirkten etwas verloren und fehl am Platz. Alles in allem ist es aber ein gutes und lesenswertes Buch.

    Kommentare: 2
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    Ritjas avatar
    Ritjavor 2 Jahren
    Fast genial

    Das Benedict Wells schreiben kann, weiß man und auch bei dieser Geschichte kann man abschalten und mit den Charakteren verreisen und sich auf die Suche begeben. Die Charaktere haben es nicht leicht, jeder muss sein Päckchen tragen und würde es doch ganz gern einfach nur los werden. 

    Benedict Wells weiß den Leser mitzunehmen und bis zum Schluß gut zu unterhalten. Seine Art zu schreiben, macht das Lesen zu einem Vergnügen. Man gleitet mit ihm durch die Geschichte, reist mit den Charakteren durch die USA und man kehrt nur ungern in die Realität zurück. Die Geschichte ist gut durchdacht und es gibt viele kleine Wendungen, die immer wieder für einen neuen Spannungsschub sorgen. Das Nachdenken über die Geschichte kommt nicht zu kurz, denn das Thema ist real und nachvollziehbar. Ich mochte Francis, seinen Kumpel Grover (der so ganz anders ist als er) und seine große Liebe Anne-May gern. Auch fand ich das Ende passend und gut. 

    Die Geschichte ist einfach nur stimmig, interessant und unterhaltsam.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Weeklywonderworlds avatar

    Hallo Liebe Lovelybooks Mitglieder,

    Da ich ein großer Fan bin von dem Autor Benedict Wells und er ein Schriftsteller-Vorbild für mich ist und ja, ich gebe es zu, ich möchte auch noch ein bisschen Werbung für Ihn machen, damit auch andere sein Talent und sein Buch kennenlernen können.
    Deshalb möchte ich  gerne Benedict Wells Buch "Fast Genial" als Wanderbuch anbieten, damit  auch andere die Möglichkeit bekommen dieses Buch zu lesen.
    Es ist ein Unkorrigierbares Rezension s  Buch, dass ich von einem Buchhändler bekommen habe und so das Buch vor erscheinen lesen durfte.

    Es ist ein Handliches Taschenbuch, dass man auch gut unterwegs zur Arbeit Lesen kann.

    Wie funktioniert das Wanderbuch? :

    Ihr sagt mir einfach hier Bescheid, wenn Ihr gerne mitlesen möchtet und ich trage euch hier ein.
    Ich werde es dann an der ersten losschicken und jeder von euch hat dann 2-3 Wochen Zeit um das Buch zu lesen und es dann weiter zuschicken.
    Falls es verloren gehen sollte, dann teilen sich der Absender und der Empfänger die Buch kosten  für ein neues Buchexemplar von "Fast Genial".
    Sollte jemand länger brauchen um das zu Lesen, dann einfach hier Bescheid geben.



    Wanderbuch-Regeln? :

    - Jeder Leser geht mit dem Buch um, als wäre es das Eigene.
    - Jeder Leser sagt Bescheid, wenn es angekommen ist oder es weiter geschickt wurde.
    - Jeder Leser hat 2-3 Wochen Zeit es zu lesen und dann weiter zu schicken.
    - Jeder Leser kümmert sich selbst um die Adresse des nächsten  Lesers.

    - Jeder Leser muss eine Rezension schreiben.

    Hier ein Video in dem Benedict Wells seinen Roman "Fast Genial" vorstellt :

    ###YOUTUBE-ID=Mknrk_WZoYQ###


    Fast Genial -Leser-Liste :


    1. gamaschi -------wird abgeschickt am  31.8.2012 > Gelesen!
    2. Kendra > Gelesen
    3. Kleinerstern > Gelesen
    4. billabong_aust >Gelesen
    5. kolokele > Gelesen
    6. Lizzy1984w  > Gelesen
    7. Linahoney > Gelesen
    8. monerl  > Gelesen
    9. sarlan  > Gelesen
    10. Morgoth666 > Gelesen
    11. papierelch > Gelesen
    12. Refina > Gelesen
    13. felinax3 > Gelesen
    14. Zauberzeichen > Gelesen
    15. bidi6616. > Gelesen
    17. callunaful > Gelesen
    18. CorinnaSmiles > Gelesen
    19. Eulenmail > Gelesen
    20. Janine2610 > Gelesen

    21. loewenkind > Gelesen!

    Zurück zu Livy!

    Nun freue ich mich auf viele Leser, die Interesse haben dieses Buch zu lesen.
    Ich habe schon eine Rezension zu dem Buch geschrieben, Ihr findet Sie auf der Buchseite unter meinem Namen.


    Viel Spaß beim Lesen !!!


    Lieben Gruß, Livy.






    Zum Thema
    Buchstabengourmets avatar
    Benedict Wells Roman „Fast genial“ ist eine turbulente Geschichte, die sich der Frage widmet, wie das wahre Wissen um unsere Herkunft uns verändert. Und wie es unser Leben beeinflusst. Francis lebt in einem Trailerpark in New Jersey. Sein Leben scheint vorgezeichnet zu sein und er fragt sich, ob er wohl jemals der grauen Tristesse des Trailerparks entfliehen können wird? Doch Francis‘ Leben ändert sich schlagartig, als er erfährt, dass er seine Existenz einem absurden Experiment verdankt, an dem seine Mutter teilgenommen hatte. Sein Vater ist kein Loser, sondern ein genialer Wissenschaftler aus Harvard. Wenn jemand Francis‘ Leben in andere Bahnen lenken kann, dann er. Und so macht sich Francis zusammen mit seinen Freunden Grover und Anne-May auf zu einer Reise quer durchs Land. Francis möchte endlich erfahren, wo er herkommt. Und es scheint, als hätte er nichts zu verlieren. Doch dieser Eindruck trügt. Benedict Wells wurde 1984 in München geboren. Der mit dem bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnete Autor begleitet die Leserunde. Es sind 25 Testleser für „Fast genial“ aus dem Diogenes Verlag gesucht, die Francis und seine Freunde auf ihrer Reise begleiten wollen. Bewerbt euch einfach mit einem Kommentar bis einschließlich Sonntag, den 21. August im Unterthema „Bewerbung & Bekanntgabe der Gewinner“, wenn ihr „Fast genial“ lesen, euch hier darüber austauschen und eine Rezension schreiben wollt. Francis begibt sich auf eine Reise zu seinem Vater. Wohin wolltet ihr schon immer reisen? Was ist euer Traumziel?
    Zur Leserunde
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    weiß man von wem das Cover gezeichnet wurde? ähnelt irgehendwie dem Vincent Van Gogh gemälde das Nachtcafe ;-) Bye ^^
    Zum Thema

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