Benedict Wells Vom Ende der Einsamkeit

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Inhaltsangabe zu „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

'Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.' Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.

Das Unveränderliche im Leben, die Liebe und der Verlust können nicht trefflicher formuliert werden.

— Jessy1189
Jessy1189

Berührend, tiefsinnig, ein Meisterwerk!

— sunlight
sunlight

Unfassbar mitreißend ein Buch für die Ewigkeit

— Leila_James
Leila_James

Benedict Wells ist ein Großer. Wünsche ihm eine gute Schreibhand

— Bietzer
Bietzer

Ein unglaublich berührendes Meisterwerk. Mein neues Lieblingsbuch.

— Ckika-Minako
Ckika-Minako

Unglaublich berührend und mitreißend!

— Fluffypuffy95
Fluffypuffy95

Meh.

— AnnaBarbara
AnnaBarbara

Großartiges Leseerlebnis! Ein Buch voller Höhen und Tiefen! Fesselnd bis zur letzten Seite!

— Elbenwind
Elbenwind

Lieblinsbuch hoch 1000000! So traurig schön und nachdenklich!

— marielilith
marielilith

Ein wunderbares, sehr berührendes Buch über Liebe, Verlust, Freundschaft, die Vergangenheit und das Leben an sich

— EvelynM
EvelynM

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  • Themen
  • Ein einfühlsamer, absolut unkitschiger Roman

    Vom Ende der Einsamkeit
    BellaBender

    BellaBender

    13. July 2017 um 15:24

    Benedict Wells' "Vom Ende der Einsamkeit" zu lesen, ist ungefähr so, wie wenn man mit einem guten Freund bei einem Glas Wein über das Leben zu redet: emotional, melancholisch, aber auch tröstend und hoffnungsspendend. Als Leser sieht man die Hauptfigur Jules nach dem Tod seiner Eltern einsam aufwachsen, als junger Erwachsener scheitern, sein Glück finden – und auch darum kämpfen, als er es zu verlieren droht. 

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  • Dieses Buch ist groß!

    Vom Ende der Einsamkeit
    Chiara92

    Chiara92

    04. July 2017 um 20:01

    Benedict Wells erzählt ein ganzes Leben, von der Kindheit bis zum Erwachsen sein mit allem schönen, schlimmen, traurigen, dramatischem und alltäglichen was dazwischen liegt. Ich wollte alles wissen, jedes Detail. Bendict Wells hat eine Gabe. Zu erzählen, mehr wie ein Freund als ein großer Schriftsteller. Ich liebe dieses Buch.

  • Leider nicht mein Buch

    Vom Ende der Einsamkeit
    Lilli33

    Lilli33

    30. June 2017 um 14:00

    Gebundene Ausgabe: 368 SeitenVerlag: Diogenes; Auflage: 10 (24. Februar 2016)Sprache: DeutschISBN-13: 978-3257069587Preis: 22,00€auch als Hörbuch erhältlichLeider nicht mein BuchNachdem „Vom Ende der Einsamkeit“ hoch gelobt wurde und ich auch bereits „Spinner“ und „Fast genial“ von Benedict Wells mit Genuss gelesen habe, dachte ich, ich könnte mit diesem Buch gar nichts falsch machen. Doch leider ist dem nicht so. Mit dem Anfang konnte der Autor mich noch für sein Werk interessieren. Hier lernen wir die deutsch-französische Familie Moreau kennen, die Eltern und die drei Kinder Marty, Liz und Jules. Als der Jüngste, Jules, aus dessen Perspektive erzählt wird, gerade einmal zehn Jahre alt ist, kommen die Eltern bei einem Autounfall ums Leben. Die drei Kinder müssen ins Internat, zwar in dasselbe, aber trotzdem verlieren sie sich dort vollkommen aus den Augen. Jeder ist auf sich allein gestellt und versucht auf seine ganz eigene Weise, mit dem Verlust und der Einsamkeit zurechtzukommen. Da Jules in der 1. Person erzählt, kommt man eigentlich nur ihm wirklich nahe. Die anderen Charaktere werden nur immer wieder am Rand gestreift. Das gefiel mir nicht so gut. Zuweilen wirkten speziell Marty und Liz ziemlich stereotyp. Zwar war mir Jules recht sympathisch, aber ich konnte vieles doch nicht nachvollziehen, was er machte. Er irrt durchs Leben, verliert seine Jugendfreundin, die ihm als Einzige Halt geben konnte und hadert immer wieder mit seinem Schicksal, bis ihm gegen Ende die Erleuchtung kommt:Noch stärker als meine Geschwister habe ich mich gefragt, wie sehr mich Ereignisse aus meiner Kindheit und Jugend bestimmt haben, und erst spät habe ich verstanden, dass in Wahrheit nur ich selbst der Architekt meiner Existenz bin. (S. 337)Die letzten ca. fünfzig Seiten konnten mich wirklich begeistern, doch die Stecke zwischen Anfang und Ende war anstrengend. Mit den vielen Zeitsprüngen (die Handlung deckt ca. dreißig Jahre ab) kam ich nicht gut klar. Zwar gibt es immer wieder Rückblicke auf das, was in den Lücken geschah, aber für mich war das zum Teil ein ziemliches Durcheinander und auch nicht immer spannend. Vieles ist vorhersehbar, vieles wird wiederholt, und so ziehen sich die Seiten unnötig. ★★★☆☆

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  • Über das Leben

    Vom Ende der Einsamkeit
    SandraR83

    SandraR83

    27. May 2017 um 18:10

    Ein wunderbarer Roman voller Poesie und Weisheit. Benedict Wells zeigt auf, was Einsamkeit, Trauer und Glück für uns Menschen ausmachen. Unbedingt Taschentücher griffbereit haben!

  • Geniale Geschichte

    Vom Ende der Einsamkeit
    HEIDIZ

    HEIDIZ

    28. April 2017 um 19:59

    Jules und seine beiden Geschwister Marty und Liz erleben eine wohlbehütete Kindheit, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Eigentlich sind die drei total verschieden. Als sie erwachsen sind, nach dem Unfalltod gehen die drei ihre eigenen Wege und verlieren sich aus den Augen, meinen sie, diesen Schicksalsschlag ihrer Kindheit überwunden zu haben. Jules ist zum Träumer geworden - er ist mit Alva befreundet, die allerdings recht geheimnisvoll dargestellt wird. Was verschweigt sie? Die Vergangenheit allerdings bringt alles wieder ins Wanken. Die Geschichte ist sehr emotional und berührend geschrieben und erzählt vom Überwinden von Verlusten, von Einsamkeit und stellt die Frage Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Außerdem ist eine großartige Liebesgeschichte in die nachdenkliche Thematik eingebunden, alles ist perfekt miteinander verwoben, glanzvoll !!!!   Leseprobe: ========   "Bist zu glücklich?", fragte ich sie. Irritiert setzte sie den Kopfhörer ab. "Was?" "Ob du glücklich bist?" Alva schien erst ausweichen zu wollen ,und ich befürchtete schon, dass die Frage zu direkt war. Dann zuckte sie nur die Schultern ...   Dieses Buch des Autors ist das erste, welches ich von ihm gelesen habe. Es hat mich von der Art und Weise, wie Wells schreibt beeindruckt. Er versteht es, den Leser zu fesseln, auf ganz unnachahmliche Art und Weise. Hat mir echt gut gefallen. Ich fand die Handlung dicht und spannend, authentisch und lebendig vermittelt der Autor dem Leser ein Bild, welches glaubwürdig die Charaktere und Szenen schildert. Die Charaktere werden im Lauf der Handlung sehr gut innerhalb ihrer Entwicklung dargestellt. Auch die Szenen sind detailverliebt dargestellt - aber nur, wo man es sich als Leser wegen des besseren Verständnisses wünscht, ansonsten bringt Wells auf den Punkt, sodass keine langatmigen Passagen vorhanden sind, die dem Leser nicht gefallen könnte.   Man spürt, dass Wells sich mit der Hintergrundthematik seiner Geschichte beschäftigt und seine Charaktere verinnerlicht hat, das macht das Buch rundherum lesen- und glaubenswert !!!   Alles prima - vollste Leseempfehlung.

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  • Vertrieben aus dem Paradies

    Vom Ende der Einsamkeit
    Daphne1962

    Daphne1962

    25. April 2017 um 16:12

    „Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ (Jean Paul)Bei der Autorenlesung vor ein paar Monaten hat Benedict Wells aus seinem letzten Roman gelesen. Das fand ich allerdings etwas langweilig, hatte mich auch vorher nicht so wirklich mit seinen bereits veröffentlichten Büchern befasst. Nun habe ich das 3. Buch zur Hand genommen und bin einfach rein gezogen worden und komplett abgetaucht. Neben mir stand mein Tee und wurde kalt. 300 Seiten habe ich einfach mal eben so verschlungen. Ich hoffe, er schreibt gerade an einem neuen Buch.Jules und seine beiden Geschwister Liz und Marty verbringen eine behütete Kindheit in München. Die Sommerferien verbringen sie bei der Großmutter in Frankreich. Als ihre Eltern tödlich verunglücken kommen die Geschwister in ein Heim, jedoch werden sie in getrennten Gebäuden untergebracht. Sie haben schwer zu kämpfen mit dem Verlust, jeder auf seine Art und Weise. Immer weiter entfremden sie sich. Der stille Jules schließt langsam Freundschaft mit dem Mädchen Alva, die nur im Heim zur Schule geht. Liz fängt an zu rebellieren und Marty wird ein Computerfreak, der nur mit seinem Freund Toni abhängt. Erst als sie älter werden finden die 3 wieder zusammen und stützen sich gegenseitig. In der Zwischenzeit haben sie zahlreiche Lebenserfahrungen gemacht, gute wie schlechte und sie versuchen daraus zu reifen.Jules und Alva verlieren sich aus den Augen und treffen erst 15 Jahre später wieder aufeinander. Werden sie wieder zueinander finden? Die Geschichte um den russischen Autoren war sehr authentisch und bewegend. Gedächtnisverlust ist die Angst eines jeden Menschen.Poetisch und malerisch versteht es Benedict Wells zu erzählen. Seine Ideen scheinen in seinem Kopf nur so überzusprudeln und es war sicherlich nicht leicht, die richtigen Szenen herauszufiltern. Aber, was Einsamkeit und Verlust und Trauer bedeutet, kann mal als Leser hautnah miterleben. Ich möchte dieses Buch wärmstens empfehlen. Es ist in keiner Weise kitschig, sondern man hat das Gefühl, der Autor beschreibt selbst Erlebtes nieder. Was er aber selbst vehement abstreitet. Jetzt kann ich den hype um seine Bücher bestens verstehen. 

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  • Leserunde zu "Museum der Erinnerung" von Anna Stothard

    Museum der Erinnerung
    aba

    aba

    Manchmal können Erinnerungen gefährlich werden... Die Britin Cathy arbeitet in einem Museum, in dem sie ihre eigene Vergangenheit in einem Kabinett sorgfältig verwahrt hält. Eines Tages findet sie auf ihrem Schreibtisch ein mysteriöses Päckchen, dessen Inhalt ihre Existenz zu zerstören droht.Mit "Museum der Erinnerung" hat Anna Stothard einen feinen und hochspannenden Roman geschrieben, der an einem außergewöhnlichen Ort spielt: dem Museum für Naturkunde in Berlin. Bewerbt euch für diese besondere Leserunde, lasst euch von Cathy das Museum zeigen und vielleicht kommt ihr auch hinter ihr gut gehütetes Geheimnis...Zum InhaltCathy ist neun, als sie Jack kennenlernt. Sie verbringen einen unbeschwerten Sommer an der englischen Küste miteinander. Cathy ist einundzwanzig, als sie aus ihrem Zuhause und vor einem Mann flieht, der Rache mit Liebe verwechselt. Cathy ist fast dreißig, als dieser Mann sie findet und ihre sorgsam aufbewahrten Erinnerungen für immer zu zerstören droht.Zur AutorinAnna Stothard, geboren 1983 in London, wuchs in Washington, Peking und New York auf. Nach dem Abschluss in Englischer Literatur in Oxford bekam sie ein Stipendium des American Film Institute in Los Angeles, wo sie zwei Jahre Drehbuch studierte. Anna Stothard lebt zurzeit in London.Möchtet ihr mehr über den Inhalt des Päckchens erfahren? Was versteckt Cathy in diesem Kabinett im Museum?Wenn ihr neugierig geworden seid, solltet ihr euch für eins der 25 Exemplare von "Museum der Erinnerung", die wir zusammen mit Diogenes verlosen.Möchtet ihr euch über diesen besonderen Roman im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben? Dann antwortet auf die Bewerbungsfrage über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* bis zum 23.04., um Testleser zu werden:Cathy findet ein mysteriöses Päckchen auf ihrem Schreibtisch.Und das passiert euch auch! Mit welchem Inhalt kann euch das Päckchen einen richtigen Schrecken einjagen?Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück! * Bitte beachtet vor deiner Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen und Leserunden.

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    • 1014
  • Eine der schönsten Liebesgeschichten, tiefgründig, in einer wunderbaren Sprache

    Vom Ende der Einsamkeit
    Federfee

    Federfee

    08. April 2017 um 09:36

    Ich bin immer vorsichtig mit Superlativen, aber ich darf ich wohl behaupten: es ist eine der schönsten Liebesgeschichten der neueren Literatur, auch eine über Geschwisterliebe und Zusammenhalt in der Familie. Es ist eine melancholische, traurige Geschichte mit tiefgründigen Gedanken über das Leben, Einsamkeit und Gemeinsamkeit und das alles in einer wunderbaren Sprache, leicht zu lesen, aber mit Gedanken, bei denen es sich lohnt, ihnen nachzuspüren."Ja, aber das Gegengift zu Einsamkeit ist nicht das wahllose Zusammensein mit irgendwelchen Leuten. Das Gegengift zu Einsamkeit ist Geborgenheit." S. 171Mir gefällt schon das am Anfang stehende Zitat von Fitzgerald, das den Leser einlädt, mit bis an den Rand des Abgrunds zu gehen, um einen Blick auf eine Geschichte zu werfen. So mag es mit vielen Büchern sein und so ist es auch mit dieser Geschichte:Drei sehr unterschiedliche Geschwister verlieren allzu früh ihre Eltern durch einen Unfall und müssen von da ab im Internat leben, zwar im gleichen, aber doch getrennt, nicht nur räumlich, sondern auch in ihrer Beziehung zueinander. Zu groß sind die Unterschiede in den Charakteren, die eine unterschiedliche Trauerbewältigung bedingen.Auch wenn es traurige Vorkommnisse gibt und über dem ganzen Buch ein Schleier der Melancholie zu liegen scheint, so hinterlässt das Ende doch einen versöhnlichen Nachgeschmack.Es ist ein Buch, das man gerne liest, auch wenn es manche vielleicht zu Tränen rühren wird. Es ist ein Buch mit Mehrwert, eines, über das man sich auch gerne nach dem Lesen noch Gedanken macht, die man mit eigenen Erfahrungen abgleichen kann.In meiner Chronologie sind noch einige Zitate nachzulesen, die mich beeindruckt haben: https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Federfee/lesestatus/1445953518/

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    • 3
  • Nicht ganz so gut wie erwartet

    Vom Ende der Einsamkeit
    Superpapagei

    Superpapagei

    30. March 2017 um 17:21

    Ehrlich gesagt, ich bin schon etwas überrascht, wie dieses Buch gefeiert wird. (Oder ist es mehr ein Hype um den Autor?)Also, ich finde es nicht schlecht - aber ich finde es bei Weitem auch nicht so überragend wie viele andere Leser.Benedict Wells kann schreiben, ohne Frage. Und trotzdem hat mich dieses Buch kaum berührt. Ich habe keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen können, sie bleiben seltsam leer und fremd, und ja, irgendwie deswegen auch langweilig. Ich würde das Buch grundsätzlich weiterempfehlen - es ist, wie gesagt, gut geschrieben, es liest sich leicht. Wenn es mich auch sprachlich nicht so begeistert hat wie andere Bücher.Allen, die Familien- und Entwicklungsromane mögen, kann ich das Buch empfehlen.Beschreiben würde ich das Buch in aller Kürze so: nett, gut geschrieben, schöne Geschichte, aber eben auch nicht mehr.

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  • Ist das Leben ein Nullsummenspiel?

    Vom Ende der Einsamkeit
    katharose

    katharose

    21. March 2017 um 12:33

    Jules und seinen älteren Geschwistern Liz und Marty, welche ihre Eltern durch einen Unfall im Kindesalter verlieren und in den 1980ern in einem Internat in Süddeutschland großwerden. Grundverschieden, bekäpmft jeder Charakter den Verlust anders, doch im Mittelpunkt steht Jules, einst selbstbwusst, zieht er sich nun zurück. Ist das Leben ein Spiel, in dem Glück mit Pech bestraft wird, eine Art Nullsummenspiel? Dieser Frage geht Benedict Wells Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ nach. Der Roman erzählt von Aufarbeitung, Verlust, verpassten Chancen, großen Hoffnungen, Einsamkeit und vor allem Liebe. Mit den Worten „Ich kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich“ beginnen, wirft Wells einen sofort in die Erzählung – ein ganz großartiger erster Satz, der mich sofort neugierig machte. Ein Mann wacht nach einem Motorradunfall im Krankenhaus auf und erinnert sich plötzlich, warum er dort liegt. Doch dann beginnt der Roman chronologisch mit seiner Kindheit. Jules‘ Erwachsenwerden wird von grundlegenden philosophische Fragen des Seins begleitet, sowie kleinen Zitaten von Rainer Maria Rilke oder Zeilen aus Liedern wie Paolo Contes „Via Con Me“, welches ein wiederholendes Motiv ist. Dabei sorgen diese überlappenden Momente für eine mitfühlbare Lebenswirklichkeit, als würde man sich mit Jules miterinnern. Häufig scheinen Kapitel wie Fragmente aus seinem Leben, die wie Puzzelteile aneinandergereiht das Bild vom verwirrten Mann mit dem Motorradunfall klarer werden lassen – um ihn nicht nur zu verstehen, sondern auch mitzufühlen! Denn genau das Fühlen steht bei diesem Roman im Vordergrund, mal Schmerz, mal Aufregung oder die reinste Freude, welche durch Wells sehr ruhigen, poetischen Schreibstil untermalt werden. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Beschreibung vom Jules Schwester, die während seiner Kidnheit im Heim unglaublich fern und unerreichbar war: „Sie redete, wie ein Verdurstender trinken würde: gierig nach jedem einzelnen Wort“ Es sind die Sehnsüchte und das Innenleben der Menschen, welche Wells sehr gut zu verstehen scheint. So wird von der äußeren und innen Welt gesprochen und wie Jules nicht mehr den Zugang zu ersterer findet. Ständig stellt er sich die Frage, was wäre wenn… Dese Menschlichkeit und die Liebe für das Detail lassen die Figuren in diesem Roman sehr plastisch wirken, als würde man sie kennen – aber irgendwie auch nicht, wie im echten Leben. Auch die große Frage nach einem Beruf, einer Lebensaufgabe ist ein wichtiges Thema: Kaum ein Mensch kommt an Jules rann, er trottet erfolglos durch das Leben und weiß nicht, was er will, nur die Erinnerung an die geheimnisvolle Alva, die er bereits aus Schulzeiten kennt, scheint ihn nicht loszulassen. In seiner Jugend pflegten sie eine besondere Freundschaft, doch werden die beiden sehr lange nicht über ihre Gefühle sprechen. Berührend und mit Erinnerungsfragmenten erzählt Wells von den intensivsten Momenten einer Liebesgeschichte. Überwältigend schön und gefühlsintensiv kreiert Wells in seinem Roman eine Geschichte, die mit ihrer zarten Melancholie, aber auch der leuchtenden Freude wie aus dem Leben gegriffen scheint. „Vom Ende der Einsamkeit“ ist eines dieser Bücher, die man fast schon langsam lesen will, um jede Seite auszukosten und die ein merkwürdiges Gefühl von Leere und Erfüllung hinterlassen, wenn man es durchgelesen hat. Ich bin noch immer absolut berührt und möchte diesen Roman jedem ans Herz legen. Fazit: Ich wüsste es nicht besser auszudrücken, als einfach zu sagen, dass dies eines der besten und berührensten Bücher ist, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Sehr empfehlenswert!

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  • Die Dinge passieren, wie sie passieren

    Vom Ende der Einsamkeit
    SalanderLisbeth

    SalanderLisbeth

    20. March 2017 um 23:09

    „Ich kenne den Tod schon lange, doch jetzt kennt der Tod auch mich“ Erster Satz Seite 9 Die drei Geschwister Jules, Liz und Marty verleben in den 80er Jahren eine glückliche Kindheit in München. Diese unbeschwerte Zeit wird jäh unterbrochen, als ihre Eltern tödlich verunglücken und die drei Waisen getrennt voneinander in einem einfachen Internat auf dem Land untergebracht werden. Eine Katastrophe, die den 10jährigen Jules und seine beiden älteren Geschwister total aus der Bahn wirft. Jeder von ihnen geht mit dem frühen Verlust anders um und sie entfremden sich voneinander. Sie verlieren sich auch über längere Zeit aus den Augen, da sie auf unterschiedliche Lebensentwürfe setzen. Aus dem draufgängerischen, übermütigen Jules wird ein ängstlicher, in sich gekehrter Junge, der die Liebe seines Vaters zur Fotografie fast schon pflichtgemäß übernimmt, da sein Vater ihm kurz vor seinem Tod eine Kamera geschenkt hatte. Der ältere Bruder Marty wird zum einzelgängerischen Freak, er stilisiert sich intellektuell mit Zopf, Brille und schwarzer Kleidung zum Nerd. Später bringt er es mit einer Computerfirma zu Wohlstand, ohne jedoch von seinen angewöhnten Zwangshandlungen lassen zu können. Liz, die ältere, attraktive Schwester liebte es, als Kind im Mittelpunkt zu stehen. Ihre Mutter ließ sie gewähren, wenn sie sich selbstbewusst als Prinzessin oder Wildfang inszenierte. Nun flüchtet sie sich in einen erhöhten Drogen-, Alkohol- und Männerkonsum und tänzelt dabei öfter am Abgrund. Auch wenn sie später etwas zur Ruhe kommt, bleibt sie exzentrisch und bindungsunfähig. Bevor sie verlassen werden kann, verlässt sie lieber alle anderen. Besonders Jules fühlt sich sehr einsam, als er mit 11 Jahren auf die gleichaltrige, schweigsame Alva trifft. Auch die blasse, rothaarige Alva kämpft mit einem Verlust und die beiden werden beste Freunde. Aber es müssen noch einige Hindernisse überwunden werden, bis sie endlich als Paar zueinanderfinden. Erst nach einigen Rückschlägen und Enttäuschungen erkennt Jules, wer seine große Liebe und Seelenverwandte ist. Jules und Alva gründen eine Familie und bekommen Zwillinge. In beiden Kindern, dem ängstlichen Jungen und dem mutigen Mädchen erkennt Jules sich wieder. Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind, dachte ich. Man weiß nie, wann er zuschlagen wird. Auzug Seite 136 Leider kann das Leben immer wieder grausam zuschlagen, was Jules und Alva bald schmerzlich erfahren müssen. Dieser erneute Schicksalsschlag lässt die ungleichen Geschwister wieder enger zusammen rücken. Als es darauf ankommt, sind sie füreinander da, um sich emotionalen Halt zu bieten. Auch wenn diese Tragödie vorher schon angedeutet wurde, berührten mich diese Szenen sehr. Der Ich-Erzähler Jules Moreau erzählt in Rückblenden von seiner Kindheit bis hin zur Gegenwart. Er wacht nach einem schweren Motorradunfall nach 2 Tagen aus dem Koma auf. Im Krankenhaus liegend, erinnert sich der Mittdreißiger an entscheidende Phasen seines Lebens. Beginnend im Jahr 1980 mit dem letzten gemeinsamen Familienurlaub in Südfrankreich setzt sich Jules auch damit auseinander, wie es zu dem Motorradunfall kam. Er beschreibt sehr stimmig die behütete Welt der Kinder sowie die dunklen Internats-Jahre. Hier kann der Autor, der selbst seine gesamte Schulzeit im Internat verbrachte, aus eigenen Erfahrungen schöpfen. Er erzählt, wie das Auseinanderdriften der Familie nach dem frühen Unfalltod der Eltern sich auf ihr weiteres Leben auswirkt und Einfluss auf ihr weiteres Schicksal nimmt. Doch traurig oder deprimiert wird man nicht aus der Geschichte entlassen, da zum Schluss ein hoffnungsvoller und Mut machender Abschluss die Geschichte gelungen abrundet. "Das Leben ist kein Nullsummenspiel. Es schuldet einem nichts, und die Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal gerecht, so dass alles einen Sinn ergibt, manchmal so ungerecht, dass man an allem zweifelt." (S. 299) Es war mein erster Roman von Benedict Wells und aufgrund des ganzen Hypes war ich sehr gespannt. Ich wurde nicht enttäuscht. Mein Leseexemplar ist von Klebezetteln übersät und meine Augen wurden das ein oder andere Mal feucht. Die Geschichte ist wundervoll sensibel geschrieben in einer poetischen, nie kitschigen Sprache und kommt ohne Sentimentalitäten aus. Die melancholische Familiengeschichte über Verlust und Trauer, Hoffnung und Liebe hat mich mitgerissen und sehr berührt, traurig aber auch froh gemacht und das ein oder andere Mal erheitert. Ich finde es sehr beeindruckend, wie einfühlsam Benedict Wells über viele Themen wie Einsamkeit oder die Suche nach Identität, nach Liebe und Freundschaft nachdenkt. Wells beschreibt emotional und bewegend das Überwinden von Schmerz und das Unabwendbare im Leben. Indem er klug beobachtet und die innere Entwicklung seiner Figuren beleuchtet, ist er ihnen ganz nah und erfasst so die Tiefe seiner Charaktere. „Vom Ende der Einsamkeit“ ist ein leises Buch, dass trotz dem in der Kindheit erlebten Unglücksfall und späterer Schicksalschläge ohne Dramatik auskommt, sondern die Versöhnung mit der Vergangenheit in stillen Worten schildert. Ich kann über den jungen Autor nur staunen, der mit Anfang 20 über so viel Lebensweisheit verfügt und mit einer Lässigkeit gewichtige Fragen von philosophischer Tiefe behandelt. Benedict Wells hat sich viel Zeit genommen und nach 7 Jahren Arbeit einen Bestseller erschaffen. Eines der wenigen Bücher, welches ich irgendwann noch mal lesen werde. Der in München geborene Autor machte 2003 sein Abitur und lebt seitdem in Berlin. Während er sich ganz dem Schreiben widmete, hielt er sich mit Nebenjobs über Wasser. Bereits mit seinem 2008 erschienenen Debüt „Becks letzter Sommer“ sorgte er für viel Furore. Der Roman wurde vielfach ausgezeichnet und 2015 fürs Kino verfilmt. „Vom Ende der Einsamkeit“ ist sein vierter Roman und landete wie alle anderen auf den Bestseller-Listen. Das Ausnahme-Talent debütierte als jüngster Autor beim Diogenes Verlag.

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  • Ein Roman über Liebe und Verlust, verpasste Gelegenheiten und zweite Chancen

    Vom Ende der Einsamkeit
    -Leselust-

    -Leselust-

    18. February 2017 um 15:41

    Kurzmeinung Ich bin mit extrem hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, da es ja so unglaublich gehyped wurde. Die Geschichte ist sehr einfühlsam und oft fast schon philosophisch erzählt. Sie handelt von Liebe, Familie, Freundschaft. Von verpassten Gelegenheiten und zweiten Chancen. Und von Menschen, mit all ihren Eigenarten und Fehlern. Ein tolles Buch, das mich aber nicht ganz so umgehauen hat, wie viele andere. Zum Buch Im Zentrum der Geschichte stehen die drei Geschwister Jules, Marty und Liz. Wir begleiten sie von ihrer Kindheit an bis ins Erwachsenenalter. Am Anfang gibt uns das Buch einen Einblick in das alltägliche Leben der Familie, in die Beziehung der Geschwister untereinander und zu den Eltern. Vertrautheit, Nähe und Wärme, aber auch Spannungen und Missgunst. Doch das Leben der Geschwister gerät jäh aus den Fugen, als ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Die drei Vollwaisen kommen erst zu ihrer Tante und dann auf ein Internat. Und jeder geht ganz anderes mit dem Verlust um. Marty zieht sich zurück und verbringt die Tage vor den Computer, Liz flüchtet sich in Drogen und Männergeschichten. Und Jules, der eigentlich die Nähe seiner Geschwister sucht, ist auf sich allein gestellt und fühlt sich einsam. Bis er eine enge Freundschaft mit Alma, einem Mädchen aus seiner Klasse, eingeht. Und schnell wird klar, dass die beiden mehr verbindet, als nur Freundschaft. Meine Meinung Von Anfang an wird man als Leser in die Geschichte hineingezogen. Nach und nach werden die drei Geschwister feinfühlig vorgestellt und sorgfältig weiterentwickelt. Ich habe schnell einen Eindruck von den einzelnen Personen bekommen, von der Dynamik zwischen ihnen und wie sie sich unter welchen Umständen entwickeln. Stellenweise wurde es mir dann aber ein bisschen zu pathetisch. Die Geschichte flaut zwischendurch etwas ab, plätschert nur so dahin. Die Gedankengänge sind teilweise wirklich tiefgründig und regen zum Nachdenken an. Manche Phrasen haben mich als Leser beeindruckt und noch lange nach dem Lesen verfolgt. Dann allerdings gab es auch hier wieder Passagen, wo dieses Tiefgründige etwas gezwungen wirkt und ins pseudo- philosophische abgleitet. So war zumindest mein Eindruck. Die Liebesgeschichte zwischen Jules und Alma fand ich wunderschön. Es hat mich einige Nerven gekostet, dass sie sich so viele Jahre immer wieder verpasst haben, und ich habe mit ihnen gelitten und mit ihnen gefiebert, wann diese Liebenden endlich zueinander finden, wo sie doch so offensichtlich füreinander geschaffen waren. In der Beschreibung dieser Beziehung hat sich der Autor wirklich selbst übertroffen und allein dafür ist das Buch lesenswert. Fazit Ich kann verstehen, was viele an "Vom Ende der Einsamkeit" so begeistert hat. Benedict Wells erzählt die Geschichte mit großer Ruhe und ich war stellenweise völlig gefangengenommen vom Fluss der Handlung, der Echtheit der Charaktere und der zauberhaften Liebesgeschichte. Aber dann gab es eben leider auch immer wieder Stellen, die sich eher mühsam gelesen haben und Passagen, die im Gesamtkonzept für mich nicht ganz stimmig waren. Ein starkes Buch, für mich aber nicht überragend.

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  • VOM ENDE DER EINSAMKEIT. BENEDICT WELLS.

    Vom Ende der Einsamkeit
    buecherkompass

    buecherkompass

    20. January 2017 um 19:07

    ZUM AUTORBenedict Wells wurde 1984 in München geboren. Im Alter von sechs Jahren begann seine Reise durch drei bayerische Internate. Nach dem Abitur 2003 zog er nach Berlin, wo er sich gegen ein Studium entschied und sich dem Schreiben widmete. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit diversen Nebenjobs. 2008 erschien sein vielbeachtetes Debüt Becks letzter Sommer. Der Roman wurde mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet und 7 Jahre später verfilmt. Ebenso wie sein dritter Roman Fast genial steht auch Vom Ende der Einsamkeit auf den Bestsellerlisten. Für das Buch wurde Wells mit dem European Union Prize for Literature (EUPL) 2016 ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.INHALTNach einem Motorradunfall erwacht Jules im Krankenhaus und blickt auf sein Leben zurück.Verbrachten er und seine Geschwister Marty und Liz eine behütete Kindheit, so scheint ihr Leben inzwischen vollends aus dem Ruder gelaufen zu sein.Bereits früh verloren er und seine Geschwister ihre Eltern durch einen tragischen Autounfall. Dies sollte der Augenblick sein, der alles veränderte.Jules und seine Geschwister kamen aufs Internat, wo ein jeder sein Päckchen zu tragen hatte. Und so gingen Jules, Marty und Liz fortan getrennte Wege.Als die Geschwister schließlich wieder zusammenfinden bleibt die Frage: Was hätte ein anderes Leben für sie bereitgehalten?MEINUNGVom Ende der Einsamkeit erzählt die Geschichte dreier Waisen, deren Leben von Rückschlägen geprägt ist. Das Buch ist ebenso melancholisch und authentisch, wie vielschichtig und voller Hoffnung. Gemeinsam mit Protagonist Jules blickt der Leser auf dessen Leben zurück. Eins wird dabei offensichtlich: seit dem Verlust ihrer Eltern verlaufen die Leben von Jules, Marty und Liz abseits altbekannter Bahnen.Benedict Wells lässt den Leser die Orientierungslosigkeit seiner Protagonisten am eigenen Leib spüren. Mit seiner Bildsprache verleiht er Worten Bedeutungen und lässt den Leser so immer tiefer in der Geschichte versinken.Die Handlung ist chronologisch aufgebaut und in einzelne Episoden untergliedert (10 Kapitel, 10 Sprünge). Die Szenen sind aus dem Leben gerissen, wirken oft bedrückend und muten daher umso authentischer an. Die Geschichte verleiht dem Leser eine Vorstellung davon, was hätte sein können und was doch nie war. Das Buch gibt Hoffnung und stimmt nachdenklich. Welche Schicksalsschläge auch immer uns ereilen mögen, die Hoffnung sollten wir doch nie aufgeben. Auch Wells Protagonisten müssen lernen Angst und Einsamkeit zu überwinden und ihre eigenen Wege zu gehen.Ein Buch, das berührt. Vielleicht gerade deshalb, weil es realistisch bleibt und nicht in einfachen Dimensionen denkt. Benedict Wells ist absolut lesenswert.

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  • Gewinnt die 16 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2016!

    Vom Ende der Einsamkeit
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    Zum Ende des Jahres lassen auch wir hier im LovelyBooks-Team die vergangenen Monate Revue passieren und freuen uns über den ein oder anderen Buchschatz, den wir 2016 entdeckt haben. Wie auch schon in den vergangenen Jahren, möchten wir euch an dieser Stelle einige ganz besondere Buchperlen ans Herz legen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, welches alle 16 Bücher enthält, glücklich machen! Als quasi Gemeinschaftstipp aus dem Team haben wir uns für "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells entschieden, weil wir den sympathischen Autor (der übrigens vorzüglich Kicker spielen kann!) seit unserer Livestream-Lesung alle ins Herz geschlossen haben.  Unsere Buchempfehlungen: 1. Jacky_Jolly empfiehlt "Die Launenhaftigkeit der Liebe" von Hannah RothschildMich faszinieren immer wundersame Titel und ein interessantes Cover, und wenn dann noch die Geschichte stimmt, habe ich "mein" Buch gefunden. "Die Launenhaftigkeit der Liebe" erzählt gleich mehrere Geschichten auf einmal: die des gleichnamigen Bildes, die der Köchin Annie, welche das Bild durch Zufall kauft und die des fiktiven, angesehenen Kunsthändlers Memling Winkelman, der ein dunkles Geheimnis hütet. Und irgendwie hängt alles zusammen ... Die Kombination aus Liebesgeschichte, Krimi, Historie, Kunst, skurrilen und liebenswerten Figuren hat den Roman für mich zu einem wahren Leseerlebnis gemacht. Besonderer Clou: selbst aus der Perspektive des Bildes erlebt der Leser die Geschichte...2. kultfigur empfiehlt "Metro 2033" von Dmitry GlukhovskyDie Reihe steht schon sehr lange auf meinem Wunschzettel und vor kurzem habe ich endlich damit begonnen mich ins Dunkle der Metro zu wagen. Vielleicht war ja die Livestream-Lesung mit Dmitry Glukhovsky Schuld. Auf jeden Fall habe ich mich in den Tunneln verirrt und solange es noch Lesestoff gibt, der mich weiter treibt, werde ich auch nicht mehr herausfinden. Für mich ist Metro (zumindest der erste Teil) ein wahres Meisterwerk - und nicht nur für SciFi-Fans ein absolutes Lesehighlight.3. Kathycaughtfire empfiehlt "Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde"Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde war eines meiner absoluten Highlights 2016. Der erste Band der Reihe um Agentin Thursday Next entführt den Leser in eine Alternativrealität der britischen 1980er Jahre. Dort tummeln sich jede Menge Literaturverbrecher, die es darauf abgesehen haben, Chaos in der Bücherwelt zu verbreiten. Und so bleibt Ermittlerin Thursday nichts anderes übrig, als sich höchstpersönlich in Charlotte Brontës berühmtesten Roman zu stürzen, um Schlimmeres zu verhindern. Eine skurrile Geschichte mit grandiosen Charakteren (und Dodos!) und unzähligen liebevollen und lustigen Details – jetzt möchte ich am liebsten selbst LiteraTec-Agentin werden!4. markusros empfiehlt "Wolfsschlucht" von Andreas FöhrWarum nicht mal einen Krimi mit Handlung direkt vor der eigenen Haustüre lesen? Nach den mysteriösen Morden am Tegernsee und der Mangfall wandert bei mir nun etwas die Angst mit, wenn wir in der Gegend auf Familienausflug sind. Kommissar Wallner löst zum Glück auch diese Fälle mit Humor. Andreas Föhr ist es bei „Wolfsschlucht“ sehr gut gelungen, die Spannung bis zum Schluss hochzuhalten und trotzdem immer wieder Ur-bayrische Traditionen aufs Korn zu nehmen und die Leser zum Schmunzeln zu bringen. Das ganze Buch ist leicht zu lesen, für mich idealer Lesestoff für einige Fahrten im Zug auf dem Weg ins LovelyBooks Büro. Lesenswert nicht nur für Bayern.5. aylareadsbooks empfiehlt "Nachts" von Mercedes LauensteinNacht für Nacht streift eine junge Frau durch die menschenleeren Straßen der Stadt auf der Suche nach den letzten erleuchteten Fenstern. In kurzen Episoden lernen wir an der Seite der namenlosen Protagonistin gleichgesinnte Schlaflose und Nachtschwärmer kennen, erfahren von ihren Geschichten, Sehnsüchten und Ängsten. Eine Hymne an die Nacht, ein Plädoyer für das Anderssein und ein wunderbar melancholisches Buch, das ich gleich zweimal dieses Jahr gelesen habe!6. nordbreze empfiehlt "Fallensteller" von  Saša StanišićNachdem ich "Vor dem Fest" nicht 2016 gelesen habe, kann ich es leider nur schlecht in diese Buchtipps reinschmuggeln. Glücklicherweise hat Saša Stanišić mein Fangirl-Herz beglückt und 2016 den Erzählband "Fallensteller" herausgebracht, indem er auf wohlbekannte Art und Weise seine Leser verzaubert. In jeder der Geschichten erzählt der Sprachdompteur von außergewöhnlichen Erlebnissen, herzigen Personen und dem großen Etwas, das sich Leben nennt. Lieblingsgeschichte: Die titelgebende Erzählung "Fallensteller", in der die Geschichte von "Vor dem Fest" weitererzählt wird und wir auf alte Bekannte treffen. Nach dem Fest. 7. TanjaMaFi empfiehlt "Couchsurfing im Iran" von Stephan OrthStephan Orth nimmt uns mit auf eine ungewöhnliche Reise in den Iran. Er reist nicht von Hotel zu Hotel, sondern als Couchsurfer – was im Iran eigentlich verboten ist. Auf seinem Weg besucht er beeindruckende Orte und trifft faszinierende Menschen, die zeigen, dass der Iran bunt und vielfältig ist, und dass hinter verschlossenen Türen ein Bild entsteht, das ganz anders ist, als wir denken.8. Sharyssima empfiehlt "Die kleine Bäckerei am Strandweg" von Jenny ColganDieser leichte und humorvolle Roman hat mich im Sommer absolut begeistert! Polly ist die sympathische Protagonistin, der man bei einem Neuanfang auf einer Insel in Cornwall über die Schulter schaut. Dieser fällt, vor allem zu Beginn, nicht leicht, doch als die Bäckerei endlich in Gang ist und Polly sich in die Herzen der Insulaner gebacken hat, kann sie sich endlich heimisch fühlen. Wenn da nur nicht die Sache mit der Liebe wäre … Ich freue mich auf die Fortsetzung im neuen Jahr und vor allem auf ein Wiedersehen mit dem Papageientaucher Neil!9. LaLeser empfiehlt "Geister" von Nathan HillIch habe lange überlegt, ob ich ein Buch empfehlen soll, über das in diesem Jahr schon so viel gesprochen wurde. Aber Nathan Hills Debütroman „Geister“ hat mich einfach komplett überzeugt! Auf fast 900 Seiten entspannt sich eine tiefgründige und psychologisch ausgefeilte Geschichte, die anhand von Einzelschicksalen gesellschaftliche Probleme der Gegenwart thematisiert. Das Ganze ist erzählerisch grandios umgesetzt: Ein rasanter und spielerischer Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven und Erzählstilen.„Geister“ hat mich nachdenklich gestimmt, zum Lachen gebracht und immer wieder von Neuem überrascht. Genau das erwarte ich von einem guten Buch! 10. aba empfiehlt "Euphoria" von Lily KingNur ein Lieblingsbuch des Jahres 2016 zu nennen, ist alles andere als einfach. Dieses Jahr habe ich mein Herz allein entscheiden lassen.Als ich mein Lesejahr 2016 im Gedanken durchgegangen bin, hat mein Herz für ein Buch höher geschlagen, das ich ziemlich früh im Jahr gelesen habe: "Euphoria" von Lily King.Weil dessen Inhalt und Protagonisten mich inspiriert haben - insbesondere der unbeholfene Engländer Andrew Bankson -, ist "Euphoria" definitiv mein Lieblingsbuch des Jahres 2016!11. TinaLiest empfiehlt "Blauschmuck" von Katharina WinklerEs ist schwer in Worte zu fassen, was „Blauschmuck“ auslöst, die richtigen Worte dafür zu finden. Auch Monate nach der Lektüre bin ich immer noch beeindruckt von der Sprache, schockiert von der grausamen Geschichte. "Blauschmuck" ist keine leichte Lektüre, man bleibt bedrückt und sprachlos zurück, doch genau diese Gefühle, die ausgelöst werden, sind es, die das Buch in meinen Augen zu etwas Besonderem machen. 12. Daniliesing empfiehlt "Hausbesuche" von Stephanie QuiettererDas Leben in der Großstadt kann ganz schön anonym sein. In "Hausbesuche" begibt sich Stephanie Quitterer deshalb in ein spannendes Experiment. Sie möchte mehr über die Menschen in ihrer Nachbarschaft erfahren und so backt sie bis zum Ende ihrer Elternzeit jeden Tag einen Kuchen, klingelt an irgendeiner Tür und hofft hereingelassen zu werden. Das ganze Unternehmen beschreibt sie mit viel Humor und Ehrlichkeit, sodass man selbst schon bald Lust bekommt, auch einfach mal bei den unbekannten Nachbarn zu klingeln und fremde Wohnungen sowie Menschen kennen lernen zu dürfen. Ein Buch voller interessanter Menschen und Begegnungen, das Mut macht, sich aus seiner eigenen Komfortzone zu wagen und zeigt, wie unbegründet unsere Vorurteile gegenüber unseren Mitmenschen oft sind.13. HannaBuecherwurm empfiehlt "Apocalypse Now Now" von Charlie HumanIch habe lange überlegt, welches Buch ich 2016 empfehlen könnte und habe mich letztendlich dazu entschieden „Apocalypse Now Now“ zu wählen. Dieses Buch kommt an Abgedrehtheit nicht annähernd an irgendein anderes Buch heran, das ich bisher gelesen habe. Es ist von vorne bis hinten völlig skurril und jedes Mal, wenn man denkt, dass jetzt das Absurdeste, was ein menschliches Hirn sich ausdenken kann, abgearbeitet wurde, kommt es noch dicker. Und genau deswegen liebe ich dieses Buch. Im heutigen Kapstadt muss sich der 16-jährige Baxter durch eine Schattenwelt voller Ungeheuer und Magie schlagen, um seine entführte Freundin Esmé zu retten. Reale Ereignisse der Geschichte Südafrikas und alte Sagen werden mit frei Erfundenem gemixt und heraus kommt einer der verrücktesten Debütromane aller Zeiten.14. Alexloveslife empfiehlt "Der Winterkaiser" von Katherine Addison"Der Winterkaiser" ist ein Fantasyroman, der irgendwie ganz anders ist und mir deswegen besonders gut gefallen hat. Hier werden keine großen Schlachten ausgefochten, es gibt keine Helden mit besonderen Fähigkeiten, die sich aufmachen, um die Welt zu retten. Im Gegenteil: Die Handlung ist eher ruhig, aber trotzdem unheimlich spannend. Wie geht man damit um, wenn man plötzlich ungeahnt Kaiser des Elfenreiches wird und so gar keine Ahnung von politischen Beziehungen hat? Ein Roman voller Intrigen, Machtspielchen und interessanter Charaktere – ich hab's ganz und gar verschlungen. 15. Malista empfiehlt "Das Rosie-Projekt" von Graeme SimsionMenschliche Beziehungen sind kompliziert und verwirrend. Dies denkt Don Tillmann, der in der Welt der Emotionen nicht wirklich 'Zuhause' ist Gleichzeitig zeigt er uns eine andere Welt, geprägt von Logik und einem Leben strukturiert als Projekt.Eines dieser Bücher, welches einen schmunzelnd und nachdenklich zurück lässt und den Blick auf das gesellschaftliche Miteinander so manches Mal in ein neues Licht rückt. Sehr lesenswert! Na, haben euch unsere Empfehlungen neugierig gemacht? Dann habt ihr bis einschließlich 08. Januar Zeit, bei unserer Verlosung ein tolles Buchpaket mit allen 16 hier vorgestellten Büchern zu gewinnen. Mitmachen ist ganz einfach:Bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und verratet uns euren absoluten Buchgeschenketipp des Jahres!Wir wünschen euch an dieser Stelle ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr! Vielen lieben Dank, dass ihr alle gemeinsam LovelyBooks zu einem lebendiger Ort voller Buchliebhaber macht! Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen.

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  • Wundervolle Geschichte, die mich zu Tränen rührte

    Vom Ende der Einsamkeit
    ConnyKathsBooks

    ConnyKathsBooks

    09. January 2017 um 17:06

    "Die Einsamkeit in uns können wir nur gemeinsam überwinden." (S. 351) Jules, Liz und Marty verleben eine glückliche Kindheit, bis der Unfalltod ihrer Eltern plötzlich alles verändert. Jeder der drei Geschwister geht dabei einen anderen Weg, um den schrecklichen Verlust zu verarbeiten und die Fremdheit zwischen ihnen wächst. Besonders Jules fühlt sich lange Zeit einsam, bis er auf Alva trifft und eine bewegende Liebesgeschichte ihren Lauf nimmt. Doch dann kommt es zu einem erneuten Schicksalsschlag, der die Geschwister wieder enger zusammenrücken lässt. "Vom Ende der Einsamkeit" ist ein Roman aus der Feder von Benedict Wells. Mein erstes Buch des deutschen Erfolgsautors, auf das ich schon sehr gespannt war, denn die vielen Lobeshymnen schürten bei mir recht hohe Erwartungen. Und diese wurden tatsächlich auch erfüllt, denn die wundervoll geschriebene Geschichte hat mich einfach nur mitgerissen und zu Tränen gerührt. "Um sein wahres Ich zu finden, ist es notwendig, alles in Frage zu stellen, was man bei der Geburt vorgefunden hat. Manches davon auch zu verlieren, denn oft lernt man nur im Schmerz, was wirklich zu einem gehört...Es sind die Brüche, in denen man sich erkennt." (S. 276) Im Mittelpunkt stehen die drei Geschwister Jules, Marty, Liz, die nach dem Verlust ihrer Eltern auf ganz unterschiedliche Lebensentwürfe setzen, sich dabei immer wieder für längere aus den Augen verlieren, mal streiten, mal versöhnen, Fehler machen, aber wenn es darauf ankommt, doch füreinander da sind. Was ich gut nachvollziehen kann, denn auch ich habe zwei Geschwister und weiß, dass es trotz aller Familienbande nicht immer leicht ist. Aber vor allem geht es hier um die Liebe zwischen Jules und Alva, die sich das erste Mal mit 11 Jahren in der Schule begegnen und zunächst beste Freunde werden. Bis beide aber endlich als Paar zueinanderfinden, müssen noch einige Hindernisse, Enttäuschungen und Rückschläge überwunden werden, denn die richtige Abzweigung zu wählen, ist bei all den möglichen Wegen im Leben schwer und nicht immer läuft alles rund und wie gewünscht. "Alles geht so schnell vorbei, und man kann nichts davon festhalten. Man kann nur sein." (S. 296) Das Ganze wird als Rückblende von Jules erzählt, der in der Gegenwart einen Motorradunfall hatte und im Krankenhaus liegt. Warum und wieso, das klärt sich noch im Laufe der Handlung. Jules lässt seine Gedanken zurückschweifen und nimmt uns mit in die Vergangenheit; beginnend im Jahr 1980 mit dem letzten gemeinsamen Familienurlaub in Südfrankreich und endend im Jahr 2014. Dazwischen passiert einfach das, was ein Leben so ausmachen kann. Eine Geschichte über Verlust und Trauer, über Einsamkeit, Hoffnung und Liebe, über Glück und das Unveränderliche im Leben. Was wäre wenn...? Diese Frage hat sich sicherlich jeder von uns schon mal gestellt. Was wäre, wenn ich damals dies oder jenes getan hätte? Wo wäre ich dann heute? Hätte mein Leben vielleicht eine ganz andere Wendung genommen? All diese Fragen und viele mehr behandelt der Autor in seinem Buch, welches durchzogen ist von vielen schönen Worten, Sprüchen und Weisheiten, die sehr zum Nachdenken anregen. "Das Leben ist kein Nullsummenspiel. Es schuldet einem nichts, und die Dinge passieren, wie sie passieren. Manchmal gerecht, so dass alles einen Sinn ergibt, manchmal so ungerecht, dass man an allem zweifelt." (S. 299) Leider kann das Leben immer wieder grausam zuschlagen, was Jules und Alva bald schmerzlich erfahren müssen. Auch wenn ihr Schicksal vorher schon angedeutet wurde, berührten mich dann einige Szenen so sehr, dass meine Tränen nur so flossen. Ich fühlte mich mit Jules und Alva richtig verbunden, da ich selbst einige ähnliche persönliche Erfahrungen habe. Man sollte wirklich jeden unbeschwerten und schönen Moment schätzen und genießen, denn wie viel Zeit einem bleibt, weiß keiner. Ein hoffnungsvoller und Mut machender Abschluss in der Gegenwart rundet die Geschichte dann gelungen ab. Insgesamt kann ich daher "Vom Ende der Einsamkeit" nur empfehlen. Auf weitere Romane von Benedict Wells freue ich mich schon und vergebe 5 Sterne.

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