Benedikt Faust

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Lebenslauf von Benedikt Faust

Benedikt Faust begann seine Karriere mit einer Kochausbildung im Weinhaus Anker in Marktheidenfeld. In der Vergangenheit hat er über 10 Jahre den Michelin Stern und viele andere Auszeichnungen erkocht. "Üppig, kreativ und fantasievoll" beschreibt der Gault Millau seine Kreationen. Als "Entdeckung des Jahres" hat die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) bereits gefeiert. Im Fernsehen ist er seit 2017 auf Pro 7 bei Galileo zu sehen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Benedikt Faust

Cover des Buches Sterneküche kann jeder! (ISBN: 9783833876257)

Sterneküche kann jeder!

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Erschienen am 05.11.2020

Neue Rezensionen zu Benedikt Faust

Cover des Buches Sterneküche kann jeder! (ISBN: 9783833876257)G

Rezension zu "Sterneküche kann jeder!" von Benedikt Faust

Einfach und günstig ist das Motto. Aber genau das ist Sterneküche nicht!
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

«Denn JEDER sollte in der Lage sein, sich und seinen Gästen etwas Besonderes zu bieten. Faust kreiert dazu mit alltäglichen Lebensmitteln aus dem Supermarkt, seiner Leidenschaft zum Kochen und mit viel Hingabe absolute Highlights. Auf jeder Seite dieses Buches findet man interessante Perspektiven, einfachste Zubereitung und einzigartige Geschmacksexplosionen optisch pur in Szene gesetzt. Eine Einladung für alle, die sich das Sternelokal nach Hause holen wollen, denn: Sterneküche kann jeder!»


Gleich vorweg, das Kochbuch trägt den falschen Titel. Eigentlich müsste es heißen, wie ich mit Deko und Schischi so tun kann, als könnte ich im Sternebereich der Küche mithalten. Wenn einer meint, er könne nicht kochen, möchte aber den Anschein bewahren, dann sollte er jetzt weiterlesen. Jungs, so könnt ihr Mädels beeindrucken! Mädels, so könnt ihr Jungs beeindrucken! Und wer schon kochen kann, der kann amüsiert die Rezension verfolgen. Einfach – aber beeindruckend. Bei manchen Rezepten könnte man sogar so weit gehen, zu sagen: Außen Hui und innen Pfui. Auf jeden Fall ist das ein Buch, über das Hobbyköche so richtig in Disput geraten können. Man kann es als Bereicherung sehen oder schlicht mit der Nase rümpfen, weil Sterneküche sicher nicht mit dekoriertem Eiersalat und Minihörnchen aus dem Supermarkt funktioniert. 


«Die Hörnchen in eine hohe Schale mit den Deko-Linsen stellen und mit dem Eiersalat füllen. Mit Olivenscheiben, Schnittlauch sowie dem Forellenkaviar dekorieren.»


Man kann darüber diskutieren, ob pürierter Eiersalat aus dem Supermarkt maximaler Geschmack ist, aber das Ergebnis kann sich optisch sehen lassen. Und wenn man weiß, die Gäste, die man eingeladen hat, haben sowieso keinen Geschmack, dann kann man mit wenig Aufwand glänzen. Das Auge isst ja bekanntlich mit. 


Mit «einem guten Schuss Verrücktheit ist ein Werk entstanden, mit dem man auf einfachstem Wege den maximalen Geschmack erreichen kann.» 


Verrückt ja, maximaler Geschmack eindeutig nein. Benedikt Faust war ein faules, dickes Kind, sagt er – faul sei er noch heute. Das nehme ich ihm nicht so ganz ab, denn wer als Koch brillieren will, kann nicht faul sein. Faust berichtet über seinen Werdegang und nun folgen diverse Vorbereitungen, um Zutaten später parat zu haben: Dörren, Pasten herstellen und es weiter zur Kräuter- und Gewürzkunde. Der Autor rät auch zu Zutaten, die vielleicht nicht jeder im Schrank liegen hat: Schwarze Nüsse, Pankomehl anstatt Paniermehl, Wasabipaste zum Schärfen, Ducca zum Würzen, Leinöl. Auch Ungewöhnliches ist dabei wie Pfeilwurzelstärke statt Speisestärke, Gelcrem als Bindemittel, Emulsionant, Xanthan zum Eindicken, Sojalecithin für Blubberblasen, «Glicerina» und andere Zutaten, mit denen cremiges Eis ohne Eismaschine gelingt. Die Grundrezepte für ein cremiges Eis und ein Sorbet lesen sich mit diversen Stabilisatoren im Rezept wie ein Chemieversuch. Nach der Vorstellung von Küchenwerkzeugen kommt die Erklärung zur Deko: Punkte, Tränen, Spritzer, Striche, Spiralen und Streifen, neben Kräutern, Nüssen, Gemüse gehören dazu auch Kartoffelchips, Knusperperlen und Fischlis. 



Auf Seite 40 beginnen wir mit den Rezepten, dem Gruß aus der Küche, Waffeln mit Eiersalat, wie erwähnt. Ganz sterneküchenverdächtig ist auch der TK-Strudelteig, der in kleine Rechtecke geschnitten, mit einer Paste aus Instant-Kartoffelpüree bestrichen wird, der mit Kräutern der Provence und anderen Gewürzen aufgepeppt, im Ofen gebacken wird. Zu den Schiffchen gibt es getrocknete Tomaten und Oliven aus dem Glas, eine Majo-Schmand-Creme. Und was ist auf dem Foto über diesem Absatz zu sehen? Ein einfaches Rezept. Ihr wollt jemanden ärgern? Serviert ihm das hier, und fragt ihn, ob der Babybrei geschmeckt hat. Was jetzt? Ganz einfach, schwarze Sesampaste über den Teller streichen, «Karotten mit Mais und Biokalb»-Babybrei mit Gewürzen aufpeppen, dazu Knäckebrot. Fertig ist das Sternemenü. Leeres Gläschen unter dem Tisch vorziehen, zeigen und frech grinsen und beim Hauptmenü in den Fressnapf der Katze schauen, fragen, ob man ihr genug überiggelassen hat. - Den Gast siehst du nie wieder!


Bei den Vorspeisen wird es aufwendiger – hier macht man aus Instand-Kartoffelpü Kroketten. Aber wenn ich sehe, wie man einen Salat verhunzen kann (Kopfsalat, Makrele, Ginger-Ale), dann fällt mir nichts mehr ein: «120 g gegrillte Makrelenfilets (Abtropfgewicht; aus der Dose), gesalzene Kartoffelchips natur und Sesamfischlis» gehören zu den Zutaten … TK-Spinat wird gern in diesem Buch verwendet und die Mikrowelle wird oft angeschmissen. Das ein oder andere Rezept ist völlig in Ordnung, wie z.B. «Roquefort, Radicchio, Rote Bete» – auch das Hauptmenü «Hähnchen, Joghurt, Aubergine» kann überzeugen. Die Desserts sind trotz aller Fertigzutaten letztendlich wieder aufwendig in der Herstellung. Die Fotos zu den Menüs sind in sofern gelungen – da sie alles lecker präsentieren, die typische Draufsicht vom Ergebnis, auch nicht originell. Ich persönlich bin der Meinung, mit Kleckern statt Klotzen serviert man noch lange kein Sternemenü. Hier kann man lernen, wie man Soßen und Pasten auf dem Teller verteilt, um hübsch anzurichten, aber mit gutem Handwerk hat das nichts zu tun. Das Durchziehen von «Straßen» und «Äckern» auf dem Teller, das Beschmieren mit Soße – ist das das die Vorstellung, wie Sterneküche auszusehen hat? Genau das hat ein guter Koch gar nicht nötig – denn der punktet ohne Fischli und Babybrei ganz allein mit einem ausgesprochen guten Produkt. Über wen wollte sich Benedikt Faust mit dieser Persiflage von Kochbuch eigentlich lustig machen? Über Kollegen oder Hobbyköche? Bitte, liebe Buchhändler, legt dieses Buch unter Satire ab, raus aus dem Kochbuchregal!



Benedikt Faust begann seine Karriere mit einer Kochausbildung im Weinhaus Anker in Marktheidenfeld. In der Vergangenheit hat er über 10 Jahre den Michelin Stern und viele andere Auszeichnungen erkocht. «Üppig, kreativ und fantasievoll» beschreibt der Gault Millau seine Kreationen. Als «Entdeckung des Jahres» hat die «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» (FAS) bereits gefeiert. Im Fernsehen ist er seit 2017 auf Pro 7 bei Galileo zu sehen.


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