Benedikt Herles

 4.2 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Die kaputte Elite, Zukunftsblind und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Zukunftsblind

 (1)
Neu erschienen am 02.11.2018 als Hardcover bei Droemer.

Zukunftsblind: Wie wir die Kontrolle über den Fortschritt verlieren

 (1)
Neu erschienen am 02.11.2018 als Hörbuch bei Audible Studios.

Alle Bücher von Benedikt Herles

Die kaputte Elite

Die kaputte Elite

 (3)
Erschienen am 08.12.2014
Zukunftsblind

Zukunftsblind

 (1)
Erschienen am 02.11.2018
Die kaputte Elite

Die kaputte Elite

 (0)
Erschienen am 08.10.2013

Neue Rezensionen zu Benedikt Herles

Neu
Wedmas avatar

Rezension zu "Zukunftsblind: Wie wir die Kontrolle über den Fortschritt verlieren" von Benedikt Herles

Insg. ganz gut mit kleinen Schwächen.
Wedmavor 3 Tagen

„Zukunftsblind“ habe ich auch gehört. Praktisch, wenn man zwischen Hörbuch und Print schalten kann.

Fazit hier: Man kann das Buch auch ganz gut hören.

Julian Horeyseck hat ganz nett gelesen. Allerdings habe ich da mehr Professionalität gewünscht. So manches war seltsam ausgesprochen, wie z.B. BIP (Bruttoinlandspridukt), sodass Horeysecks Aussprache verwirrte, und ich musste kurz überlegen, was gemeint sein sollte.

Die Stimme hätte auch insg. mehr Schulung vertragen. Einerseits passt sie zu den Jungdynamikern, die im Buch erwähnt wurden, andererseits war sie mir auf Dauer recht anstrengend. Habe Pausen einlegen müssen und im Buch weitergelesen.

Die Art der Darbietung war in Ordnung, aber etwas neutraler insgesamt wäre besser gewesen.

9 Stunden 5 Minuten der ungekürzten Ausgabe habe ich doch noch zu Ende gehört.

Wer nicht sicher ist, kann sich die Hörprobe anhören. In etwa so wird es bis zum Schluss bleiben.

Das Buch an sich finde ich gut und lesenswert. Mehr dazu lesen Sie in der Rezension zur Printausgabe.

Kommentieren0
16
Teilen
Wedmas avatar

Rezension zu "Zukunftsblind" von Benedikt Herles

Informativ, unterhaltsam, lesenswert!
Wedmavor 4 Tagen

„Zukunftsblind“ von Benedikt Herles halte ich für recht gut gelungen. Vier hell leuchtende Sterne sind auf jeden Fall drin.

Die Form ähnelt dem beliebten Denkmuster der Consultants „Situation-Komplikation-Lösung“.

In 5 größeren Kapiteln, in kürzere, leserfreundliche Segmente heruntergebrochen, wurden dem Leser spannende Inhalte dargereicht:

1.      Situation heute (Beschleunigte Geschichte, Zeitenwende)

2.      Spaltungsrisiko (Wohlstandskonzentration, Geteilte Spezies)

3.      Herrschaftsrisiko (Poststaatlichkeit, Algokratie)

4.      Gesinnungsrisiko (Politische Abgründe, Volksdepression)

5.      Agenda (Generationenaufgaben, Zehn-Punkte-Plan).

Herles gibt zunächst den Überblick über die Situation heute. Hier und dort liest man Kritik an den Entwicklungen in Deutschland, z.B. Hierzulande gibt es nur SAP als großes, bekanntes IT-Unternehmen, alle anderen sitzen in USA, die die Federführung in diesem und vielen anderen zukunftsrelevanten Bereichen seit Jahrzehnten ausüben. Er spricht auch über das, was heute an ausgefeilten Technologien und anderen Entwicklungen da ist, z.B. über die Fortschritte im Bereich Künstlicher Intelligenz, über Brain-Computer-Interface, Kryptowährungen, über den Gen-Upgrade zwecks der Optimierung der nachkommenden Generationen, über die Trends der weiteren Entwicklungen uvm. Hier geht er in Sachen Wissensvermittlung ein Stück weiter als z.B. Harari in „Homo Deus“, dankenswerterweise ohne unnötige Theatralik, Effekthascherei und Provokationen des Letzteren.

Herles schreibt in einem ruhigen, sachlichen Ton, hin und wieder mit feinem Augenzwinkern, was dem Ganzen sehr guttut.

Er weist auch darauf hin, dass der technologische Fortschritt, in seiner Komplexität und der rasanten Geschwindigkeit, in der dieser in den letzten Jahren vorangetrieben wurde, schon an sich eine große Herausforderung für die Menschheit darstellt, die es, in vielerlei Hinsicht, zu meisten gilt.

Herles spricht auch über die Risiken der heutigen Situation, sehe Kap. 2-4. Matthäus-Kräfte nennt er die zugrundeliegenden Verteilungsmechanismen von heute: „Wer hat, dem wird gegeben. Wer weniger hat, ist chancenlos. Ab einem bestimmten Grad der Konzentration ist Wettbewerb so gut wie ausgeschlossen.“ S. 152. Hier wurden die allseits bekannten größeren Konzerne angeführt, „…die sich de facto jeder demokratischen Ordnungsmacht entziehen. Ihr ökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Einfluss ist im wahrsten Sinne grenzenlos“ auf S. 166 mit dem weiteren Hinweis, dass es so etwas in der Geschichte schon mal gab. Und hier kommt meine Kritik: Die weiteren Ausführungen bei dem Thema helfen nicht weiter. Es ist vllt unterhaltsam, über die Königin Elisabeth I. zu lesen, aber die Versuche, aus der Vergangenheit die Schlüsse über die Gegenwart oder gar die Zukunft zu ziehen bergen so ihre Risiken, wie die Erfahrung lehrt, und lassen eher an die Flucht denken, denn hier, wie auch in einigen anderen Stellen im Buch, wurde zu schnell die Grenze gezogen und rückwärts oder sonst wohin gegangen, i.e. Fluchtergriffen, sobald es ins Eingemachte ging. An dieser Stelle hätte man um die eigentliche Verteilung der Macht, die Selbstbestimmung der Menschen ausbremst, und diejenigen, die die Geschicke der Menschheit nicht gerade zu ihrem, aber zum eigenen großen Vorteil in Sachen Geld und Einfluss, seit hunderten von Jahren bestellen, sprechen müssen, mehr dazu s. z.B. bei:

Dirk Müller in „Machtbeben“, Rainer Mausfeld in „Warum schweigen die Lämmer?“, auch in „Angst der Eliten“ von Paul Schreyer, „Die Abgehobenen“ von Michael Hartmann, in Werken von Noam Chomsky, z.B. in „Kampf oder Untergang“, „Wer beherrscht die Welt“ uva.

Auch die Rede über diese „Matthäus-Kräfte“ ist v.a. der Wunsch, die eigentlichen Treibkräfte der heutigen Entwicklungen hinter solche Begriffe zu verstecken und den Eindruck zu erwecken, es wären die abstrakten Kräfte, die die Ungleichheit in der Welt vorantreiben, und gegen die folglich man gar nicht vorgehen kann, denn sonst hätte man hier über die Plutokraten und ihre Interessen reden zu müssen. „Political correctness“, die hier zelebriert wurde, hilft der Aufklärung der breiten Massen aber herzlich wenig, was (die Aufklärung) die Ausrichtung, vllt auch Sinn und Zweck, dieses Werkes im großen Maße bestimmt.  

Gut ist wiederum, dass es hier nicht nur auf die heutige Situation und die Risiken eingegangen, sondern auch vernünftige Lösungsansätze angeboten werden, s. Kap. 5. Der Zehn-Punkte-Plan kann sich durchaus sehen lassen: Er fängt mit der Steuergerechtigkeit, dem bedingten Grundeinkommen und der Beteiligung an Unternehmenserfolg an, geht zur Bildungsrevolution - diese wäre längst überfällig, und reicht über die Zukunftsbeteiligung, Zukunftsministerium, Staatstransparenz, Algorithmen- und Datenkontrolle, Euro-Genplan zu der Globalen Kooperation.

Die kurze Träumerei, wie Deutschland in 2051 aussehen könnte, vorab eine Seite zu „Wer, wenn nicht wir“, rundet das Ganze auf optimistische Weise ab. Schön. Man träumt und wünscht das Beste, v.a. wenn man sein Leben noch plant und die Weltordnung mitgestalten möchte. Alles gut, bloß es ist ein wenig so, als wenn man die Rechnung ohne den Wirt machen würde. An guten Vorschlägen hat es auch vorher nicht gemangelt. Was ist bloß daraus geworden…? Andererseits: Wenn zumindest etwas davon für die Menschen, ihr Wohl und lebenswerte Zukunft zu erreichen wäre, wäre dies schon ein guter Schritt voran.

Fazit: Ein durchaus lesenswertes Werk, das sowohl auf der rein informativen Ebene allerhand Wissenswertes liefert, als auch für wertvolle Denkanstöße sorgt und spannende Themen für die Diskussionen im Kreis der Freunde und Kollegen bietet.

Wer z.B. „Homo Deus“ aufgrund der dort vermittelten Informationen gut fand, der wird auch an diesem Buch seinen Gefallen finden. Hier wurden auch die guten Lösungsvorschläge unterbreitet, was das Ganze ungemein aufwertet.

Das Buch ist hochwertig gestaltet: Festeinband in Schwarz, Umschlagblatt mit sich haptisch und optisch abgebenden Buchstaben des Titels. Prima als Geschenk.

 

Kommentieren0
20
Teilen
M

Rezension zu "Die kaputte Elite" von Benedikt Herles

Eine klare Bestandsaufnahme
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Benedikt Herles gehört selbst zur „Elite“ moderner Prägung. Als promovierter Betriebswirtschaftler und durchaus erfolgreicher Unternehmensberater ist es sein tägliches Geschäft, in den „oberen Ebenen“ der Wirtschaft unterwegs zu sein. Und eben jene Berater-Branche ist es, die Herles offen und klar sehr kritisch in den Blick rückt

 

So kann man davon ausgehen, dass Herles hautnah miterlebt, wovon er berichtet und seine Einlassungen durch persönliche Erfahrungen gedeckt sind. Und es ist daher auch nicht „das eine“ Erlebnis, was ihn vielleicht persönlich schockiert hätte, jene „eine Ausnahme“ die vielleicht möglich und erklärbar wäre an „Kaputtheit“, sondern viele Erlebnisse, eher also eine Art „Grunderfahrung“ ist es, die jenes Bild der wirtschaftliche „Elite“ begründet, dass Herles im Buch nun zu Gehör bringt. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und dennoch überwiegend ohne Polemik.

 

Vom „Bulimie“ Lernen auf den „Elite Hochschulen“ (natürlich überwiegend privat getragen und durch Studiengebühren zu finanzieren) bis zum „großen Bluff“ in der späteren Berufspraxis (Hauptsache, Folien jonglieren und ein guter Zugang zu Google zur Hand), zeichnet Herles das Bild einer arroganten, menschlich nicht gereiften „Szene“ in der Wirtschaft, die deutlich mehr aus „Schein“ denn aus „Sein“ besteht und fast durchweg und generell nur darauf geeicht zu sein scheint, egozentrische Ziele zu verfolgen.

 

Schon die knapp geschilderten Erfahrungen der eigenen Bewerbungsphase mitsamt der Inhalte der Bewerbung und der dann erhaltenen „Standard Waffen der Profi Agenten“ zeigt auf, dass Herles hier nicht „Verwirrungen“ eines Systems beschreibt, sondern dass der „Bluff“ und das „Anschein von Kompetenz erwecken“ eher als Grundlagen des Systems (nicht nur des Beratersystems“ angenommen werden können.

 

„Einmal erfolgreich rekrutiert, ist Köpfchen nicht mehr gefragt. Junge Berater müssen Excel und Power Point beherrschen, sonst nichts“.

 

„Hübsch das noch mal auf“. „Gleich das mal optisch an“.


Das sind die Kernaufgaben, die Herles als ausgebildeter Akademiker (mit natürlich anderen Erwartungen versehen) zu „bewältigen“ hatte. Für teuer Geld natürlich, das den Auftraggebern in Rechung gestellt werden konnte.

 

„Machen, nicht denken“, das ist ein Teil seines Resümees der schicken Beraterwelt. Nicht nur fremdbestimmt, sondern zutiefst „entfremdend“ ist seine Zusammenfassung der eigenen Entwicklung in den ersten Wochen und Monaten seines Berufslebens als Unternehmensberater.

 

An vielen konkreten Beispielen, u.a. auch an „Märklin“, zeigt Herles die Einseitigkeit und Egozentrik des Geschäftes auf. Unter der Ägide ehemaliger Top Berater von McKinsey und Roland Berger wurde hier, aus einer Unfähigkeit zu Kommunikation, Einsicht und unternehmerischen statt rein pekuniärem Denken heraus Märklin konsequent vor die Wand zu fahren. Kein Einzelbeispiel im Übrigen, folgt man Herles im Buch.

 

Natürlich ist die umgehende Vision seines „naiven Traumes“ einer neuen Elite und einer „Marktwirtschaft reloaded“ wohl nicht zu erwarten Aber auch diese Gedanken im Buch überzeugen durch ihre Klarheit und Schlichtheit und treffen den Kern dessen, was viele mit Unbehagen an „Atmosphäre“ und Ausrichtung der „modernen Wirtschaftseliten“ schon länger verfolgen.

 

Ein wichtiges, gut lesbares und überzeugendes Buch eines „Insiders“, das wachrüttelt.

Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 6 Bibliotheken

auf 1 Wunschlisten

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks