Benito Bause

 3,8 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf

Benito Bause, bekannt aus Doppelhaushälfte und All you need, ist zudem ein versierter Theaterschauspieler und gibt mit seiner jugendlich weichen Stimme seinen Hörbuchinterpretationen einen intensiven, nachhallenden Klang.

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Benito Bause

Cover des Buches Der Junge in den falschen Schuhen (ISBN: 9783839844373)
SternchenBlaus avatar

Rezension zu "Der Junge in den falschen Schuhen" von Tom Percival

SternchenBlau
Grandios gelesen

Will trägt nicht nur die falschen Schuhe, auch sonst läuft es nicht sonderlich gut. Sein Vater kann nach einem Unfall bei einem unangemeldeten Job nicht mehr arbeiten, die Sozialhilfe reicht hinten und vorne nicht. Um Hilfe bitten will Will niemanden, aber wegen seiner Schuhe und seiner Kleidung wird er in der Schule gemobbt.

Grandios liest das Hörbuch Benito Bause (Theo aus der ZDF Neo-Serie "Doppelhaushälfte") voller Nuancen und bringt Wills Verzweiflung, aber auch seinen Glücksmomente so richtig gut rüber. Ich hätte ihm noch viel länger zuhören können.

Die Geschichte spielt in England, hier gibt es einige Unterschiede für die jugendlichen Lesenden zu entdecken, aber egal, ob im britischen oder deutschen System: Armut grenzt aus und belastet ganz besonders Kinder und Jugendliche, das zeigt Tom Percival mit seinem Buch sehr eindringlich. Will ist etwa 13, 14, das wird im Buch nie so richtig benannt, aber aus seiner Ich-Perspektive heißt es einmal, dass ältere Jungs mit ca. 16. etwas machen würden. Aber von seinem ganzen Duktus her ist Will ein Teenager. Das passt auch sehr gut zur Geschichte und den Dynamiken mit den anderen Charakteren, die Bitterkeit, die die Geschichte ausmacht, der Kredithai, der Will und seinen Vater bedroht, generell das Verhältnis zum Vater. Allerdings ist mir dann die Hörempfehlung des Verlags mit 8 Jahren deutlich zu jung. Der Roman wird vom Buchverlag ab 10 empfohlen, das würde ich so als Minimum ansehen. Ich habe eine Empfehlung von Stiftung Lesen von 12 bis 15 gefunden und das passt meiner Meinung nach am Besten.

Besonders gut am Buch gefiel mir, dass hier auch die Unsicherheiten der Umwelt mit Armut gezeigt werden. Wills Freund bietet ihm sehr unbeholfen seine neuen Schuhe an. Es ist total nachvollziehbar, dass Will dadurch verletzt wird, genauso, wie wir spüren, dass seine Reaktion darauf überzogen ist und auch aus seiner Unfähigkeit rührt, dass er keine Hilfe annehmen kann. Dennoch schult es auch das Verständnis. Das hält noch eine ganze Zeitlang an und es muss erstmal schlechter werden, bevor Will etwas lernen kann.

Manchmal passte dann der Plot einfach zu gut, es lief zu sehr in Richtung der logischen Konsequenz der Geschichte. Darauf, dass Will auf die schiefe Bahn gerät, hätte ich irgendwie verzichten können. Aber nach hinten raus löst sich das alles wieder sehr gut.

Durch Benito Bause hat mir das Hörbuch gut gefallen, bei der Geschichte gab es kleinere Abstriche. Aber vor 10 Jahren würde ich das Hörbuch nicht empfehlen. 4 von 5 Sternen.

Cover des Buches James (ISBN: 9783742432117)
Soerens avatar

Rezension zu "James" von Percival Everett

Soeren
Erzählt ab der Hälfte zunehmend eine völlig andere Geschichte

Als Fan von Mark Twains Büchern über Tom Sawyer und Huckleberry Finn war ich sofort interessiert, als ich erfuhr, dass Percival Everett seine ganz eigene Version davon verfasst hat und die Geschichte von „Huckleberry Finns Abenteuern“ aus der Sicht des Sklaven Jim erzählt. Zunächst stimmt die Handlung noch ziemlich überein und erweitert sie durch neue Aspekte und die andere Perspektive. Das ist sehr interessant und durch die vielen umgangssprachlichen, grammatikalisch nicht immer ganz korrekten Dialoge sehr authentisch (es ist eine spezielle Ausprägung des Südstaatenenglisch, wie es im Nachwort heißt). In der zweiten Romanhälfte löst sich die Geschichte zunehmend von der Vorlage und führt zu gänzlich neuen Abenteuern mit einer Gesangstruppe, dem Ausbruch des Bürgerkriegs, ungeahnten familiären Verbindungen und einem Sklavenaufstand.

In Percival Everetts Version liegen die Motive Abenteuer und Freundschaft eher im Hintergrund, hauptsächlich geht es um das beschwerliche Leben der Sklaven. Natürlich werden dabei sämtliche möglichen Register gezogen. Es gibt Folter, Lynchjustiz, Sklavenhandel, absichtliches Analphabetentum, und sogar Blackfacing.

Einerseits funktioniert das alles und passt gut zur Geschichte. Andererseits missfällt mir als Fan der Vorlage die sukzessive Loslösung von der ursprünglichen Handlung. Mir gefällt auch nicht jede Wendung, die der neue Roman nimmt und in welchem Licht er manche Originalfigur dastehen lässt. Als eigenständiger Roman ist „James“ aber zweifellos sehr gelungen.

Die ungekürzte Fassung hat eine Dauer von reichliche acht Stunden und wird von Benito Bause gelesen. Er macht seine Arbeit ohne Frage hervorragend. Dennoch empfand ich seine Stimme vor allem zu Beginn als zu jung für Jim und habe daher einige Male fälschlich angenommen, ich würde Hucks Sicht der Dinge lauschen. Dass der Originalroman aus Hucks Sicht geschildert ist, trug sicherlich ebenfalls dazu bei.

Cover des Buches Inmitten der Nacht (ISBN: 9783844543476)
sabatayn76s avatar

Rezension zu "Inmitten der Nacht" von Rumaan Alam

sabatayn76
‚Da hing etwas in der Luft, eine vage Bedrohung.‘

‚Da hing etwas in der Luft, eine vage Bedrohung.‘ (Track 17)

Amanda und Clay haben für sich und ihre beiden Kinder eine Unterkunft auf Long Island gebucht. Eine Woche lang wollen sie in dem mondänen, abgelegenen Haus verbringen und es sich richtig gut gehen lassen.

Doch dann stehen Ruth und G.H., die mutmaßlichen Hausbesitzer, vor der Tür, die erzählen, dass in New York City das Stromnetz lahmgelegt ist, so dass sie die Stadt verlassen haben und zu ihrem Haus aufs Land gefahren sind. Sie möchten in ihrem Haus bleiben und bieten Amanda und Clay hierfür eine recht hohe Entschädigungssumme an.

Derweil geschehen sonderbare Dinge, die die beiden Paare nicht verstehen und nicht einordnen können.

Ich empfand den Einstieg ins Hörbuch einerseits recht unterhaltsam, andererseits etwas hölzern geschrieben und voller unnötiger Informationen, z.B. eine komplette Einkaufsliste, die dem Leser vorgelesen wird, oder das Erwähnen des langen WLAN-Passworts. Das Ganze wirkte auf mich eher unbeholfen, und vielleicht hätte ich da schon auf mein Bauchgefühl hören sollen, dass das Buch und ich letztendlich keine Freunde werden können. Das hätte mehr als acht Stunden Hör- und Lebenszeit gespart.

Alle Personen fand ich farblos und wenig lebendig, die Lesung an sich war meist in Ordnung, aber manche Personen wurden mit so sonderbarer Stimmlage gelesen, dass sie unglaublich tölpelhaft und wie eine Parodie klangen. Auf mich wirkte das Buch oft unfreiwillig komisch, und es war stellenweise unfassbar langatmig.

Das Buch ist meiner Meinung nach eine Geschichte über eine Durchschnittsfamilie, die einen Durchschnittsurlaub macht, Durchschnittsessen isst, Durchschnittssachen erlebt und dann eine andere Durchschnittsfamilie trifft - dann passiert etwas, das außerhalb der Komfortzone liegt, aber letztendlich trotzdem wieder durchschnittlich, weil an den Haaren herbeigezogen ist.

Am Ende gibt es wieder eine sinnlose Aufzählung, was so im Kühlschrank liegt, und damit schließt sich dann irgendwie der Kreis. Ich habe es wirklich lange nicht erlebt, dass ich ein Buch als komplette Zeitverschwendung empfunden habe.

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