Benjamin Alire Sáenz

 4.5 Sterne bei 216 Bewertungen
Autorenbild von Benjamin Alire Sáenz (©Vantage Point Studios)

Lebenslauf von Benjamin Alire Sáenz

Seine zunehmende Popularität beweist sein Können als Autor: Benjamin Alire Sáenz wurde am 16. August 1954 als viertes von sieben Kindern in New Mexico geboren. Er wuchs auf einem kleinen Bauernhof auf und machte 1977 seinen BA-Abschluss in Geisteswissenschaften und Philosophie und später seinen MA in Kreativem Schreiben. In letzter Zeit erregte der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller und Lyriker vor allem durch seinen 2014 auf Deutsch veröffentlichten Jugendroman „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ viel Aufsehen und Lob. Bisher wurden erst wenige seiner Werke ins Deutsche übersetzt, aber die Popularität des Autors steigt zusehends. Er schreibt nicht nur Jugendbücher, sondern auch Gedichte, Romane und Erzählungen. Sáenz erklärt, das Schreiben helfe ihm, die Schwierigkeiten zu überwinden, die sein Outing als homosexuell mit sich brachten. Der Autor lebt heute in El Paso, im US-Bundesstaat Texas.

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Rezension zu "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" von Benjamin Alire Sáenz

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
lenihvor 2 Monaten

Aristoteles (nach seinem Großvater benannt), der sich selbst viel lieber Ari nennt, lebt 1987 in El Paso - Texas. Er ist ein in sich gekehrter mexikanischer 15-Jähriger ohne Freunde und daran gewöhnt, dass in seiner Familie über vieles nicht gesprochen wird. Zum Beispiel über das Kriegstrauma seines Vaters oder über seinen älteren Bruder, der im Gefängnis sitzt. Und so macht Ari auch alles, was ihn bedrückt, mit sich selbst aus. Doch eines Tages trifft er im Schwimmbad auf Dante. Dante ist in Aris Alter, kann wunderbar zeichnen, ist gebildet und freundlich und doch, genau wie Ari, ein Außenseiter. Die beiden verstehen sich auf Anhieb und Dante bietet Ari an, ihm das Schwimmen beizubringen.


Dante ist ein sehr offener Junge, der ein liebevolles Verhältnis zu seinen Eltern hat. Als LeserIn merkt man schnell, dass Dante ein wenig anders ist als andere Jugendliche in seinem Alter, denn er liest gern Gedichte und philosophiert mit Ari über die Geheimnisse des Universums. Schon bald verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft.  


Das zentrale Thema dieses Jugendromans ist das Erwachsenwerden, die damit verbundenen Ängste und manchmal auch schmerzvollen Erfahrungen. Es geht um Freundschaft, Familie und die erste Liebe. Ari ist ein recht verschlossener Charakter, der das Gefühl hat, sein Leben nicht selbst bestimmen zu können und von seiner Familie in eine Art Käfig gesperrt worden zu sein, dessen Gitterstäbe aus Sprachlosigkeit und Geheimnissen bestehen. Für mich ist Ari ein Junge, der seine Eltern eigentlich liebt, ihnen aber dennoch übel nimmt, dass er nicht in der Lage ist, herauszufinden, wer er selbst eigentlich ist, weil seine Eltern ihm so viele Dinge aus ihrem eigenen Leben vorenthalten. Er entwickelt dadurch eine ihn irritierende Wut, die immer wieder in ihm aufsteigt. In Dante findet er endlich einen Menschen, mit dem er reden kann und dem er sich langsam anvertraut.  


Es ist schwer, bei einer Rezension zu diesem Buch spoilerfrei zu bleiben, darum nur so viel: Ich mochte „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ von Benjamin Alire Sáenz wirklich gern, weil ich einige Konflikte, die ein/e Jugendliche/r während des Erwachsenwerdens durchmacht, noch sehr gut in Erinnerung habe und der Autor diese sehr schön beschrieben hat. Dieser Übergang vom Kind zum Erwachsenen, mit all seinen Unsicherheiten und verworrenen Gefühlen, wurde, meiner Meinung nach, hier sehr schön verdeutlicht. Und auch der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Aber leider fand ich das Ende etwas enttäuschend. Es hat sich für mich zu glatt angefühlt. Ari ist ein durch und durch verunsicherter und aufgewühlter Junge, der sich nach außen aber immer kühl und unnahbar gibt. Er weiß nichts mit seinen widersprüchlichen Gedanken und Gefühlen anzufangen. Erst durch einen Schubs von außen werden ihm die Augen geöffnet. Und dann war auch schon Schluss. Ich konnte gar nicht glauben, dass ich an dieser Stelle nur noch ein paar Seiten vor mir hatte, denn da hätte noch so viel mit Ari passieren müssen. Ich hätte einen Verarbeitungsprozess erwartet, denn der Ari, den ich vorher kennengelernt hatte, hätte es sich am Ende nicht so leicht gemacht. Mir kam der Schluss des Buches einfach zu plötzlich und zu perfekt daher. Darum gebe ich leider nur 4 Sterne, die mit einem anderen, ausführlicheren Ende 5 hätten sein können.


Nachtrag: Ich hatte das Buch erst nur mit 3,5 Sternen bewertet. Nachdem es mir aber tagelang nicht aus dem Kopf ging und ich wirklich viel über Ari und Dante nachdenken musste, bin ich zu dem Schluss gekommen, hier doch auf 4 Sterne aufzurunden. Denn ein gutes Buch bleibt eben im Kopf hängen und dieses hat das bei mir geschafft, auch wenn ich immer noch nicht ganz glücklich mit dem Ende bin und darum leider keine 5 Sterne vergeben kann.

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J

Rezension zu "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" von Benjamin Alire Sáenz

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
JulietteBooklovervor 5 Monaten

Ein wundervolles, poetisches Buch mit ganz viel Gefühl! Ich bin hin und weg! Schon seit langem keine so besondere Geschichte gelesen.


Es geht um 2 Jungen Aristoteles und Dante. Sie beide sind auf der Reise ins Erwachsensein. Dante ist ein offener, aufgeschlossener fröhlicher Junge der das Leben liebt. Doch wie sieht es mit Aristoteles, genannt Ari aus? Er versinkt in Trauer um seinen Bruder im Gefängnis und versteht nicht warum sein Vater so ist wie er ist. Er fragt sich was im Vietnam-Krieg vorgefallen ist das ihn so zerstört hat. Die beiden Jungs lernen sich im Freibad kennen und obwohl sie so verschieden sind, werden sie Freunde und verbringen den ganzen Sommer miteinander. Sie lesen Gedichte, gehen Schwimmen, sind im Park. All das was man in einem langen heißen Sommer macht. 


Das Buch ist fantastisch und ich würde es jedem empfehlen. Mittlerweile kann ich es schon fast auswendig nach 6 Mal lesen. Ich kann einfach nicht genug davon bekommen. Der Schreibstil ist so flüssig und humorvoll und sehr leicht zu lesen. Man sollte aufpassen dass man es nicht in einem Schwung ließt. Alles in allem eines der Besten Bücher die ich je gelesen habe.


5/6 

Aufjedenfall 6 von 5 Sternen! 

Viel Spaß beim Lesen!!! 



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"Warum lächeln wir? Warum lachen wir? Warum fühlen wir uns allein? Warum sind wir traurig und verwirrt? Warum lesen wir Gedichte? Warum weinen wir, wenn wir ein Gemälde sehen? Warum ist unser Herz in Aufruhr, wenn wir lieben? Warum schämen wir uns? Was ist das Ding in unserer Magengrube, das wir Sehnsucht nennen?"

Interessante Fragen oder? Wahrscheinlich weiß niemand so genau die Antworten darauf. So geht es auch dem 15 jährigen Aristoteles (kurz: Ari) im Sommer 1987. Ari lebt bei seinen Eltern. Seine zwei Schwestern sind schon erwachsen und haben Kinder. Sein Bruder ist im Gefängnis, das weiß Ari, aber mehr weiß er nicht über ihn, denn niemand redet über ihn. Als Ari Dante beim Schwimmen kennenlernt, ist er begeistert von seiner freundlichen und unbeschwerten Art. Dante bringt Ari das Schwimmen bei und sie werden Freunde. Sie sind sich so gar nicht ähnlich. Dante kann gut mit Worten umgehen, liest Gedichte und zeichnet. Ari weiß nicht, wie er sich ausdrücken soll, möchte mehr über seine Familie herausfinden und weiß nicht, ob er seine Eltern lieben oder hassen soll. Und dennoch helfen sie sich gegenseitig. Sie reden viel, über die Dinge, die sie beschäftigen, über die sie nachdenken. Gemeinsam schaffen sie es für sich selbst die obengenannten Fragen zu beantworten. Sie lernen, was es heißt zu leben, zu lachen und zu lieben. Das Buch befasst sich mit den verschiedensten Themen und zeigt, dass jeder Mensch anders mit Geschehnissen in der Welt umgeht.

Ich fand das Buch unglaublich gut geschrieben. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Es lässt einen über vieles nachdenken und zeigt verschiedene Sichten auf manche Dinge. Im Großen und Ganzen kann man es auch als philosophisches Buch über das Leben bezeichnen.
Ich kann es nur weiterempfehlen.

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Zusätzliche Informationen

Benjamin Alire Sáenz wurde am 16. August 1954 in New Mexico, Doña Ana County (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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