Benjamin Alire Sáenz

 4.5 Sterne bei 168 Bewertungen
Benjamin Alire Sáenz

Lebenslauf von Benjamin Alire Sáenz

Seine zunehmende Popularität beweist sein Können als Autor: Benjamin Alire Sáenz wurde am 16. August 1954 als viertes von sieben Kindern in New Mexico geboren. Er wuchs auf einem kleinen Bauernhof auf und machte 1977 seinen BA-Abschluss in Geisteswissenschaften und Philosophie und später seinen MA in Kreativem Schreiben. In letzter Zeit erregte der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller und Lyriker vor allem durch seinen 2014 auf Deutsch veröffentlichten Jugendroman „Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums“ viel Aufsehen und Lob. Bisher wurden erst wenige seiner Werke ins Deutsche übersetzt, aber die Popularität des Autors steigt zusehends. Er schreibt nicht nur Jugendbücher, sondern auch Gedichte, Romane und Erzählungen. Sáenz erklärt, das Schreiben helfe ihm, die Schwierigkeiten zu überwinden, die sein Outing als homosexuell mit sich brachten. Der Autor lebt heute in El Paso, im US-Bundesstaat Texas.

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Rezension zu "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" von Benjamin Alire Sáenz

Ein Buch, das das Herz zum Hüpfen bringt
superheldliestgernvor 2 Monaten

Aristoteles, Ari genannt, kann nicht schwimmen. Manchmal ist er schwer von Begriff, redet nicht gern, tut sich mit Gefühlen schwer, prügelt sich lieber und lebt in einer Familie, in der man über die Kriegserlebnisse des Vaters und den Bruder, der im Gefängnis sitzt, lieber schweigt. Dante dagegen kann schwimmen. Er liebt Kunst und Poesie, kann sich gut ausdrücken, beweint tote Vögel und ist offen und ehrlich. Beide sind sie Außenseiter, die beginnen die Welt des Anderen zu entdecken.

Die Jugendbuchregale sind proppenvoll mit Büchern über das Erwachsenwerden. Mit Büchern, in denen zwei unterschiedliche Figuren (meistens ist einer von ihnen ein Außenseiter) zueinander finden, Freunde werden und dann ihre Loyalität unter Beweis stellen müssen.
Ja, ja, ja - auch darum geht es hier. Und doch ist "Aristoteles und Dante" ganz anders. Ich kann über dieses feine Buch eigentlich nur in Superlativen sprechen, es geht nicht anders.
Benjamin Alire Sáenz erzählt hier eine wunderbar melancholische, ehrliche, philosophische und poetische Geschichte über zwei Jungs, die so vollgepackt mit genialen Dialogen ist. Die machen auch den Hauptteil des Buches aus, denn die innere Handlung der Protagonisten bestimmt hier den Ton.
Ganz ruhig, schlicht und offen erzählt er und lässt seiner Geschichte und seinen Figuren Raum und Zeit sich zu entwickeln, so dass sie in aller Ruhe die Geheimnisse des Universums (und sich selbst) entdecken können. Vielleicht gelingt es ihm deshalb so gut mit einer Übermenge an Themen zu jonglieren. Natürlich geht es um Freundschaft, um Loyalität, um Liebe, um Vertrauen - aber es geht auch um die Auswirkungen des Vietnamkriegs, um Familiengeheimnisse, um das große Schweigen, um Homosexualität, um Außenseiter, um Poesie, um die eigenen Wurzeln, um das Leben und um den Tod. Es geht eben um all die großen und kleinen Fragen und Antworten, die das Universum zu bieten hat. So spinnt sich auch der Roman in ganz viele Richtungen, denn das Universum ist ein riesiger und verdammt komplizierter Ort.
Ich hätte noch ewig so weiter lesen können.

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Elektronikerins avatar

Rezension zu "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" von Benjamin Alire Sáenz

Emotionales Buch
Elektronikerinvor 9 Monaten

Klapptext:

Dante kann schwimmen. Ari nicht. Dante kann sich ausdrücken. Ari fallen Worte schwer. Es scheint so, als wäre Dante die letzte Person, die es schaffen könnte, die Mauern einzureißen, die Ari um sich gebaut hat. Doch trotz ihrer Verschiedenheit werden sie Freunde. Sie teilen Bücher, Gedanken, Träume. Sie beginnen, die Welt des jeweils anderen neu zu definieren. Und entdecken, dass das Universum ein großer und komplizierter Ort ist, an dem man manchmal auch erhebliche Hindernisse überwinden muss, um glücklich zu werden!

Meine Meinung:

Eine einfühlsame Geschichte um zwei Jungen die nicht unterschiedlicher sein könnten. Die Geschichte um Aristoteles und Dante konnte mich richtig fesseln obwohl nicht viel Aktion und Spannung vorhanden ist. Denn die Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt und die Charaktere liessen mich auch nach dem Ende nicht los.

Der Schreibstil des Autores ist unglaublich gut und so poetisch. Man merkt schon das Benjamin Alire Sáenz ein Lyriker ist.Dante und Aristoteles empfand ich sehr sympathisch und realistisch dargestellt. Die Geschichte wurde aus der Sicht von Aristoteles kurz Ari geschrieben, was einem die Charakter noch etwas näher bringt. Ich konnte mich gut mit Ari identifizieren, er ist lieber alleine, introvertiert und hat nicht viele Freunde genau wie ich als 15 Jährige gewesen bin.

Die Eltern von Ari und Dante waren echt tolle Eltern. Beide Elternpaare waren sehr verständnisvoll und verstanden ihre Söhne sehr gut. Ari's Mutter hat auch viel an der Entwicklung von ihm beigetragen. Hätte noch gerne noch mehr über die Eltern von Ari und Dante gelesen, denn ich fand sie echt toll.

Eine echt tolle Geschichte über Liebe, sich entwickeln und der Umgang mit sich selber in der Pubertät.

Zur Autor:
Benjamin Alire Sáenz schreibt Lyrik und Prosa für Erwachsene und Jugendliche. Er wurde für seine Bücher mit dem PEN/Faulkner Adward und dem American Book Adward ausgezeichnet. Auch seine Jugendbücher erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Er unterrichtet Kreatives Schreiben an der University of Texas in El Paso.

Fazit:

Einfühlsame Geschichte um das Erwachsene werden zweier Jungs, welche sich ineinander verlieben.

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MrExlibriss avatar

Rezension zu "Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums" von Benjamin Alire Sáenz

Wunderbar poetisch
MrExlibrisvor 10 Monaten

Ich weiß gar nicht, wie ich beginnen soll, denn über dieses Buch gibt es so viel zu erzählen. Es geht einnem richtig an die Substanz, denn anders als die meisten Jugendbücher regt es wirklich zum Nachdenken an. Besonders deutlich wird, dass Sáenz ein Lyriker durch und durch ist. Mit jeder weiteren Seite wurde mir dies klarer. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas ungewohnt, ich mochte ihn aber zunehmend mehr. Er schrieb sehr bildhaft mit wenig Details. Nur das Nötigste, wie in einem Gedicht eben. Ähnliches zeigt sich auch in den Kapiteln selbst. Diese sind teilweise nur einige wenige Sätze lang und umfassen nicht einmal eine halbe Seite. 

 

Die Protagonisten sind mir echt ans Herz gewachsen, zumal ich mich wirklich sehr mit Aristoteles Mendoza identifizieren konnte. Er macht einen deprimierten Eindruck, introvertiert, ist gern allein und versucht die Welt und ihre Dinge zu verstehen.

„Wahrscheinlich hatte ich es ganz gut. Vielleicht liebten mich nicht alle, aber ich gehörte auch nicht zu denen, die von allen gehasst wurden. Ich konnte mich gut verteidigen, deshalb ließ man mich in Ruhe. Die meiste Zeit war ich unsichtbar. Ich glaube, mir gefiel das so. Und dann kam Dante.“

Ich denke, ich konnte mich so gut mit ihm identifizieren, weil jeder von uns in diesem Alter ähnliche Gedanken hat. Man kennt diese Unsicherheit, das Zweifeln an sich selbst und an der Welt. 

Statt vieler Freunde sind die engsten Figuren, die mit Ari zutun haben, seine eigenn Eltern, die ich beide als Charaktere unheimlich interessant fand und ich hätte gerne noch mehr über sie erfahren. Mit seiner Mutter, zu der er einen guten Draht hat, teilt er den gleichen trockenen Humor, sein Vater jedoch bleibt ihm zunächst ein Rätsel.  Im Gegensatz dazu ist Dante offen, fröhlich und sehr ehrlich. Die beiden scheinen wie zwei verschiedene Pole eines Magneten, die sich anziehen. Gegensätze ziehen sich in diesem Fall tatsächlich an. 

Ein zentrales Thema, um das sich das Buch dreht, gibt es meiner Meinung nach nicht. Am ehesten geht es wohl um das Erwachsenwerden, Selbstfindung, Freundschaft und Liebe. Allerdings können wir auch viel über den Umgang mit der eigenen Familie, Mut und Trauer lernen, daher ist es für mich kein Roman, den ich zu LGBQT Buch zählen würde.  

Die ganze Story dümpelt etwas vor sich hin, da es keine spannende Handlung gibt, das tut dem Roman jedoch keinen Abbruch. Trotzdem gibt es den ein oder anderen Moment, der einem eine Gänsehaut beschert oder man einen innehält, weil die Worte zu treffend gewählt wurden. Sáenz Schreibstil ist einfach eben toll, ich kann es nur noch einmal erwähnen! 

 

 „Warum lächeln wir? Warum lachen wir? Warum fühlen wir uns allein? Warum sind wir traurig und verwirrt? Warum lesen wir Gedichte? Warum weinen wir, wenn wir ein Gemälde sehen? Warum ist unser Herz in Aufruhr, wenn wir lieben? Warum schämen wir uns? Was ist das Ding in unserer Magengrube, das wir Sehnsucht nennen?“

 

 

Fazit

Ari und Dante tun eines tatsächlich, sie entdecken die Geheimnisse unseres Universums. Das Buch hat mich wirklich gepackt und ich habe es innerhalb weniger Tage durchgelesen. Es fühlt sich für mich wie eine wahre Bereicherung an dieses Buch gelesen zu haben und ich habe jede Seite genossen, in mich aufgesogen... Dank der Tiefgründigkeit und der wunderbaren, poetischen Sprache hat sich dieser Roman 5 Sterne verdient.

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Zusätzliche Informationen

Benjamin Alire Sáenz wurde am 16. August 1954 in New Mexico, Doña Ana County (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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