Alchimie einer Mordnacht

von Benjamin Black 
3,7 Sterne bei39 Bewertungen
Alchimie einer Mordnacht
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Positiv (25):
milkysilvermoons avatar

Weder ein Krimi noch ein klassischer historischer Roman, aber hat mir unterhaltsame Lesestunden beschert.

Kritisch (2):
S

Krimifans bitte weiter blättern...

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Inhaltsangabe zu "Alchimie einer Mordnacht"

Ein spannender und kenntnisreicher Krimi um den exzentrischen Kaiser Rudolf II.
Christian Stern, unehelicher Sohn des Bischofs von Regensburg, kommt im Winter 1599 nach Prag, um dort sein Glück zu machen. Doch gleich in der ersten Nacht findet er die Leiche eines Mädchens. Christian wird zum Ermittler wider Willen. Winter 1599: Christian Stern, ein ehrgeiziger junger Gelehrter und Alchimist, will am Hof des paranoiden und unberechenbaren Habsburgers Rudolf II Karriere machen. Doch schon in der ersten Nacht findet er die Leiche einer jungen Frau, Magdalena, gerade erst 16 Jahre alt, in einer Gasse gleich neben dem Schloss. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten, sie trägt ein Samtkleid und ein goldenes Medaillon und ist ganz offenbar von edler Herkunft. Christian gerät in Verdacht – und in den Bannkreis skrupelloser Höflinge, die durch finstere Machenschaften versuchen, sich Vorteile zu verschaffen. Bald zieht Christian die Aufmerksamkeit des Kaisers selbst auf sich. Doch mit der kaiserlichen Gunst wächst die Furcht, dass es in diesem Ränkespiel auch um sein eigenes Leben gehen könnte.
'Das große Lesevergnügen besteht im Heraufbeschwören von Prag als einer Stadt der Maskierung und des Scheins.' The Guardian

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462049190
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:04.10.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Giselle74s avatar
    Giselle74vor 10 Stunden
    Die goldene Stadt

    Dieser Roman war für mich eines der Must-Reads dieses Herbstes. Zum einen, weil ich historische Krimis sehr mag. Die Mischung aus historischen Begebenheiten und kriminalistischer Spannung ist unschlagbar, wenn gut gemacht. Dazu spielt der Roman in Prag, einer Stadt, die ich wirklich liebe und die geschichtsträchtige Schauplätze für eine ganze Reihe historischer Romane zur Verfügung hätte. Und zum anderen, weil der Autor nun einmal John Banville heißt. Meinetwegen auch "alias Benjamin Black". John Banville gehört zu den Hochkarätern der irischen Literatur und wenn John Banville einen historischen Krimi veröffentlicht, dann lese ich ihn. Punkt.
    Das waren natürlich recht hohe Erwartungen, mit denen ich an das Buch herangegangen bin. Und sie wurden tatsächlich in fast allen Punkten erfüllt. Lebendiger kann man den Hof Rudolfs II. um 1599 gar nicht beschreiben. Es muss Banville ein unbändiges Vergnügen bereitet haben, durch Prags alte Strassen zu streifen, eine Besichtigung von Rudolfs Menagerie zu organisieren, mit Johannes Kepler um die Häuser zu ziehen und im Goldenen Gässchen seine Zelte aufzuschlagen. Er fährt üppig alles auf, was Haus und Hof der damaligen Zeit zu bieten hatten, inclusive der Konkubine des Kaisers. Was dabei ein wenig verloren geht, das ist der Kriminalfall. Ja, es gibt schon recht zügig eine Leiche und bald darauf auch schon die zweite, aber der vom Kaiser mit der Lösung des Falles beauftragte Christian Stern tappst derart naiv durch die Ränke und Intrigen des Hofes, dass er nur deshalb nicht von irgendeinem Ränkeschmied des Lebens beraubt wird, weil der Autor sonst das Sightseeing abbrechen müsste. Zumindest so mein Eindruck. Erstaunlicherweise hat mich das aber wenig gestört, weil ich nämlich so damit beschäftigt war, mir die von Banville heraufbeschworenen Bilder auszumalen, dass ich gar keine Zeit hatte, mich darüber zu wundern. Wer also einen hochspannenden, mit einem zielgerichteten Ermittler ausgestatteten Krimi á la "Commissaire Le Floch" erwartet, wird diesen Roman schreiend in die Ecke pfeffern. Wer aber bereit ist für eine Reise in die Goldene Stadt zu Zeiten, als es dort noch Alchimisten und Magier zuhauf gab, als man dort noch versuchte, Stroh zu Gold zu spinnen, wer Einblick haben möchte in die Abläufe eines kaiserlichen Hofes, der wird belohnt mit einem farbenprächtigen historischen Roman, geschrieben von einem Wortmagier und Geschichtenerzähler erster Güte.
    Wer bis hierher gekommen ist, vermisst nun eventuell eine kleine Inhaltsangabe. Aber gerade die möchte ich hier vermeiden. Und eigentlich geht es sowieso um die prächtige Stadt an der Moldau.

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    Rosa-Lilas avatar
    Rosa-Lilavor 12 Stunden
    Kurzmeinung: Historischer Roman, aber kein Krimi.
    Prager Intrigen

    Prag im Winter 1599.
    Christian Stern ist nach Prag gekommen um die Gunst Kaiser Rudolfs, und damit Zutritt zu dessen Hof, zu erlangen.
    Bereits in seiner ersten Nacht in der Stadt, findet der ehrgeizige Gelehrte die Leiche einer jungen Frau. Es handelt sich um Magdalena, der Tochter von Dr. Kroll, dem Hofarzt Kaiser Rudolfs. Stern gerät zunächst selbst unter Verdacht, wird dann aber vom Kaiser höchstpersönlich mit den Ermittlungen betraut.
    Doch am kaiserlichen Hof spinnen die Höflinge ihre Intrigen und Stern befindet sich bereits mitten drin.

    Der Anfang des Buches hat mir wirklich gut gefallen.
    Der Autor Benjamin Black (das Pseudonym von John Banville), schafft es wunderbar, das alte Prag vor den Augen des Lesers auferstehen zu lassen. Er schreibt sehr anschaulich und lässt, auf leicht humorvolle Art, großartige Bilder im Kopf entstehen.
    Doch leider verliert er sich viel zu oft in Details und Nebensächlichkeiten, so dass der Roman schnell ziemlich "zäh" wird. Die Handlung ist alles andere als spannend und stockt viel zu oft.
    Und kurioserweise war es ausgerechnet dieser umwerfend tolle Erzählstil, der mich zu Beginn noch so mitgerissen hatte, der irgendwann angefangen hat mich zu nerven. Denn er ging eindeutig zu Lasten der Handlung. Zuviele langatmige Beschreibungen, Beobachtungen und Belanglosigkeiten.

    Auch ist das Buch nicht wirklich ein Krimi. Die Aufklärung des Mordes spielt nur eine untergeordnete Rolle und eine richtige Mordermittlung gibt es eigentlich auch nicht. Im Vordergrund stehen hier die Intrigen und die verschiedenen Parteien, am Hof von Kaiser Rudolf.
    Schade. Gerade den "Krimiaspekt", in Verbindung mit einem historischen Schauplatz, fand ich besonders interessant und ich habe mir von diesem Roman mehr versprochen.




           

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    M
    Michael_Blumvor 16 Stunden
    Kurzmeinung: Ein sehr unterhaltsamer historischer Roman mit Krimi-Note
    Ein sehr unterhaltsames Buch...

    John Banville alias Benjamin Black nutzt eine Sprache, welche der Zeit entspricht, in der die Geschichte handelt - um das Jahr 1600. Besonders gut nacherlebbar fand ich die Atmosphäre dieser dunklen Zeit und insbesondere der Stadt Prag. Als Leser wird man mitgenommen in eine Szenerie, in welcher Ränke geschmiedet werden und überall Gefahren durch Menschen mit Machtinteressen lauern; man weiß nie, wem man trauen darf. Ein Zwerg erinnert an 'GoT'. Dieses Atmosphärische ist für mich die eigentliche Stärke des Romans, weniger die eigentliche Handlung. Es gibt einige Verwirrungen und Wendungen, ohne dass das Buch aber zu einem Pageturner wird; die Absicht des Autors war wohl, einfach nur schön zu erzählen - und das ist ihm auch gelungen. Dem geneigten Leser sei aber versichert: Ja, es gibt Morde - damit beginnt der Roman - und es wird weitere Morde geben! Lieblingssatz: "Ich glaube, in jedem Mann hängt ein stilisiertes Porträt der idealen Frau, ein Modell, an dem sich jede Sterbliche aus Fleisch und Blut messen muss, die er in den Armen hält."

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    P
    pawlodarvor 2 Tagen
    Behaglich und beschaulich

    Sorry, Benjamin Black: die ‘Alchimie einer Mordnacht‘ als Kriminalroman zu bezeichnen, halte ich für einen Etikettenschwindel! Gewiss, zwei Leichen verzeichnet gleich der Beginn des Handlungsverlaufs; zugegeben, allerlei Ränke werden geschmiedet; ja, wer auf der Seite der Guten, der Bösen, wird dem Leser nicht immer gleich deutlich. Doch insgesamt gesehen ist die Stimmung so behaglich und beschaulich, wie sie ein historischer Roman nur zu schaffen vermag. Das liegt in erster Linie am Ehrgeiz des Autors, die Epoche vor dem Dreißigjährigen Krieg vor den Augen des Lesers so recht lebendig werden zu lassen. Insbesondere die Figur des Kaisers vermittelt ein prägnantes Bild von Müdigkeit und Weltabgewandtheit, so versponnen, wie er in seine Spekulationen und Träume ist. Dazu kommt der Schauplatz der Stadt Prag, dessen Zauber selbst der heutige Besucher sich kaum zu erwehren vermag. Ein In der Literatur häufig verwendetes Konstruktionsprinzip tut ein Übriges, echte Spannung nicht wirklich entstehen zu lassen: wenn der Erzähler aus der Perspektive eines alten Mannes von den Ereignissen der Vergangenheit berichtet, liegt es auf der Hand, dass alle Abenteuer für IHN glimpflich abgelaufen sind, der Leser also seine Lektüre in entspannter Atmosphäre genießen kann. Mein Urteil: 3 Sterne

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    M
    MAZERAKvor 5 Tagen
    Düster und spannend!

    "Alchimie einer Mordnacht" - ein verheissungsvoller Titel! Und ein grausiger Mord an einem jungen Mädchen in einer dunklen, verschneiten Gasse im alten Prag, ein vielversprechender Anfang für einen Kriminalroman! Christian Stern, ein kluger junger Mann, der gerade seine Studien in Bayern erfolgreich beendet hat, will im Ausland Erfahrung sammeln. Er ist es, der in der ersten Nacht die Tote findet und gerät prompt selbst unter Mordverdacht. Nur durch Zufall und Glück gerät er in die Aura des Kaisers Rudolf, der ihn mit Wohlgefallen in seine Kreise aufnimmt. Und ihn mit der Suche nach dem Mörder beauftragt.
    John Blanville alias Benjamin Black erzählt unglaublich detailreich, anschaulich und sehr beeindruckend, wie der junge Gelehrte seinen Weg durch das finstere Prag findet. Dieser Christian Stern glänzt mit Überheblichkeit und einem starken Ego, wird dann aber wieder von Zweifeln befallen. Er wird zum Geliebten der kaiserlichen Mätresse, gerät in die Intrigen am Hof und wird zum Beauftragten des Kammerherren. Ein sehr farbiger Roman, vielfältig und malerisch! Allerdings finde ich, das es eher ein wunderbarer historischer Roman als ein Kriminalroman ist. Die Ermittlungen geraten angesicht des üppigen Sittengemäldes leider völlig in den Hintergrund, man ist selbst durch das Geschehen abgelenkt, und ich hatte fast erwartet, das es zu keiner Auflösung kommt. Aber diese kommt dann doch und ist eine Überraschung. Ein sehr beeindruckender Roman vor geschichtlichem Hintergrund.

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    tinkerfees avatar
    tinkerfeevor 6 Tagen
    Ein Kriminalroman im historischen Prag 1599

    Alchimie einer Mordnacht erschien im Oktober 2018 im Kiepenheuer & Witsch Verlag. Es stammt von John Banville alias Benjamin Black und wurde aus dem Englischen übersetzt. Bei dem Roman handelt es sich um einen historischen Kriminalroman welcher 1599 in Prag spielt. Protagonist ist Christian Stern ein junger Gelehrter und Alchimist sowie unehelicher Sohn des Bischofs von Regensburg.

    Christian Stern will, nachdem er im Winter 1599 nach Prag kommt, am Hof des paranoiden und unberechenbaren Habsburgers Rudolf II Karriere machen. Doch schon in der ersten Nacht findet er die Leiche einer jungen Frau, Magdalena, gerade erst 16 Jahre alt, in einer Gasse gleich neben dem Schloss. Ihr wurde die Kehle durchgeschnitten, sie trägt ein Samtkleid und ein goldenes Medaillon und ist ganz offenbar von edler Herkunft. Christian gerät in Verdacht – und in den Bannkreis skrupelloser Höflinge, die durch finstere Machenschaften versuchen, sich Vorteile zu verschaffen. Bald zieht Christian die Aufmerksamkeit des Kaisers selbst auf sich. Doch mit der kaiserlichen Gunst wächst die Furcht, dass es in diesem Ränkespiel auch um sein eigenes Leben gehen könnte.

    Das Cover des Buches zeigt die historische Stadt Prag auf die eine dunkel gekleidete Frau zugeht. Das Cover passt gut zum Inhalt des Buches und gibt den Leser einen ersten Eindruck, in welcher Zeit der Roman spielt.

    Der Schreibstil bzw. die gewählte Sprache war für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Passt aber wunderbar zu der Zeit, indem der Kriminalroman spielt. Durch die gewählte Sprache fühlt man sich ziemlich gut in die Zeit hineinversetzt.

    Der Roman beginnt mit der Entdeckung der Leiche des Mordopfers. Christan Stern gerät in Verdacht und versucht den Fall zu lösen. Leider gelingt es dem Autor nicht immer, die Spannung während der Ermittlungen aufrecht zu halten. Zwischendrin wird es leider etwas langatmig und der Mordfall rückt immer wieder in den Hintergrund, denn Christian kommt an den Hof des Kaisers Rudolf II und gerät da zwischen die Fronten.

    Zusammengefasst kann ich sagen, dass mir die historische Seite des Buches gefallen hat, leider kam der Krimi zu kurz und die Spannung war nicht durchgehend da. Von mir gibt es deshalb nur drei Sterne.

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    marialeins avatar
    marialeinvor 7 Tagen
    Von Macht und Intrigen

    Wenige Tage vor der Jahrhundertwende 1600 macht sich der junge Gelehrte Christian Stern auf den Weg nach Prag in der Hoffnung auf eine Stelle am Hof des Kaisers Rudolf II. Mit dem kaiserlichen Hofstaat macht er auch schneller als erwartet Bekanntschaft – und auf ganz andere Art, als ihm lieb ist. Er stolpert schon in seiner ersten Nacht in Prag über die Leiche der jungen Magdalena Kroll, Tochter des Leibarztes seiner Majestät, und wird prompt des Mordes verdächtigt. Doch rasend schnell steigt er auf zu einem Günstling des Kaisers, der ihn persönlich mit der Aufklärung des Verbrechens beauftragt.

    Christian ist bewusst, dass diese Gunst ebenso schnell, wie sie begann, auch wieder enden kann. Schon sehr schnell merkt er, wie sehr Geheimnisse und Intrigen das Leben am Hof prägen. Weigert er sich zuerst, sich auf irgendeine Seite zu schlagen – schließlich ist ihm klar, dass er ohnehin keine „richtige“ Entscheidung treffen kann – ist er doch bald dazu gezwungen, Partei zu ergreifen.

    Man kann sich sehr schnell in den jungen Mann hineinversetzen und sein Gefühl des Ausgeliefertseins und des blinden Umherirrens sehr gut nachvollziehen. Dieses Lesegefühl ist einerseits furchtbar anstrengend, andererseits macht es aber gerade die Spannung des Romans aus. Im klassischen Sinne ist "Alchimie einer Mordnacht" streng genommen kein Krimi, denn der Mord bzw. die Morde sind eigentlich nur Nebenschauplätze und die Ermittlungen spielen eine sehr untergeordnete Rolle. Die Spannung entsteht aber durch die unterschwellige Bedrohung, die von einer seltsamen Bemerkung bis hin zu einer ermordeten Katze auf jeder Seite lauert.

    Besonders gelungen ist der Erzählstil, der das Geschehen mit seinen komplexen Schachtelsätzen und bildhaften Details und Vergleichen sehr überzeugend heraufbeschwört. Dabei ist es bemerkenswert, wie es dem Autor gelingt, einerseits so detaillierte Beschreibungen und zugleich so eine rasante Handlung auf weniger als 400 Seiten zu erzählen. Dieser Stil passt sehr gut zu dieser verzwickten Handlung, wo jedes Wort von Bedeutung ist und ein falscher Schritt den Untergang bedeuten kann; wo sich hinter all dem Prunk die Gefahr versteckt.

    Insgesamt ein sehr gelungener Roman, auch wenn er anders als erwartet nur nebenher einen Kriminalfall behandelt. Für Fans von historischen Romanen und der Stadt Prag auf jeden Fall lesenswert.

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    _Sahara_s avatar
    _Sahara_vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Ganz interessante Geschichte, hat mich aber leider nicht richtig gefesselt.
    Intrigen am Hofe des Kaisers

    Inhalt:

    Der Gelehrte Christian Stern erfüllt sich einen langgehegten Traum und reist nach Prag um dort zu leben. Doch bereits in der ersten Nacht gerät er in Schwierigkeiten. Bei einem Sparziergang findet er die Leiche einer jungen Frau. Es stellt sich heraus, dass es sich um die Tochter des Hofarztes von Kaiser Rudolf II. handelt. Er wird zunächst des Mordes bezichtigt und landet im Kerker. Doch ein angesehener Mann am Hofe des Kaisers kann ihn vor dem Schafott retten und er erlangt sogar die Gunst des Kaisers. Dieser betraut ihn mit der Aufklärung des Todes der jungen Frau und gerät dabei in die Machenschaften und Intrigen am Hofe…

    Meinung:

    Mit dem Buch begeben wir uns in die Vergangenheit, genau genommen in das Jahr 1599. Christian Stern hat die schönsten Vorstellungen von Prag, die die Wirklichkeit sogar noch übertrifft. Und genau diese Beschreibungen haben mir so gut gefallen. Die Atmosphäre ist einfach toll, ich habe mich gefühlt, als ich würde ich selbst durch die Gassen schlendern. Und ich war noch nie in Prag, kenne die Stadt nur von Bildern. Der Schreibstil macht es einem auch leicht, in die Geschichte einzutauchen.

    Aber leider ist der Mord an der jungen Frau und die dazugehörigen Ermittlungen nur Nebensache. Der Großteil der Geschichte dreht sich um die Machenschaften am Hof des Kaisers. Christian wird zunächst verschiedenen wichtigen Personen vorgestellt und er weiß nicht recht wer ihm gut oder böse will. Er beginnt auch noch eine Affäre mit einer wichtigen Dame des Hofes und dadurch geraten die Ermittlungen erst recht in den Hintergrund. Mehr durch Zufall, wie ich finde, erfährt er wer die Frau ermordet hat. Die Intrigen haben hier eindeutig die Oberhand.

    Mir hat der Krimi Effekt gefehlt. Ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl einen Krimi in der Hand zu halten. Eher einen gut erzählten Roman, der durchaus spannend ist. Aber das Buch konnte mich nicht in dem Maße fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.

    Fazit:

    Ein guter historischer Roman, aber für mich zu wenig Krimi. Hat mich aber trotzdem ganz gut unterhalten.

    ©_Sahara_


    Kommentare: 1
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    A
    amena25vor 7 Tagen
    Starker Beginn, dann leider zäh

    Christian Stern, unehelicher Sohn des Bischofs von Regensburg und aufgewachsen bei wenig liebevollen Zieheltern, ist ehrgeizig und wissensdurstig. Nach dem Studium in Würzburg kommt der 25-Jährige im Winter 1599 nach Prag, um dort am Hof des kauzigen Kaisers Rudolf II sein Glück zu suchen. Doch schon in der ersten Nacht findet er die Leiche eines jungen Mädchens. Der erst 16-jährige Magdalena Kroll wurde die Kehle durchgeschnitten und sie war, wie sich bald herausstellen soll, die Geliebte des Kaisers! Obwohl Christian Stern den Leichenfund sofort bei der Stadtwache meldet, gerät in Verdacht und wird zunächst eingekerkert. Doch bald zieht er die Aufmerksamkeit des Kaisers auf sich. Er vermutet in Stern eine Art Heilsbringer, den er in seinen Träumen vorhersehen hat. Und er beauftragt Christian Stern damit, den Mord an der jungen Magdalena Kroll aufzuklären.

    Sterns rascher Aufstieg am Hof bringt ihm natürlich auch Neid und Missgunst ein. Außerdem zieht ihn schon bald Caterina Sardo in ihren Bann, was aber äußerst gefährlich ist, da sie die Geliebte des Kaisers Rudolf und die Mutter seiner Kinder ist. Dazu kommen die Intrigen und Machtspiele skrupelloser Höflinge, sodass Christian Stern schon bald um sein eigenes Leben fürchten muss.

    Der Roman beginnt stark. Lebendig, sehr anschaulich und stellenweise sogar witzig erzählt Stern von seiner Ankunft in einer heruntergekommenen Herberge in Prag, einem Saufgelage mit einem Soldaten und dem Leichenfund. Auch Sterns Rückblicke in seine Kindheit und Jugend gestalten sich originell und unterhaltsam. Je länger Stern sich dann allerdings in Prag aufhält und in die Ränkespiele des Hofs verwoben wird, desto zäher gestaltet sich leider auch die Lektüre. So wie für Christian Stern selbst ist es auch für den Leser fast unmöglich, Schein und Sein, Freund und Feind auseinanderzuhalten. Dabei wird einem zwar die Figur des jungen Gelehrten Stern mit all ihren menschlichen Schwächen und in ihrer Widersprüchlichkeit durchaus sympathisch. Dennoch geht die Darstellung der Verwicklungen auf Kosten der Spannung und der Lesegenuss wird deutlich getrübt.

    Schade, denn die Idee und der Schauplatz des ,,historischen Kriminalromans" klangen sehr vielversprechend.

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    D
    DaddyCoolvor 7 Tagen
    Anspruchsvoll

    Prag gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Der Alchimist Christian Stern kommt in die Stadt um Arbeit zu finden. Doch er findet bereits in seiner ersten Nacht dort eine weibliche Leiche. Schnell wird er selbst zum Tatverdächtigen. Doch Kaiser Rudolf glaubt an seine Unschuld und gibt ihm die Chance, dies zu beweisen. Christian soll den wahren Mörder finden. Christian gerät am Hof in Lebensgefahr, denn dort herrscht Skrupellosigkeit und Intrige. 

    Dieser Roman versetzt den Leser in eine vergangene Zeit eines Ortes, der relativ selten Thema historischer Romane ist. Man erfährt unheimlich viel Neues und dies macht das Buch umso interessanter. Der Kriminalfall ist spannend, wenn auch nicht aufdringlich. Insgesamt ist das Buch sehr anspruchsvoll - sowohl vom Thema als auch vom Schreibstil. Definitiv kein Buch für zwischendurch, aber sehr lohnend zu lesen.

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