Die drei Leben der Tomomi Ishikawa

von Benjamin Constable 
3,6 Sterne bei117 Bewertungen
Die drei Leben der Tomomi Ishikawa
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Positiv (70):
Tini_Ss avatar

Wunderbar verwirrend & spannend bis zur letzten Seite! Realität & Fiktion verschmelzen. Der Schluss ist perfekt & beeindruckt. I love it! <3

Kritisch (23):
Buchgespensts avatar

Nicht meins. Ich wurde mit den Charakteren nicht warm und die Geschichte dümpelte vor sich hin. Schade.

Alle 117 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die drei Leben der Tomomi Ishikawa"

Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht, so steht es in dem Abschiedsbrief an ihren Freund Ben Constable.
Doch Tomomi weigert sich hartnäckig, in Frieden zu ruhen. Stattdessen hinterlässt sie Ben eine Menge rätselhafte Botschaften, die ihn, ähnlich wie bei einer Schnitzeljagd, durch Paris, New York und Tomomis Vergangenheit führen.
Ben würde gerne glauben, dass es sich bloß um ein Spiel handelt, dass die Geschichten, die Tomomi ihm hinterlassen hat, nur Ausgeburt ihrer Fantasie sind, doch dann offenbaren sie ihm ein grausames Geheimnis.
War Tomomi Ishikawa in Wahrheit eine Serienmörderin? Und ist sie tatsächlich tot?
Bald weiß Ben nicht mehr, was Fiktion und was Realität ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783839001578
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:script5
Erscheinungsdatum:16.09.2013

Rezensionen und Bewertungen

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    Teewursts avatar
    Teewurstvor 2 Monaten
    Rätselhaft, aber irgendwie gut

    "Die drei Leben der Tomomi Ishikawa" hinterlassen mich etwas konfus. Eins kann ich aber sagen: So ein Buch habe ich noch nie gelesen. Ben Constable ist Autor, kommt aber nicht recht voran. "Ich würde gern ein Buch schreiben, in dem du und ich die Hauptfiguren sind. (...) Unsere Realität ist spannender als jeder Roman", sagt er zu seiner Freundin Tomomi Ishikawa, auch Butterfly genannt. Dann bekommt Ben einen Brief von Tomomi. Sie werde sich umgebracht haben, teilt sie ihm wortreich mit. Und hinterlässt ihrem Freund ein Abenteuer in Form einer Schnitzeljagd, die den Engländer Ben durch Paris und New York, aber vor allem in Tomomis Vergangenheit führt. Die ist zwielichtig, denn die junge Japanerin outet sich in Notizbuchform als Mörderin. Außerdem schreibt sie Ben E-Mails. 

    E-Mails von einer Toten? Darüber wundert sich auch die sympathische Hauptfigur, die übrigens genauso heißt wie der Autor des Buches.

    Schockierend, verwirrend, witzig, spannend – gemeinsam mit Ben fragt man sich als Leser, ob die Geständnisse nicht nur Tomomis Fantasie entsprungen sind. Und auch Ben ist nicht unbedingt zu trauen – immerhin begleitet ihn eine imaginäre Katze. Und er kann sich keine Gesichter merken. Das Buch spielt mit Erwartungen, bricht mit Bewährtem, birgt immer wieder Überraschungen. Nicht zuletzt weil der Schreibstil sehr angenehm, manchmal gar poetisch ist, (auch wenn mich Tomomis erzählerische Ausschweifungen dann und wann etwas genervt haben), habe ich dieses ungewöhnliche Leseabenteuer gemocht. Das Ende ist rätselhaft und hallt nach – ich komme wohl nicht umhin, dieses Buch noch einmal zu lesen. Irgendwann, wenn ich wieder bereit für diese verwirrende, aber unterhaltsame und spannende Geschichte in der Geschichte in der Geschichte bin.

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    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nicht meins. Ich wurde mit den Charakteren nicht warm und die Geschichte dümpelte vor sich hin. Schade.
    Eine Reise

    Als Ben die Nachricht seiner Freundin Tomomi bekommt, ist sie bereits tot. Sie hat sich umgebracht und er zweifelt daran, ob er sie je kannte. Sie hat ihren Tod gut vorbereitet und schickt ihn auf eine Reise durch ihr Leben. Briefe und Notizbücher weisen ihn quer durch ihr Leben. Von Paris bis New York führt ihn der Weg – immer bemüht zu verstehen, immer mehr im Zweifel was Fiktion und was Realität ist bis er sogar den Tod selbst in Frage stellt.

    Das Buch hat mich nicht ansprechen können. Obwohl es gut geschrieben ist, konnte ich keine Sympathie für die Charaktere aufbringen. Je weiter die Geschichte voranschreitet desto verwirrender und unsympathischer wurde sie mir. Sie hat dazu keinerlei Aussage, keinen Sinn und das konnte nicht einmal das Ende irgendwie retten. Sehr schade, ich habe mir mehr erhofft.

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    A
    AKRDvor 3 Jahren
    Die etwas andere Schnitzeljagd um eine besondere Freundschaft

    Ich habe mich – wie schon beim Lesen der Leseprobe – das Buch hindurch immer wieder mal gefragt, wie ich in bestimmten Situationen reagiert hätte oder reagieren würde, wenn ich an Ben Constable´s Stelle wäre; also habe ich das Buch aus der männlichen Sicht heraus gelesen. Das fällt bei diesem Buch ja nun auch leicht, zugegeben, weil aus Ben´s Sicht erzählt wird. Was ich damit sagen wollte, ist, dass ich mich in Ben gut hineinversetzen konnte und fast das Gefühl hatte, ich bin unterwegs und nicht er.

    Die Verwirrung der Leseprobe setzte sich mit dem Buch fort. Allein die imaginäre Katze ist herrlich geschrieben, aber eben „strange“ und auch die Geschichte an sich ist nichts für Leser, die vollends über alles aufgeklärt werden möchten, denn es bleibt doch etwas offen am Ende.

    Das Buch ist spannend, erzählt von einer tollen Freundschaft und sehr interessanten Charakteren, so dass es Liebhaber der verschiedensten Genres ansprechen dürfte. Es lässt sich meiner Meinung nach auch in kein Genre komplett und alleinig einordnen, wie das ja oft bei ganz besonderen Büchern der Fall ist.

    Der Schreibstil ist sehr ausgefeilt und schön, so dass man sich regelrecht darin verlieren kann, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat. Mir hat das gut gefallen, auch wenn ich hier mehr Zeit und Ruhe zum Lesen brauchte, aber das ist bei besonderen Büchern immer so: die bestimmen ihr eigenes Tempo und alles, was man tun kann, ist sich zu fügen. Das habe ich hier umso lieber getan, da das Buch wirklich ein Highlight in 2013 war und ich hoffe, dass es noch viele neugierige Leser erleben wird ! Ich bin jedenfalls sehr dankbar, dass ich dieses tolle Buch vorablesen durfte !

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    S
    silencia86vor 3 Jahren
    Ein ansolutes Highlight

    Inhalt:
    Tomomi Ishikawa ist tot, sie hinterlässt ihrem guten Freund Benjamin Constable einen Abschiedsbrief, ihren Laptop und ein Abenteuer. Denn vor ihrem Selbstmord hat sie sich eine Schnitzeljagd für Ben ausgedacht. Diese bringt ihn auf die Spur ihres früheren Lebens in Paris und New York.

    Meine Meinung:
    Aus der Sicht von Ben macht sich der Leser auf den Weg auf eine spannende, interessante und wirklich skurrile Reise. Tomomi (auch Butterfly genannt) hat Ben so einige Briefe, Aufgaben und seltsame Informationen hinterlassen. Immer weiter dringt Ben in Butterflys früheres Leben ein und ich fragt sich mehr und mehr, ob er seine Freundin wirklich gekannt hat. Oder ob diese ganzen Informationen nur Tomomis Fantasie entspringen.
    Ben ist während des ganzen Buches recht naiv, lässt sich beinahe wehrlos von den Briefen und Hinweisen leiten. Nur nach und nach hinterfragt verschiedene Aspekte, wird es ihm doch auch irgendwann einfach zu seltsam. Der Autor schafft es, dass Ben einem sofort sympathisch ist und man ihn nur zu gern begleitet. Ben ist kein Draufgänger. Und immer, wenn es ihm zu heikel wird oder er ängstlich wird, taucht Cat auf der Bildfläche auf. Seine imaginäre Katze, die kommt und geht wann sie will und neugierig alles erforscht.

    Butterfly ist ein total interessanter Charakter. Sie ist depressiv, hat eigentlich eher eine lockere Bindung zu Ben und wollte schon das ein oder andere Mal sterben. Ihre Briefe sind voller Emotionen und total lebendig (Ja, ich vermisste sie zeitweise genauso sehr wie Ben. ;) ). Wie sie Paris und New York beschreibt ist poetisch und romantisch und passt manchmal gar nicht so zu ihrer Depression. Sie schildert versteckte Orte und zeigt Ben wunderschöne kleine Rückzugsmöglichkeiten aus dem Großstadtdschungel.

    Ich habe lange nichts mehr so sprachlich ausgefeiltes gelesen. Dieses Buch hebt sich meiner Meinung nach von der Masse ab. Ich habe das Gefühl, der Autor hat wirklich jedes Wort ganz bewusst gesetzt, nichts wirkt hier fehl am Platz. Es lässt sich einfach nur wahnsinnig toll lesen. Ich habe mich wohl gefühlt an Bens Seite und war total gespannt darauf, was er noch alles entdecken wird.

    Das Ende ist dann - genau wie das restliche Buch - skurril und überraschend. Eine Wendung mit der ich so nicht gerechnet hätte. Die (für mich) eigentlich grundlegenden Fragen bleiben weitestgehend offen. Durch geschicktes Verweben von Realität und Fiktion weiß ich einfach nicht, was ich jetzt glauben soll. Aber obwohl mich sowas bei 99% der Bücher nervt, wenn mir auf meine Fragen keine Antwort geliefert wird, ist es bei diesem Buch eine Bereicherung. So kann man gedanklich immernoch bei der Geschichte verweilen und es passt auch einfach auf Tomomis Charakter.

    Fazit:

    Mein Lesehighlight 2013. Ein wunderbar und nahezu poetisches Buch; eine Hommage an eine skurrile Freundschaft, an eine etwas andere Freundin. Spannend, interessant, emotional, detailverliebt, tragisch, witzig und immerwieder überrraschend. Dazu zwei tolle Charaktere, die nicht ein Klischee bedienen, sondern tatsächlich real existierend sein könnten. Bitte lesen!

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    R_Mantheys avatar
    R_Mantheyvor 3 Jahren
    Am charmanten Gängelband einer Serienkillerin

    Tomomi Ishikawa hat sich umgebracht. Für den Autor ist das schwer zu verstehen, doch der Abschiedsbrief seiner intellektuellen Freundin lässt alle Zweifel verstummen. Aber in diesem Brief stehen auch merkwürdige Hinweise auf ein Ben Constable bevorstehendes Abenteuer.

    In ihrer verlassenen Pariser Wohnung entdeckt Ben Tomomis Laptop. Dort findet er mysteriöse Texte und Hinweise auf öffentliche oder private Orte, an denen er nach ihren Hinterlassenschaften suchen soll. Als er nach Tagen wieder in Tomomis Wohnung zurückkommt, findet er sie leer vor.

    Tomomis Hinweise lassen Ben schließlich nach New York reisen, wo seine Freundin früher lebte. Seltsame Zufälle führen dort zu einer merkwürdigen Bekanntschaft und zu neuen Hinweisen, die immer mehr von Tomomis Tagebüchern ans Licht befördern, in denen sie einen Mord nach dem anderen gesteht.

    Nachdem seine Leser schon längst Verdacht geschöpft haben, dass hier vieles nicht stimmen kann, ahnt es auch Constable. Doch die vielen aufgetürmten Rätsel bleiben ungelöst. Selbst nach dem unerwarteten Finale überleben sie in Form von Zweifeln. Und das ist wohl auch der Sinn des Ganzen. War das Ende nun real, oder ist es Teil der absichtlichen Verwirrung? Und welches Ende des Endes stimmt eigentlich?

    Ben Constables Buch über Tomomi Ishikawa erweist sich als ein Spiel, auf das man sich einlassen muss. Tut man es, dann liest es sich sehr gut.

    Ein ungewöhnliches und hervorragend geschriebenes Buch über eine mehr als seltsame Geschichte.

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    miss_mesmerizeds avatar
    miss_mesmerizedvor 3 Jahren
    Benjamin Constable - Die drei Leben der Tomomi Ishikawa

    Ein Abschiedsbrief erschüttert Ben Constable: seine Freundin Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht. Er macht sich auf in ihre Wohnung, wo er ihren Laptop mitnimmt, doch mit den Dateien, die sich darauf befinden, kann er zunächst nichts anfangen. Nach und nach erhält er Nachrichten von der Toten und immer mehr ergeben die Puzzleteile einen Sinn. Und ein erschreckendes, anderes Bild der jungen Frau: ist sie eine Serienmörderin, die als Racheengel für Recht gesorgt hat? Oder ist dies alles ihrer Phantasie entsprungen und doch nur erfunden? Tomomi schickt ihn auf eine rätselsame Reise, wobei sich immer drängender die Frage stellt, ob sie überhaupt tot ist.

    Ein interessanter Roman, der mit verschiedenen Erzählebenen spielt und viele Fragen zwischen Fiktion und Realität in der Fiktion offen lässt. Der Ich-Erzähler begleitet den Leser – oder umgekehrt – bei der Suche nach der Wahrheit, die zugleich eine Reise durch Paris und New York und in die Vergangenheit Tomomis ist. Eine gelungene Mischung, die immer wieder interessante Stadterkundungsmomente bietet und die Spannung langsam steigert. Alle weiteren Figuren treten hinter den beiden Protagonisten zurück, die sich auf ihrer wundersamen Schatzsuche befinden und mit dem Leser und seinen Erwartungen spielen. Frei nach Arthur Conan Doyle lebt das Buch nach dem Motto "Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag."

    Fazit: eine kuriose Schnitzeljagd nach der Wahrheit, die doch im Verborgenen bleibt. 

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    MayaShepherds avatar
    MayaShepherdvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Etwas ganz besonderes <3
    wundervoller Schreibstil

    Erster Satz:

    „Ich würde gerne eine Buch schreiben, in dem du und ich die Hauptfiguren sind“, sagte ich zu Tomomi Ishikawa und schob gedankenverloren die Sachen auf dem Tisch zurecht.

     

    Meinung:

    „Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ ist eines der Bücher bei denen ich schon nach wenigen Seiten absolut verliebt war. Der Schreibstil von Benjamin Constable ist ein Gedicht! Es ist völlig egal worüber er schreibt, es ist ein purer Genuss Satz für Satz zu lesen. Seine Worte zergehen auf der Zunge wie Schokolade.

    Mit diesem Roman hat er zwei wundervolle einmalige Personen geschaffen. Auf der einen Seite die geheimnisvolle Tomomi Ishikawa, die zum einen verrückt zu sein scheint, aber zum anderen vor herzerwärmender Ideen übersprudelt. Auf der anderen Seite Benjamin Constable, der den Namen des Autors trägt, der sich von Tomomi genauso hat verzaubern lassen wie der Leser. Er ist der Symphatieträger, seine Handlungen sind nachvollziehbar. Er versucht Licht in die Schatten zu bringen, die Tomomi ihm hinterlassen hat. Dabei wagt er einiges, aber verliert nie den Bezug zur Realität.

    Der Verlauf der Geschichte ist nicht vorhersehbar und immer wieder für eine überraschende Wendung gut. Gerade wenn man glaubt, man wüsste nun alles, ergibt sich eine völlig neue Verbindung, die alles auf den Kopf gestellt.

    Das Ende war für mich überraschend und traurig, aber dennoch schlüssig. Ein paar Fragen bleiben offen, was aber nicht schlimm ist, da man sie sich selbst so beantworten kann wie man es möchte. Nicht alles muss aufgeklärt werden, manche Punkte dürfen der Fantasie des Lesers überlassen werden.

     

    Fazit:

    „Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ von Benjamin Constable ist ein wundervoller Roman mit einem geradezu poetischen und feinfühligen Schreibstil. Das Buch ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe und absolut einzigartig. Eine Geschichte, die einen für einige Stunden in das Leben einer anderen Person versetzt und völlig gefangen nimmt. Ich wünsche mir, dass es nicht das einzige Werk des großartigen Autors bleibt.

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    Chrissilis avatar
    Chrissilivor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein interessanter Debütroman, der durch seine poetische Sprache auffällt und ausgefeilte Recherchearbeit. Leider fehlt den Charakteren die
    Drei Leben

    „Tomomi Ishikawa ist tot. Sie hat sich umgebracht, so steht es in dem Abschiedsbrief an ihren Freund Ben Constable.“ – eine knappe Inhaltsangabe des Buches " Die drei Leben der Tomomi Ishikawa" .
    Ihr guter Freund Ben jedoch hat keine Zeit zum Trauern. Tomomi schickt ihn auf eine rätselhafte Reise, dessen Wegweiser ihre Briefe, Email und Dokumente sind. Zunächst glaubt Ben an einen schlechten Scherz, doch nach und nach entdeckt er mehr über die Vergangenheit seiner Freundin, als ihm lieb ist.
    Mithilfe einer imaginären Katze „Cat“, lüftet er in den großen Metropolen ein grausiges Geheimnis.
    Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht über den Inhalt verraten.

    Kommen wir also zum Schreibstil. Ja, ich fange ausnahmsweise mit diesem Punkt an, weil  er mich in diesem Buch berührt hat. Der Autor (übrigens gleichnamig, wie der Hauptcharakter) überreicht uns mit diesem Werk einen poetischen Reiseführer, durch Paris, New York und London. Die Sätze und Abschnitte sind Kunstwerke für sich, die manchmal durch ihre Länge zweimal gelsen werden müssen, aber danach sogar einen neuen Sinn ergeben.  Das Tempo der Geschichte bremst sich dadurch etwas aus,  was ich etwas schade fand.

    Der Kritikpunkt an Herrn Constables Roman sind meiner Meinung nach, die Charaktere. Man erfährt nicht wie alt Ben und Tomomi sind, man weiß nicht wie sie Aussehen und man kann nur raten wie sie zueinander stehen. Ich konnte die beiden Hauptcharaktere nicht wirklich ins Herz schließen. Sie wirkten flach, hatten keine Ecken und Kanten, geschweige denn Charakterzüge, die mir in Erinnerung bleiben würden. Sehr schade eigentlich, denn aus Ben und Tomomi hätte man vielschichtige Persönlichkeiten formen können.

    Die Aufmachung des Buches ist gut gelungen. Das Cover hat mich erst neugierig auf die Geschichte gemacht. In schlichtem Weiß gehalten, mit einem pinken Erdball in der Mitte, der die verschiedenen Wahrzeichen der vorkommenden Städte offenbart.  Auch ein Lesezeichenbändchen ist vorhanden, was ich persönlich immer toll finde, da ich die Seiten immer durcheinander bringe.

    Mein Fazit: Ein interessanter Debütroman, der durch seine poetische Sprache auffällt und ausgefeilte Recherchearbeit. Leider fehlt den Charakteren  die Tiefe.

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    walli007s avatar
    walli007vor 4 Jahren
    Butterfly

    Der Bankangestellte Ben Constable, ein Engländer in Paris, ist ziemlich entsetzt als er den Abschiedsbrief seiner Freundin und Nicht-Geliebten Tomomi Ishikawa erhält. Obwohl er ihre Leiche nicht zu sehen bekommt und es auch keine Beerdigung gibt, glaubt er an ihre Worte. In Tomomis Wohnung nimmt Ben ihren Laptop an sich, den sie ihm vererbt hat. Auf der erstaunlich aufgeräumten Festplatte findet er erstaunliche Dateien mit Fotos und Texten, die ihm sein Paris auf eine ganz andere Art zeigen, als ob er die Stadt nie gekannt hätte. Wie bei einer Schnitzeljagd führt ihn Tomomi durch die Stadt und führt ihn zu kleinen Schätzen, die manchmal Erstaunliches ja Unglaubliches offenbaren.


    Schon bei dem Cover lohnt es sich genau hinzuschauen, da gibt es Winzigkeiten zu entdecken, Hinweise und Wegweiser, die um die Weltkugel verborgen sind oder auch nicht. Auch bei Tomomi sind die Dinge so oder auch nicht, verborgen oder offen. Für Ben ist sie eine beste Freundin, mit der er Pferde stehlen kann. Nachdem sie nicht mehr da ist, versucht er den Spuren, die sie hinterlassen hat zu folgen. So wie Tomomi schon seit ihrer Kindheit Butterfly genannt wird, so wie ein Schmetterling scheint sie durch die Pariser Luft geflirrt zu sein. Gärten, geheimnisvoll und wunderschön, wie man sie in Paris nie vermuten würde, scheinen es ihr angetan zu haben. Hier hat sie Hinweise für Ben versteckt, hier versorgt sie ihn mit Geschichten über ihre Vergangenheit, die er kaum für bare Münze nehmen will. Hier lockt sie ihn auf eine abenteuerliche Reise durch die Stadt. Sie führt ihn auch in ihre Heimat New York.


    Wie bei einer Achterbahnfahrt durchfliegt man dieses Buch, ist es die Bewältigung der Trauer, die Tomomi Ben erleichtern will, sind es Wahrheiten, die er erfahren soll, ist es überhaupt Wahrheit oder ist der Plan ein ganz anderer. Ein Buch, mit dem man ein anderes Paris und ein anderes New York besuchen kann. Eine Geschichte, die einen abtauchen und den Winter und die Welt da draußen vergessen lässt. Besucht die Welt der Tomomi Ishikawa und staunt und fragt euch, wie viel ihr glauben wollt und welches Ende euch am Liebsten wäre. Lasst euch durch diese Welt gleiten und leiten und genießt.

    Kommentare: 1
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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 4 Jahren
    'Nachdem alles Unmögliche ausgeschlossen worden ist [...]'

    'Nachdem alles Unmögliche ausgeschlossen worden ist, muss man in dem, was übrig bleibt, so unwahrscheinlich es sein mag, die Wahrheit finden.'

    Inhalt:
    Ben Constable erhält einen Brief von seiner Freundin Tomomi Ishikawa, in dem sie ihm von ihrem geplanten Suizid schreibt - 'Wenn dich dieser Brief erreicht, werde ich schon ein paar Stunden tot sein.'. Tomomi hat Ben ihren Computer, verschiedene Fotos und viele Briefe und Emails sowie jede Menge Rätsel und Geheimnisse hinterlassen. Auf der Suche nach immer neuen Hinweisen von Tomomi begibt sich Ben auf eine Schnitzeljagd durch Paris, auf eine Reise in Tomomis Vergangenheit und schließlich nach New York, wo Tomomi aufgewachsen ist.

    Mein Eindruck:
    Ich musste mich erst ein bisschen in 'Die drei Leben der Tomomi Ishikawa' einlesen, denn anfangs hat mir der Schreibstil weniger gut gefallen, ich empfand den Roman als zu bemüht intellektuell und als zu ausufernd. Doch dann hat mich das Buch richtig begeistern und mitreißen können, was sicherlich einerseits an Paris liegt - eine Stadt, die ich sehr gut kenne und sehr mag - und andererseits daran, dass es dem Autor hervorragend gelungen ist, die Gefühls- und Gedankenwelt einer schwer Depressiven als auch die Emotionen und Kognitionen der Hinterbliebenen nach einem Suizid zu beschreiben.

    Auch die Reise nach New York hat mir gefallen, die Schnitzeljagd war zwar bisweilen etwas unrealistisch und übertrieben, aber stets unterhaltsam und fesselnd.

    Leider konnte mich der Roman nach etwa 300 Seiten nicht mehr ganz überzeugen. Hier hätte ich mir einen anderen Verlauf gewünscht.

    Mein Eindruck:
    Ein bedrückendes Thema, das sehr authentisch bearbeitet und beschrieben wurde, im letzten Viertel meiner Meinung nach jedoch etwas enttäuschend.

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