Benjamin Constant Adolphe

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Inhaltsangabe zu „Adolphe“ von Benjamin Constant

In der von Zweifeln überschatteten Liebesbeziehung zwischen Adolphe und der zehn Jahre älteren Ellenore, einer 'femme de trente ans', schildert Benjamin Constant mit analytischer Präzision ohnegleichen die Seelenregungen eines jungen Mannes, der weder lieben noch verlassen kann. (Quelle:'Leder / Künstlerischer Einband/01.03.1998')

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  • Rezension zu "Adolphe" von Benjamin Constant

    Adolphe

    Sokrates

    05. March 2011 um 18:36

    Benjamin Constant (1767-1830) dürfte heutigen Lesern eher unbekannt sein – so ging es auch mir. Sein Werk „Adolphe“, das einzige Prosa-Stück des Autors, ist allerdings – für seine Zeit – eine Rarität geworden und gilt als Meisterstück französischer Literatur. Constant hatte eine sehr unstete Kindheit, viele Reise, ständig wechselnde Hauslehrer. Er begann Jura zu studieren, verfiel jedoch gleichzeitig dem Alkohol und machte Spielschulden. Eine erste Affäre mit einer wesentlich älteren, verheirateten Frau, kann als der Gipfel dieser unsteten Jugendjahre angesehen werden. 1794 kommt es zu der wichtigsten Begegnung in Constants Leben: er trifft in der Schweiz auf Madame de Stael, die fortan seine Geliebte und Mutter seiner Tochter werden sollte. Madame de Stael war zu diesem Zeitpunkt allerdings selbst noch verheiratet; das Verhältnis zu Constant wurde infolgedessen nie gesetzlich legitimiert. Und offensichtlich lag dies auch nie im Interesse Constants, denn – so das sehr gelungene und unglaublich faktenreiche Vorwort meiner Ausgabe – er strebte offenbar lediglich unverbindliche (wenn auch langlebige) Beziehungen zu weitaus älteren Frauen an, die ihm finanzielle Sicherheit versprachen und gleichzeitig als eine Art Mutterersatz dienten. In späteren Jahren machte sich Constant insbesondere als Verfasser philosophischer und staatstheoretischer Schriften einen Namen; insbesondere als Begründer des Liberalismus in Frankreich. „Adolphe“ erschien erstmals 1806/07 und erzählt die Geschichte des jungen Adolphe, der von einer wesentlich älteren Frau verführt wird. Die Geschichte spitzt sich zu, als Adolphe zu merken beginnt, dass sich ebendiese Frau in ihn zu verlieben beginn. Anstatt der Beziehung Festigkeit zu geben, gerät er in Unsicherheit, versucht sich zu lösen. Es fällt ihm jedoch sehr schwer, denn Ellenor bringt immer wieder immer größere Opfer, um die Beziehung am Leben zu halten; Adolphe gelingt so die endgültige Ablösung noch schwerer. Das Drama gipfelt – wie hätte man es anders gedacht – in Krankheit und Tod. Entgegen der Vermutung, Literatur auf der Schwelle ins 19. Jahrhundert wäre schwierig zu lesen, konnte ich hier eine positive Überraschung erleben. Constant schreibt sehr angenehm, lebenslustig, abwechslungsreich, spannend, souverän. Das Vorwort von Bernd Holger Bonsels führt ein in die französische Politik und Gesellschaft jener Jahre und skizziert Constants Biographie. In Kenntnis dieser Informationen ist es nachher nicht schwer zu erkennen, dass „Adolphe“ sehr viele autobiographische Züge des Autors trägt. (Die mir vorliegende Ausgabe ist 1962 im Goldmann Verlag als Taschenbuch erschienen, wohl heute nur noch in dieser Ausführung inkl. Vorwort antiquarisch erhältlich.)

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