Benjamin Ludwig

 4.8 Sterne bei 38 Bewertungen

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Ginny Moon hat einen Plan

Ginny Moon hat einen Plan

 (38)
Erschienen am 11.09.2017

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Rezension zu "Ginny Moon hat einen Plan" von Benjamin Ludwig

Eine wunderbare Geschichte um ein mutiges Mädchen
booknerd84vor einem Jahr

Titel: Ginny Moon hat einen Plan Autor: Benjamin Ludwig Verlag: Harper Collins Seitenanzahl: 384Inhalt/Klappentext:

Ginny Moon ist vierzehn Jahre alt, liebt Michael Jackson - und wenn sie nicht jeden Morgen neun Trauben frühstücken kann, droht der Tag in einer Misere zu versinken. Bei ihren dritten Pflegeeltern hat sie endlich ein zu  Hause gefunden. Andere wären jetzt glücklich. Aber Ginny versteht die Welt nach ihrer eigenen Logik. Ob ihre leibliche Mutter nun gemeingefährlich ist oder nicht: Ginny muss sie finden. Dafür nimmt sie nicht nur Verfolgungsjagden mit der Polizei und die eigene Entführung in Kauf, sondern muss auch lernen, dass sich das Leben manchmal nicht in ungeraden Zahlen fassen lässt...

Mein Fazit: 

Mit Ginny Moon hat einen Plan ist dem Autor ein wirklich grandioses Debüt gelungen. Durch den sehr guten Schreibstil konnte man sich direkt in Ginny hineinversetzen und die Kleine ins Herz schließen. Sie ist ein wirklich starkes und mutiges Mädchen, welches sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen lässt. Auch wenn sie zum Teil etwas emotionslos rüberkam, was bei Autismus normal ist, so lernt man dieses Mädchen wirklich kennen und lieben. 

Mit diesem Buch bekommt der Leser, einen besonderen Einblick in die Welt und das alltägliche Leben. Benjamin Ludwigs Debüt-Roman ist sehr einfühlsam, emotional und teilweise etwas bedrückend. 
Ich fand das Buch auf jeden Fall sehr spannend und interessant zu lesen. Es war ein Buch, welches mir auf jeden Fall noch länger im Gedächtnis bleiben wir. 
Eine wirklich  tragisch, schöne Geschichte, mit einem dazu passenden und sehr gelungenen Ende. Ich kann hierfür eine klare Leseempfehlung aussprechen und vergebe 5 von 5 Sterne. 

Liebe Grüße
eure Jasmin (booknerd84)




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Rezension zu "Ginny Moon hat einen Plan" von Benjamin Ludwig

ausergewöhnliche Perspektive
Eva-Maria_Obermannvor einem Jahr

Für Ginny Moon vielleicht undenkbar, so eine Bauchentscheidung. Sie ist vierzehn und lebt bei Pflegeeltern. Dort geht es ihr gut, sie besucht eine Klasse für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, denn Ginny ist nicht, wie viele andere. Es wird im Roman nie genau bezeichnet, doch ich würde als Laie sagen, dass Ginny Autistin ist. Zum Frühstück braucht sie genau neun Trauben, ein Tagesablauf funktioniert nur, wenn sie eine Plan hat. Ginny versteh alles wortwörtlich und nimmt ihre Umgebung auf spezielle Art und Weise war. Als Ich-Erzählerin ist das sehr faszinierend, weil ich immer wieder überlege, was Ginny aus meiner Perspektive gerade erlebt und wie sie alles versteht. Das erweitert ungemein mein Blickfeld und lässt mich generell über meine Wahrnehmung nachdenken.

Doch das allein ist natürlich nicht der Clou der Geschichte, es bildet allerdings den Rahmen, denn ein anderes Kind hätte vollkommen unterschiedlich reagiert und vor allem kommuniziert. Ginny wird bald eine große Schwester, denn ihre Herzensmutter ist schwanger. Doch eigentlich will Ginny nur ihre Babypuppe, die noch bei ihrer Mutter sein muss. Das Bewusstsein, für diese Babypuppe sorgen zu müssen, ist so umfassend, dass es Ginnys einziger Gedanke wird. Jeder ihre Schritte zielt darauf ab. Was für mich als Leserin relativ einfach zu verstehen war, wird im Roman als großes Geheimnis aufgebauscht. Aus einem einzigen Grund: Die Erwachsenen hören Ginny nicht richtig zu. Das macht es für mich plausibel und zeigt gleichzeitig, wie kategorisierend gerade die Pflegeeltern und die Psychiaterin von Ginny sind. Für sie ist Ginnys Wahrnehmung verfälscht, darum glauben sie ihr lange nicht.

Auch danach hadere ich als Leserin vor allem mit diesen Erwachsenenfiguren. Weil ein Problem erkannt, aber abgetan wird. Weil Ginny ausgeklammert wird. Aus ihrer Perspektive auf eine ganz andere Weise, als aus meiner. Doch gerade das ist für sie ausschlaggebend. Sie fasst einen Plan, der mehrere Leben nachhaltig beeinflusst. Schnell wird dem Leser klar, dass Ginny dabei in mehrfacher Hinsicht ein Dreh- und Angelpunkt ist, aber durchweg unterschätzt wird. So, dass es mir fast etwas zu viel wurde. Überforderte Mutter, überforderte Pflegeeltern, überforderte Psychiaterin und die Frage, die mich irgendwann umtrieb, wer denn entscheidet, welche Überforderung ok, und welche es nicht ist. Der Roman versucht da tiefschichtig zu werden, Fehler auf vielen Seiten zu zeigen und lässt mich rätselnd zurück. Rätselnd, weil das Buch gut ist, faszinierend und bewegend.

Und jetzt kommt das große Aber. Denn Ginnys Selbstdefinition als eine „Mutter“ wird nicht kompensiert und in neue Bahnen gelenkt, sondern übertragen. Der tiefe Grundsatz des Romans ist, dass Mütter „gut“ zu sein haben – nicht, dass es leicht ist, eine gute Mutter zu sein (das rechne ich dem Roman hoch an). Dennoch scheint es gerade für Ginny der Lebenszweck geworden zu sein, eine Rolle als Mutterfigur anzunehmen. Dass ihre Pflegemutter nach der Geburt des Babys zu einer Glucke mutiert, die das Baby ständig von Ginny fernhält, finde ich dabei auch schwierig.

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Rezension zu "Ginny Moon hat einen Plan" von Benjamin Ludwig

Atemberaubend und überwältigend!
MosquitoDiaovor einem Jahr

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass das Buch dann schon wieder eine kleine Weile bei mir auf den SuB lag, da ich gerade eher dem Fantasywahn verfallen bin. Weil ich es aber nicht noch weiter aufschieben wollte, habe ich es mir endlich vorgenommen und war von den ersten Seiten schon absolut begeistert!
Gleich zu Beginn wird man in die Welt von Ginny rein geworfen, kann aber vieles einfach noch nicht greifen.
Kurz darauf, was ich gar nicht erwartet hätte, musste ich das Buch aber auch schon wieder zur Seite legen, weil ich gemerkt habe, das mir die Thematik doch sehr nahe gegangen ist.

Ginny leidet an einer Entwicklungsstörung und Autismus, was beides wohl auf ihre schlimme Kindheit zurückzuführen ist, von der man eine Menge erahnt, aber zum Glück nur stückchenweise dargelegt bekommt.
Denn an dieser Stelle kann ich wirklich nur sagen, dass es für mich schon fast zu viel ist.
Dafür aber auch unglaublich authentisch. Durch die vielen ungeklärten Aspekte, stand ich beim Lesen durchgehend unter Strom. Einerseits hätte ich das Buch immer gerne wieder zur Seite gepackt, dann wollte ich aber auch einfach mehr erfahren.

Das alles aus der Sicht von Ginny zu erleben war wirklich einzigartig. Ein so junger Mensch sollte einfach noch nicht so viel Grausames erlebt haben. Wobei, kein Mensch sollte diese Erfahrungen machen müssen.
Für Ginny jedoch wird jede noch so scheinbar kleine Hürde zu einem inneren Konflikt, den sie selbst nicht lösen kann. Es hat mir wirklich das Herz zerrissen, wenn ihre Mitmenschen sie einfach nicht verstanden haben.

Doch da es nicht nur ihre Vergangenheit ist, die Ginny bewegt, sondern vor allem ihre derzeitige Situation, in der sie sich nicht zurecht findet, passiert so unglaublich viel, dass man kaum zum durchatmen kommt.
Durch so viele offene Fragen hält sich der Spannungsbogen konstant, doch auch auf emotionaler Ebene ist es eine wahre Achterbahnfahrt, wobei leider die traurigen und herzzerreißenden Momente bei weitem überwiegen.
Soviel Leid und Trauer hatte ich schon lange nicht mehr in einem Buch.
Wer ein Fan von dem Buch Der Koffer von Robin Roe hat, sollte auch zu dieser Geschichte greifen.

FAZIT

Diese Geschichte hat mir einfach so viel mehr geboten, als ich je erwartet hätte. Mit einer tragischen und herzzerreißenden Thematik, das ich es immer mal wieder zur Seite legen musste, aber dennoch nicht den Kopf freibekommen habe.
Auch wenn mich dieses Buch wirklich zerstört und des Öfteren zum Weinen gebracht hat, kann ich es jedem nur ans Herz legen.

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"Ginny Moon hat einen Plan" von Benjamin Ludwig

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Über den Inhalt:

Ginny Moon ist vierzehn Jahre alt, liebt Michael Jackson -- und wenn sie nicht jeden Morgen neun Trauben frühstücken kann, droht der Tag in einer Misere zu versinken. Bei ihren dritten Pflegeeltern hat sie endlich ein Zuhause gefunden. Andere wären jetzt glücklich. Aber Ginny versteht die Welt nach ihrer eigenen Logik. Ob ihre leibliche Mutter nun gemeingefährlich ist oder nicht: Ginny muss sie finden. Dafür nimmt sie nicht nur Verfolgungsjagden mit der Polizei und die eigene Entführung in Kauf, sondern muss auch lernen, dass sich das Leben manchmal nicht in ungeraden Zahlen fassen lässt …

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L
Letzter Beitrag von  Line88vor einem Jahr
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