Benjamin Myers

 4.5 Sterne bei 156 Bewertungen
Autor von Offene See, Offene See und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Benjamin Myers

Benjamin Myers, geboren 1976, ist Journalist und Schriftsteller. Myers hat nicht nur Romane, sondern auch Sachbücher und Lyrik geschrieben. Für seine Romane hat er mehrere Preise erhalten. Er lebt mit seiner Frau in Nordengland.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Benjamin Myers

Cover des Buches Offene See (ISBN: 9783832181192)

Offene See

 (152)
Erschienen am 20.03.2020
Cover des Buches Offene See: Roman (ISBN: B08234G1PT)

Offene See: Roman

 (1)
Erschienen am 20.03.2020
Cover des Buches Offene See (ISBN: 9783742414403)

Offene See

 (2)
Erschienen am 24.04.2020
Cover des Buches Offene See (ISBN: B0863J6Q6C)

Offene See

 (0)
Erschienen am 24.04.2020
Cover des Buches The Theology of Rowan Williams (ISBN: 9780567562364)

The Theology of Rowan Williams

 (0)
Erschienen am 05.04.2012

Neue Rezensionen zu Benjamin Myers

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Rezension zu "Offene See" von Benjamin Myers

Ein ruhiges, poetisches, kraftvolles Buch
Irisblattvor 10 Tagen

Nordengland 1946. Nach seiner letzten Prüfung in der Schule, begibt sich der 16-jährige Robert auf Wanderschaft. Er möchte unbedingt das Meer sehen, bevor er, wie bereits sein Vater und Großvater, die Arbeit unter Tage in einem Kohlebergwerk verrichten soll. Mit wenig Gepäck macht er sich auf den Weg, lebt in den Tag hinein, genießt die wunderschöne Natur und ernährt sich von dem Wenigen, das er im Tausch gegen Hilfsarbeiten erhält. Die Folgen des Krieges sind allgegenwärtig: es herrscht Hunger und die Überlebenden leiden unter den physischen und psychischen Kriegsverletzungen. Nahe der Küste schlägt Robert einen Weg ein, der ihn zu einem windschiefen Cottage in einem verwilderten Garten führt. Dort lebt Dulcie gemeinsam mit ihrem Hund Butler. Dulcie ist eine unkonventionelle, gebildete Frau mit einer Liebe zu gutem Essen und zur Literatur. Robert bleibt eine Weile, arbeitet im Garten, repariert und renoviert während Dulcie köstliches Essen aus ihrer gut gefüllten Speisekammer zubereitet. Für Robert ist es eine fremde Welt, die sein Leben nachhaltig verändern wird. Eine Freundschaft wächst und in zahlreichen Gesprächen über Gott und die Welt erkennt Robert, dass er viele Möglichkeiten im Leben hat. 

Offene See ist ein leises, poetisches und überaus kraftvolles Buch, das durch seine bildhafte Sprache besticht. Ich fand das Buch von Anfang an schön zu lesen. So richtig überzeugt hat es mich ab der Hälfte als deutlich wird, dass Dulcie einen schmerzlichen Verlust tief in sich verschlossen hat. Die Gespräche zwischen Dulcie und Robert haben mich berührt: mal heiter, mal schwermütig, nie banal. Die Liebe zum Leben und zur Natur sind in jedem Satz spürbar. Veränderungen, Wandel, Wachstum als selbstverständlicher Teil der Natur und allen menschlichen Lebens. Das Buch zeigt: Worte und Literatur können mitten ins Herz treffen, Veränderungen anstoßen und sogar heilen.

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Rezension zu "Offene See" von Benjamin Myers

Ein ruhiger sprachlich schöner Roman
himbeerbelvor 12 Tagen

„Damals wusste ich nicht, was Sprache vermag. Ich verstand die Macht, die Wirkungskraft von Worten noch nicht. Die komplexe Magie von Sprache war mir ebenso fremd wie das veränderte Land, das ich in jenem Sommer um mich herum sah.“ (S. 11)


So blickt Robert in hohem Alter zurück auf sein Leben als Sechzehnjähriger, in die Zeit kurz nach dem zweiten Weltkrieg, als er sich auf den Weg macht, um zur offenen See, dem Ort seiner Sehnsucht zu gelangen. Und um noch ein letztes Mal dem zu entfliehen, das für ihn vorbestimmt ist. Denn aufgewachsen ist er in einem abgeschiedenen englischen Bergarbeiterdorf und sein beruflicher Werdegang scheint vorgegeben. Wie alle Männer seiner Familie soll auch er im Bergbau arbeiten. Dabei liebt er Natur und Bewegung und sehnt sich nach der Weite des Meeres.


„Solange ich zurückdenken konnte, hatte die Unausweichlichkeit eines Arbeiterlebens in der staubigen Dunkelheit wie ein Schreckgespenst in meinem Unterbewusstsein gelauert und alles mit einem dunklen Tuch bedeckt. Anfangs hatte ich mich vor der Vorstellung gefürchtet, doch in letzter Zeit lehnte ich sie mit einer Unnachgiebigkeit ab, die an Hass grenzte.“ (S. 20)


Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion – und sie ist interessiert an seinen Gedanken. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben und sie führt ihn nebenbei an die Literatur heran. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet. Gedichte, die Dulcie gewidmet sind, die sie aber auf keinen Fall lesen will. Allmählich kommt Robert hinter ihr Geheimnis.


„Offene See“ ist ein eher ruhiger Roman, der mit seiner blumigen poetischen Sprache mitnimmt in eine Welt voller Natur- und Landschaftsbeschreibungen, die noch gar nicht zu dem Auftreten, den Äußerungen und dem Handeln des sechzehnjährigen Ich-Erzählers passen wollen, aus dessen Sicht man dieses Buch größtenteils liest. Aber das macht auch einen gewissen Reiz beim Lesen aus, denn hierdurch erhält man eine leise Vorahnung von dem, was in Robert steckt und im Laufe seiner Lebensjahre erst noch freigelegt werden will. Aber dieses Buch erzählt auch von einer zufälligen und eher ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Protagonisten und der ebenso eigensinnigen wie klugen Dulcie, die auf ihre besondere Art Zugang zu dem jungen Mann findet und auf sein Leben Einfluss nimmt.


„[…] ein gutes Gedicht bricht die Austernschale des Verstandes auf, um die Perle darin freizulegen. Es findet Wörter für Gefühle, deren Definitionen sich allen Versuchen des verbalen Ausdrucks entziehen.“ (S. 80)


Um „Offene See“ zu mögen, muss man Lyrik nicht lieben, aber man sollte ihr gegenüber aufgeschlossen sein. Denn es gibt einige Gedichte zu lesen, die man mögen kann oder halt nicht, aber das Buch ist auch geprägt von blumig formulierten und weit ausholend geschilderten Landschafts- und Naturbeschreibungen, die einen geradewegs an die ruppig raue aber nichtsdestotrotz wunderschöne englische Küste mitnehmen. Aufgrund der derzeitigen Reisebeschränkungen bin ich fast versucht eine Triggerwarnung auszusprechen.


Von den unabhängigen Buchhandlungen wurde „Offene See“ im Jahr 2020 als Lieblingsbuch ausgezeichnet. Für mich selbst ist dieser Roman zwar kein Lieblingsbuch, aber durchaus ein Buch, das ich gerne gelesen habe.

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Rezension zu "Offene See" von Benjamin Myers

Wundervolle Freundschaft zwischen jungem Mann und älterer Frau
LaKativor 20 Tagen

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beschließt der junge Robert sich auf den Weg zum Meer zu machen. Er möchte die Geschichte seiner Familie nicht fortschreiben und in dessen Bergarbeiter-Fußstapfen treten. Auf seiner Reise lernt er Dulcie kennen, eine unkonventionelle alleinstehende Frau, die in einem Cottage lebt. Der kurze Aufenthalt wird immer länger, die Beziehung zwischen den beiden immer tiefer. Doch die offene See wartet nach wie vor auf Robert...

Der Roman braucht eine Zeit, ehe die Handlung in Gang kommt. Wären die Naturbeschreibung nicht so herzenswarm und zärtlich gewesen, so malerisch und wunderschön, irgendwie genau das Richtige im richtigen Moment, hätte ich das Buch abgebrochen. Irgendwann war es mir aber fast egal, ob sich noch eine spannende Handlung ergibt. Beschrieben wird dann die aufkeimende Freundschaft von Robert und Dulcie, die in Teilen an Filme wie Harold und Maude oder Driving Lessons erinnert - vor allen wegen der zutiefst erfrischend unkonventionellen Protagonistin. 

Der Roman ist so sanft geschrieben, dass ich es fast nicht glauben konnte und immer auf eine Wendung gewartet habe.Er war einfach zu schön und zart, um wahr zu sein.

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Gespräche aus der Community

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LovelyBooks lädt auch im Jahr 2020 zu spannenden Challenges ein.

Und auf euch warten tolle Gewinne.
Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist natürlich 2020 wieder dabei!

Liest du gerne Bücher mit Niveau?
Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.


15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2020 bis 31.12.2020 lesen.

Es gelten nur Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.
Auch Neuauflagen – 2020 erschienen - von Klassikern.

Die Regeln:

Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an.

Einstieg ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts.

Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein.

Es gelten nur Bücher (Achtung: keine Hörbücher, keine Bildergeschichten, keine Graphic Novels), die an diesem Beitrag angehängt sind!

Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Nimmst du die Herausforderung an?

Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2020 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.

Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.

Ich freue mich auf viele Anmeldungen!

Teilnehmer:

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