Roter Mond

von Benjamin Percy 
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Roter Mond
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Charaktere und diverse Blickwinkel machen eine Geschichte, die man so oder ähnlich schon mal gelesen hat zu einem ganz neuen Leseerlebnis.

Kritisch (7):
J

Nene, da gibt's besseres zu lesen.

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Inhaltsangabe zu "Roter Mond"

Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
Patrick Gamble überlebt als Einziger einen terroristischen Anschlag auf ein Linienflugzeug. Er wird als Held gefeiert, während landesweit in einer wahren Hexenjagd Verdächtige verfolgt werden. Als Regierungsbeamte Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ohne zu zögern erschießen, ist ihr klar, dass sie selbst zur Zielscheibe geworden ist. Claire kann gerade noch fliehen, aber sie weiß: Ihr Volk, das durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten werden soll, gilt als dunkle Bedrohung. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, in der die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht gegen die Menschen beginnt …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734100635
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:640 Seiten
Verlag:Blanvalet
Erscheinungsdatum:18.04.2016

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    HappySteffis avatar
    HappySteffivor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Charaktere und diverse Blickwinkel machen eine Geschichte, die man so oder ähnlich schon mal gelesen hat zu einem ganz neuen Leseerlebnis.
    [Rezension] Roter Mond von Benjamin Percy

    Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
    Taschenbuch, Broschur 640 Seiten
    ISBN: 978-3-7341-0063-5
    Erschienen: 18.04.2016 

    Klappentext
    Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
    Patrick Gamble überlebt als Einziger einen terroristischen Anschlag auf ein Linienflugzeug. Er wird als Held gefeiert, während landesweit in einer wahren Hexenjagd Verdächtige verfolgt werden. Als Regierungsbeamte Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ohne zu zögern erschießen, ist ihr klar, dass sie selbst zur Zielscheibe geworden ist. Claire kann gerade noch fliehen, aber sie weiß: Ihr Volk, das durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten werden soll, gilt als dunkle Bedrohung. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, in der die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht gegen die Menschen beginnt …


    Autor
    Benjamin Percy wuchs im tiefsten Oregon auf. Vor seinem Romandebüt „Wölfe der Nacht“ schrieb er zwei hochgelobte Erzählbände. Er lehrt Creative Writing an der Iowa State University.

    Cover
    Ganz simpel mit dem roten Mond auf schwarzem Grund kommt das Cover daher. Da ich grade auf der Suche nach einem Sci-Fi-Buch war konnte es meine Aufmerksamkeit gut auf sich ziehen und mit dem Klappentext hat mich „Roter Mond“ dann doch neugierig gemacht, obwohl es nicht in dem Genre spielt, nachdem ich Ausschau gehalten habe.

    Meinung
    Das Benjamin Percy schreiben kann, merkt man gleich zu Anfang. Spielend leicht, ohne durch den Schlagabtausch dramatischer Ereignisse gehetzt zu werden, kommt man in die Geschichte, die mehr in sich birgt, als ich zu Beginn gedacht hätte.
    Grob gegliedert ist „Roter Mond“ in drei Teile. Im ersten lernt der Leser sowohl die Protagonisten als auch die Rahmenbedingungen der Geschichte kennen. Man bekommt einen soliden Eindruck von der vorherrschenden Stimmung und den Charakteren, auf die ich mich dank der gelungenen Erzählweise gut einlassen konnte.
    Zum einen lernt man Patrick kennen. Ein junger Mann, der einen grausamen Anschlag der Lykaner überlebt hat. Trotz dieses Erlebnisses verteufelt er nicht jeden von ihnen, was ihn bei der Wahl seiner Freunde in große Gewissenskonflikte bringt. Grade diese Konflikte mit sich selbst machen Patrick sehr menschlich und nahbar. Man kann mit ihm fühlen und kann seine innere Zerrissenheit manchmal richtig spühren.
    Claire ist eine junge Lykanerin. Sie fühlt sich mit ihrem zweiten Ich nicht wohl und verwandelt sich nicht gerne. Es fällt sehr leicht sie zu mögen, da sie sehr sympathisch wirkt und sehr mit sich selbst kämpft.
    Als dritten wichtigen Charakter findet sich Chase in die Geschichte ein. Er bildet den politischen Strang der Handlung, zu der man mit Patrick und Claire eine umfassende Beleuchtung der Situation bekommt.
    Besonders den dritten Part, also der Erzählstrang von Chase, birgt in meinen Augen eine tolle Erweiterung zu vielen Büchern, die ich sonst über Lykaner und Menschen gelesen habe. Politsche Aspekte sind nicht immer leicht nachzuvollziehen aber sie bringen besonders in so einer Geschichte eine ganz eigene Dynamik und Sicht auf die Dinge mit. Schnell bekommt der Rassismus-Charakter einen Platz in der Story und der Fokus ist nicht mehr auf einem einzelnen Schicksal gesetzt sondern betrifft die ganze Bevölkerung.

    Mir haben die unterschiedlichen Charaktere und die verschiedenen Blickwinkel sehr gut gefallen. Sie machen eine Geschichte, die man so oder ähnlich schon mal gelesen hat zu einem ganz neuen Leseerlebnis und bringen viele neue Aspekte in ein bekanntes Terrain.
    Dies merkt man auch in den folgenden zwei Teilen dieses Buches, in dem sich der Kampf beider Rassen langsam aufbaut und ein Krieg entfacht. Es gibt nicht nur die Gewinner oder die Verlierer. Man sieht beide Seiten, die ihre Opfer zu beklagen haben und fühlt mit jeder Seite mit.

    Die wenigen Längen, die sich in dem Buch eingeschlichen haben sind in meinen Augen ein kleines Manko. Da diese aber weder überwiegen, noch von der Grundgeschichte ablenken war dies für mich zu verschmerzen und hat mir persönlich den Lesespaß nicht verdorben.

    Fazit
    Auf fast 640 Seiten hat Percy eine Geschichte geschrieben, die gut durchdacht und von unterschiedlichen Seiten beleuchtet wurde. Diese zu erkunden fand ich durchaus spannend und zusammen mit den authentischen Charakteren hat mich „Roter Mond“ bis auf Kleinigkeiten gut von sich überzeugen können. 

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    Brina1983s avatar
    Brina1983vor 4 Jahren
    → Es beginnt spannend und rasant, hört dann aber schwach auf ←

    Kurzbeschreibung lt. amazon:

    Sie leben unter uns. Sie verwandeln sich. Sie kämpfen gegen ihre Unterdrücker – uns!
    Als Regierungsagenten Claire Forresters Haustür eintreten und ihre Eltern ermorden, muss sie erkennen, dass sie und ihre Familie schon immer Ausgestoßene waren.
    Chase Williams hat seinen Wählern versprochen, die USA vor Terror zu beschützen. Doch nun wird er selbst zu dem, was er zu vernichten geschworen hat.
    Bis heute wird die Bedrohung durch Gesetze, Gewalt und Drogen in Schach gehalten. Doch die Nacht des Roten Mondes rückt näher, wenn die Welt für immer ihr Antlitz verändern wird – und die Schlacht um die Menschlichkeit beginnt …
    Eine überzeugende Parabel auf die Welt, in der wir leben.

    Erster Satz:

    Er kann nicht schlafen.

    Meine Meinung:

    → Es beginnt spannend und rasant, hört dann aber schwach auf ←

    Inhaltlich geht es um die Menschheit, die mit sogenannten Lykanern zusammenlebt. Im Laufe der Geschichte wird offenbart, wer und was die Lykaner sind. Und woher sie kommen. Und auch was für Probleme sie machen und welche Gefahr sie für die Menschheit sind. Eine Gruppe der Lykaner begehrt auf und will die Herrschaft erlangen. Eine andere Gruppe (die Politiker) unterdrücken die Lykaner und gleichzeitig beginnt die Hetzjagd auf ein Heilmittel gegen „Lobos“…

    Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven; und das auf eine recht abgeklärte Art und Weise. Sie wirkt nicht so emotional, aber das habe ich schön öfter bemerkt, wenn es sich um männliche Autoren handelt. Es ist ja nicht negativ, es hat eben auch seine Vorteile. ;)
    Zum Beispiel sind die Liebesgeschichten nicht so (typisch und weiblich) extrem.

    Allerdings muss ich betonen, dass ich zu Beginn des Buches total verwirrt war. Ich dachte, es handelt sich bei den Lykanern um Lebewesen, die von einem anderen Planeten kommen. Auch aus der Kurzbeschreibung las ich genau dieses heraus. Mir fehlte dazu die Erläuterung, um das Buch gleich zu verstehen. Als dann aber Stück für Stück das Verständnis kam, gefiel mir die Erzählung dann auch echt gut. Am Ende war ich wiederum eher gelangweilt, als das ich so richtig bei der Sache gewesen wäre.

    Das Buch bietet eine Menge zum Thema Lykaner und wie sie sich in Bezug auf Menschen verhalten. Die Idee der Lykaner-Charaktere ist perfekt. Chase als Politiker, der ein Mensch ist und die Lykaner bekämpfen will…und dann wird er gebissen…sehr interessant.

    Dann haben wir Claire. Ein junges Mädchen und auch sie ist Lykanerin. Sie wünscht sich so sehr einfach nur normal zu sein und nicht wie ein Vieh behandelt zu werden.
    Und dann Patrick, der ein Mensch ist. Und da die Geschichte nun aus all diesen Perspektiven erzählt wird, bekommt man einen guten Eindruck der verschieden Gruppen in dieser Welt.

    Äußerlich…

    …gefällt mir das Buch auch echt gut. Es ist einfach gehalten und damit wunderschön.

    Fazit:

    Mit „Roter Mond“ ist dem Autor ein faszinierender Endzeitroman gelungen. Er hat für  mich zwar Höhen und Tiefen, ist aber insgesamt eine interessante Geschichte. Eine tolle und gut durchdachte Idee, wenn sie nicht so extrem in die Länge gezogen wäre.

    Ich vergebe 3 Bücher!

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    H
    hibblevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Science fiction Buch , allerdings könnte es auch fast nah an der Wahrheit sein ...
    Menschen und Lykaner

    ** Wenn du etwas gegen Science fiction hast , dann lese das Buch bitte nicht !

    Es ist Science fiction ! Wobei , wenn man die ganzen Einzelheiten weg lässt , dann kann man schon fast von etwas reellen ausgehen ...

    Die Handlung des Buches findet in Amerika statt . Wir lernen die verschiedenen Personen kennen , was ich gut finde , denn so kann man sich besser in die Geschichte einlesen .
    Es gibt die ganz "normalen " Menschen und es gibt die " Lykaner " .
    Lykaner sind , naja "Wolfsmenschen " . Sie können sich in Wölfe verwandeln und somit auch ihren Instinkten folgen .
    Die meisten Lykaner sind registriert und nehmen Medikamente , damit sie nicht unkontrolliert einer Wandlung zum Wolf folgen . Sie müssen sich regelmäßigen Bluttests unterziehen .
    Die Lykaner unterteilen sich in "gute " Lykaner , die ihren ganz normalen Lebensrhytmus haben . Arbeiten , bzw. zur Schule gehen und sich nicht dem Drang hingeben , sich in einen blutrünstigen Wolf zu verwandeln .
    Dann gibt es noch die Lykaner , die es " genießen " sich dem Blutrausch hinzugeben .

    In diesem Buch lernen wir verschiedene Personen kennen .
    Normale Menschen wie Patrick .
    Der als einziger Überlebender , eines blutigen Überfalls im Flugzeug , durch Lykaner , sich als junger gefeierter Held durch sein Leben kämpft .

    Dann gibt es Claire , eine Lykanerin - die ganz " normal " ist .
    Sie muss mit anhören , wie ihre Eltern umgebracht werden und sich anschließend auf einer Flucht , ohne irgendwelche Hilfe von anderen , zu ihrer Tante befindet .

    Es gibt natürlich noch viele andere die einem in diesem Buch begegnen , aber mich haben die Beiden am meisten gefesselt. Denn man möchte das sie zusammen kommen und lebt mit den Beiden mit . Aber in diesem Buch kommt alles ander´s , als man es von "Schmökern " gewohnt ist .

    Natürlich haben wir auch hier die extremen Fälle :
    Lykaner die die Welt beherrschen wollen , denen kein Weg zu lang ist und die keine Tat bereuen .

    Bis es zum beabsichtigtem Reaktorunfall kommt ...

    Lykaner die vorher normal waren , entwickeln sich zu Bestien .
    Menschen werden von Lykanern gebissen und werden selbst zu diesen .
    Die USA ist zweigeteilt .

    Spätestens ab hier geht die Geschichte anders weiter , wie man es sich gedacht oder gehofft hätte .

    Das Buch ansich finde ich eigentlich spannend und auch gut geschrieben .
    Allerdings habe ich mich von Anfang an gefragt " Woher kommen die Lykaner ? "
    Ich finde im Buch keine einzige Nachricht darüber ...Da kann man sich eine eigene Geschichte drüber machen .
    Einige Orte und Geschehen beschreibt "Percy " super ! Man kann sich die Dinge toll vorstellen , was ich an gut geschriebenen Büchern liebe .
    " Percy " springt allerdings in seinen Geschehnissen auch ganz schön krass hin und her , so das man manchmal nachdenken muss , worüber man gerade gelesen hat .

    Auch vermisse ich nach diesem Buch das Gefühl , das ich mich frage :

    " Habe ich das mal gelesen oder habe ich das als Film gesehen ??"

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    gsimaks avatar
    gsimakvor 4 Jahren
    Wahnsinnig aufwühlend


    Meine Meinung


    Dieses Buch hat mich von den Socken gehauen. Ist eigentlich nicht mein Genre. Eine Bücherfreundin hat es mir ans Herz gelegt. Na, und mit mir kann man reden ;-)


    Die Stimmung, in diesem Buch, drückt durchgehend Verzweiflung, Düsterkeit und Hoffnungslosigkeit aus. Die Geschichte verliert nicht eine Sekunde an Tempo. Man steht als Leser ständig unter Strom.


    Menschen die durch Prionen halb Wolf und halb Mensch sind.

    Das Mädchen Claire dass ständig auf der Flucht ist und ihre unbeschwerte Zeit hinter sich lassen muss. Der Tod ihrer Eltern hat sie heimatlos gemacht. Sie findet ihre Tante und erfährt viel über ihre Eltern. Durch ihre Tante gewinnt sie Gefallen an der Verwandlung. Claire wollte sich normalerweise nie mit ihrem Doppelleben befassen. Ein halber Wolf sein...nein das wollte sie eigentlich nie....


    Patrick sitzt in einem Flugzeug, in dem ein Lykaner Amok läuft. Der Wolfsmensch tötet alle Passagiere. Patrick versteckt sich unter einer Leiche. Er ist, außer dem Piloten, der einzig Überlebende.

    Die Wege von Claire und Patrick kreuzen sich. Sie verlieben sich ineinander.

    Patrick will in die Fußstapfen seines Vaters steigen und kämpft in der Republik gegen die Lykaner. Die Freundschaft zu Claire bekommt einen gewaltigen Riss.....


    Politik wird in diesem Buch groß geschrieben. Einiges erinnert an den 11. September.

    Auch Vorurteile sind in dieser Geschichte sehr gut spürbar.

    Lykaner sind eigentlich friedliebende Menschen.  Sie führen ein ganz normales Leben. Sie sind infiziert mit diesen Prionen, die nur über Blutkontakt ansteckend sind. Wie bei Aids.

    Nach dem Flugzeugattentat beginnt eine Jagd auf die Lykaner, wie sie brutaler nicht sein kann. Kaum einer merkt, dass die Wolfsmenschen genauso verzweifelt sind, wie alle Anderen.

    Dies ist wieder mal so eine Buch, in dem der Spezies Mensch ein Spiegel vorgehalten wird.

    Leider neigen wir zu Vorurteilen. Wegen einer Minderheit verurteilen wir oft ganze Völker. Doch, eigentlich sind wir immer von unseren eigenen Ängsten getrieben.


    So auch in diesem Buch. Eine Szene mit einem Affen hat mich richtig fertig gemacht.

    Besonders schlimm empfand ich diese Ungewissheit. Wem kann man trauen? Wer ist infiziert? Wo lauert die nächste Gefahr? Wird ein Gegenmittel die Menschheit von dieser Seuche befreien?

    Wer wird diesen Krieg gewinnen? Und vor Allem....was ist der Preis dafür?


    Fazit



    Das hört sich jetzt widersprüchlich an, ist aber so. Ich war froh als ich das Buch beendet hatte. Fühlte mich

    total fertig. Weitere 630 Seiten hätte ich gar nicht mehr durchgehalten. Ich habe mit den Protagonisten zu 100% mitgelitten. Ihre Verzweiflung ist auf mich übergesprungen. Die Finsternis war spürbar. Der Schreibstil hat es möglich gemacht. EIN HAMMERBUCH dass hält,

    was es verspricht.


    Als ich gestern Nacht aus dem Fenster sah...nein..kann das sein? Ich sah einen ROTEN MOND!!!


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    SofiaMas avatar
    SofiaMavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: "Roter Mond" hat meine Erwartungen nicht getroffen, jedoch kann man das Buch sehr gut als Parabel anwenden.
    Enttäuscht...

    Buchgestaltung:

    Ich finde das Cover jetzt nicht besonders schön, es ist aber auch nicht abstoßend. Also eher neutral..

    Dadurch, dass der rote Mond so viel Fläche einnimmt, fällt es im Buchhandel auf, da rot ja die Signalfarbe schlechthin ist.

    Besonders einfallsreich ist das Cover bei dem Titel natürlich nicht.

    Ich glaube eher nicht, dass der Titel gut zum Inhalt passt. Zwar ist gegen Ende mal hin und wieder von einem roten Mond (also dann wahrscheinlich ja ein Blutmond) die Rede - sowas wie "Er schaute zu dem roten Mond im Himmel" oder so -, jedoch kann ich mich nicht erinnern, dass der Mond von besonderer Bedeutung ist.

    Vielleicht metaphorisch, so in etwa, wie: "Wir sind Wölfe und heulen den Mond an" und das Rot steht für das Blut, das in der im Klappentext genannten letzten Schlacht vergossen wird. Oder so.


    Meine Meinung:

    Ich muss leider sagen, dass Roter Mond mich etwas enttäuscht hat. Meine Erwartungen waren recht hoch, da ich viel Gutes über das Buch gelesen habe.

    Das Hauptausschlaggebende war da wohl die kaum vorhandene Spannung.

    Schon der Einstieg in das Buch ist schwierig, es wird sehr weit ausgeholt. Zuerst hatte ich gehofft, dass sich das mit der Zeit bestimmt legen wird, und diese Hoffnung hat sich dann auch noch verstärkt, als zum Ende des ersten "Buches" (Roter Mond ist in 3 Bücher aufgeteilt) die Spannungskurve nach oben ausschlägt.

    Im nächsten "Buch" ist eine Menge Zeit zu dem ersten vergangen, weshalb die Spannung wieder ganz unten ist. Auch hat der Autor wieder sehr weit ausgeholt, was das Ganze noch mehr streckt.

    Zwischendurch steigert sich die Handlung immer mal wieder ein kleines Bisschen, schwächt danach aber wieder sofort ab. Das zieht sich leider durch das ganze Buch und ich war beim Lesen ziemlich gelangweilt.

    Bei anderen Büchern habe ich schon öfters erlebt, dass alles ziemlich langweilig ist, das Ende dann aber so gut ist, dass das die fehlende Spannung im Rest des Buches wieder wett macht, weshalb ich das hier auch erwartet habe. Das Potenzial wäre da gewesen.

    Jedoch wurde ich auch hier wieder enttäuscht. Das Ende ist zwar wirklich unvorhersehbar, aber so doof, dass ich zuerst nicht realisiert habe, dass das Buch hier zuende ist. Es werden meiner Meinung nach zu viele Fragen offen gelassen; so ein Ende wäre bei dem Auftakt einer Reihe zu erwarten gewesen, bei einem Einzelband ist es für den Leser jedoch ungenügend.

    Mir hat aber nicht nur nicht die fehlende Spannung und das Ende gefallen, mich hat auch gestört, dass Sex öfters thematisiert wurde, als mir lieb ist; besonders bei Chase, er hat mehr oder weniger permanent daran gedacht, sich eine Prostituierte zu bestellen oder so. 

    Generell ist Chase eine sehr unsympathische Figur, was wahrscheinlich größtenteils am eben genannten - ich nenne das jetzt mal Charakterzug - liegt.

    Mit Patrick konnte ich mich ebenfalls nicht besonders anfreunden, weil er total der Mitläufertyp ist.

    Claire hingegen mag ich, und das liegt jetzt nicht daran, dass sie die einzige weibliche Protagonistin ist, oder so.

    Sie macht eine Menge durch und bleibt stark, wo andere wahrscheinlich schon längst zusammen gebrochen wären. Natürlich zeigt sie auch hin und wieder Gefühle, was sie menschlich macht.

    Genauso ist es mit Claires Tante Miriam, die zuerst cool und tough erscheint. Es gibt trotzdem Situationen, in denen man merkt, dass sie kein gefühlskalter Mensch ist, besonders, wenn es um ihre Familie geht.

    Vielleicht kann ich die beiden auch leiden, weil bei ihnen der Sex nicht so ein großes Thema ist...

    Trotz Allem finde ich, dass Percy doch recht facettenreiche Charaktere geschaffen hat, auch wenn einiges an ihnen dennoch recht oberflächlich gehalten ist, wie zum Beispiel die Liebe zwischen Claire und Patrick oder ihr und Matthew, was das Ganze eher unglaubwürdig erscheinen lässt. Natürlich darf man sowas auch nicht zu weit in den Vordergrund stellen, aber wenn so etwas thematisiert wird, sollte es dann auch nicht nur kurz daher gesagt werden und dabei bleibt es dann, oder? ;)

    Roter Mond hat zum Glück auch gute Seiten.

    Mir gefällt Percys Schreibstil gut, auch wenn die oftmals langen und verschachtelten Sätze das Buch nicht unbedingt zu einer "Nachtlektüre" macht.

    Auch wenn die Spannung größtenteils fehlt, ist die Geschichte in sich schlüssig und gut durchdacht, was man daran merkt, dass der Autor geschichtliche Ereignisse seiner Fantasywelt angepasst oder passend dazu welche hinzugefügt hat.

    Der größte Pluspunkt ist, dass man Roter Mond gut als Parabel auf die Rassentrennung im 20. Jahrhundert in Amerika oder auch auf die Diskriminierung und den Rassismus der Nazis hier im letzten Jahrhundert anwenden kann.

    Das Buch ist da sehr überzeugend, da sehr gut dargestellt wird, wie solche Situationen ausarten können - bspw. vom Flugverbot über Kennzeichnung der Rasse im Pass bis schlussendlich hin zum Genozid -, und dass so etwas immer wieder passieren kann, wenn man Diskriminierung nicht verhindert, selbst wenn man augenscheinlich so "aufgeklärt" ist, wie wir es in der heutigen Zeit sein sollten.

    In der Hinsicht ist das Buches nicht nur überzeugend sondern auch erscheckend, da es den Leser eben Genanntes sehr gut vor Augen führt.


    Fazit:

    Eigentlich würde ich Roter Mond nur zwei Lesehasen geben, da das Buch die meiste Zeit wirklich langweilig ist und wegen der "Charakterzüge". Weil das Buch aber doch einige Pluspunkte hat, u. A., dass es sich sehr gut als Parabel verwenden lässt und einen vor Augen führt, wie schnell es zu Situationen wie dem Nationalsozialismus kommen kann, bekommt es von mir noch 3/5 Sterne.



    Weitere Rezensionen findet ihr auf sofiasworldofbooks.blogspot.de! ;)


    LG

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    jahfabyvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Nene, da gibt's besseres zu lesen.
    Könnte als Serie funktionieren, als Buch tut es das nicht.

    Der gesamte Roman, dieses Epos über 638 Seiten und mehrere Jahre Laufzeit, ist komplett im Präsenz geschrieben. Ich will das gar nicht komplett schlecht reden, es gibt gute Romane, die im Präsenz geschrieben sind. Aber bei diesem hier funktioniert es gar nicht. Bis zum Ende hat mich diese Wahl der Zeitform nur gestört. Und das blieb nicht das Einzige. Ich hatte hohe Erwartungen an Roter Mond. Ich hatte keine Ahnung, wer Benjamin Percy ist, aber bei Penhaligon erscheinen Romane wie die Game of Thrones – Reihe und das großartige Ready Player One. Und das vorliegende Buch wurde sehr groß angepriesen und als 1984 plus Werwölfe bezeichnet. Das hätte was werden können. Für mich wurde es aber überhaupt nichts. Percy irritiert seinen Leser erstmal mit sehr vielen Personen und Erzählsträngen, die noch nichtmal richtig etabliert werden, sie werden nur angerissen. Dann rotzt er mit einem nüchternen Erzählstil eine riesige Geschichte hin, in einem Tempo und in einer Distanz, die keinerlei Empathie oder Emotion zulässt. Viele Ideen der Geschichte sind schön, da hätte man was großes daraus machen können, wenn man ihnen Zeit gelassen hätte. Stattdessen folgt Abschnitt auf Abschnitt mit neuen Wendungen und Zeitsprüngen, bis ich irgendwann zwar das Buch durch hatte, aber schon lange keinen Versuch mehr unternahm, wirklich in der Geschichte zu sein. Das wurde mir trotz aller Versuche nicht gegönnt.

    Roter Mond ist der zweite Roman von Benjamin Percy, der unter anderem für den Esquire schreibt. Derzeit, so seine Homepage, arbeitet er an der Adaption von Roter Mond als Fernsehserie. Darauf freue ich mich, denn, wie gesagt, in dem Buch stecken viele schöne Ideen und Gedanken. Das könnte eine spannende Sache werden. In Buchform hat es mich dagegen überhaupt nicht berührt. Muss man wirklich nicht lesen. Warten wir lieber auf die Serie.

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    Kaugummiqueens avatar
    Kaugummiqueenvor 4 Jahren
    Grausam und ehrlich

    Er denkt an das Mädchen, an Claire. Eigentlich hat er in letzter Zeit kaum an etwas anderes gedacht als an sie. Ständig schwebt sie am Rand seines Bewusstseins. Wie ein Totenkopfschmetterling. (S. 220)

    Inhalt

    Als Patrick zu seiner Mutter ziehen soll, da sein Vater in den Krieg ziehen muss, ahnt er nicht, dass sich auf dem Flug sein Leben für immer verändern wird. Claire ist gerade dabei, sich durch College Broschüren zu lesen, als Männer von der Regierung das Haus stürmen und ihre Eltern umbringen. Sie kann nur knapp entkommen. Chase Williams ist als Gouverneur erfolgreich, sagt dem Terrorismus den Kampf an und droht mit harten Sanktionen, als er überfallen wird und knapp mit dem Leben davon kommt. Miriam hat sich in ihrem Haus verbarrikadiert, da sie weiß, dass die Schergen ihres Exmannes nach ihr suchen und sie überzeugen wollen, wieder bei der Organisation mitzuarbeiten. Das Leben dieser vier Menschen wird durch einen schicksalhaften Tag miteinander verwoben: den Tag, an dem die Lykaner Amerika den Krieg erklären...

    Meine Meinung

    Ich war wirklich auf das Buch gespannt, da es sich vom Klappentext her und von den Stimmen doch sehr von üblichen Werwolf-Roman abheben soll. Ich stehe eigentlich nicht so sehr auf Bücher, in denen es um Vampire, Werwölfe und dergleichen geht, dennoch wollte ich dem Buch eine faire Chance geben. Nicht zuletzt, da es von einem Mann geschrieben wurde und ich mir einfach erhoffte, dass es keine kitschige Liebesgeschichte gibt, wie man sie in so vielen Büchern leider findet.

    Der Beginn des Buches ist sehr heftig. Zunächst einmal deswegen, da das gesamte Buch im Präsens geschrieben ist und ich das immer sehr gewöhnungsbedürftig finde. Daher hatte ich schon auf den ersten Seiten das Gefühl, dass es ungemein anstrengend sein wird, das Buch zu lesen. Präsens ist einfach nicht für einen Roman geeignet. Tja, was soll ich sagen? Nach wenigen Seiten gewöhnt man sich daran, nach hundert Seiten merkt man es gar nicht mehr und nach der Hälfte liebt man diesen Schreibstil. Spätestens nach der Hälfte. Zumindest ging es mir so. Benjamin Percy schreibt unnachahmlich toll. Bei jedem Satz, bei jedem Wort, hatte ich das Gefühl, mir alles bildlich vorstellen zu können, als sei ich selbst dabei. Ich weiß nicht warum, aber die detaillierten Beschreibungen, die er von der Umgebung gibt, sind so anschaulich, so fein und niemals zu übertrieben oder unwichtig. Sie sind genau richtig, sodass man sich in die Situation hineinversetzt fühlt. Sei es die Beschreibung vom zerkratzten Lack an einer Tür oder dem Quietschen von Schuhsohlen auf Linoleumboden. Oder die Form, wie Blut an eine Wand spritzt. Der Autor beschreibt alles bildlich, geht auf jedes Detail ein und erwähnt Dinge, die im ersten Augenblick vielleicht unwichtig oder unnötig erscheinen, die der gesamten Szene aber Flair, Raum und Echtheit geben. Möglicherweise wird es Leser geben, die den Schreibstil nicht mögen werden, denn Benjamin Percy beschönigt nichts. Worte wie "ficken", "Schwanz" und dergleichen fallen oft, zudem gibt es sicherlich auch einige, die mit der Detailverliebtheit nichts anfangen können. Doch bei diesem Buch hat alles einfach perfekt gepasst.

    Die drückende Stille im Haus umfängt ihn. Dann ist es wieder da, dieses Geräusch. Klick, klick, klick. Als würde jemand mit einem Stück Kreide auf eine Tafel klopfen. Es ist ganz nah und direkt vor seiner Tür. Der Knauf bewegt sich nicht aber die Tür stöhnt ganz leise in den Angeln, als würde jemand von draußen die Hand dagegen drücken. (S. 223)

    Dass der Autor nichts beschönigt und nichts unter den Tisch kehrt spürt man schon auf den ersten Seiten, die direkt deutlich machen, welche Richtung das Buch einschlagen wird, sodass man sich frühzeitig entscheiden kann, ob man es lesen möchte oder nicht. Schon zu Beginn wird beschrieben, wie viele Menschen auf brutale Art und Weise ermordet, ja zerfleischt werden. Viel lässt der Autor dabei nicht aus. Manche Leser werden hier bestimmt schon abbrechen, aber mich hat das gerade so gefesselt, da es der Beweis dafür war, hier keine schnulzige Werwolf-Romanze vorgesetzt zu bekommen. Als erster Charakter wird Patrick eingeführt, der mit dem Flugzeug zu seiner Mutter fliegen muss, die er gar nicht wirklich kennt und zu der er eigentlich auch nicht will. Sein Vater muss in den Krieg ziehen, in eine fiktive Republik, die zwischen Finnland und Russland liegt, in der Lykaner offiziell leben und in der es große Uranvorkommen gibt, weswegen sich die USA natürlich einmischen muss. Das Weltbild mit den Lykanern fand ich sehr faszinierend und einfallsreich. Ob man es glaubt oder nicht, aber Benjamin Percy hat, was die Werwölfe betrifft, tatsächlich noch Einfallsreichtum bewiesen und mich wirklich überraschen können. Die Idee hinter dem "Fluch" fand ich sehr gut durchdacht, die medizinischen Fakten waren sehr interessant und die Art und Weise, wie die Lykaner sich verwandeln und wie sie leben war innovativ. Die Welt, in der die Geschichte stattfindet, ist unsere, nur mit dem kleinen Unterschied, dass fünf Prozent der Weltbevölkerung Lykaner sind. Die meisten leben friedfertig und ruhig mit "normalen" Menschen zusammen, aber wie in jeder Randgruppe gibt es auch unter den Lykanern ein paar Extremisten, die sich mit ihrer Rolle als Randgruppe und Außenseiter nicht zufrieden geben wollen. 

    In meiner letzten Rezension zu Indigo - Das Erwachen habe ich mich noch beschwert, dass es einfach zu viele Perspektiven gibt, die der Leser verfolgt. Auch in diesem Buch erlebt man die Handlung aus der Sicht von mindestens vier Personen, aber auch von vielen anderen, sodass man am Ende bestimmt auf über zehn Sichtweisen kommt, wenn nicht sogar mehr. Doch auch hier passt es einfach, es passt perfekt. Vielleicht liegt es daran, dass bei 640 Seiten den Charakteren einfach mehr Platz zur Entfaltung gegeben wird. Zudem sind die unterschiedlichen Perspektiven unheimlich spannend, besonders die von Patrick und Claire, die auch die beiden Haupt-Protagonisten sind. Aber auch die anderen Erzählstränge haben mich gefesselt, da immer nur genauso viele Informationen wie Notwendig preisgegeben wurden und die Kapitel netterweise gerne mal mit einem Cliffhanger endeten, sodass man gar nicht anders konnte als weiterlesen. Zudem mochte ich die Charaktere. Alle. Sie waren keine Wundertypen, nicht perfekt und hatten alle ihre Macken. Es waren einfach Menschen wie du und ich, mit denen jeder Leser sich identifizieren kann. Sie sind nicht übertrieben schön oder hässlich, tatsächlich spielt die Optik bei den Protagonisten bei Weitem nicht so eine wichtige Rolle wie in vielen anderen Büchern. 

    Besonders an dem Buch ist, dass die Handlung knapp zwei Jahre umfasst. Die Geschichte beginnt, da ist Patrick Ende siebzehn und endet, da ist er über neunzehn, fast zwanzig. In diesen zwei Jahren passiert eine ganze Menge, wobei auch manchmal einige Monate ausgelassen werden und man nur durch Zusammenfassungen und Rückblenden erfährt, was in diesen Monaten passiert ist. Wer glaubt, dass Claire und Patrick die ganze Zeit zusammen sind, der irrt. Ihre Wege trennen sich, sie erleben unterschiedliche Dinge und haben unterschiedliche Motive für ihr Handeln. Manche Wege kreuzen sich früher, andere später. Aber alle kommen irgendwann zu einem gemeinsamen Punkt zusammen und alles geht von einem Ereignis aus, das Patrick an Bord des Flugzeuges erlebt hat. Vorwarnen sollte man vielleicht noch, neben den schonungslosen Beschreibungen von brutalen Geschehnissen, dass das Buch eine sehr düstere Stimmung allgemein hat. Den Charakteren geschieht selten bis nie etwas Gutes. Wer für eine solch doch recht depressive Stimmung nicht zu haben ist, die gegen Ende noch krasser wird, der sollte um das Buch einen großen Bogen machen. 

    Kennt ihr noch die Gänsehaut-Bücher, die es in den Neunzigern gab? Wenn ja, werdet ihr euch sicherlich erinnern, dass diese Bücher immer fies endeten. Erst dachte man immer, alles sei gut überstanden und es gäbe ein Happy End, doch auf den letzten Seiten kommt dann der große Knall, dass doch nicht alles gut ist, dass irgendeine Kleinigkeit schief gelaufen ist und dass das Grauen nie aufhört. Auch Roter Mond hat so ein Ende. Wobei man eigentlich nicht mal ansatzweise von einem Happy End reden kann, denn das gibt es hier nicht. Wie bereits geschrieben ist das Buch nicht schön, es gibt kaum bis keine glücklichen Momente, aber zum Ende hin denkt man noch: puh, immerhin ist es nicht schlimmer geworden. Und dann kommt das Ende und man weiß: oh nein, es wird niemals aufhören. Doch irgendwie passt auch das zu dem Buch perfekt. Ich war selber erstaunt, aber irgendwie hat mich das Buch nicht unbefriedigt zurückgelassen und ich muss zugeben, dass mich ein Alle-leben-glücklich-bis-an-ihr-Lebensende-Ende eher unzufrieden gemacht hätte, da es in keinster Weise zum Buch passen würde. Leider leider leider gibt es aber auch vor allem auf den letzten fünfzig Seiten ein paar Punkte, die mich stören. Es wird ziemlich viel unbeantwortet gelassen und man weiß einfach nicht, was mit manchen Charakteren noch passiert ist oder passieren wird. Zudem waren mir ein, zwei Handlungsstränge zum Ende hin viel zu schnell und plötzlich gelöst, da war ich etwas enttäuscht, weil ich da mehr erwartet hatte. 

    Ich könnte jetzt noch viel mehr von dem Buch berichten und ich habe das Gefühl, dass ich mit meiner Rezension Roter Mond in keinster Weise gerecht werde und dass ich noch gar nicht alles angesprochen habe, was erwähnenswert wäre, aber das würde eindeutig den Rahmen sprengen und dann würde ich wirklich Gefahr laufen, zu spoilern, daher höre ich hier auf. Ich kann nur raten, das Buch selber zu lesen. 

    Fazit

    Roter Mond ist ein heftiges Buch, das Ekel, Faszination, Mitleid, Wut, Abscheu, Trauer und viele andere Emotionen beim Lesen hervorruft. Es hebt sich ganz klar von anderen Büchern ab, in denen es um Werwölfe geht. Der Schreibstil und die Charaktere muss ich besonders hervorheben, da sie dem Buch eine Authentizität verliehen, wie ich sie selten mal erlebt habe. Wer also einen sehr ungewöhnlichen Werwolf-Roman lesen möchte und nicht vor derben Beschreibungen und Gewalt zurückschreckt, für den kann das Buch durchaus was sein. Ich vergebe abschließend sehr gute 4 von 5 Sternen !

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    reading-booksvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Die Idee zum Buch ist hervorragend, leider ist die Umsetzung eher durchschnittlich...
    Nicht überzeugend

    Das Buch “Roter Mond” von Benjamin Percy – erschienen im Penhaligon Verlag ist bereits vor einigen Wochen bei mir eingezogen. Die Geschichte klang vielversprechend und auch das Cover ist ungemein anspreichend. Titel und Cover passen hervorragend zusammen. Auch wenn das Cover im Zusammenhang mit dem Titel schon eher einfach genannt werden könnte – ein rot eingefärbter Mond – so steckt doch mehr dahinter. Was genau habe ich allerdings erst beim Lesen erfahren.

    Der Klappentext des Buches steck voller Rätsel. Ich konnte nur vermuten in welche Richtung sich die Handlung bewegen würde und doch wollte ich es unbedingt wissen. Er klingt so geheimnisvoll, dass meine Neugier direkt geweckt war. Der Einstieg ins Buch war dann jedoch eher langsam. Der Schreibstil ist flüssig und eher einfach. Leider ist er jedoch teilweise etwas langatmig, was ein knackiges Voranschreiten der Handlung verhindert. Dennoch baut sich beim Lesen recht schnell Spannung auf.

    Patrick klettert auf die Sitzbank, sieht das in eine Papierserviette gewickelte Erdnussbutter-Sandwich. Sein Magen fühlt sich an wie eine wund geschlagene Faust. Er kann sich nicht vorstellen, mehr als einen Bissen hinunterzubekommen.”
    Zitat Seite 12

    Sehr gut haben mir die teilweise recht bildlichen Beschreibungen des Autors gefallen. Dadurch hat Percy es für mich dennoch geschafft Stimmung aufkommen zu lassen. Dies wird noch durch die verschiedenen Eindrücke der unterschiedlichen Personen im Buch unterstütz. So hat man beim Lesen jederzeit einen guten Überblick über das Geschehen und die verschiedenen Handlungswege sowie Beweggründe. Durch die einheitliche Trennung der verschiedenen Handlungswege in einzelnen Kapitel fällt es leicht dem Voranschreibten der Geschehnisse zu folgen. Etwas schade finde ich jedoch die Trennung in verschiedene Bücher, denn mit dem Beginn des nächsten Buches ist das Lesegefühl plötzlich völlig dahin – zumindest für mich. Mitten im Buch wurde der Spannungsbogen so unterbrochen und die Handlung machte einen Zeitsprung von einigen Monaten. Das war sehr schade, denn bis zu diesem Punkt hatte mir das Buch gut gefallen. Doch jetzt verlor ich den Boden und konnte irgendwie keinen rechten Anschluss mehr finden. Das Lesegefühl war einfach dahin. Sehr schade, denn so kann ich diesem Buch nur gut gemeinte 3,5 Sterne geben wo eigentlich mehr drin gewesen wäre. Die Idee und die Handlungsführung war sehr gut, doch letztlich hat es mich einfach nicht bei der Stange halten können.

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    reading-booksvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Die Idee zum Buch ist hervorragend, leider ist die Umsetzung eher durchschnittlich...
    Nicht überzeugend

    Das Buch “Roter Mond” von Benjamin Percy – erschienen im Penhaligon Verlag ist bereits vor einigen Wochen bei mir eingezogen. Die Geschichte klang vielversprechend und auch das Cover ist ungemein anspreichend. Titel und Cover passen hervorragend zusammen. Auch wenn das Cover im Zusammenhang mit dem Titel schon eher einfach genannt werden könnte – ein rot eingefärbter Mond – so steckt doch mehr dahinter. Was genau habe ich allerdings erst beim Lesen erfahren.

    Der Klappentext des Buches steck voller Rätsel. Ich konnte nur vermuten in welche Richtung sich die Handlung bewegen würde und doch wollte ich es unbedingt wissen. Er klingt so geheimnisvoll, dass meine Neugier direkt geweckt war. Der Einstieg ins Buch war dann jedoch eher langsam. Der Schreibstil ist flüssig und eher einfach. Leider ist er jedoch teilweise etwas langatmig, was ein knackiges Voranschreiten der Handlung verhindert. Dennoch baut sich beim Lesen recht schnell Spannung auf.

    Patrick klettert auf die Sitzbank, sieht das in eine Papierserviette gewickelte Erdnussbutter-Sandwich. Sein Magen fühlt sich an wie eine wund geschlagene Faust. Er kann sich nicht vorstellen, mehr als einen Bissen hinunterzubekommen.”
    Zitat Seite 12

    Sehr gut haben mir die teilweise recht bildlichen Beschreibungen des Autors gefallen. Dadurch hat Percy es für mich dennoch geschafft Stimmung aufkommen zu lassen. Dies wird noch durch die verschiedenen Eindrücke der unterschiedlichen Personen im Buch unterstütz. So hat man beim Lesen jederzeit einen guten Überblick über das Geschehen und die verschiedenen Handlungswege sowie Beweggründe. Durch die einheitliche Trennung der verschiedenen Handlungswege in einzelnen Kapitel fällt es leicht dem Voranschreibten der Geschehnisse zu folgen. Etwas schade finde ich jedoch die Trennung in verschiedene Bücher, denn mit dem Beginn des nächsten Buches ist das Lesegefühl plötzlich völlig dahin – zumindest für mich. Mitten im Buch wurde der Spannungsbogen so unterbrochen und die Handlung machte einen Zeitsprung von einigen Monaten. Das war sehr schade, denn bis zu diesem Punkt hatte mir das Buch gut gefallen. Doch jetzt verlor ich den Boden und konnte irgendwie keinen rechten Anschluss mehr finden. Das Lesegefühl war einfach dahin. Sehr schade, denn so kann ich diesem Buch nur gut gemeinte 3,5 Sterne geben wo eigentlich mehr drin gewesen wäre. Die Idee und die Handlungsführung war sehr gut, doch letztlich hat es mich einfach nicht bei der Stange halten können.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Faszinierende Gesellschaftskritik

    MEINUNG

    Wenn ich so einen dicken Schinken sehe, habe ich ja meistens das Problem, davon abgeschreckt zu werden und das Lesen am besten so lange wie möglich vor mir her zu schieben. Und bei "Roter Mond" war es auch nicht anders. Auch das Thema Wölfe, dass in Benjamin Percys Dystopie eine große Rolle spielt, hat mich davon abgehalten, sofort nach dem Erhalt des Buches mit dem Lesen anzufangen. Trotzdem hat mich der Inhalt des Buches angesprochen, sonst hätte ich mich nicht bei Blogg dein Buch dafür beworben.

    Der Autor baut eine faszinierende Welt im Hier und Jetzt auf, die sehr komplex und logisch durchdacht ist. Besonders die Tatsache, dass die Geschichte nicht in der Vergangenheit oder der Zukunft, sondern in der Realität spielt, ist einen Blick hinter den Buchdeckel wert. Ich persönlich war gespannt, wie die "Ausgestoßenen" und die Menschen zusammenleben und wie sich der ganze Konflikt mit der heutigen Technik und dem Wissen lösen, bzw. ob er sich überhaupt lösen lässt. Die Themen, die Percy in seinem Buch behandelt, sind ja nicht neu. Es geht um Rassismus in etwas anderer Form, Politik, die Gesellschaft und vor allem die Menschlichkeit. 

    Schreibstil-mäßig ist dieses Buch ein Meisterwerk. Benjamin Percys Stil ist komplex, aber irgendwo dann doch schlicht und leicht verständlich. Er schmückt seine Sätze mit dem gewissen Etwas aus, ohne dass sie zu philosophisch und überladen wirken. Leider konnte man erkennen, dass der Autor eine gewisse Liebe zum Detail hat. Manche langen Beschreibungen hätte man auch weglassen können, weil sie manchmal sogar den roten Faden der Geschichte unterbrachen und viel zu ausführlich waren, sodass ich mich teilweise schnell gelangweilt gefühlt habe. 

    Trotzdem war die Geschichte durchgehend sehr spannend und konnte mich jedes Mal mitreißen, wenn ich die Seiten wieder aufgeschlagen habe. Bei dicken Büchern überfällt mich oft der Drang dazu, vor dem Umblättern auf die Seitenzahl zu schauen und dann nachzusehen, wie viele Seiten es noch bis zum nächsten Kapitel oder gar bis zum Ende sind. Glücklicherweise ist mir das bei "Roter Mond" sehr sehr selten passiert. Dafür gesorgt, dass die Spannung aufrechterhalten wurde, haben auch die ständigen Perspektivenwechsel. Es wurde oft in das Leben verschiedener Charaktere Einblick gegeben, was sehr viel Abwechslung aber auch Verwirrung mit sich gebracht hat. Da Percy sich sehr viele einzigartige Charaktere ausgedacht hat und manche sogar mehrere Namen hatten, wusste ich teilweise nicht mehr, was vorher passiert war oder wer diese Figuren genau waren.

    Zu den Charakteren mag ich ehrlich gesagt im Einzelnen nicht viel sagen. Sie sind jeder auf seine Art und Weise einzigartig und sind mir ans Herz gewachsen - die "Guten" wie die "Bösen". Jeder geht seinen eigenen Weg und hat entschlossen ein Ziel vor Augen. Das war auch das, was mir so sehr gefallen hat. Keine Hilfs- und Schutzbedürftigen Charaktere, die anderen nur am Bein kleben sondern Figuren, die ihr Leben - wenn es sein muss - selbst in die Hand nehmen können und nicht bei jeder Kleinigkeit anfangen zu weinen. 

    Dass mich das Ende enttäuscht hat, würde ich nicht unbedingt sagen, jedoch hatte ich anderes erwartet. Besonders der Epilog deutet darauf hin, dass es durchaus noch weitergehen könnte. Die offenen Fragen sind geblieben und werden - wenn nicht ein zweiter Band erscheint - der eigenen Kreativität und den Gedanken überlassen. 

    FAZIT

    Auf keinen Fall sollte man sich vom Umfang des Buches abschrecken lassen, denn hinter dem Buchdeckel steckt eine spannungsgeladene Geschichte und teilweise versteckte Gesellschaftskritik, die sich auch an uns heute richtet. Das Wort "Werwolf" sollte man bei "Roter Mond" auch auf keinen Fall in den Mund nehmen. Die einzigartigen, verschiedenen Charaktere hauchen der Geschichte besonderes Leben ein und verleihen dem Buch die Spannung, die es braucht. Kurz: Ein Buch, dass man nach dem Lesen zwar weglegt, aber sicher nicht so schnell vergisst.

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