Benjamin Prüfer Wohin Du auch gehst

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Inhaltsangabe zu „Wohin Du auch gehst“ von Benjamin Prüfer

2003, Phnom Penh: Der Journalist Benjamin Prüfer lernt in einer Diskothek Sreykeo kennen – und lieben. Kurze Zeit später schlägt das Schicksal unbarmherzig zu: Die Diagnose lautet HIV-positiv. Nun wird für das junge Paar der Kampf um ihre zarte Liebe auch ein Kampf ums Überleben.

Ein seltener und neuer Blick auf eine uns "Westlern" völlig unbekannte Welt.

— wunderbar79

Nach der Gebrauchsanweisung für Kambodscha die Hintergrundgeschichte zu den amüsanten Alltagssituationen.

— sun@work

Authentizität, große Probleme und noch größere Liebe: Ohne Kitsch, Gefüsduselei und mit viel Ehrlichkeit und Pragmatismus dargestellt.

— tuenn48

http://www.dailymotion.com/video/x2ywba_die-geschichte-einer-fast-unmoglich_politics Hier noch ein Link zu einem zweiminütigen Beitrag über die Beiden.

— Dilbertine

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  • Rezension zu "Wohin Du auch gehst" von Benjamin Prüfer

    Wohin Du auch gehst

    shao

    17. January 2011 um 23:56

    Benjamin Prüfer reist als junger Mann auf einem Selbstfindungstrip nach Asien. Dort begegnet er Sreykeo, einer Kambodschanerin und verliebt sich in sie. Nach und nach wird aus einer unverfänglichen Liebschaft eine Beziehung mit Höhen und Tiefen, mit Problemen und Misstrauen. Eines Tages erhält er die Nachricht, die sein Leben verändert: Sreykeo ist HIV-positiv. Für beide beginnt eine schwere Zeit, die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt und Benjamin muss eine Entscheidung treffen zwischen der Verantwortung für Sreykeo und seinem eigenen Leben… doch was ist sein Leben ohne Sreykeo? ----------------------------------------------------------------------------------------------- Die Geschichte von Benjamin Prüfer und seiner Sreykeo habe ich persönlich dort gelesen, wo sie zum ersten Mal niedergeschrieben wurde: In der Zeitschrift Neon. Seit dem habe ich sie nie ganz vergessen, als mal ein Fernsehbericht kam, wusste ich sofort, worum es geht, als das Buch erschien, wollte ich es haben und die Entstehung des Filmes habe ich ebenfalls verfolgt. Ich kann nicht sagen, woher diese Faszination oder einfach dieses Interesse kommt. Vielleicht, weil es hier trotz aller Widrigkeiten eine besondere Liebesgeschichte gibt? Weil die Geschichte zeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur will? Weil die Liebe siegt? Weil es noch Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen? Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass der Bericht mich damals berührt hat. Nein, so kitschig, wie es klingt, ist diese Geschichte ganz und gar nicht. Nicht so aufgebläht, nicht so pathetisch, nicht gar so sehr den Zeigefinger schwingend. Sie ist echt. Und das macht sie besonders. Anderen mag das, was geschehen ist, kitschig, einigen anderen vielleicht sogar banal vorkommen. Und vielleicht ist es das auch. Vor allem aber zeigt es die seltsamen Wege, die das Leben manchmal geht. ----------------------------------------------------------------------------------------- Das Buch ist schonungslos. Benjamin Prüfer nimmt kein Blatt vor den Mund und berichtet von all den Abgründen, in die er geblickt hat. Von den Fehlern, die begangen wurden. Von Streits und Tränen, von Dreck, Elend und Leid. Von Verrat und Verzweiflung. Von den Verhaltensweisen, die man manchmal an den Tag legt, um andere zu schützen, Verhaltensweisen, die Außenstehenden übertrieben oder anmaßend vorkommen. Und das nimmt der Handlung das mystische, aber nicht ihren Zauber. Es ist ein wenig so, als würde man ein Kissen auf die Fensterbank legen und die Nachbarschaft beobachten, nur dass es irgendwie intensiver ist. Bei alldem kommt manchmal die Frage auf, ob es nicht anmaßend oder beschämend ist, sich so stark in das Privatleben anderer einzulesen, ob das Buch nicht etwas zu voyeuristisch ist. Nein, das ist es nicht. Diese Geschichte möchte erzählt werden – die Moral mag jeder für sich selber daraus finden. -------------------------------------------------------------------------------------------- Bei seinen Erzählungen findet der Autor leider immer wieder Entschuldigungen für seine Handlungen, auch wenn diese Fehler waren. Das mag nur natürlich sein, denn immerhin gab es Gründe, aus denen er sich so entschieden hat. Aber es schwingt immer ein klein wenig eine Rechtfertigung mit, die nicht immer passend oder nötig ist. Ein kleiner Kritikpunkt wäre noch zu erwähnen: Als jemand, der sich (gezwungenermaßen) stark mit dem HI-Virus auseinander gesetzt hat und als Mann mit einer HIV-positiven Frau an seiner Seite sollte es ihm doch daran gelegen sein, eine Trennung zwischen einer HIV-Infektion und einer AIDS-Erkrankung zu zeigen. Auch wenn das theoretisch bekannt ist und zumindest aus dem Zusammenhang auch klar wird, was gemeint ist, so ist im allgemeinen Sprachgebrauch beides gleich gesetzt, was medizinisch falsch ist. Prüfer führt im Buch auf, ab wann von AIDS gesprochen wird, schafft somit ein Bewusstsein auch für eine sprachliche Trennung, erwähnt dann aber in einem Kontext, in dem es um positive Testergebnisse geht, die Phrase einer AIDS-Erkrankung und verwischt die geschaffenen Grenzen somit selber wieder. ---------------------------------------------------------------------------------------------- Zusammenfassend lässt sich nur sagen, dass man hier ein besonderes Buch in den Händen hält. Eines, das sprachlich im Mittelfeld anzusiedeln ist und dessen Geschichte aus einem Hollywoodfilm zu stammen scheint. Dass es eben nicht so ist und dass einer der beiden, die das alles erlebt haben, aus seiner Sicht und in seinen Worten berichtet, macht vieles greifbar. Ob einem das Buch gefällt oder nicht, mag daran liegen, inwiefern man bereit ist, sich auf die Schicksale anderer einzulassen. Lesenswert ist es in jedem Fall und sei es nur um einem zu zeigen, wie das Leben spielen kann.

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  • Rezension zu "Wohin Du auch gehst" von Benjamin Prüfer

    Wohin Du auch gehst

    Leserrezension_2009

    18. August 2009 um 09:56

    Heike R. hat folgende Rezension eingereicht: "Leben ist das, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben.” - Henry Miller Benjamin Prüfer ist 22 Jahre alt, hat gerade seine erste Stelle als Redakteur bei einer deutschen Zeitung in Hamburg angetreten. An einem kalten Winterabend, in einer glühweinseligen Stimmung, entscheidet er sich spontan auf Anraten seines Freundes für eine dreimonatige Tour durch Südostasien. Ziel dieser Reise soll die Vervollständigung seiner Persönlichkeit sein. Der Backpacker reist durch Thailand und Laos, auf dem letzten Drittel seiner Tour landet er in der Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, wo er in einer Disko das Bargirl Sreykeo kennenlernt und die Nacht mit ihr verbringt. Bis dahin ist es eine Geschichte, wie sie schon viele erlebt haben. Aber für Benjamin kommt es anders. Sreykeo wird nicht zum Ausrutscher einer durchzechten Nacht oder zu einer netten Urlaubsanekdote und Benjamin bleibt kein Unbeteiligter, kein Zuschauer und kein Tourist. Er entschließt sich, seinen Backpackerstatus aufzugeben, bricht seine Tour ab und verbringt die restlichen Tage seines Persönlichkeitsvervollständigungstrips abseits der ausgetretenen Pfade des Backpackerlandes mit der ihn so faszinierenden Sreykeo. **************** "Ich bewunderte sie. Sie wusste nicht, dass Menschen auf dem Mond gewesen waren, dass die Wrestling Kämpfe im Fernsehen gestellt sind und einmal hat sie mich gefragt, wo die Vereinten Nationen liegen und warum sie Soldaten in ihr Land geschickt hätten. Doch unterm Strich wusste sie mehr über das Leben als ich. Alles hatte sie durch Erfahrungen gelernt, durch Schmerzen, nicht durch Noten." **************** In diesen Tagen lernt er den wahren kambodschanischen Alltag außerhalb der Blase seiner westlichen Dekadenz kennen. Seine Erschütterung und Faszination reichen sich die Hand. ***************** „Und jeder Tag war, als würde ich durch ein verwunschenes Schloss wandeln. Jede Tür, die sich öffnete, zeigte etwas Sonderbares, das manchmal schön war, manchmal grausam, manchmal beides zugleich, aber immer schien es mein Bild von der Welt in Frage zu stellen.“ „Wer aus Kambodscha zurückkehrt und sich aus der Sicherheit des Backpackerlandes herausgewagt hat, der wird mehr über sich erfahren. Und vielleicht wird ihm nicht alles, was er gelernt hat, gefallen.“ ***************** Phnom Penh ist ein Mekka für Sextouristen, das Geschäft mit der Liebe blüht, die Einheimischen sind bettelarm und um zu überleben, müssen unzählige Frauen ihren Körper verkaufen. Einmal in diesem Netz gefangen, gibt es selten ein entkommen. So ergeht es auch Sreykeo, die mit der Prostitution, den Lebensunterhalt für ihre Familie verdient. Benjamin kehrt nach Deutschland mit dem festen Entschluss zurück, Sreykeo aus diesem Netz zu befreien. Monatlich erhält sie finanzielle Unterstützung von ihm, die sie vom Milieu fernhalten soll. Kontakt halten sie über Telefon, SMS und Mail. Eines Tages erhält er eine Mail von Sreykeo, die nur das Wort „Positive“ enthält. Sreykeo ist HIV infiziert, die Anzahl der Viren pro Milliliter Blut ist schon recht hoch, die Zerstörung des Immunsystems läuft bereits auf vollen Touren. ***************** „Dieses Ding liebt nicht, es atmet nicht, es lebt nicht. Es tut nichts Gutes, hat keinen Platz im Kreislauf des Lebens, ist noch nicht mal ein Glied der Nahrungskette. Es hat keine Aufgabe in dieser Welt. Es ist keine biblische Strafe, die in die Welt gesetzt wurde, um uns Menschen für unsere Dekadenz zu kasteien.“ „Es bringt uns aber trotzdem um, weil es keinen Grund gibt, es nicht zu tun, denn wir sterben so langsam, das wir genügend Zeit haben, um noch weitere Menschen zu infizieren, so dass sein Fortbestand gesichert ist. Unseren Körper zerstört es als Letztes. Vorher zerstört es Freundschaften, Liebe, Träume, Hoffnungen, unseren Stolz, unsere Würde, unsere Selbstständigkeit.“ ******************* Trotz anfänglicher Skepsis und (halbherzig) versuchter Rückzüge aus der Beziehung, dem Virus gelingt es nicht die Freundschaft, Liebe, Träume und Hoffnungen der Beiden zu zerstören. Benjamin tritt den Kampf um seine Liebe an. In dem von Mangel und Unterversorgung gekennzeichneten kambodschanischen Gesundheitssystem, organisiert und finanziert er eine Therapie für Sreykeo und ihre Schwester, die ebenfalls infiziert ist. An seiner Seite seine Familie, die ihn unterstützt und ihm Halt gibt. Auch wenn Benjamin Prüfer in seiner ihm eigenen bescheiden Art im Verlauf der Geschichte und bei Medienauftritten betont, dass er nicht gern als Held gefeiert wird und sich keinesfalls als solcher versteht, was er für den Erhalt seiner Liebe in Bewegung gesetzt hat, ist für mich heroisch, insbesondere wenn ich seine Jugend bei dieser Beurteilung mit ins Kalkül ziehe. Das ursprüngliche Ziel seiner Reise, die Persönlichkeitsvervollständigung hat er jedenfalls längst erreicht. Er mischt sich in das Leben der Familie ein, übernimmt die Führung und Verantwortung, leistet außergewöhnliches, ist mutig, willensstark, selbstlos und wächst immer wieder über sich hinaus. „Wohin Du auch gehst“ ist eine außergewöhnliche, autobiografische Geschichte über eine wahre Liebe zwischen zwei Kulturen, deren Werte nicht unterschiedlicher sein können. Benjamin Prüfer erzählt über seine schicksalhafte Begegnung mit Sreykeo ohne jeglichen Kitsch, nüchtern und ehrlich, dabei geht er auch schwer mit sich in Kritik. Seine Konflikte und Kämpfe, die Auseinandersetzung mit Leben und Tod und seine persönlichen Unsicherheiten bleiben dem Leser nicht verborgen. Das Schicksal der Beiden, ihr Mut und Überlebenswille und die Berichte über die Lebensverhältnisse im fernen Kambodscha haben mich schwer berührt, dabei musste ich mehrfach gegen den Kloß in meinem Hals ankämpfen. Ich wünsche den Beiden ein gutes, glückliches und langes Leben. Der Wunsch nach dem gemeinsamen, gesunden Kind möge sich unbedingt erfüllen. Ein bisschen schade fand ich, dass im Buch nur die Rede von einem Fotografen ist, der die Beiden für eine Zeitungsreportage in Kambodscha getroffen und fotografiert hat. Leider haben es diese Fotos nicht ins Buch geschafft, nur auf dem Cover und der Rückseite des Buches ist das Paar abgebildet. Zum Glück gibt es das Internet und da kann sich jeder Leser abschließend ein Bild von diesem hübschen Paar, das durch tiefe Täler marschieren musste, um seinen Frieden zu finden, machen. Für Januar 2010 ist die Verfilmung dieser Biografie durch Detlev Buck angekündigt.

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  • Rezension zu "Wohin Du auch gehst" von Benjamin Prüfer

    Wohin Du auch gehst

    Dilbertine

    14. August 2009 um 09:27

    "Leben ist das, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben.” - Henry Miller ****************** Benjamin Prüfer ist 22 Jahre alt, hat gerade seine erste Stelle als Redakteur bei einer deutschen Zeitung in Hamburg angetreten. An einem kalten Winterabend, in einer glühweinseligen Stimmung, entscheidet er sich spontan auf Anraten seines Freundes für eine dreimonatige Tour durch Südostasien. Ziel dieser Reise soll die Vervollständigung seiner Persönlichkeit sein. Der Backpacker reist durch Thailand und Laos, auf dem letzten Drittel seiner Tour landet er in der Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, wo er in einer Disko das Bargirl Sreykeo kennenlernt und die Nacht mit ihr verbringt. Bis dahin ist es eine Geschichte, wie sie schon viele erlebt haben. Aber für Benjamin kommt es anders. Sreykeo wird nicht zum Ausrutscher einer durchzechten Nacht oder zu einer netten Urlaubsanekdote und Benjamin bleibt kein Unbeteiligter, kein Zuschauer und kein Tourist. Er entschließt sich, seinen Backpackerstatus aufzugeben, bricht seine Tour ab und verbringt die restlichen Tage seines Persönlichkeitsvervollständigungstrips abseits der ausgetretenen Pfade des Backpackerlandes mit der ihn so faszinierenden Sreykeo. **************** "Ich bewunderte sie. Sie wusste nicht, dass Menschen auf dem Mond gewesen waren, dass die Wrestling Kämpfe im Fernsehen gestellt sind und einmal hat sie mich gefragt, wo die Vereinten Nationen liegen und warum sie Soldaten in ihr Land geschickt hätten. Doch unterm Strich wusste sie mehr über das Leben als ich. Alles hatte sie durch Erfahrungen gelernt, durch Schmerzen, nicht durch Noten." **************** In diesen Tagen lernt er den wahren kambodschanischen Alltag außerhalb der Blase seiner westlichen Dekadenz kennen. Seine Erschütterung und Faszination reichen sich die Hand. ***************** „Und jeder Tag war, als würde ich durch ein verwunschenes Schloss wandeln. Jede Tür, die sich öffnete, zeigte etwas Sonderbares, das manchmal schön war, manchmal grausam, manchmal beides zugleich, aber immer schien es mein Bild von der Welt in Frage zu stellen.“ „Wer aus Kambodscha zurückkehrt und sich aus der Sicherheit des Backpackerlandes herausgewagt hat, der wird mehr über sich erfahren. Und vielleicht wird ihm nicht alles, was er gelernt hat, gefallen.“ ***************** Phnom Penh ist ein Mekka für Sextouristen, das Geschäft mit der Liebe blüht, die Einheimischen sind bettelarm und um zu überleben, müssen unzählige Frauen ihren Körper verkaufen. Einmal in diesem Netz gefangen, gibt es selten ein entkommen. So ergeht es auch Sreykeo, die mit der Prostitution, den Lebensunterhalt für ihre Familie verdient. Benjamin kehrt nach Deutschland mit dem festen Entschluss zurück, Sreykeo aus diesem Netz zu befreien. Monatlich erhält sie finanzielle Unterstützung von ihm, die sie vom Milieu fernhalten soll. Kontakt halten sie über Telefon, SMS und Mail. Eines Tages erhält er eine Mail von Sreykeo, die nur das Wort „Positive“ enthält. Sreykeo ist HIV infiziert, die Anzahl der Viren pro Milliliter Blut ist schon recht hoch, die Zerstörung des Immunsystems läuft bereits auf vollen Touren. ***************** „Dieses Ding liebt nicht, es atmet nicht, es lebt nicht. Es tut nichts Gutes, hat keinen Platz im Kreislauf des Lebens, ist noch nicht mal ein Glied der Nahrungskette. Es hat keine Aufgabe in dieser Welt. Es ist keine biblische Strafe, die in die Welt gesetzt wurde, um uns Menschen für unsere Dekadenz zu kasteien.“ „Es bringt uns aber trotzdem um, weil es keinen Grund gibt, es nicht zu tun, denn wir sterben so langsam, das wir genügend Zeit haben, um noch weitere Menschen zu infizieren, so dass sein Fortbestand gesichert ist. Unseren Körper zerstört es als Letztes. Vorher zerstört es Freundschaften, Liebe, Träume, Hoffnungen, unseren Stolz, unsere Würde, unsere Selbstständigkeit.“ ******************* Trotz anfänglicher Skepsis und (halbherzig) versuchter Rückzüge aus der Beziehung, dem Virus gelingt es nicht die Freundschaft, Liebe, Träume und Hoffnungen der Beiden zu zerstören. Benjamin tritt den Kampf um seine Liebe an. In dem von Mangel und Unterversorgung gekennzeichneten kambodschanischen Gesundheitssystem, organisiert und finanziert er eine Therapie für Sreykeo und ihre Schwester, die ebenfalls infiziert ist. An seiner Seite seine Familie, die ihn unterstützt und ihm Halt gibt. Auch wenn Benjamin Prüfer in seiner ihm eigenen bescheiden Art im Verlauf der Geschichte und bei Medienauftritten betont, dass er nicht gern als Held gefeiert wird und sich keinesfalls als solcher versteht, was er für den Erhalt seiner Liebe in Bewegung gesetzt hat, ist für mich heroisch, insbesondere wenn ich seine Jugend bei dieser Beurteilung mit ins Kalkül ziehe. Das ursprüngliche Ziel seiner Reise, die Persönlichkeitsvervollständigung hat er jedenfalls längst erreicht. Er mischt sich in das Leben der Familie ein, übernimmt die Führung und Verantwortung, leistet außergewöhnliches, ist mutig, willensstark, selbstlos und wächst immer wieder über sich hinaus. „Wohin Du auch gehst“ ist eine außergewöhnliche, autobiografische Geschichte über eine wahre Liebe zwischen zwei Kulturen, deren Werte nicht unterschiedlicher sein können. Benjamin Prüfer erzählt über seine schicksalhafte Begegnung mit Sreykeo ohne jeglichen Kitsch, nüchtern und ehrlich, dabei geht er auch schwer mit sich in Kritik. Seine Konflikte und Kämpfe, die Auseinandersetzung mit Leben und Tod und seine persönlichen Unsicherheiten bleiben dem Leser nicht verborgen. Das Schicksal der Beiden, ihr Mut und Überlebenswille und die Berichte über die Lebensverhältnisse im fernen Kambodscha haben mich schwer berührt, dabei musste ich mehrfach gegen den Kloß in meinem Hals ankämpfen. Ich wünsche den Beiden ein gutes, glückliches und langes Leben. Der Wunsch nach dem gemeinsamen, gesunden Kind möge sich unbedingt erfüllen. Ein bisschen schade fand ich, dass im Buch nur die Rede von einem Fotografen ist, der die Beiden für eine Zeitungsreportage in Kambodscha getroffen und fotografiert hat. Leider haben es diese Fotos nicht ins Buch geschafft, nur auf dem Cover und der Rückseite des Buches ist das Paar abgebildet. Zum Glück gibt es das Internet und da kann sich jeder Leser abschließend ein Bild von diesem hübschen Paar, das durch tiefe Täler marschieren musste, um seinen Frieden zu finden, machen. Für Januar 2010 ist die Verfilmung dieser Biografie durch Detlev Buck angekündigt.

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