Auch Deutsche unter den Opfern

von Benjamin Stuckrad-Barre 
3,6 Sterne bei34 Bewertungen
Auch Deutsche unter den Opfern
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Amüsante Reportagen mit Sprachwitz und Blick für das Detail. Die Tagespolitik von 2009 ist 2015 allerdings nur halb vergnüglich.

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Inhaltsangabe zu "Auch Deutsche unter den Opfern"

Deutschland ganz unten, Deutschland ganz oben – und mittendrin: Stuckrad-Barre, mit Stift, Papier und Kamera
Im Jahr 2001 brachte er 'Deutsches Theater' heraus, den 'Fotoroman einer Gesellschaft, die nur in der Öffentlichkeit und im Rollenspiel noch zu sich selbst zu kommen vermag' (FAZ). Nun erscheint die Fortsetzung: Reportagen, Porträts, Erzählungen, Mono- und Dialoge – ein Sittengemälde unserer Zeit.Wahlkampf, Streik, Demonstrationen, Konsum, Fußball, Kino, Theater, Musik, Literatur, Mode, Stadtleben, Überlandfahrten. Politik, Kultur, Gesellschaft.
Mit seinem Verfahren der teilnehmenden Beobachtung findet Stuckrad-Barre Momente der Wahrheit inmitten von Vorgängen, die genau diese verschleiern sollen. Dabei wechselt sein Blick permanent zwischen außen und innen, so dass nicht nur Erkenntnis über all die anderen Menschen, sondern auch über ihn, den Zuschauer, aufblitzt. Und so entsteht aus vielen Einzelbeobachtungen ein deutscher Klappaltar, aus vielen Texten eine Großerzählung, archäologisch blicken wir auf unsere Gegenwart: Das sind die Fragen, Personen und Orte, die uns bewegen – das sind die Bedingungen, unter denen wir leben.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462042245
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:22.02.2010

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    rkuehnes avatar
    rkuehnevor 7 Jahren
    Rezension zu "Auch Deutsche unter den Opfern" von Benjamin von Stuckrad-Barre

    Er trifft es einfach auf den Punkt. Stuckrad-Barre kommentiert, glosst, kolumniert und reportagt sich durch die deutsche Alltagswelt und schafft es, zu all den Dingen, zu denen man sich auch selbst so seine Gedanken macht, den Nagel auf den Kopf zu treffen. Ob nun zu diversen Wahlwerbeveranstaltungen, zu den Dienstreisen der Kanzlerin, zum Deutschen Fernsehen oder all den Medien-Hypes, die keine sind. Er findet die richtigen Worte. Hunderte Sätze, wie in Stein gemeißelt, finden sich in dieser Sammlung, jeden möchte man mit Edding an eine Wand malen, oder sich zumindest merken und nur selten gelingt es. Gerade deshalb, ist dieses Potpourri auch nach dem ersten Lesen immer wieder einen Blick wert. Sicher finden sich unter so vielen Texten auch einige, die das hohe Niveau der Highlights nicht so ganz mitgehen können, aber alles in allem ist das wirklich ein herausragendes Buch eines herausragenden Autoren/Journalisten/Sprachkünstlers. Stuckrad-Barre war schon Ende der 90er, Anfang der 00er-Jahre, richtig großartig, hatte dann so einen kleinen Hänger, aber hiermit ist er wirklich wieder da und wieder so gut wie zu besten Zeiten. Beeindruckend auch seine „Liebeserklärung“ an Udo Lindenberg anlässlich dessen Comebacks. Nach solch einem Text will man sofort alle Platten Lindenbergs hören und wenn ein Autor so etwas schafft, dann ist er wohl ein guter, da beißt die Maus keinen Faden ab.

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    SarahCatherines avatar
    SarahCatherinevor 8 Jahren
    Rezension zu "Auch Deutsche unter den Opfern" von Benjamin von Stuckrad-Barre

    Ein Querschnitt durch das Leben in Deutschland. Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt in diesem Buch episodenhaft von Treffen mit führenden und Nachwuchs-Politikern, einem Kinobesuch mit Til Schweiger, der Fanmeile zur EM 2008, einem Fernsehabend mit Dieter Hildebrandt, Scientology, einer Google-Party und vielen anderen mehr oder weniger alltäglichen Gegebenheiten, die allesamt irgendwie das Leben in Deutschland bestimmen. Helmut Dietl stellt im Vorwort die These auf, alles in diesem Buch sei erfunden. Ob das wahr ist oder nicht, kann sich jeder Leser selbst denken. Dietl sagt außerdem: "Im ersten Fall amüsiert er sich, im zweiten denkt er darüber nach, worüber er sich amüsiert hat und was das Ganze sein könnte."
    In was für einem Land leben wir eigentlich? Hier wird diese Frage ausschnittsweise beantwortet. Mal ist es amüsant, mal stimmt es nachdenklich, was von Stuckrad-Barre hier beschreibt. Den Abschluss bilden Gedanken zu Schlingensiefs "Tagebuch einer Krebserkrankung" und ein philosophisches Gespräch darüber, wie Erinnerungen an historische Ereignisse durch in den Medien gezeigte Bilder beeinträchtigt werden. Ein passender Abschluss, der dazu anregt, das Gelesene noch einmal zu überdenken.
    Ein interessanter Gegenwartsbericht - leicht zu lesen, aber dennoch keine leichte Kost.

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    ChiefCvor 8 Jahren
    Rezension zu "Auch Deutsche unter den Opfern" von Benjamin von Stuckrad-Barre

    Achtung, dies ist ein Buch mit möglichen Nebenwirkungen. So könnte man glatt zum Nichtwähler mutieren, nachdem man Stuckrad-Barres Momentaufnahmen aus dem letzten Wahlkampf gelesen hat. Egal, welcher Couleur, allzu gut kommen die Damen und Herren aus der Politik nicht weg. Denn Stuckrad-Barre ergreift bei seinen Beobachtungen keine Partei, außer seiner eigenen. Mit dem ihm ganz eigenen, originellen Stil wirft er brillante Schlaglichter auf die deutsche Gegenwart, die natürlich über Politik weit hinausreicht. Ein bunter Themenmix kommt so zusammen. Nicht jedem wird alles gefallen. Stuckrad-Barre scheint sich bei der Auswahl vor allem von seinen individuellen Interessen leiten zu lassen, und er macht keinen Hehl aus seinem eigenen Blickwinkel, ist persönlich involviert und zeigt das auch ganz deutlich. Das ist das Vorrecht der Kolumnisten und bei ihnen kann sich der Leser erholen von all der Schein-Objektivität vieler anderer journalistischen Beiträge, mit der die Autoren in Wahrheit oft genug krampfhaft ihre letzlich auch nur subjektive Sichtweise zu verschleiern suchen.
    Stuckrad-Barre schert sich auch einen Teufel darum, was vielleicht in seiner eigenen Generation (er ist Jahrgang 1975) als cool oder uncool gilt, so wenn er Groenemeyer und Müller-Westernhagen vergleicht und zugibt, dass er Teilen des jeweiligen Werkes der beiden Erzkonkurrenten durchaus etwas abgewinnen kann.
    Ebenfalls outet er sich als totaler Udo-Lindenberg-Anhänger, ja, als dessen Freund. Da mögen die Meinungen weit auseinander gehen. Da ich persönlich aber auch seit frühester Jugend ein großer Lindenberg-Fan bin, fand ich das natürlich super. Nun, die Geschmäcker sind verschieden, und manch einer wird sich vielleicht nur einige Beiträge aus dem Buch heraus picken. Ich jedenfalls, obwohl ich "eigentlich" kurze Texte nicht so gerne mag, habe das Buch mit großem Vergnügen von vorne bis hinten gelesen. Der Mann hat Witz, eine eigene Persönlichkeit und kann einfach schreiben. Und da solche Talente rar sind, ist es mir so ziemlich egal, worüber er schreibt. Hauptsache, er tut's und ich hoffe, er tut's auch weiterhin.

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    bogis avatar
    bogivor 8 Jahren
    Rezension zu "Auch Deutsche unter den Opfern" von Benjamin von Stuckrad-Barre

    Ein von der ersten Seite an neugierig machendes Reportagebuch. Dies entsteht, da man es mit den üblichen Verdächtigen zu tun bekommt, jedoch die Berichte gerade nicht mit den hinlänglich bekannten Thematas abgenudelt werden. So wird mit Bundes-Guido über sein vernarbtes Gesicht und mit der Kanzlerin über Bratwurst und Erbsensuppen gesprochen. So geht es beim zusammentreffen mit Grönemeyer und Westernhagen letztlich um die Konkurrenz der beiden. Skuril auch zu lesen, wie die fast penetranten Anwerbeversuche des Grünen-Chefs am Autor scheinbar abperlen. Nicht unbedingt zugesagt hat mir, wenngleich herrlich zu lesen, die Darstellung einer Lesung oder Diskussion von Studenten mit Günter Grass. Hier konstruiert der Autor einen Gegensatz von Grass zu Walter Kempowski, fast schon etwas agressiv, von dem ich gar nicht sicher bin ob es da wirklich einen gibt. Ich lese sie jedenfalls beide ausgesprochen gerne. Insgesamt ein Werk das sich leicht und damit flott liest, in einem , so finde ich, handwerklich perfekten Stil mit neugierig machenden Themen, weil eben andersartig. Ein wenig stutzig hat mich übrigens das Vorwort von Helmut Dietl gemacht. Er lässt anklingen das die Reportagen alle frei erfunden sind oder auch nicht???? Ich verlange Aufklärung.....

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    Beusts avatar
    Beustvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Amüsante Reportagen mit Sprachwitz und Blick für das Detail. Die Tagespolitik von 2009 ist 2015 allerdings nur halb vergnüglich.
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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Monaten
    Jeco01s avatar
    Jeco01vor 8 Monaten
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    KymLucavor 2 Jahren
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    Toaztyvor 2 Jahren
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    FrolleinJottvor 2 Jahren

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