Benjamin Wood

 4,3 Sterne bei 103 Bewertungen
Autor*in von Der Krabbenfischer, Der Krabbenfischer und weiteren Büchern.

Lebenslauf

BENJAMIN WOOD, geboren 1981, lebt in Surrey. Seine Werke waren u. a. für den Costa First Novel Award und den European Literature Prize nominiert. ›Der Krabbenfischer‹ ist sein fünfter Roman und der erste, der auf Deutsch erscheint.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Benjamin Wood

Cover des Buches Der Krabbenfischer (ISBN: 9783755800613)

Der Krabbenfischer

(83)
Erschienen am 15.07.2025
Cover des Buches Der Krabbenfischer (ISBN: 9783755815396)

Der Krabbenfischer

(17)
Erschienen am 15.07.2025
Cover des Buches The Bellwether Revivals (ISBN: 9780857206961)

The Bellwether Revivals

(2)
Erschienen am 01.01.2013
Cover des Buches The Young Accomplice (English Edition) (ISBN: B09GJW4XJZ)

The Young Accomplice (English Edition)

(1)
Erschienen am 16.06.2022

Neue Rezensionen zu Benjamin Wood

Cover des Buches Der Krabbenfischer (ISBN: 9783755815396)
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Rezension zu "Der Krabbenfischer" von Benjamin Wood

S_Malt
Wo das Meer entscheidet, wer man sein darf

Benjamin Wood gelingt mit „Der Krabbenfischer“ ein leiser, eindringlicher Roman über Herkunft, soziale Prägung und die schmerzhafte Frage nach persönlicher Freiheit. Das Buch entfaltet seine Wirkung nicht durch große äußere Handlung, sondern durch die präzise Beobachtung eines inneren Konflikts, der umso universeller wirkt, je konkreter er erzählt wird.


Im Mittelpunkt steht der 20jährige Thomas Flett, der in dem fiktiven Küstenort Longferry lebt – einem Ort, der weniger Kulisse als Schicksal ist. Longferry ist vom Rhythmus des Meeres, harter Arbeit und Traditionen bestimmt. 

Wer hier geboren wird, scheint von Anfang an einen festgelegten Platz zu haben. Thomas arbeitet - wie schon sein Großvater - als Krabbenfischer, ein Beruf, der körperlich extrem fordernd ist und zugleich sinnbildlich für die Enge seines Lebens steht. Mit Anfang 20 ist er bereits so tief in der Routine seines täglichen Lebens sowie in einer Abhängigkeit zu seiner Mutter gefangen, dass es beim Lesen fast schmerzt; man möchte ihn bei der Hand nehmen und aus seinem Leben befreien. 

Seine eigentliche Leidenschaft - die er vor seiner Mutter versteckt - gilt der Folk-Musik und dem Gitarrenspiel. Dabei ist Musik ist für Thomas kein bloßes Hobby, sondern ein stiller Gegenentwurf zu dem Leben, das von ihm erwartet wird.


Dann taucht Edgar auf, ein amerikanischer Regisseur auf und bringt Bewegung in die erstarrte Ordnung und Enge von Thomas’ Leben. Plötzlich eröffnen sich Möglichkeiten, die zuvor undenkbar schienen – aber auch Ängste. 

Wood vermeidet es klug, diesen als reine Erlösungsfigur zu inszenieren. Stattdessen fungiert sie als Katalysator, der bestehende Spannungen sichtbar macht; zwischen Thomas und der Dorfgemeinschaft, zwischen Loyalität und Selbstverwirklichung, zwischen dem Wunsch zu bleiben und dem Drang zu gehen - sich zu befreien. Und sie zeigt Thomas auf, dass auch in seinem Leben noch Platz ist für eine weitergreifende Freundschaft. 

Doch kommt es dann in Bezug auf Edgar noch zu einer überraschenden Wendung. 


Stilistisch überzeugt der Roman durch eine ruhige, dichte Sprache, die stark von Atmosphäre lebt. Wood beschreibt das Meer, und den Alltag des Krabbenfischers Thomas mit einer Genauigkeit, die nie ins Folkloristische kippt. 

Besonders gelungen ist die Darstellung der inneren Zerrissenheit von Thomas; seine Hoffnungen und Zweifel wirken glaubhaft, weil sie klein, tastend und oft widersprüchlich sind. Gerade darin liegt die emotionale Kraft des Romans.

Die Nebenfiguren - seine Mutter sowie die Schwester seines Freundes (in die er verliebt ist, sie aber für unerreichbar hält) - erhalten die notwendige Tiefe, nehmen dabei aber weniger Raum in der Story ein, als eher in Thomas‘ Leben und Gefühlswelt. 


„Der Krabbenfischer“ stellt keine einfachen Antworten bereit. Wood romantisiert weder das Verlassen der Heimat noch das Bleiben. Stattdessen zeigt er, wie tief Herkunft in das Selbstbild eines Menschen eingeschrieben ist – und wie schmerzhaft jeder Versuch sein kann, sich davon zu lösen. Der Roman fragt eindringlich: Wie viel Freiheit ist möglich, ohne die eigene Vergangenheit zu verleugnen?


Insgesamt ist „Der Krabbenfischer“ ein stilles, aber nachhaltiges Buch, das lange nachhallt. Benjamin Wood beweist ein feines Gespür für soziale Dynamiken und innere Prozesse. Wer sich für literarische Auseinandersetzungen mit Identität, Klasse und Herkunft interessiert, findet hier einen Roman von großer emotionaler und gedanklicher Tiefe.


Cover des Buches Der Krabbenfischer (ISBN: 9783755815396)
Nica_101s avatar

Rezension zu "Der Krabbenfischer" von Benjamin Wood

Nica_101
Ein ruhiges und spannendes Buch

Benjamin Wood kann unglaublich gut Atmosphäre schaffen. Mich hat der tägliche Lauf des jungen Thomas als Krabbenfischer sehr fasziniert. Ich konnte förmlich das Wasser des Meeres unter meinen Füßen spüren. Und als der komische Kautz von Regisseur hinzukam, wurde es noch mal richtig spannend.

Eine schöne, leise Geschichte in einem eintönigen, minimieten Leben.

Der Sprecher Rashid Daniel Sidgi hat es sehr gut gesprochen!

Cover des Buches Der Krabbenfischer (ISBN: 9783755800613)
Peraxs avatar

Rezension zu "Der Krabbenfischer" von Benjamin Wood

Perax
Muss man nicht gelesen haben

Das Cover des Buches ist wirklich ein richtiger Hingucker, das ist echt total schön geworden. Schade, dass mich der Inhalt dann nicht ganz so überzeugen konnte.
Wir folgen hier Thomas Flett, der laut Klappentext zwar erst Anfang 20 ist, sich für mich aber eher wie Mitte 40 gelesen hat. Thomas ist Krabbenfischer in England und lebt da ein ziemlich hartes Leben, das ihn nicht wirklich ausfüllt. Er verdient gerade genug zum Überleben, muss bei Wind und Wetter hinaus und schuften. Außerdem wohnt er bei seiner Mutter und führt eine recht eigenartige Beziehung zu ihr. Eines Tages kommt ein Regisseur zu den beiden und für Thomas ist das womöglich DIE Chance, aus seinem tristen Alltag zu entkommen.
Das Beste an dem Buch war für mich die Atmosphäre, die ist hier wirklich sensationell gut rübergekommen. Generell fand ich die erste Hälfte des Buches ganz gut. Nur die zweite Hälfte konnte mich leider nicht überzeugen. Der Regisseur blieb schwammig und undurchsichtig, den Twist fand ich platt und das Ende nichtssagend und irgendwie vorhersehbar. Das Buch hat jetzt nicht viele Seiten, daher liest es sich schon schnell weg. Aber so richtig empfehlen würde ich es nicht.

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