Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen

von Benjamin von Stuckrad-Barre 
3,6 Sterne bei8 Bewertungen
Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen
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leolass avatar

Stuckrad-Barre ist wirklich ein sehr guter Beobachter. Ein abwechslungsreiches, unterhaltsames und bissiges Buch.

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Stuckrad-Barre ist der wohl beste Chronist unserer Zeit.

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Inhaltsangabe zu "Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen"

Gruppenbild mit Selbstauslöser.
'Panikherz' war eine Reise ins Innere. Nun geht es in die umgekehrte Richtung: nach draußen, zu den anderen.
Mit Boris Becker schaut er in Wimbledon das berühmte Finale von Wimbledon. Mit Helmut Dietl scheitert er in Berlin wegen Berlin an Berlin. Dem Freund Christian Ulmen schaut er zu bei der Verwandlung in 'Christian Ulmen'. Mit Ferdinand von Schirach schweigt er in der Schreibklausur über das Schreiben. Bei Madonna live in L.A. entdeckt er wahrhaftige Künstlichkeit. Mit Thomas Bernhard löscht er eine Redaktionskonferenz über Thomas Bernhard aus. Und Pharell Williams singt den Sommerhit zum Herbstanfang, verspätet sich aber – der Autor fährt unterdessen ein letztes Mal an den See. Außerdem: ein melancholisches Adieu an das bedruckte Papier. Ein Selbstversuch im Tattoostudio. Geschichte wird gemacht – im Wechsel der Frisuren.
Nach der Reise ans Ende der Nacht wird die Welt nun bei Tageslicht betrachtet. Benjamin von Stuckrad-Barre öffnet weit die Augen und schaut, wie die anderen das hinkriegen: das Leben. Die hier versammelten Texte liefern ein akkurates Selbstporträt über Bande, es ist eine Suche nach dem Wir. Das Ergebnis: eine Familienaufstellung. Eine Heldenparade. Eine Götzendämmerung. Der Befund des von der Wirklichkeit irritierten Autors fällt melancholisch aus: Es geht uns nicht gut – wir müssen uns alle mal irgendwo hinlegen. Nur wohin? 'Remix 3' endet folgerichtig dort, wo 'Panikherz' entstand: am Sunset Boulevard.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462051810
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:08.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.03.2018 bei tacheles! erschienen.

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    Bris avatar
    Brivor 5 Monaten
    Tendenziöse Gedanken zur Popkultur

    Benjamin von Stuckrad-Barre ist ein Autor, den man entweder liebt oder nicht mag. Hassen wäre ein zu hartes Wort und es geht hier ja tatsächlich nicht um die Person Stuckrad-Barres, sondern um seine Art des Schreibens. Oder? Meine Haltung zur Popliteratur ist im allgemeinen eine eher indifferente. Ich lese zwar gerne "leichte" Texte, wenn mir danach ist, ich bin auch - würde mein Mann sagen - ab und an an Klatsch interessiert, aber inhaltlich brauche ich dann doch ein gewisses Maß an Tiefe - oder, um Edward St. Aubyn zu zitieren: ein gutes Buch braucht Relevanz und eine besonders gute Schreibe.

    Gut schreiben kann er, der Benjamin Stuckrad-Barre. Am besten dann, wenn er sich von dem, was die Popliteratur wohl ausmacht, entfernt und allgemein, sogar zeitlos wird. Interviews mit ein paar Einzelheiten angereichert, wie das mit Boris Becker, sind interessant, erfrischend, doch eben Interviews und nicht unbedingt für mich in die literarische, sondern eher journalistische Schiene zu packen. Dennoch schreibt er auch in diesen Fällen gut. Was die Relevanz angeht, da bin ich bei seinen Texten wohl nicht die richtige Gewährsfrau. Ab und an erfreue auch ich mich an Klatsch & Tratsch, keine Frage, aber das sind alles nur Ablenkungsmanöver, kleinere Fluchten aus dem Alltag. Literatur hingegen ist für mich kein Eskapismus, sondern ein tieferes Verstehen der Vorgänge, der Zeit, der Welt, dessen was diese im Kern zusammenhält.

    Erst kürzlich ist auf 54books eine "tendenziöse" These zur Literaturkritik veröffentlicht worden, die sich damit beschäftigt, welche Kriterien angesetzt werden können oder sollten, um eine Literarizität eines Textes zu bestätigen. Die bloße Etikette der Echtheit, Authentizität oder Aufrichtigkeit reicht da - und da stimme ich mit der These überein - nicht aus. Das wird ja nun schon seit geraumer Zeit so diskutiert und gerade deshalb ist tatsächlich überraschend, dass das Feuilleton und die Leserschaft derzeit großen Gefallen an Büchern, allen voran Romanen, findet, deren Erfolg gerade auf ihrer (vermeintlichen) Authentizität, der autobiographischen Komponente, fußt. Sieht man sich in den Bestsellerlisten um, tauchen bestimmte Namen immer wieder auf: Knausgård oder Despentes, sind die beiden, die mir sofort dazu einfallen. Wobei man die Werke der beiden streng genommen wohl nicht vergleichen kann. Während Knausgård eher die Art Nabelschau betreibt, die mir persönlich nicht so sehr zusagt und die ich intuitiv subjektiv auch mit Stuckrad-Barre in seinem Roman Panikherz verbinde, schlägt Despentes den universelleren Weg der Gesellschaftsbeobachtung mit Fokus auf eine Hauptfigur, die von zahlreichen Nebenprotagonisten begleitet wird, ein. Ob der Unterschied in der Vorgehensweise ein geschlechtsspezifischer ist, könnte man ketzerisch hinterfragt nennen. Sei es wie es sei - alleine daraus, dass Texte authentisch wirken, ist noch keine Literatur geschaffen, darüber sind sich die meisten Leser wohl einig.

    Doch wie geht man, wie gehe ich, in diesen Fällen dann mit tatsächlich authentischen, weil in realen Situationen entstandenen Texten um? Interviews, Berichte, kulturkritische Texte leben nun einmal davon, dass sie über etwas erzählen. Der Kernpunkt dabei ist ihre Aktualität. Up to date sein ist ein Hauptbestandteil von Popliteratur. Immer dran sein am Zeitgeist, immer zur rechten Zeit am rechten Ort - anstrengend ist das wohl für die, die sich schreibend in diesem Genre bewegen, das subversiv sein will, die Kluft zwischen Kunst und Kapitalismus, zwischen Elite- und Massenkultur aufheben will. Eigentlich ein Wesenszug, den ich wünschenswert und sympathisch finde. Dennoch ist da etwas, was ich nicht recht fassen kann, was mich nicht überzeugt. Wie bereits oben erwähnt, kann Benjamin von Stuckrad-Barre schreiben. Und mit seinem Texte scheint er viele Menschen zu erreichen und ihnen etwas zu geben, was sich mir nicht erschließt. Seine Auftritte sind legendär, seine Lesungen wohl weit mehr als das, eher Inszenierungen. Und vielleicht ist es gerade das, was ich an dieser Stelle verstörend finde. Der Autor, der so sehr im Mittelpunkt steht, dass seine Texte dahinter verschwinden. Egal, welchen Text ich aus Ich glaub, mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen: Remix 3 las, immer schob sich das Bild von Stuckrad-Barre dazwischen.

    Seit geraumer Zeit lese ich den Patrick-Melrose-Zyklus von Edward St. Aubyn. Ich weiß, dass die Kerngeschichte dieser Romane die Lebensgeschichte St. Aubyns und seiner Familie ist, ich weiß, dass hier vieles sehr autobiographisch ist und trotzdem schafft der Autor es, hinter seinem Werk zu stehen, nicht davor. Er verstellt mir den Blick auf Text in keiner Weise, weil er es schafft, seine Erfahrungen meisterhaft in einen Roman zu transportieren, der alle emotionalen Lagen dessen auslotet, was wir als Menschsein bezeichnen und damit nie kitschig wird. Sprachlich und stilistisch virtuos. Hier stimmen Inhalt, Konzept, Struktur und angewandtes Handwerk. Und hier wird klar, es geht sicherlich auch darum, etwas durch das Schreiben zu verarbeiten, doch im Grunde genommen geht es um eine zeitlose Allgemeingültigkeit, angereichert mit der Nutzung aller zur Verfügung stehenden literarischen Möglichkeiten. Und genau das ist es, was ich als Lektüre brauche. Mit Elite oder Hochliteratur hat das für mich nichts zu tun. Denn auch sogenannte "Unterhaltungsliteratur" kann diesen, meinen Ansprüchen genügen.

    Für meine weiteren Lektüreversuche, was Texte von Benjamin Stuckrad-Barre und / oder Texte der Gattung Popliteratur angeht, heißt das allerdings auch, dass es keine geben wird. Allen Lesern, die sich jedoch von diesen Texten angesprochen fühlen, wünsche ich weiterhin viel Freude damit. Es lebe die Vielfalt.

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    seschatvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gute Unterhaltungslektüre, mehr aber auch nicht.
    Leider weniger intensiv und mitreißend als Panikherz

    Benjamin von Stuckrad-Barres neuester Coup namens "Ich glaub mir geht's nicht so gut, ich muss mich mal irgendwo hinlegen" konnte mich leider nicht so abholen wie sein letzter Bestseller "Panikherz".


    Woran lag's?
    Zum einen dreht sich das neueste Werk nicht ausschließlich um des Autors Vita, sondern nimmt das bunte Leben von Bekannten und Prominenten aus Sport, TV und Literatur (u. a. Boris Becker, Jürgen Fliege und Harald Schmidt) in den Blick und enttarnt dabei den ein oder anderen Spleen. Obschon es im Grunde darum geht, wie diese Menschen ihr Leben im und abseits des Rampenlichts meistern, vermochten mich nur einzelne Geschichten zu überraschen sowie zu begeistern, so z. B. der Besuch bei Ferdinand von Schirach in Venedig oder die Drehbuchsessions mit Helmut Dietl.

    Zum anderen wirkte vieles beliebig und belanglos und wurde oftmals unnötig in die Länge gezogen. Es ist einfach anstrengend, wenn überschaubarer Inhalt durch gesteigerte Seitenzahl kaschiert wird. Nichtsdestotrotz blitzt Stuckrad-Barres literarisches Talent an der ein oder anderen Stelle hervor. Auffällig ist allerdings, dass er sich im Buch selbst sehr zurücknimmt und dafür die oftmals schrulligen Personen vorstellt. Geht es dann doch mal um ihn, so z. B. um den Musikplattenkauf in Berlin oder Fußball-WM-Erlebnisse, dann wirkt die Argumentation meist unnötig aufgebläht. Wenngleich die Grundstimmungen im Lande vom Autor stets frappierend treffsicher aufgespürt werden, so kann dies nicht über das fehlende Konzept hinwegtäuschen. Auch dem Erzählton fehlte es mitunter an der liebgewonnenen Spritzigkeit und Direktheit.

    Fazit
    Eine gute Unterhaltungslektüre oder Lightversion eines Gesellschaftsporträts, mehr aber auch nicht. 

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    leolass avatar
    leolasvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Stuckrad-Barre ist wirklich ein sehr guter Beobachter. Ein abwechslungsreiches, unterhaltsames und bissiges Buch.
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    Marina_Nordbrezes avatar
    Marina_Nordbrezevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Stuckrad-Barre ist der wohl beste Chronist unserer Zeit.
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    Jeco01s avatar
    Jeco01vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Stuckrad-Barre hat einfach eine unverwechselbare Art, die Dinge zu beschreiben.
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    B
    BiancaBerlinvor 6 Monaten
    Anne-Sophie_Fuchss avatar
    Anne-Sophie_Fuchsvor 6 Monaten
    aenneken85s avatar
    aenneken85vor 7 Monaten

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