Benjamin von Stuckrad-Barre Nüchtern am Weltnichtrauchertag

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Inhaltsangabe zu „Nüchtern am Weltnichtrauchertag“ von Benjamin von Stuckrad-Barre

Ihr sagt »Prost!«, ihr sagt »Cheers!«, ich sage »Nein, danke!« Wie sieht das Leben aus, wenn man nicht mehr trinken darf? Was erlebt man, wenn man zum Wasser greift, während die anderen sich auf ihre ganz individuellen Berauschungspfade begeben? Was hat einem die Nacht dann noch zu bieten? Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt davon, was bleibt, wenn man nicht mehr mitmachen kann. Und wie die anderen wirken, die weiter munter dabei sind. Selten ist so verdichtet darüber geschrieben worden, wie der Umgang mit der legalen Droge Alkohol die Menschen unterscheidet und das Leben prägt. Und dann führt Benjamin von Stuckrad-Barre den Gegenversuch durch, indem er am Weltnichtrauchertag eben nicht aufhört, sondern seinen Tagesablauf als Raucher protokolliert, von der ersten Zigarette im Stehcafé über diverse Schreibtischzigaretten, Spazierganglungenzüge und die letzte spätabends auf dem Balkon. Nach dem Bestseller »Panikherz«: die B-Seite der Nacht.

Stuckrad-Barre kompakt aber wunderbar

— Silkchen2909
Silkchen2909

2 geistreiche Geschichten aus der Feder des Popliteraten.

— seschat
seschat

Ein sehr kleines, aber lesenswertes Büchlein über das Nüchternsein unter Trinkenden. Ich liebe "Stuckis" Wortakrobatik!

— FrolleinJott
FrolleinJott

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  • "Schnaps!" war nicht sein letztes Wort

    Nüchtern am Weltnichtrauchertag
    Duffy

    Duffy

    13. January 2017 um 12:28

    Endlich mal ein Buch über die legalen Suchtmittel Alkohol und Nikotin, das die Probleme wirklich beim Namen nennt. Nicht die weinerlichen und soziopsychologischen Horrorbetrachtungen mit dem Verständnis der großen Therapeuten, sondern der Kern der Sache, um damit fertig zu werden. Das Problem beginnt nämlich nicht mit der Sucht, die ist eben einfach mal da, der Knackpunkt ist der Moment, wenn man mit dem Saufen aufhört. Das muss durchgehalten werden. Und das in einer Gesellschaft, die eben das Saufen zum gesellschaftlichen Ritual erhoben hat. Da sind die Probleme mit der Versuchung, mithalten zu wollen und zu können. Ohne Alkohol. Der Autor hat aus eigener Erfahrung daraus einen längeren Essay und Erfahrungsbericht gemacht, der genau diesen Ansatz verfolgt und daher auch denen helfen kann, die sich ihrer Sucht auch nach der Abstinenzentscheidung dauerhaft entledigen wollen. Dau gehören die hier geschilderten Erfahrungen und Erkenntnisse, die man daraus ziehen kann, die dann wiederum in eine ganz automatische Willensbildung zum Durchhalten ermöglichen. Diejenigen, die Barres Weg ebenfalls beschritten haben, jubeln während der Lektüre jedenfalls laut auf, weil hier endlich mal jemand die entscheidenden Gedanken auf den verbalen Punkt gebracht hat. Und diejenigen, die die Wassertrinker belächeln, sollte man das Buch um die Ohren hauen, solange, bis sie begriffen haben, wie armselig doch z.B. ein "schöner" Abend ist, wenn er vom Konsum alkoholischer Getränke abhängig wird.Die Zugabe, Barres Protokoll seines Rauchverhaltens, ist von ähnlichem Kaliber. Durchtränkt mit Wahrheiten und amüsanter Betrachtensweise, die die einzige ist, die uns Rauchern in der Welt militanter Nichtraucherlegionen noch bleibt.Ein Hoch auf dieses kleine Buch, mein Herz flattert immer noch voll Freude und ich werde sicher sehr bald einige Passagen daraus auswendig zitieren können. Und immer auch den Autor nennen. Sowas von Pflichtlektüre!

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  • Die Realität auch, wenn sie weh tut

    Nüchtern am Weltnichtrauchertag
    dominona

    dominona

    14. November 2016 um 11:23

    Panikherz hat mich nicht interessiert  - ich will wissen, was danach kommt und das ganz nüchtern und hier im wahrsten Wortsinn. Er bringt wichtiges zum Thema Drogen auf den Punkt, schreibt sich Sachen von der Seele, die alle, die gerne bis zum get no einen Heben gehen mal irgendwann verstanden haben sollten. Er erfindet sicherlich nicht das Rad neu, aber man sieht den Kampf und das Genervt sein, aber man weiß auch, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. Von einem, der abstürzt, um mit klarem Kopf wieder aufzustehen. Manchmal sehr stark runtergebrochen, aber ohne viel Gelaber sondern auf das Wichtigste reduziert.

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  • Stuckrad-Barre kompakt, aber sehr gut

    Nüchtern am Weltnichtrauchertag
    Silkchen2909

    Silkchen2909

    12. November 2016 um 09:36

    Benjamin von Stuckrad-Barre ist ein streitbarer Geselle. Entweder mag man seine extrovertierte, bisweilen arrogante Art oder sie nervt einen kolossal. Man kann dem Autor vieles vorwerfen, aber mangelnde Offenheit gehört nicht dazu. Das zeigt auch sein neuestes Werk "Nüchtern am Weltnichtrauchertag", erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch. Klein ist das Buch (A5) und kurz (80 Seiten), aber das macht es nicht weniger gut. Im "Nüchtern"-Abschnitt schildert von Stuckrad-Barre, wie man als Nicht-Trinker eine alkoholgeschwängerte Party erlebt. Schön ist das nicht, nicht für ihn und nicht für die anderen, trinkenden Gäste. "Ich stehe da rum als nüchterne Antithese, und die braucht kein Mensch.", erkennt er selbst. Dann folgt das Raucher-Tagebuch, in dem der Berliner minutiös seine am Weltnichtrauchertag gerauchten Glimmstängel aufzählt. Auch das ist durchaus unterhaltsam, denn Stuckrad-Barre schreibt, wie er spricht. Man kann ihn in den wenigen Zeilen quasi selbst lamentieren hören - übers Nicht-mehr-trinken und dafür umso-mehr-rauchen. Das Buch ist ein kurzes Vergnügen, aber ein Vergnügen, wie fast immer, wenn Benjamin von Stuckrad-Barre schreibt.

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  • Keine Macht den Drogen

    Nüchtern am Weltnichtrauchertag
    seschat

    seschat

    30. October 2016 um 17:40

    Es gibt es etwas Neues vom Ausnahme-Popliteraten Benjamin von Stuckrad-Barre. Juhuu! Seit seinem Bestseller "Panikherz" bin ich ein großer Fan seiner schonungslos offenen Schreibe und kam daher auch um sein kleines Erzählbändchen (80 Seiten) mit dem Titel "Nüchtern am Weltnichtrauchertag" nicht herum. In diesem Büchlein lässt der Autor den geneigten Leser in die eigene Erfahrungswelt als nunmehr trockener Alkoholiker auf Empfängen und Partys abtauchen. Was bedeutet es, wenn man als Einziger abends ausschließlich Wasser trinkt, während sich die anderen volllaufen lassen und danach alles andere als adäquate Gesprächspartner sind? Für Stuckrad-Barre ist diese Erfahrung gleichermaßen schmerzlich und heilsam. Denn einerseits sieht er die Unmengen an Alkohol, die an solchen Abenden konsumiert werden, und freut sich, dass er den Morgen danach keinen Kater haben wird und auch sonstige Entzugserscheinungen ihn nichts anhaben können. Andererseits steht er auf solchen Events mit seiner Getränkewahl im Abseits und empfindet sich selbst nur als Staffage - ist daneben statt mittendrin. Sein unverstellter, ironischer Blick auf diese "Selbsterfahrungsabende" macht das Buch so lesenswert. Da interessiert den Leser die zweite Geschichte im Buch eher nur am Rande. In dieser beschreibt Stuckrad-Barre einen Tag im eigenen Raucher-Leben. Trotz 21 Klimmstängeln am Tag lässt sich der Autor seine morgendliche Joggingrunde entlang der Alster nicht nehmen und teilt gegen Helmut Schmidts ungeniertem Zigarettenkonsum empört aus. Wenngleich er seine Sucht und deren Unsinnigkeit erkennt, scheint er doch diesem einen Laster nicht abschwören zu können. Mit diesem Vorwissen wirkt der Untertitel schon etwas provokativ bzw. lächerlich, aber so ist der Autor und dafür liebt man ihn. Inhaltlich konnte mich die zweite Geschichte nicht so stark mitreißen wie die erste. Lieblingszitate:"[...] [U]nd ich stehe da also alleingelassen im Stimmungserdgeschoss mit einem Wasser, für mich geht es weder heiter rauf noch stimmungsvoll runter, ich habe maximal die Wahl zwischen still, medium und prickelnd. Da mal variieren? Läppisch. Also, bitte noch "eins mit", mit Kohlensäure. Funky." (S. 5) "Ich stehe da rum als nüchterne Antithese und die braucht kein Mensch." (S. 8)

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