Benjamin von Stuckrad-Barre Panikherz

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Inhaltsangabe zu „Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre

Über Helden und Freundschaft Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt eine Geschichte, wie man sie sich nicht ausdenken kann: Er wollte den Rockstar-Taumel und das Rockstar-Leben, bekam beides und folgerichtig auch den Rockstar-Absturz. Udo Lindenbergs rebellische Märchenlieder verführten und verdarben ihn, doch Udo selbst wird Freund und ist später Retter. Und nun eine Selbstfindung am dafür unwahrscheinlichsten Ort – im mythenumrankten 'Chateau Marmont' in Hollywood. Was als Rückzug und Klausur geplant war, erweist sich als Rückkehr ins Schreiben und in ein Leben als Roman. Drumherum tobt der Rausch, der Erzähler bleibt diesmal nüchtern. Schreibend erinnert er sich an seine Träume und Helden – Bret Easton Ellis, Westernhagen, Courtney Love, Thomas Gottschalk, Kurt Cobain, Helmut Dietl. Stuckrad-Barre erzählt mit seiner eigenen Geschichte zugleich die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahre.

Sehr authentisch, sehr bewegend und dabei stets unterhaltsam geschrieben. Am Ende etwas belanglos/ziellos, aber insgesamt sehr lesenswert!

— Cara_Elea
Cara_Elea

Man hört hier einfach nur gerne und gebannt zu.

— MaxSanders
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  • Man hört hier einfach nur gerne und gebannt zu

    Panikherz
    MaxSanders

    MaxSanders

    13. June 2016 um 21:48

    Ich war bisher kein großer "Fan" von Benjamin von Stuckrad-Barre (vllt. auch, weil ich nicht so richtig verstehe, was das ist und was man da macht) aber nach Panikherz weiß ich tatsächlich nicht mehr so genau, warum.Panikherz ist von der Story her betrachtet sehr besonders. Ganz einfach, weil sie eine unglaubliche Bandbreite hat und es absolut lohnenswert ist, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Was mich aber noch viel mehr beeindruckt hat, ist die Vortragsweise des Autors. Mit steigender Kapitelanzahl, wächst auch beim Hörer das Bewusstsein dafür, das kein anderer als Stuckrad-Barre selbst dieses Hörbuch hätte lesen können. In jedem Satz wird deutlich, wie untrennbar hier Stimme und Text verbunden sind. Und diese Einheit macht Panikherz zu einem Highlighthörbuch. Ach und zum Thema Udo Lindenberg nur so viel: keiner parodiert ihn so wie Stuckrad-Barre. Naja, Helge Schneider vllt. ;-) 

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  • Panikherz

    Panikherz
    Saralonde

    Saralonde

    30. April 2016 um 14:56

    Niedersachsen in den Achtzigern. Benjamin von Stuckrad-Barre ist Gymnasiast, Pfarrerssohn, das jüngste von vier Kindern. Seine Brüder bringen in früh mit der Musikkultur in Kontakt, vor allem mit den textgetriebenen Alben des jungen Udo Lindenberg. Benjamin ist fasziniert, da will er hin, da will er dabei sein, Back-Stage, im Umkreis der Musiker und irgenwie schafft er das auch schon in sehr jungen Jahren, schreibt, wird Kritiker. Doch das Leben vieler der Musiker ist nicht nur von Musik, sondern auch von Alkohol und Drogen bestimmt – klar, dass Benjamin auch diesen Teil des Rockmusiklebens abbekommt… 20 Jahre später reist Struckrad-Barre mit dem früheren Idol Udo Lindenberg nach L.A., genauer gesagt in das berühmte Hotel Chateau Marmont in Hollywood – und bleibt. Lindenberg hat gespürt, dass sein Freund Zeit zur Selbstfindung braucht. Es ist nicht ganz einfach für mich, dieses Buch neutral zu bewerten. Benjamin von Stuckrad-Barre und ich sind beide Jahrgang 1975, vieles, was er schildert, habe ich ähnlich in Erinnerung, etwa den Mauerfall. Und wenn er von Billy Joel erzählt, der mein großer Held war, als ich so um die 14 war, bekomme ich auch in der heißen Badewanne eine Gänsehaut. Ich habe während und nach dem Anhören des Hörbuchs alte CDs rausgekramt, Lindenberg-CDs gekauft, Billy Joel-CDs, die ich bisher nur als MC (!) hatte, auf CD gekauft. (Für die Jüngeren: MC = Musikkassette ;-)). Den größten Teil des Buchs nimmt jedoch Stuckrad-Barres dramatische Drogenkarriere ein, er berichtet ehrlich und schonungslos, mit einer angemessenen Portion Selbstkritik und -sarkasmus, er schildert, wie so ein Junkie tickt, der zudem noch magersüchtig und/oder bulimisch ist, die Reihe von Entzugskliniken, all dies erlebt der Leser bzw. Hörer hautnah mit. Zwischen den Passagen, die seinen Werdegang beschreiben, springt der Autor immer wieder zurück ins Jahr 2015, ins Chateau Marmont, auch dort trifft er seine Jugendhelden, etwa den Autor Bret Easton-Ellis, macht neue Bekanntschaften, James Franco, Thomas Gottschalk, sieht sich Konzerte früherer Idole an, die leider meistens enttäuschen, da schwingt viel Nostalgie mit. Diese Passagen sind mitunter regelrecht philosophisch, Stuckrad-Barre beweist, dass er mit Sprache umgehen kann, es ist ein Genuss, ihm zuzuhören. Benjamin von Stuckrad-Barre hat viel erlebt und viel zu erzählen – und er hat das nötige Talent dafür. Er gibt niemandem die Schuld für seine Drogenabhängigkeit, schon gar nicht seiner Familie, die ihn letztendlich rettet. Ich glaube, dass die Familie ihn keineswegs – wie es Maxim Biller im Literarischen Quartett so arrogant in den Raum warf – in die Sucht getrieben hat. Darüber hinaus ist das Buch, wie schon der Titel erkennen lässt, auch eine Hommage an Udo Lindenberg – auch in mir hat Stuckrad-Barre die Udo-Liebe geweckt. Ein wunderbares, berührendes und spannendes Buch! Die Hörbuchausgabe ist sehr zu empfehlen, Benjamin von Stuckrad-Barre liest selbst, was bei dieser Autobiografie auch das einzig Richtige ist.

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