Benjamin von Stuckrad-Barre Panikherz

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Inhaltsangabe zu „Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre

Abschied von der Nacht: Benjamin von Stuckrad-Barres Comeback. Er wollte genau da rein: zu den Helden, in die rauschhaften Nächte – dahin, wo die Musik spielt. Erst hinter und dann auf die Bühne. Unglaublich schnell kam er an, stürzte sich hinein und ging darin fast verloren. Udo Lindenbergs rebellische Märchenlieder prägten und verführten ihn, doch Udo selbst wird Freund und später Retter. Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt eine Geschichte, wie man sie sich nicht ausdenken kann: Er wollte den Rockstar-Taumel und das Rockstar-Leben, bekam beides und folgerichtig auch den Rockstar-Absturz. Früher Ruhm, Realitätsverlust, Drogenabhängigkeit. Und nun eine Selbstfindung am dafür unwahrscheinlichsten Ort – im mythenumrankten 'Chateau Marmont' in Hollywood, in das ihn Udo führte. Was als Rückzug und Klausur geplant war, erweist sich als Rückkehr ins Schreiben und in ein Leben als Roman. Drumherum tobt der Rausch, der Erzähler bleibt diesmal nüchtern. Schreibend erinnert er sich an seine Träume und Helden – und trifft viele von ihnen wieder. Mit Bret Easton Ellis inspiziert er einen Duschvorhang, er begegnet Westernhagen beim Arzt und Courtney Love in der Raucherecke und geht mit Thomas Gottschalk zum Konzert von Brian Wilson. Andere sind tot und werden doch gegenwärtig, Kurt Cobain, Helmut Dietl. Stuckrad-Barre erzählt mit seiner eigenen Geschichte zugleich die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahre. 'Panikherz' ist eine Reise in die Nacht, eine Suche nach Wahrheit, eine Rückkehr aus dem Nebel.

Bei allem Talent und wirklich gutem Aufbau. Seine Exzentrik stört dann doch etwas.

— Maldoror
Maldoror

Beschreibung der tiefen Liebe zu einer Musik vermischt mit angeberischem Bericht über einen Weg an den Rand des Abgrunds.

— Aliknecht
Aliknecht

Egozentrisch? Vielleicht. Aber entwaffnend ehrlich, schonungslos, selbstironisch und bewegend!

— SabsB
SabsB

Ein großartiges Buch! Enthält so vieles und hat mich bereichert.

— JuLe_81
JuLe_81

Schockierend schonungsloser Striptease des Popliteraturstars

— schmives
schmives

Eine sich selbst gegenüber oft schonungslose Introspektive.

— Heldentenor
Heldentenor

Eine Szene ist fantastisch, der Rest naja... ok...

— cali
cali

Manchmal nervt Stuckis Egozentrik schon, 100 Seiten weniger wären auch gut gewesen. Insgesamt aber trotzdem lesenswert.

— DamonWilder
DamonWilder

Schonungslose Selbstbespiegelung, fulminante Sprache. Dem letzten Drittel hätten einige Straffungen gut getan.

— felix_kucher
felix_kucher

Ein witziger und wilder Ritt durch die Musik- und Medienlandschaft der letzten dreißig Jahre. Sprachlich allerdings nichts Besonderes.

— Julino
Julino

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  • Wilder Musik- und Drogen-Cowboy

    Panikherz
    Aliknecht

    Aliknecht

    01. March 2017 um 05:21

    Von Udo Lindenberg wurde er angeblich Stuckrad-Knarre genannt und hat als wilder Musik- und Drogen-Cowboy lange Zeit mit überhöhter Geschwindigkeit gelebt. Er wäre wohl direkt in die Hölle eingefahren, hätten sie ihn am Ende nicht fast gegen seinen Willen gerettet. Seine Geschichte beginnt mit der frühen großen Liebe zu den Liedern Udo Lindenbergs. Der Pastorensohn besucht das Gymnasium in Göttingen und ordnet sich dort bei der Zeitschrift » Nighlife « in die Hierarchie der Coolen zunächst  ganz unten ein. Er klebt Plakate, schreibt Rezensionen und organisiert lokale Events. Musik und Literatur werden sein Leben sein. Nach dem Abitur zieht es ihn nach Hamburg. Er arbeitet bei der taz und beim Rolling Stone, lernt "Leute" kennen und konsumiert Alkohol und Kokain. Er hat Erfolg in den Medien und mit seinen Veröffentlichungen. Später lebt und arbeitet er in Berlin und in Zürich, rutscht immer weiter ab. Er leidet unter Essstörungen. Die größeren Erfolge liegen schon lange zurück. Schliesslich durchläuft er mehrfach Entzugs-Kliniken und scheitert immer wieder. Es geht weiter abwärts. Udo Lindenberg, inzwischen sein Freund, nimmt ihn mit nach Californien und Stuckrad-Barre beginnt wieder zu schreiben. Aber letztlich retten ihn seine braven, bürgerlichen Brüder, ein Arzt und ein Pastor, wie der Vater, und er "wusste plötzlich wieder,  wo ich herkomme, und wo ich, wenn gar nichts mehr ginge und niemand mehr mich aushielte, immer würde hinkönnen: nach Hause,  zu meiner Familie" (S. 440).    Benjamin Stuckrad-Barre berichtet großmäulig und angeberisch über ein oberflächliches und egozentrisches Leben. Er lässt eine lange Liste Prominenter aufmarschieren, mit denen er im Laufe seines aufregenden Lebens in engerem oder weiteren Kontakt stand. Die Bedeutung, die er diesen Berührungen zumisst, steht allerdings in lebhaftem Kontrast zum völligen Scheitern eines Lebenskonzepts, das im wesentlichen nur auf diesen losen Beziehungen beruht. Seine Sprache ist einfallsreich, witzig, offen und direkt, manchmal frech. Er kann präzise beschreiben und pfiffig und knallhart analysieren. Wenn die Dekadenz den Leser nicht zu sehr stört, macht es Spaß das Buch zu lesen.     Richtig gut an Panikherz ist die durchgängige Beschreibung der Liebe zur Musik. Sie ist am konkreten Objekt meist nur schwer vermittelbar, weil ein anderer eine spezielle Vorliebe weniger oder gar nicht teilt. Die konkrete Beschreibung der Eigenschaften und Momente, die eine Musik für einen Hörer großartig machen, kann deshalb oft nicht nachgefühlt werden. Benjamin Stuckrad-Barre schafft es, das tiefe Musikerlebnis und die Begeisterung auch für einen Leser spürbar zu machen, der Udo Lindenbergs Musik nicht mag. Anhänger von Blues oder von Schubert-Liedern empfinden wohl ähnlich berührende Gefühle, die aber einer völlig anderen Musik entspringen. Bei Jugendlichen kommt es oft zu tiefen Prägungen durch Musik. Unter Gleichaltrigen entwickelt sich fanatische Begeisterung für bestimmte Musikrichtungen, die Jüngere oder Ältere überhaupt nicht nachvollziehen können. Diese Vorlieben können ein Leben lang erhalten bleiben. Menschen in hohem Alter bekommen immer noch eine Gänsehaut bei einem bestimmten Song von Udo Lindenberg, der viele andere kalt lässt, die aber Erlebnisse dieser Art mit anderer Musik kennen. Musikempfindung und -Prägung in Sprache zu fassen ist Stuckrad-Knarre wirklich gelungen. Ausgabe:  Benjamin von Stuckrad-Barre PanikherzKiepenheuer & Witsch Köln 2016 Erstausgabe  ( gelesen März 2016)

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  • Was für ein Buch!

    Panikherz
    JuLe_81

    JuLe_81

    19. January 2017 um 16:59

    Ich habe lange nichts mehr von Benjamin von Stuckrad-Barre gelesen – irgendwie hatte ich ihn aus den Augen verloren. Und das, obwohl ich viele Jahre seine Bücher gelesen und geliebt habe. „Panikherz“ musste es dann mal wieder sein. Ich war begeistert und bereue jetzt meine Stucki-Abstinenz.Zum Inhalt muss nicht viel gesagt werden, der ist bekannt.Bei dem Buch ging es mir wie bei einem richtig guten Song: man beginnt ihn zu hören (oder das Buch zu lesen) und plötzlich ist man mittendrin und völlig gebannt, gefesselt, mitgerissen. Ich fand zunächst mal alles darin, was ich von Stuckrad-Barre kenne: lustige Szenen, Tempo, und Formulierungen zum Niederknien, die eine Situation hundertprozentig beschreiben und in meinem Kopf entstehen lassen. Außerdem wirkte das Ganze sehr ehrlich auf mich, in vielen Momenten habe ich mitgelitten, gezweifelt und mich ständig gefragt, wie er aus dem tiefen Loch wieder heraus kommen kann… Stellenweise waren die Szenen wirklich heftig und für mich kaum zu ertragen, z.B., wie er in einer Wohnung ohne Lampen umherwandert oder kaum noch aufstehen kann. Auch die Bulimie-Schilderungen waren schlimm für mich. Auf solche Szenen folgte aber früher oder später immer ein Lichtblick oder wenigstens ein Zeitwechsel ins „heute“, so dass ich auch die schwierigen Passagen ganz gut lesen konnte. Am meisten begeistern mich die beiden herausragenden Talente von Benjamin von Stuckrad-Barre: einerseits seine hervorragende Beobachtungsgabe und andererseits die Fähigkeit, diese Beobachtungen so auf den Punkt beschreiben zu können. Das macht für mich einen guten Schriftsteller aus! Gefallen haben mir außerdem die vielen Songtext-Schnipsel und Andeutungen zu unglaublich vielen Themen, Autoren… Vieles davon hat mich auch geprägt, anderes war mit neu und ich war ständig damit beschäftigt, diesen oder jenen Song zu hören oder nachzusehen, was eigentlich aus … geworden ist.Fazit: Ein großes Buch von einem großen Autor, Danke dafür, lieber Benjamin!

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  • Musik für schwere Zeiten

    Panikherz
    Bri

    Bri

    09. January 2017 um 14:44

    Auf ein Wort vorab: Dies ist keine Buchbesprechung im üblichen Sinne, zumindest empfinde ich es nicht so. Was genau es ist, kann ich auch nicht sagen. Aber holistisch gesehen hat das hier sicher einen Grund. Literatur und Musik sind die beiden Spielfelder meines Lebens, die ich am liebsten betrete. Häufig verschmelzen sie zu einem, wenn Musikstücke meine Lektüre begleiten. Soundtracks bilden zu dem, was während des Lesens in meinem Kopf- und Gefühlskino passiert. Manchmal ist ein bestimmter Song, der die Atmosphäre des aktuellen Buches über die Sprache, den Stil vertont – wie zum Beispiel Cold Waters (von Jesper Munk) im Falle der Zwei Schwestern von Dorothy Baker. Ab und an gibt es einen kompletten Soundtrack, der mir teils von den Autoren als untermalender Klangteppich ausgelegt wird – die Playlist, die für Nickolas Butlers großartigen Roman Shotgun Lovesongs quasi mit dem Buch geliefert wurde – , teils die Autoren selbst beim Verfassen des Werkes begleitet und inspiriert hat. Last but not least sind da noch die Bücher von Musikern, über Musiker, autobiographisch, biographisch oder fiktional, die dann auch immer dazu führen, dass ich mich mit der entsprechenden Musik beschäftige und somit meinen Horizont häufig nachhaltig und sehr zuverlässig weite. 2016 erschienen kurz nacheinander ein Album, das ich nicht mehr erwartet hatte und ein Buch, das mich ehrlich gesagt auf den ersten Blick eher kalt ließ. Das Album Härter als die Zeit von Udo Lindenberg, in seinem 70. Lebensjahr acht Jahre nach der letzten Scheibe, war eine Überraschung. Panikherz von Benjamin von Stuckrad-Barre wurde in der literarischen Szene mit großer Ungeduld erwartet – hatte der Popliterat doch schon lange nichts mehr von sich hören lassen, obwohl sehr jung sehr erfolgreich und hochgejubelt. Eigentlich wollte auch Stuckrad-Barre Rockmusiker werden – wie sein großes Idol Udo Lindenberg, den er im zarten Alter von 12 Jahren entdeckte. Doch aus dem Wunschberuf wurde nichts, so fing er an über die Musikszene zu schreiben und auf MTV Central eine eigene Literatursendung zu moderieren. Da war sie wieder die Verbindung von Musik und Literatur, die offensichtlich nicht selten ist. Eigene Bücher schlugen ein, selbstbewusst reklamierte er einen Platz in der Literatur für sich und sah die Zukunft dieser in seinen Händen liegen. Ob das damals ironisch gemeint war, vermag ich nicht zu sagen, mich schreckte es eher ab. Panikherz rückte deshalb in mein Blickfeld, weil sich das als Roman etikettierte, autobiographische Werk eben auch stark mit Udo Lindenberg beschäftigt. Und der ist tatsächlich auch einer der musikalischen Helden meiner Jugend. Aber Lindenberg ist und war nie Pop, sondern immer Rock und so siegte meine Neugierde auf eine mögliche Wandlung des Popliteraten. Ich mag Pop, aber langfristig gesehen brauche ich etwas handfesteres, sowohl in literarischer, als auch musikalischer Hinsicht. Panikherz wurde bereits vorab mit Begeisterung überschüttet, durch Erwartungen gehypt und als der große Lebensroman verkauft, den man in der Szene offensichtlich schon lange von Stuckrad-Barre erwartet hatte. Der Titel selbst ist augenscheinlich bewusst doppeldeutig gewählt. Einerseits beschreibt er eine körperliche Auswirkung eines reichhaltigen Drogenkonsums und andererseits bedeutet er eine Reminiszenz an den Musiker, der Stuckrad-Barre bereits seit frühester Jugend an begleitet. Zunächst nur über seine Musik, später in persona. Das konnte ich nachvollziehen, war für mich Udo Lindenberg doch die Fleisch gewordene Coolness. Er mischte sich politisch ein, kuschte vor niemandem – schon gar nicht vor irgendwelchen Staatsoberhäuptern – und sah jeden Menschen als das was er war: als Individuum mit eigenen Problemen, keiner besser oder schlechter als der andere. Was also hatte Stuckrad-Barre mit diesem Menschenfreund zu tun, außer dass er sich, wie viele andere auch, von den Texten seiner Songs angesprochen fühlte? Nach den ersten Seiten war klar, Stuckrad-Barre kann schreiben, keine Frage, doch irgendwie war der Lebensroman mit unglaublich viel autobiographischen Details angereichert. Für meinen Geschmack etwas zu viel Information, was leicht in eine gewisse Art der Nabelschau abdriften konnte. Offensichtlich schrieb sich hier jemand psychoanalytisch motiviert oder auf der Suche nach Gründen für seine Drogenexzesse und andere selbstzerstörerische Taten von der Seele. Wollte ich das wirklich alles so genau wissen? Was es bedeutet, sich gewissen Substanzen auszuliefern, haben schon andere eindringlich beschrieben – man denke nur an Rohstoff von Jörg Fauser. Was also wollte Stuckrad-Barre mit diesem auch als Bekenntnisroman bezeichnetem autobiographischen Geständnis nun tatsächlich? Eine Frage, die mir seit geraumer Zeit nicht aus dem Kopf ging und die eigentlich ja bei Literatur nicht unbedingt sinnvoll ist. Eines kann ich also schon mal sagen: Gedanklich beschäftigt hat mich das Buch nachhaltig. Nur zu einem für mich befriedigenden Ergebnis kam ich nicht. Wollte er Zeugnis ablegen, Warnungen aussprechen, sich sein Leben von der Seele schreiben – oder zumindest einen Teil davon – wieder auf die literarische Bühne zurück, war es Marketing – ich habe neulich erst wieder die Meinung lesen müssen, dass Autoren doch gewisse eigene Lebensumstände marketingwirksam ausschlachten würden, was ich persönlich nicht glaube – oder wollte er doch vom Pop ins Rockfach wechseln? Aber weshalb mache ich mir über Monate hinweg Gedanken über ein Buch, das mir nicht wirklich am Herzen lag und mich so unzufrieden zurückließ. Das zeitnahe Erscheinen von Lindenbergs Album kann man wohl nicht wirklich als Zufall betrachten, spielt Udo doch eine zentrale Rolle in Panikherz und liefert sogar die einzelnen Kapitelüberschriften und inhaltliche Bezüge. Und so denke ich in dieser Frage mit Douglas Adams und Dirk Gently ganz holistisch: Nichts geschieht ohne Grund. Und hier kam sie dann wieder für mich ins Spiel, die Musik. Sie brachte mir die persönliche Auflösung in Form dieser Interpretation des Lindenberg Songs Durch die schweren Zeiten, der mich im Original zwar bereits durch den Text für sich einnehmen, durch die gewohnt nonchalante, schnoddrige Art der Interpretation durch Lindenberg jedoch nicht vollkommen überzeugen konnte. Plötzlich war da aber eine Stimme, die diesem Song etwas mitgab, das mich buchstäblich umhaute und den Worten ganz unerwartet eine Dimension verlieh, die ich vorher nicht wahrnehmen konnte. Die Worte entwickelten eine Tiefe, durch die ich mich in der Musik getragen und aufgehoben fühlte. Universelle Dankbarkeit war es, was ich empfand – das mag sich jetzt groß und pathetisch anhören, ist aber einfach die Wahrheit. Und so ist es wohl Benjamin von Stuckrad-Barre mit all den Liedern, die er in Panikherz anspricht, auch ergangen, höchstwahrscheinlich nicht nur mit den Songs, sondern mit dem Gesamtpaket Udo Lindenberg, den er zu einem seiner engsten Freunde zählen kann. Der ihm vielleicht sogar das Leben gerettet hat. Wenn das kein Grund ist, ein Buch zu schreiben … man muss es ja nicht mögen. Und so hat die Musik mich dieses Mal nicht nur begleitet, sondern mit einer für mich problematischen Lektüre versöhnt, mir einen nicht unkritischen aber auf jeden Fall sanfteren Blick ermöglicht, auf ein Buch, das polarisiert. Mit Dank an die Musik und deren Interpreten, heute insbesondere an Jonny vom Dahl, den jungen Mann mit DER Stimme und DEM Ausdruck, der mir die Straßenverkehrsordnung singenderweise verkaufen könnte. In der Hoffnung, dass ich mir bald von ihm ein Soloalbum zulegen kann.

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  • Kunterbunte Regenbogen Challenge 2017

    Regenbogentänzer
    BlueSunset

    BlueSunset

    ACHTUNG! DIES IST EINE CHALLENGE UND KEINE VERLOSUNG ODER LESERUNDE! 
 ES GIBT KEINE BÜCHER ZU GEWINNEN!  Kunterbunte Regenbogen Challenge 2017 Ein neues Jahr bricht an und wir wollen es bunt und farbenfroh machen. Wie auch in den letzten Jahren, wird jeder Monat einer anderen Farbe gewidmet. Auch die Zusatzaufgaben kommen wieder zum Einsatz, jedoch in etwas anderer Form als bisher.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere  Farbe im Vordergrund. 
Lest dazu ein Buch, dessen Cover vorrangig in der vorgegebenen Farbe gehalten ist. Dabei gilt als Richtwert etwa 2/3 des Covers sollen in dieser Farbe sein. Die Farbbücher müssen im Monat der entsprechenden Farbe gelesen werden, sonst zählen sie nicht.    Es gibt noch  Zusatzaufgaben, die ihr in Kombination mit dem „Farbbuch“ lösen könnt. Diese Aufgaben sind (im Gegensatz zum Vorjahr) von Anfang bekannt und können beliebig mit den Farben kombiniert werden. Jede Zusatzaufgabe darf nur einmal gelöst werden!  Es gibt 13 Zusatzaufgaben, von denen ihr (logischerweise) nur maximal 12 lösen könnt (jeden Monat ein Buch). Warum ich 13 Aufgaben stelle? Weil ihr so etwas mehr Entscheidungsfreiraum habt.  Die Zusatzaufgaben MÜSSEN in Kombination mit einem Farbbuch gelesen werden - Lest ihr ein Buch, das nur die Zusatzaufgabe erfüllt, zählt dies leider nicht.  Zusatzaufgaben dürfen nachträglich nicht getauscht werden! Einmal gelöst, ist die Aufgabe aus dem Spiel.  Es gelten für diese Challenge alle Bücher, die mehr als 100 Seiten haben (es gilt immer die von euch gelesene Ausgabe).  Punkte  Für jedes  Farbbuch, das im richtigen Monat gelesen wurde gibt es  1 Punkt.  Für jede  Zusatzaufgabe, die in Kombination mit einem Farbbuch gelesen wurde gibt es noch  +1 Punkt.  Somit kann man im Monat maximal 2 Punkte bekommen.  BEISPIEL April: Grün  Ich lese „Zeitenzauber - Die goldene Brücke“ von Eva Völler.  Damit bekomme ich 1 Punkt für die Farbe.  Zusätzlich erfüllt es das Kriterium „Von einer Frau geschrieben“. Dafür erhalte ich ebenfalls 1 Punkt.  Damit habe ich im April insgesamt 2 Punkte gesammelt.  FARBEN Januar : Bunt Februar : Weiß März :  Gelb April : Grün Mai: Metallic / Glitzer Juni : Blau Juli : Lila / Violett August : Rosa / Pink September : Rot Oktober : Orange November : Braun Dezember : Schwarz ZUSATZAUFGABEN 1 ) Ein Buch, das verfilmt wurde. 2) Ein Buch, das mehr als 550g wiegt. 3) Ein Buch mit einem Tier oder einer Pflanze auf dem Cover. 4) Ein Buch, das in Afrika, Asien oder Südamerika spielt. 5) Ein Buch mit Feuer oder Wasser auf dem Cover oder im Titel.  6) Ein Buch, dessen Autor mindestens 3 weitere Bücher veröffentlicht hat.  7) Ein Buch mit einer Zahl im Titel. 8) Ein Buch eines Autors, von dem du noch nichts gelesen hast. 9) Ein Buch, das vor 1950 erstmalig erschienen ist. 10) Ein Buch, das einen Preis gewonnen hat (nennt den Preis). 11) Ein Buch, das von einer Frau geschrieben wurde. 12) Ein Klassiker  13) Ein Buch, das der zweite Teil einer Reihe ist WIE MACHE ICH MIT?  Erstellt einen Sammelbeitrag im Unterforum „Sammelbeitrag“ (BITTE NICHT UNTER „Bewerbung“!)  Schickt mir den Link zum Sammelbeitrag bitte in einer Nachricht!  Lest fleißig eure Bücher und sammelt Punkte! Tragt diese anschließend in euren Sammelbeitrag ein. Ihr könnt jederzeit in diese Challenge einsteigen, könnt aber nur ab dem aktuellen Monat mitmachen.  Noch Fragen?  Dann stellt diese gerne bei „Fragen & Antworten“. Antworten zu bereits gestellten Fragen werde ich dort im ersten Beitrag sammeln.  Seid ihr euch unsicher, ob euer Buch die Farbvorgabe erfüllt? Dann schaut im entsprechenden Thema nach. Dort tummeln sich viele liebe, hilfsbereite Menschen, die euch gerne weiterhelfen.  In den Monatsthemen könnt ihr euch zudem auch gerne über die Zusatzaufgaben, etc. austauschen.  Alles klar?  Dann freue ich mich, dass ihr dabei seid und wünsche euch ein farbenfrohes Jahr 2017!  Teilnehmerliste:  Aramara ban-aislingeach BeEe26 BlueSunset  booksvillavintage _Buchliebhaberin_ Car_Pe ClaraOswald Code-between-lines EnysBooks Gutti93 janaka  Johanna_Jay  Joo117 josie28 JulesWhetherther Kady katha_strophe kleinechaotin Kodabaer Kuhni77 LadySamira091062 lesebiene27 LostHope2000 louella2209 LubaBo mareike91  Mirijane MissSnorkfraeulein Mrs_Nanny_Ogg Nelebooks  papaverorosso PMelittaM Ponybuchfee QueenSize  sansol ScheckTina SomeBody StefanieFreigericht stebec sursulapitschi Talathiel Vucha zhera

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  • Beeindruckend

    Panikherz
    huckelberry

    huckelberry

    21. December 2016 um 11:12

    Das Buch hat mich auf eine emotionale Berg- und Talfahrt geschickt. Von der Ehrlichkeit und Echtheit der beschrieben Drogen- und Essstörungserfahrungen wurde ich manchmal so mitgerissen, dass ich das Buch zur Seite legen musste - doch aus dem Kopf ging es mir seither nicht mehr. Was gestört hat: immer diese GROSSBUCHSTABEN! Und leider verliert es sich in den letzten 40 Seiten in irgendwie sinnleerem Geplänkel, das nichts mehr für die Handlung tut.

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  • Ein wilder Ritt durch die Musik- und Medienlandschaft

    Panikherz
    Julino

    Julino

    20. October 2016 um 13:17

    Wenn man mich fragt, welche Autoren ich in meiner frühen Jugend geliebt habe, würde auf jeden Fall der Name Benjamin von Stuckrad-Barre fallen. Ich habe Soloalbum verschlungen und geliebt, den Roman als auch die Verfilmung. Ich erinnere mich noch daran, wie ich mir in der Schule mit einer Freundin stets Zitate aus dem Film zugerufen habe. Uuuuh, ist das nostalgisch-schön! Umso aufgeregter war ich, als ich nun, mehr als zehn Jahre später, Stuckrad-Barres Autobiographie Panikherz (Kiepenheuer & Witsch) in die Hand nahm. Ich hatte im Vorhinein bereits viel gehört und gelesen über das neue Buch des einstigen Medienstars Benjamin von Stuckrad-Barre. Vor allem die Besprechung im Literarischen Quartett hat mich umso neugieriger auf das Buch gemacht. Allerdings hatte ich auch einige Bedenken: Stuckrad-Barre war mein Autoren-Held der Jugend. Trotz aller Arroganz, die er ausstrahlt, ich fand ihn toll. Vielleicht gerade deswegen. Sollte mir diese schonungslose Biographie vielleicht meine Jugendillusionen nehmen? Oder noch viel schlimmer: Schreibt Stuckrad-Barre jetzt anders als früher? Ich erinnere mich, dass vor allem sein ironischer und lapidarer Schreibstil mich in seinen frühen Werken so beeindruckt hat. Das war eben Popliteratur, frech und hingerotzt, oberflächlich und blasiert. Ich fand das genial. Na gut, ich traute mich also heran an diesen 576 Seiten dicken Wälzer und war vor allem gespannt auf die angekündigten Eskapaden und Drogensuchtszenarien des Autors. Doch zunächst beginnt das Buch ganz brav chronologisch mit der Kindheit von Stuckrad-Barre. Der Autor kommt aus einer gut situierten „Öko-Familie“, Vater Pastor, Stuckrad-Barre das jüngste von vier Geschwistern. Seine Kindheit verbringt er zwischen Hamburg und Bremen, seine Jugend dann in Göttingen. Sein Antrieb war schon immer die Popmusik und irgendwie schaffte er es, genau in diesem Bereich ordentlich mitzumischen. Schon während der Schulzeit in Göttingen wie auch im späteren Verlauf seines Berufslebens ist Stuckrad-Barre zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nach dem Abitur verlässt Stuckrad-Barre Göttingen. Sein Weg führt ihn hinaus in die große Welt der Medien. Er arbeitet beim Rolling Stone, für die Harald Schmidt Show, in einer Plattenfirma und schreibt seine ersten Romane. Die Erfolgskurve geht steil nach oben und ich bin wirklich erstaunt, wie dieser Mensch das alles vor allem mit einer gigantischen Portion Frechheit und Dreistigkeit erreicht hat. Er lernt so ziemlich jedes seiner Jugendidole kennen und lebt in Hamburg, Berlin und Zürich. Doch dann kommt der große Absturz. Als Autor und Entertainer, der ständig im Rampenlicht steht, fängt Stuckrad-Barre an, sich für diese Branche zu fett zu fühlen. Er wird bulimisch. Als der Autor bemerkt, dass Kokain den Hunger ganz wunderbar unterdrückt, kommt eine weitere Sucht hinzu: die Kokainabhängigkeit. Vier Jahre lang geht das so. Drei Entzüge macht der Autor und wird jedes Mal kurz darauf rückfällig. Nach dem vierten, da ist er mittlerweile schon 31 Jahre alt, schafft er es schließlich und ist bis heute clean. Bei allem steht ihm, sei es physisch anwesend oder durch seine Songtexte, sein großes Idol seit Kindheitstagen zur Seite: Udo Lindenberg. Ausführlich beschreibt der Autor, wie es ihm in den Jahren der Sucht erging. Diese Beschreibungen sind unglaublich detailliert und erschütternd, aber kommen ganz ohne bereuenden Pathos aus. Hier kommt dem Schriftsteller sein wohl größtes Talent zu Gute, das ich schon in seinen früheren Romanen so bewunderte: Er beherrscht Ironie sowie Sarkasmus und webt beides ganz leicht in die Handlung ein. Stuckrad-Barre nimmt sich selbst nicht zu ernst und kann mir als Leserin selbst in der erbärmlichsten Szene noch ein Schmunzeln abgewinnen: Ich wusste gar nicht, wie das geht: wohnen. Das merkte man zum Beispiel daran, dass ich noch immer keine Lampen hatte. […] Das war nun schlecht, weil ich ja im Kokain-Jetlag lebte, tagsüber vor mich hindämmernd, nachts aber immer wach. Also nahm ich die Stehlampe mit von Zimmer zu Zimmer, ich besaß nur diese eine, die Wohnung aber hatte drei Zimmer, und die Hauptbeschäftigung eines Drogenabhängigen ist es nun mal, beständig im Kreis zu gehen […]. Neben diesen sehr ehrlichen Ausführungen ist Panikherz übersät von Udo-Song-Zitaten. Für Stuckrad-Barre sehr wichtig, für Udo-Fans sicherlich interessant, für mich als Nicht-Udo-Fan (Jetzt ist es raus!) oft nervig und leseflusshemmend. Aber gut, das sei ihm verziehen, schließlich ist dies Stuckrad-Barres persönliche Geschichte und kein fiktiver Roman. Was ich ihm allerdings nicht verzeihen kann, ist die sprachliche Umsetzung seiner Lebensgeschichte. Beim Lesen der ersten Kapitel stellte sich bei mir ein Wohlfühlmoment ein: Sprachlich ist Panikherz immer noch sehr nah an Soloalbum dran. Doch nach der Hälfte des Buches verfliegen die verklärenden Nostalgieanwandlungen und bestimmte Stilelemente fangen an, mich zu langweilen. Über die extrem hohe Verwendung von Ellipsen, langen Schachtelsätzen und scheinbar wahllos in Versalien gedruckten Wörtern (Gibt es da ein System?!) sehe ich einmal hinweg. Die Angewohnheit des Autors, witzige Komposita zu bilden, wird spätestens nach der Hälfte des Buches zu einer einfallslosen Masche. Die Wörter bestehen dann aus mindestens drei Komponenten: Handlungsreisendentistesse, Staatsbürgertrivialitäten, Glamoursimulationsverrenkungen. Diese Komposita sind an sich schon schwer zu erfassen, aber so richtig kompliziert wird es erst, wenn diese Mammutwörter an ungünstigen Stellen getrennt werden: Minibarerd-nussfatalismus oder Bühnenener-giezauberer musste ich dreimal lesen, bevor sich mir eine Bedeutung erschloss. Auch der Satzbau des Autors ist oft nur schwer zu begreifen: Als ich verzweifelt in meinem Kulturbeutel rumrührte auf der Suche nach irgendwas, das wirkt, egal wie und was, Hauptsache stark, da fiel mir auf, dass ich mein Antidepressivum zu Hause vergessen hatte, weil natürlich meine Abreise wie immer nicht anders als überstürzt hatte genannt werden können. Nicht, dass der Satz sowieso schon ziemlich verworren ist durch die zahllosen Teilsätze, nein, am Ende benutzt Stuckrad-Barre auch noch vier (!) Verbformen hintereinander. Komplizierter und steifer ging es wohl nicht. Versucht der Autor hier seine Sprache künstlich aufzublasen oder schafft er es einfach nicht, den Gedanken in einen verständlichen Satz zu packen? Erstere Vermutung scheint bestätigt, wenn ich mir die teilweise sinnlosen Wortwiederholungen im Buch anschaue: Es ist die schönste Zeit, hier entlangzufahren, Abendsonne, die Palmen am Straßenrand, wirklich Palmen!, man vergisst das immer, Palmen also, die so besonders gut aussehen […]. Zweimal Palmen hätte hier wirklich ausgereicht. So wirkt der Satz zwar voller, vielleicht auch näher an der Alltagssprache, aber eben auch redundant. Mich hat diese Technik aufgeregt beim Lesen, weil sie die Handlung künstlich aufhält. Ein ähnlicher Effekt entsteht, wenn Stuckrad-Barre eine von Harald Schmidt erzählte Geschichte nacherzählt – eine Story aus zweiter Hand sozusagen. Das ist genauso, als würde meine Mutter mir ein Erlebnis ihrer Nachbarin erzählen. Da ist die Distanz zum Erlebten so groß, dass mich solche Beschreibungen anöden. Der einzige Unterschied zwischen der Nachbarin und Harald Schmidt ist der allgemeine Bekanntheitsgrad, welcher wohl die einzige Berechtigung für eine solche Nacherzählung darstellt. Sprachlich erinnert Panikherz immer noch an Stuckrad-Barres erste Romane, die ich als Jugendliche so verehrte. Doch anscheinend bin ich wohl älter geworden. Stilistisch überzeugt mich Benjamin von Stuckrad-Barres Autobiographie nämlich nur gering. Davon abgesehen ist Panikherz ein wilder und ironisch-komischer Ritt durch das Leben des Autors und Entertainers, aber auch durch die deutsche Musik- und Medienlandschaft der letzten dreißig Jahre. Wer also auf Namedropping und ungehemmten Sarkasmus steht, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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  • Echt jetzt?

    Panikherz
    Heldentenor

    Heldentenor

    16. October 2016 um 10:47

    Der Inhalt dürfte bekannt sein: Stuckrad-Barre schreibt über sein Leben und seine Drogensucht. Ich hatte mich nie groß mit Stuckrad-Barre befasst. Er galt ja immer als Popliterat, Stimme seiner Generation und so weiter. Fand ich alles wenig oder gar nicht interessant. Nur Oberfläche. Und eigentlich will ich nie viel über den Schriftsteller an sich lesen und wissen.Sei es wie es sei, da ich viel Positives über das Buch gelesen hatte und es mir persönlich empfohlen wurde, entschloss ich mich, es doch zu lesen.Und es hat mich sehr positiv überrascht. Klar ist er ein kleiner Aufschneider und Schnellschreiber. Aber durchaus nicht unsympathisch beschreibt er seinen Abstieg in die Sucht schonungslos sich selbst gegenüber und ohne nach Mitleid zu heischen. Es gibt keine Suche nach irgendwelchen Ursachen, keine Schuldzuweisungen. Alles beruhte auf eigenen Entscheidungen und hat das alte Sprichwort des Drugs and Sex and Rock’n’Roll voll ausgekostet.Spannend sind die Ausflüge in die Popkultur, seine Sicht auf Ereignisse, die man selbst nur als Zuschauer miterlebt hat. Seine Sicht auf Bands, die man selbst geliebt oder nur gehört hat. All die Großen der 1990er kommen ja vor. Oasis, Rammstein, Stereo MC’s, Lexa & K-Paul etc. Und am Ende ist es auch ein Buch über die Freundschaft und die Familie. Über Menschen, die einfach da sind, helfen und am Ende auffangen. Aus einer solchen Episode stammt auch die Überschrift: Echt jetzt? fragt sein älterer Bruder, nachdem Stuckrad-Barre, kurz nachdem er vom Bruder aus seinem Drogenloch geholt wurde, von den 50-Euro-Taschengeld zwei Bücher und eine Schachtel Kippen gekauft hat. Als Büchernarr für mich eine tolle Szene. Durch das ganze Buch zieht sich seine spezielle Beziehung zu Udo Lindenberg. Kann man, muss man aber auch nicht nachvollziehen. Für mich macht es das Ganze aber zutiefst menschlich und an dieser Stelle wird er vom Klischee zum Mensch. Fazit: Lesenswert. Auch wenn es im dritten Viertel ein paar Längen hat. 

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  • Ich hatte gehofft, mehr über Udo Lindenberg zu erfahren

    Panikherz
    cali

    cali

    31. August 2016 um 21:31

    Da ich Udo Lindenberg Fan bin, habe ich mich durch 13 Std. Audiobuch gequält, schließlich ist das Buch ja als Bestseller ausgezeichnet und die Beschreibung klingt vielversprechend, denn sie schließt außer Udo auch ein paar andere meiner Jugendlieblingsstars ein.Das erste Kapitel, wo Stucki mit Udo durch die Passkontrolle in den USA geht, ist so köstlich, dass ich es gleich mehrmals gehört habe. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie Udo mit Hut und ohne Schuhe in seiner unverwechselbaren Art mit locker-flockigen Sprüchen durchmaschiert ist, wo bei jedem deutschen Touristen der Angstschweiß ausbricht. Das ist wirklich super genial und hochgradig lustig.Danach hätte ich aufhören können, denn es kam so gut wie nichts mehr über Udo oder die anderen Stars. Dafür um so mehr über Stuckis Drogenabhängigkeit, wovon mir 300 Seiten dicke gereicht hätten - das Buch hat leider fast doppelt so viele.Es ist mir ein Rätsel, warum dies ein Bestseller ist. 600 Seiten über einen koksenden Looser, der hier und dort mal einen Star getroffen hat, sind mir persönlich zu viel!

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  • Der LovelyBooks Lesesommer 2016

    Lesesommer
    Marina_Nordbreze

    Marina_Nordbreze

    In guter alter Tradition starten wir auch in diesem Jahr wieder in die sommerliche Jahreszeit mit unserem großen LovelyBooks Lesesommer! Ihr dürft euch dieses Mal wieder auf spannende Aufgaben und viele tolle Buchtipps freuen. Jede Woche findet ihr auf unserer Aktionsseite eine neue Verlosung mit großartigen Büchern für die Sommerzeit.Erneut möchten wir mit euch 10 Wochen lang über fesselnde Sommerlektüren diskutieren, Fotos austauschen und neue Bücher entdecken. Wir werden euch im Laufe des Lesesommers verschiedene Aufgaben stellen, die ihr bis zum 7. August in beliebiger Reihenfolge bearbeiten könnt. Für jede Aufgabe könnt ihr Punkte sammeln – bei einigen Aufgaben gibt es auch Extra-Punkte zu ergattern. Auf unserer Übersichtsseite findet ihr außerdem jede Woche neue Buchtipps und könnt sommerliche Buchpakete gewinnen!Wer bis zum Ende des Lesesommers am 7. August die meisten Punkte gesammelt hat, der gewinnt eine literarische Wochenendreise nach Verona (Anreise und 2x Übernachtung inkl. Frühstück)! Dort könnt ihr auf den literarischen Spuren von Romeo und Julia wandeln!Außerdem gibt es für die Plätze 2 - 5 je ein schönes Buchpaket mit neuem Lesestoff. Zusätzlich verlosen wir noch unter allen Teilnehmern 5 weitere Buchpakete unabhängig von der erreichten Punktezahl.Wenn ihr teilnehmen möchtet, dann meldet euch gleich hier im Thema "Ich bin dabei!" an und stellt euch gerne ein bisschen vor. Wer noch überlegt, ob er mitmachen möchte, der kann gern auch später noch einsteigen!Wenn ihr über Twitter, Instagram oder Facebook über den Lesesommer berichtet, darüber plaudert oder Fotos teilt, freuen wir uns, wenn ihr den Hashtag #LBlesesommer verwendet!Wir freuen uns auf viele sommerliche Buchtipps, sonnige Lesestunden – egal ob im Urlaub am Strand oder daheim auf dem Balkon – und natürlich aufs Lesen wundervoller Bücher!P.S.: Alle Blogger unter euch dürfen sehr gern die Grafik, die ihr hier oben im Thema findet, in ihrem Blog verwenden, falls ihr zur Aktion einen Blogbeitrag schreiben möchtet!

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    • 4591
  • Stuckimann auf seinem Höhepunkt

    Panikherz
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    25. July 2016 um 21:29

    Aufgewachsen in einer Ökofamilie, immerzu unverstanden und unangepasst, wendet sich Benjamin von Stuckrad-Barres Dasein plötzlich völlig: Steile Karriere, Essstörung und Drogen, ganz viele Drogen, Klinikaufenthalte – ein Leben wie ein Formel 1-Rennen, das muss ja etwas mit dem Menschen machen. Und Udo, immer Udo. Jahre später, endlich clean, steigt er im berühmt berüchtigten Hotel Chateau Marmont in Los Angeles ab, trifft Bret Easton Ellis, Thomas Gottschalk, Elvis Costello und natürlich den Mann, der ihn seit seiner Jugend immer wieder prägt und der jetzt sein guter Freund ist – Udo Lindenberg. Benjamin von Stuckrad-Barre ist zurück. Erwachsener denn je, schonungsloser denn je. Aber immer noch genau so musikverrückt wie damals in Soloalbum. Stuckrad-Barre war schon damals jemand, der stark polarisiert hat, daran wird sich auch mit seinem neuen Roman nichts ändern. Doch nun gibt er uns Lesern eine Chance, ihn zu verstehen. Wer ihn früher arrogant fand, lernt hier, warum er damit gar nicht so falsch lag, aber auch, warum man dem Überflieger-Autor dies vielleicht ja doch verzeihen könnte. Nach einem ruhigen Start mit Rückblenden in die Kindheit und Jugend, die er wohlbehütet verbrachte und in welcher er die Liebe zu Udo Lindenberg entdeckte, geht es dann deutlich rasanter voran. Seine Essstörung und Drogensucht werden meiner Meinung nach schon recht heftig geschildert, gerade wenn man nicht mit einer solchen Thematik in der Literatur vertraut ist. Ich fand es sehr schockierend, dass er immer wieder die Klinikaufenthalte abbrach und es ihm so dermaßen schlecht ging. Dennoch kommentiert er diese Zeit mit gewohntem Humor, der ihm trotz all der schlechten Erfahrungen, die er machen musste, glücklicherweise nicht abhanden gekommen ist. Ich hatte haufenweise Drogen und fand, es sei doch schade drum, die wegzuschmeißen. Bis zum Erreichen der Deutsch-Schweizer Grenze müsste ich mich ihrer entledigt haben, aber bis dahin war es ja noch eine gute Strecke, und ich könnte ja mal sehen, wie viel ich reinbekäme. Mittags schlich ich mich vom Klinikgelände, kaufte in einem Supermarkt tütenweise Eis und Schokolade, und dann setzte ich mich in den Wald, fraß die Tüten leer, steckte mir den Finger in den Hals, kotzte ins Laub und ging zurück in die Klinik. Dort musste ich dauernd meine Kindheit töpfern und im Stuhlkreis mit den anderen darauf warten, dass wenigstens einer von uns anfing zu weinen, damit der Therapeut zufrieden war. Die Therapie lief super. Witzig schreibt Stuckrad-Barre, ja, aber auch gleichzeitig anrührend. Ich hätte ihn am liebsten des Öfteren an den Schultern gepackt und mal kräftig geschüttelt, damit er zur Vernunft kommt. Im starken Kontrast zu diesen Szenen steht allerdings die Zeit im Hotel in Los Angeles, als wirklich kaum noch etwas passiert, da der Autor nun ein nüchternes und in seinen Worten langweiliges Leben verbringt. Findest du es auch so toll, dass in den öffentlichen Pissoirs oben in der Lobby EISWÜRFEL in der Abflussrinne liegen und man die dann kleiner pisst?Ja, da hat man das Gefühl, man hat was geschafft heute. Was neben dem Humor und all den erschreckenden Bekenntnissen ebenfalls nicht zu kurz kommt, ist Udo. Im gesamten Roman ist er omnipräsent, sei es durch Zitate aus seinen Songs, Erinnerungen an die alten Konzerte oder Treffen mit ihm als menschlicher, fürsorglicher Freund, der seinen „Stuckimann“ unbedingt vor dem Totalabsturz bewahren will. Das Udo-Fieber hat mich nicht gerade gepackt, ich interessiere mich jetzt genau so wenig für seine Musik wie vor dieser Lektüre. Aber Udo ist einfach unglaublich gut dargestellt, seine Sprache, Gestik, Präsenz werden phänomenal von Stuckrad-Barre eingefangen. Natürlich ist dieses Buch auch ein Stück weit Liebeserklärung an sein Idol, an seinen Freund, an diese Legende. Benjamin von Stuckrad-Barres autobiografischer Roman Panikherz hat mich komplett überzeugt. Es war ein tolles Leseerlebnis: spannend, unterhaltsam, wirklich witzig, schockierend und ergreifend. Einen Lindenberg-Fan hat es zwar nicht aus mir gemacht, dafür aber einen Stuckrad-Barre-Versteher. Ich habe mir wirklich viele Stellen rausgeschrieben, die ich besonders erinnerungswürdig fand, weil sie so tiefgehend oder tragikomisch waren. Also los, rein in eure neongrünen Paniksocken und ab auf den Panikdampfer, Stuckimann und Udo legen gleich ab!

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  • Ein Leben am Limit und mit Udo Lindenberg als Kompass

    Panikherz
    seschat

    seschat

    28. June 2016 um 07:23

    Stuckrad-Barres 564-seitiges Mammutwerk ist eine temporeiche und schonungslos offene Lebensbeichte. Besonders mit seiner verletzend-ehrlichen Sicht auf die Dinge und auf sein rauschhaftes Leben konnte er überzeugen. Immer wenn man denkt, nun hat der hyperaktive und essgestörte Erzähler den Absprung geschafft, folgt der abermalige Rückfall in alte Verhaltens- und Denkmuster. Drogen, Alkohol und durchwachte Nächte begleiten den hochgelobten Nachwuchsliteraten fast 20 Jahre lang. Der Rettungsanker des einstigen Pfarrerssohns aus Rottenburg/Wümme heißt Udo Lindenberg. Der heutige Altrocker hat ihn von der Kindheit an begleitet. Zuerst hat er nur seine Schallplatten gehört und für ein Stadt-/Musikmagazin Bücher und Platten rezensiert. Später arbeitete Stuckrad-Barre sogar für ein Kölner Plattenlabel und traf den Meister persönlich. Auch als Gagschreiber für Harald Schmidt hat der umtriebige Autor gearbeitet. Jahre später, als "Stucki", wie ihn Udo Lindenberg nennt, wieder einmal tief im Kokain- und Alkoholsumpf steckt, bringt Udo ihn persönlich in eine Hamburger Entzugsklinik. Der nuschelnde Rocker mit schwarzem Hut zählt nun auch Stuckrad-Barre zu seiner "Panikfamilie" und lässt ihn fortan nicht mehr aus den Augen. Mehr noch, er nimmt ihn sogar mit über den großen Teich nach Hollywood ins Hotel Chateau Marmont. Hier findet Stuckrad-Barre wieder zu sich und beginnt mit der Arbeit an "Panikherz". Dieses Buch ist nicht ausschließlich eine Suchtgeschichte, sondern liefert auch komische sowie poetische Einblicke in die (Schein-)Welt der Stars. Ob Courtney Love, Marius-Müller Westernhagen, Wolfgang Joop oder Thomas Gottschalk, Stuckrad-Barre trifft alle VIPs im Vorbeigehen. Aber alles wird von den erhellenden Udo-Momenten überstrahlt, in denen der Musiker seine Sonnenbrille kurz abnimmt und dem jungen Talent Stuckrad-Barre Lebensweisheiten an die Hand bzw. sich als wahrer Freund zu erkennen gibt. Das literarische Können von Stuckrad-Barre liegt in dessen Ironie und unverstelltem Blick auf das Leben und die Menschen begründet. Mögen einige Kritiker ihn als "Popliteraten" mit Geltungsdrang abstempeln, für mich ist er die literarische Neuentdeckung des Jahres. Noch nie habe ich solch ehrliche und zugleich immer getrieben wirkende Sätze gelesen. Hier scheinen der energetische Autor und sein (Therapie-)Werk eins zu werden. Ich bin gespannt, was man vom nunmehr geläuterten 41-Jährigen in Zukunft noch hören wird. Hier noch zwei Zitate:"Vor dem Hotel trafen wir zufällig Wolfgang Joop. Und wenn Udo Lindenberg und Wolfgang Joop nebeneinander auf dem Rodeo Drive stehen und beide gleichzeitig ihre irren Hochgeschwindigkeitsrhetorik-Autopiloten laufen lassen, von Sonnenbrille zu Sonnenbrille, zugewandt und doch komplett aneinander vorbei, direkt vor dem "Pretty-Woman"-Hotel - das ist ein bisschen zu viel." (S. 68) "Das Selbstbild, das öffentliche Bild, nun geriet alles ein bisschen durcheinander. Auf den Umschlagfotos der beiden neuen Bücher jedenfalls müsste ich viel dünner, also viel besser aussehen. Fotovorbereitend aß ich fast gar nichts mehr, ging jeden tag joggen, wochenlang nur Sauerkraut aus der Dose, der Beginn einer magersüchtigen Phase, ich wurde dünner - fühlte mich aber weiterhin viel zu dick." (S. 201f.)

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  • Good to see u again

    Panikherz
    Finchley

    Finchley

    17. May 2016 um 20:09

    Es ist ein schönes Wiedersehen mit Benjamin. Wir hatten uns aus den Augen verloren. Irgendwo in der Nacht nach dem livealbum ging ich meiner Wege. Ich habe oft an ihn gedacht, wie man eben so denkt an alte Bekannte. "Was der jetzt wohl macht?" Eines Abends dann, spät, sah ich ihn kurz bei Denis Scheck. Oder war das in der Mediathek? Na, jedenfalls ging es da um "Auch Deutsche unter den Opfern". Kann man ja mal lesen dachte ich noch, schlief aber dann auf dem Sofa ein. Und jetzt, Jahre später, der Knall, das Wiedersehen. Benjamin, auferstanden, nüchtern, selbstironisch, selbstverliebt, sich selbst therapierend, jetz ist er wieder da. Udo hat ihm das Leben gerettet. Drunter macht es einer wie Benjamin natürlich nicht, der schon zum Abifest eine Punkband auf den Schulhof gelockt hat und damit für ne Kiste Bier zur Schulhoflegende wurde. Gegen seinen Drogenabsturz waren seine ersten Werke nur Gesellenstücke. Er wollte sich mit Vorsatz und voller Kanne gegen die Wand fahren, Selbstvernichtung unter den Augen nicht der medialen Öffentlichkeit aber unter den Augen der Medienleute, die ihn einst hofierten. Wie ein Pathologe bei der Leichenschau stellt er seinen Abwärtsgang bis ins Detail dar. Und das sprachlich und ironisch wie er es eben tut. Brutal ehrlich, es ist ein Buch, das um Aufmerksamkeit ringt. Er will allen sagen, dass er jetzt nur noch nüchtern mitfeiert. Auch als Schutz gegen sich selbst, damit es alle wissen und wir ihn alle beschützen. Nein, das Buch ist nicht zu lang. Es ist immerhin seine Biografie bis jetzt. Und da ist eben einiges passiert in seinem Leben. Außerdem therapiert er sich selbst mit dem Werk. Das dauert eben. Bleibt zu hoffen, dass er nun genesen und therapiert uns wieder mit Geschichten in seine Welt lockt, die fünf Sterne verdienen. Er ist eben auf dem Weg der Besserung, aber noch nicht voll wieder da. Er ist hier noch sehr Udo verliebt, lässt ein paar andere Promis auftreten, als hätte er es nötig, sich in deren Schatten zu stellen. Und er lässt alle Frauengeschichten weg. Verständlich, aber doch irgendwie Schade für das voyeuristische Ich. Alles in allem aber: Good to see u again, my friend

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  • Hyperhyper

    Panikherz
    thursdaynext

    thursdaynext

    Udo Lindenberg ist Gott, sein ewiges Groupie Stuckrad-Barre kein Spiesser. Rockstarleben geht auch in „felixkrulliger“ Schrifststellerattitude, schreiben können reicht nicht um Leser zu fesseln. Vielen Berühmtheiten in der Realität oder im Geiste die Hand schütteln und extrem coole Orte aufsuchen, vergangene Zeiten skizzieren und den unaufhaltsamen Absturz zu schildern und zu  überleben reicht auch nicht. Panikherz ist ein weiterer Bericht aus der Reihe Nabelschau am Rande des Abgrunds und fällt unter die Kategorie: Biographien die verzichtbar sind. Zumindest für mich. Und ja. Stuckrad – Barre kann schreiben. Gepflegt, pointiert und unendlich ermüdend, weil dermassen uninteressant. Eine Lieblingsstelle hab ich aber gefunden: Vielleicht wäre es an der Zeit, dass ich mir auch wieder einen Schnuller in den Mund steckte? Es gab kein Gästezimmer, hatte aber vielleicht auch unter neurologischen Gesichtspunkten für meinen Bruder eine Triftigkeit, mich mit seinem zweijährigen Sohn in seinem Zimmer schlafen zu lassen, unser beider hirnentwicklungsstand hatte aktuell ungefähr dasselbe Level, nur eben aus unterschiedlichen Richtungen kommend. Immerhin hat S-B es geschafft sich wie dereinst Baron von Münchhausen  am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen, in welchen seine schlimme Kindheit und unverstandene Jugend ihn gebracht hat und all seine Erfahrungen so zu verkaufen, dass er dem Steuerzahler nicht zur Last fällt, sondern nur all jenen die aus freien Stücken bereit sind ihn zu alimentieren. Münchhausens Erzählungen mochte ich allerdings erheblich lieber. Nein, ich habe Panikherz nicht korrekt gelesen, sondern ab der Hälfte quergeblättert, ergo ist diese Schmähkritik völlig irrelevant, tendenziös und gegen null tendierend fundiert. Aber sie kommt von Herzen. ;)  

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    • 3
  • Leider eine positive Rezension

    Panikherz
    Heikus

    Heikus

    09. May 2016 um 23:33

    Benjamin von Stuckrad-Barre lässt tief blicken. Sein Weg aus dem gut - vielleicht zu gut - behütendem Pastorenhaushalt, bis hin zum bulimischen Bestsellerautor mit einem unvorstellbaren Kokainproblem ist wenig überraschend, wenn man seinen Werdegang verfolg hat. Dennoch ist interessant, den raschen Aufstieg und den ebenso raschen Verfall des langen Feuilleton-Lulatsch zu verfolgen. Von einer gelegentlichen Linie Kokain von der Hülle eines Oasis-Albums, bis hin zu zweitäglichen 5g-Lieferungen, zieht der Autor den Leser mit durch u.a. Göttingen, Hamburg, Zürich oder Irland und beschreibt jeden Gedankengang, jede Paranoia und jeden Tod seiner Weggefährten. Wer vSBs Werk kennt, weiß, wie sehr er es hasst, positiv-floskelhafte Lobhymnen zu schreiben und diese als Rezension zu verkaufen. Wer Panikherz liest, versteht, wieso es umso mehr Spaß bringt, Künstler nicht nur zu verreißen, sondern auch zu zerreißen. Was wiederum bei Panikherz schwer fällt. Denn das Buch ist tatsächlich sehr gut. Quasi ein Verriss seines eigenen Lebens mit Einblendungen einer schönen Zukunft, die ja eigentlich die Gegenwart ist. So bleibt auch diese Rezension leider eine Positive.

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  • Rausch

    Panikherz
    serendipity3012

    serendipity3012

    03. May 2016 um 16:43

    Rausch Man kann Benjamin von Stuckrad-Barres neues Buch vollkommen unbedarft als Autobiographie eines sehr begabten Schriftstellers lesen, der, natürlich, sehr viel erlebt hat, Gutes und Schlechtes, auf jeden Fall Interessantes – und man kann es genauso gut lesen, ohne ihn zu kennen. Das funktioniert. Sehr gut. Oder man ist einer derjenigen, die Stuckrad-Barres frühe Bücher, „Soloalbum“ und „Livealbum“ allen voran, damals gelesen, vielleicht auch aufgesogen haben, als er zum neuen Star der Popliteratur wurde. Auch wenn ich Stuckrad Barres weiteren Weg dann nicht mehr verfolgt habe – seine Fernsehshows und –auftritte sind mir größtenteils unbekannt, so habe ich diese Leseerfahrung doch nie vergessen, auch wenn die Romane an sich mir nicht mehr präsent sind. Wie es dem heute Anfang 40-jährigen in all den Jahren ergangen ist, das habe ich nun in aller Ausführlichkeit nachlesen können: Panikherz ist nicht weniger als die Reise durch Stuckrad-Barres Leben, beginnend mit dem Aufwachsen im behüteten Pfarrhaus als jüngstes von vier Kindern in der Provinz. Die Karriere begann dann früh bei einem Stadtmagazin in Göttingen, wo die Familie später hinzog, er wurde Redakteur beim Rolling Stone, Productmanager bei einem Plattenlabel, Autor für die Harald-Schmidt-Show. Beim Lesen dieser frühen Stationen staunt man immer wieder, wie sehr alle auf Stuckrad-Barre gewartet zu haben scheinen, seine Offenheit, oder ist das schon Dreistigkeit? – kommt an, er bekommt alles, was er will. Was er will, das ist vor allem: Ein Leben im Rausch, fern von jeder Spießigkeit, Musik, Partys, Dazugehören, Feiern. Es funktioniert, der Aufstieg ist rasant, Stuckrad-Barre wird bekannt, hat keine Hemmungen, jeden anzusprechen, seine Ideen vorzuschlagen, scheint sehr von sich überzeugt. Im jungen Alter geht es vor allem darum, alles zu ironisieren, selbst Udo Lindenberg, Held seiner Kindheit, macht er in einer Kritik zu einer neuen Platte völlig nieder, weil man das eben so machte. Udo Lindenberg, der später zum Freund und Retter werden wird: Seine Lieder ziehen sich durch Stuckrad-Barres Leben, und er ist präsent fast im gesamten Buch, selbst zu den Zeiten, als er im Leben des Autors noch oder gerade keine große Rolle spielt.Dass Stuckrad-Barre immer noch schreiben kann und mehr ist, als der Shooting Star von damals, das wird schon auf den ersten Seiten klar. Sein launiger Ton, seine stets so wunderbar treffenden neuen Wortschöpfungen, locker-witzig und klug, sie machen die Lektüre extrem unterhaltsam. Und seine Beobachtungsgabe, sein Einfangen dessen, was man oft diffus gedacht, gefühlt hat, es steht dann einfach da, in seiner ganzen simplen Wahrheit. „Als diese Platte rauskam, war ich erst sechs Jahre alt und Popmusik noch fern, bei mir liefen nur Abenteuerhörspiele mit altklugen Kinderdetektiven. Und als ich „I love Rock&Roll“ dann das erste Mal bewusst hörte, war das Lied schon: alt. Biographiezufall, ob man bei einem Hit-Momentum gerade in der Blankophase universeller Kulturprägbarkeit und Popaufmerksamkeit ist. Ich bin zu jung, um dieses Lied als frisch wahrgenommen zu haben und zu alt, um es nicht zu kennen und später zu entdecken…“ S. 497Vor allem die erste Hälfte von „Panikherz“ ist geprägt von einer überheblichen Arroganz, mit der der Autor auf alles und jeden blickt. Alles wird durchschaut, immer ein bisschen von oben herab. Aber der Spagat gelingt, weil durchscheint, dass da einer erzählt, der in Wirklichkeit ein Guter ist, der gemocht werden, Spaß haben will. Und der auch sich selbst gegenüber ehrlich und kritisch ist. Der gut ankommen, gut dastehen will, immer besser sein, besser aussehen auch, was sich nicht zuletzt in den Essstörungen zeigt, die er entwickelt.„… [Harm] ließ mich exaltiert sein, wie ich wollte, meine ultrakomplizierten und immer noch neurotischer werdenden Essenregeln wurden in die VERTRÄGE aufgenommen, low fat hier, no carb dort, Rohkost und was nicht alles. Ingwerwasser! Meine Mariahcareywerdung schritt voran.“ S. 215Nach Magersucht und Bulimie kommt dann der Alkohol, Kokain, nichts lässt er aus und an allem lässt er den Leser teilhaben. Ehrlich, direkt, einerseits mit der gebotenen Distanz, dass man überhaupt am Ball bleiben will, weil es so nicht zu einer unerträglichen Nabelschau wird, andererseits ganz nah dran, auch an den Peinlichkeiten, der Verwahrlosung. „Panikherz“ hat nicht nur Witz, sondern auch Tiefe. Gerade die lange Zeit der Kokainabhängigkeit wird dann auch dem Leser etwas lang, die Wiederholungen, das ewige Stoned-sein, aber so war es nun mal, denkt man sich, da ist es nur logisch, dass man als Leser da durch muss.Außerdem erlebt man als Leser noch einmal 20 Jahre Popgeschichte, begegnet alten Bekannten, ein Erleben, dass besonders intensiv sein mag, wenn man ungefähr im gleichen Alter ist wie der Autor. Nirvana, Oasis, The Bates, sie alle werden noch einmal wieder belebt, deutsche Promis begegnen ihm und uns während der Lektüre noch häufiger. Kaum einer dürfte diese Zeit so exzessiv erlebt haben wie Stuckrad-Barre, aber kurz kann mal so tun als ob, als wäre man mal kurz dabei gewesen, und sieht ihm dabei zu, wie er intensiv diese Jahre gelebt hat, wie er dann gerade noch den Absprung aus der Sucht geschafft hat. Versöhnlich werden wir aus dem Buch entlassen, der Erzähler scheint gereift, ruhiger geworden, vielleicht ja auch einfach und endlich erwachsen. Und ich habe noch ein paar Tage Billy Joels „Piano Man“ im Ohr, wie so viele Songs angerissen in „Panikherz“, aus keinem besonderen Grund außer dem, dass es für mich ein wichtiger Song der letzten 20 Jahre ist, auch wenn er schon viel älter ist.

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