Benno Pludra

 4 Sterne bei 109 Bewertungen
Autor von Bootsmann auf der Scholle, Die Reise nach Sundevit und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Benno Pludra

Benno Pludra (1925 - 2014) wurde in Mückenburg (Pommern) geboren. Mit 17 Jahren ging er zur Handelsmarine und wurde Schiffsjunge und Leichtmatrose. Nach dem Krieg holte er das Abitur nach und studierte ab 1948 Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Berlin und Halle/Saale auf. Später arbeitete er als Lehrer und Journalist. In den 50er Jahren schuf er die ersten Kinderbücher. Benno Pludra entwickelte sich zum vielleicht wichtigsten Kinderbuchautor der früheren DDR. Über vierzig Bücher hat er geschrieben und damit wichtige Auszeichnungen erhalten. Im Jahre 1966 erhielt er den Nationalpreis der DDR. Im Jahre 1992 wurde ihm für seinen Roman Siebenstorch der Deutsche Jugendliteraturpreis 1992 verliehen. Heute erscheinen seine Romane bei Beltz & Gelberg und im Kinderbuch Verlag Berlin, dessen Programm die Verlagsgruppe Beltz übernommen hat und neu auflegt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Benno Pludra

Cover des Buches Bootsmann auf der Scholle (ISBN: 9783407771063)

Bootsmann auf der Scholle

 (29)
Erschienen am 20.10.2010
Cover des Buches Die Reise nach Sundevit (ISBN: 9783407771117)

Die Reise nach Sundevit

 (21)
Erschienen am 11.02.2004
Cover des Buches Das Herz des Piraten (ISBN: 9783407786548)

Das Herz des Piraten

 (18)
Erschienen am 06.09.2011
Cover des Buches Lütt Matten und die weiße Muschel (ISBN: 9783407771155)

Lütt Matten und die weiße Muschel

 (7)
Erschienen am 06.06.2011
Cover des Buches Insel der Schwäne (ISBN: 9783358030554)

Insel der Schwäne

 (7)
Erschienen am 14.08.2007
Cover des Buches Sheriff Teddy (ISBN: B0000BMER6)

Sheriff Teddy

 (6)
Erschienen am 01.01.1957
Cover des Buches Heiner und seine Hähnchen (ISBN: 9783407771964)

Heiner und seine Hähnchen

 (6)
Erschienen am 09.04.2015
Cover des Buches Tambari (ISBN: B00273U094)

Tambari

 (3)
Erschienen am 01.01.1983

Neue Rezensionen zu Benno Pludra

Cover des Buches Die Reise nach Sundevit (ISBN: 9783407771117)nicigirl85s avatar

Rezension zu "Die Reise nach Sundevit" von Benno Pludra

Wenn Kindheitserinnerungen wach werden...
nicigirl85vor einem Jahr

Meine große Schwester ist mit diesem Buch aufgewachsen und hat es mir ans Herz gelegt, weshalb ich überhaupt dazu gekommen bin mal wieder ein Kinderbuch zu lesen. Und was soll ich sagen? Das sollte man als Erwachsener wirklich öfter tun.

In der Geschichte geht es um Timm, der leider oft alleine ist. Als am Strand fremde Kinder zelten und ihn auf eine Reise einladen, ist er Feuer und Flamme, denn endlich hat er wen zum Spielen. Doch vorher muss noch einiges erledigt werden. Was wird ihm die Reise bringen?

Bevor ich zur eigentlichen Geschichte komme, muss ich unbedingt die wundervollen Illustrationen von Hans Baltzer loben, denn diese unterstreichen die Geschichte perfekt.

An Timm hat mir gefallen, dass er trotz seines Alters sehr selbstbewusst ist und ungemein hilfsbereit. Selbst wenn dies sein Leben durcheinander wirbelt, kann er nicht aus seiner Haut und hilft anderen. Das kam mir sehr bekannt vor, denn mir geht es ähnlich. Manchmal ärgert man sich dann über sein Helfersyndrom, aber irgendwie macht es ja auch glücklich für andere da zu sein.

Da ich die Geschichte vorher noch so gar nicht kannte, war ich doch sehr überrascht wie spannend sie ist, denn man fiebert regelrecht mit, ob denn auch wirklich alles klappt was er sich vorgenommen hat.

Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt und fand die Botschaft, dass Helfen sich immer lohnt, enorm wichtig.

Leider muss ich gestehen, dass ich mir sehr unsicher bin, ob Kinder der heutigen Zeit mit diesem schönen Kinderbuch überhaupt etwas anfangen können. Klar ist mir nur, dass Eltern es dennoch versuchen sollten, denn diese Geschichte ist mal was Anderes und sticht aus dem heutigen Einheitsbrei im jeden Fall hervor, da eben nicht immer alles eitel Sonnenschein ist.

Timms Geschichte ist in meinen Augen mitten aus dem Leben gegriffen. Das kann jedem mal passieren, da es etwas Alltägliches ist. Ich konnte mich gut in ihn einfühlen und mich mit ihm identifizieren.

Fazit: Ein tolles Kinderbuch, was trotz seines Alters immer noch zu überzeugen weiß, da es wichtige Werte vermittelt. Von mir eine klare Leseempfehlung. Klasse!

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Cover des Buches Das Herz des Piraten (ISBN: 9783407786548)M

Rezension zu "Das Herz des Piraten" von Benno Pludra

Das Leben leben lassen
Mogli99vor 3 Jahren

Das Herz des Piraten beginnt, als handele es von den großen Seeabenteuern, von Piraten, Ungeheuern und Schätzen, wie sie uns auch in anderen phantastischen Büchern begegnen. Um eine solche von unserer Realität losgelöste Welt geht es Benno Pludra aber nicht. Im Gegenteil: Er möchte mithilfe seiner Bücher Jugendliche für die eben immerzu komplizierte Wirklichkeit sensibilisieren. Er möchte, wie er einmal in einem Interview sagte, "Geschichten schreiben, die dem Leser eigenes Denken abverlangen" und "zur Korrektur lange gebrauchter Schablonen führen".


So verwundert es auch nicht, dass das Phantastische hier bloß als Stein in Erscheinung tritt, den Jessi, die Protagonistin des Romans, eines Tages am Strand findet. Einem Stein übrigens, der für die übrigen Bewohner des Dorfes, in dem der Text sich abspielt, nur ein Stein ist wie viele andere auch. Einzig Jessi kann ihn, der einst das Herz eines gefürchteten Piraten war, hören, wenn er spricht, und sehen, wie er leuchtet in ihren Händen. Schnell bildet dieses phantastische Element aber vornehmlich den Hintergrund für eine ganz andere Geschichte.


Jessi fehlt nämlich etwas im Leben. Noch vor ihrer Geburt verschwand ihr Vater, ein Schausteller in einem Wanderzirkus, und kam nie wieder. Sie hat ihn niemals kennengelernt. Die Abwesenheit des Vaters kann auch die sehr liebevoll geschilderte Beziehung zwischen Jessi und ihrer Mutter Elise nicht auffangen.


Pludra gelingt es auf einfühlsame Art und Weise, durch die Augen Jessis die kindliche Sehnsucht nach einem Vater, gleichsam aber auch die Bedürfnisse der Mutter nach einer neuen Liebe anschaulich und für Kinder und Jugendliche nachvollziehbar darzustellen.


Die Verschränkung von abwesendem Vater und anwesendem Stein, die zunehmend miteinander identifiziert werden, kulminiert in dem Moment, da der Vater von Jessi im Dorf erscheint. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur dies: Das Phantastische, das der sprechende Stein in die dörfliche Welt einführt, wird zu keiner Zeit aufgelöst als kindliches Phantasma. Es wird nicht als etwas zur Welt Distinktes vorgestellt, es ist Teil zumindest von Jessis Realität und hilft ihr, zeitweise, bei der Verarbeitung ihrer Gefühle. Ein Plädoyer also auch für die kindliche Phantasie, die aber, und das ist entscheidend für Benno Pludra, immer zurückgebunden werden muss an die Wirklichkeit,


Nebenbei verhandelt der Text auch, mithin etwas verdeckter, andere Themen. Etwa die Kritik an Massentierhaltung und sozialer Ausgrenzung, die Fürsprache für das Individuelle eines Menschen usf.


Es ist ein reicher Text, der an Reichtum gewinnt, je genauer man hinsieht. Getragen von einer äußerst poetischen Sprache, deren moderne und für ein Jugendbuch einzigartige Rhythmik der emotionalen Einbindung der Leser*innen zuarbeitet, ist dieses Buch für Jugendliche bis zur Pubertät ein äußerst vielschichtiger Text mit zahlreichen Projektionsmöglichkeiten.

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Cover des Buches Bootsmann auf der Scholle (ISBN: 9783358030196)DoreenGehrkes avatar

Rezension zu "Bootsmann auf der Scholle" von Benno Pludra

»Bootsmann auf der Scholle« – Benno Pludras bekannteste Geschichte
DoreenGehrkevor 3 Jahren

Der Schriftsteller Benno Pludra war Ende August 2014 verstorben. Ich hatte daraufhin den folgenden Text geschrieben, den ich hier heute noch einmal veröffentliche.

Benno Pludra war einer der erfolgreichsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. In Gedenken an ihn und seine Werke, habe ich, über seine vielleicht bekannteste Geschichte »Bootsmann auf der Scholle« ein Gedicht verfasst.

 

Uwe und Bootsmann sind die besten Freunde

In kalter Luft, im kalten Wasser,

schwimmt eine Scholle aus Eis.

Darauf ein schwarzer Fleck,

der sich wie wild hin und her bewegt.

 

In kalter Luft, im kalten Wasser,

schwimmt ein Boot aus altem Holz.

Darin sitzt Uwe, ein kleiner Junge,

der wie wild mit seiner Jacke winkt.

 

Die Augen zu Schlitzen geformt,

guckt Kapitän Feodor ungläubig durch sein Glas

und fragt sich, was ist denn das?

Donnerwetter – er lässt die Motoren stoppen,

schickt seine Männer, die zur Barkasse robben.

 

Ein schnelles Gefährt ist diese Barkasse,

schwimmt schnittig durchs dunkle, kalte Wasser.

Sie erreichen den Jungen, nehmen ihn an Bord.

Fahren weiter zur Scholle, Uwes unerreichter Ort,

Dort, wo vor lauter Aufregung der schwarze Fleck zu tanzen beginnt.

 

Er ist gerettet, der schwarze, tanzende Fleck.

Bootsmann heißt er, ein kleiner schwarzer Hund und ist eigentlich ganz keck.

Nur vor kaltem Wasser, davor hat er Angst.

 

Bootsmann gehört zu einem Schlepper, zu Putt Bräsings Schlepper.

Gewartet hat der, gewartet und gewartet.

Aber Bootsmann kam nicht, der war ja auf der Scholle,

in kalter Luft, im kalten Wasser.

Aber vor kaltem Wasser, davor hat Bootsmann Angst.

So ist Putt Bräsing ohne ihn gefahren, zum Dampfer, zu Kapitän Feodors Dampfer.

 

Auf dem Dampfer ist Kapitän Feodor zufrieden,

Uwe und Bootsmann sind gerettet.

Uwe nimmt Bootsmann auf den Arm und beide schauen Richtung Schlepper, zu Putt Bräsings Schlepper.

 

In kalter Luft, im kalten Wasser,

schwimmt ein Schlepper zu einem Dampfer.

Putt Bräsing und sein Heizer Jan sind ganz erschrocken,

als sie Uwe mit Bootsmann auf dem Dampfer stehen sehen,

fragen sich – Wie kommen die beiden denn nur auf den Dampfer?

 

Ich verfüge über eine Ausgabe von 1984 aus dem Kinderbuchverlag Berlin. Es ist der dritte Band der kleinen Trompetenbücher, die es früher zu kaufen gab und die in jede Hosentasche passen. Die Geschichte gewann 1959 bei einem Preisausschreiben des Ministeriums für Kultur eine Auszeichnung in der Kategorie Kinder- und Jugendliteratur.

Und die Geschichte geht so …

Putt Bräsing ist Kapitän auf einem Schlepper. Sein kleiner, schwarzer Hund Bootsmann ist bei den Kindern sehr beliebt. Oft dürfen sie mit ihm spielen, so wie auch an diesem Tag, als Bootsmann in Schwierigkeiten gerät. Es ist ein kalter Wintertag. Die Kinder Uwe, Jochen und Katrinchen spielen im Schilf und laufen aufs Eisfeld. Jochen und Bootsmann tasten sich auf eine Scholle vor, dort hüpfen sie, bis sich die Scholle vom Eisfeld löst. Panik! Jochen schafft es aufs Eisfeld zu springen, aber der kleine Hund Bootsmann hat zu viel Angst und bleibt zurück. Die beiden Jungen versuchen, mit einem Stock die Scholle zum Eisfeld zu holen, aber es gelingt ihnen nicht. Die Scholle treibt davon. Der sonst so mutige Jochen verliert dann die Fassung und läuft weg. Uwe schickt Katrinchen zu Putt Bräsing, er soll mit seinem Schlepper Bootsmann von der Scholle retten. Aber das kleine Katrinchen ist erst fünf Jahre alt und lenkt sich mit anderen Kindern ab, die einen Schneemann bauen. Die Zeit verstreicht und als Katrinchen den Hafen erreicht, ist Putt Bräsing mit seinem Schlepper schon auf dem Weg zu einen großen Dampfer, der rein geschleppt werden muss. Uwe wartet verzweifelt auf Putt Bräsing, der aber nicht kommt, weil er ja keine Ahnung hat, was mit seinem Hund geschehen ist. Bootsmann kauert auf der Scholle und ist ganz still. Dann kann Uwe ihn von der Küste aus nicht mehr folgen, denn die Küste endet und die Scholle mit Bootsmann drauf schwimmt aufs offene Meer. Als Uwe ein herrenloses Ruderboot entdeckt, springt er hinein und rudert mutig der Scholle hinterher. Uwe hat Angst. Er ist ja auch erst sieben Jahre alt und ganz alleine in einem großen Ruderboot über dem eiskalten, dunklen Wasser. Das Rudern fällt Uwe schwer, bald tun ihm die Arme weh. Bootsmann aber freut sich, hüpft auf der Scholle hin und her und wartet ungeduldig auf seine Rettung. Bis Uwe irgendwann die Richtung ändert. Ängstlich läuft Bootsmann die Kante der Scholle entlang. Er versteht nicht, warum sein Freund plötzlich woanders hinfährt. Uwe hat derweil seine Jacke ausgezogen und winkt damit aufgeregt hin und her. Und er hat Glück, seine Hoffnung auf Rettung vom großen Dampfer erfüllt sich. Kapitän Feodor hat Uwe in seinem Ruderboot entdeckt und auch den kleinen, schwarzen Hund auf der Eisscholle durch sein Fernglas gesehen. Schnell lässt er ein Beiboot zu Wasser, die beiden aus ihrer Seenot retten und auf den Dampfer bringen. Dort bekommen sie etwas Warmes zu essen und zu trinken. Uwe erzählt, was passiert ist. Die gesamte Mannschaft staunt über Uwes Heldenmut und lobt ihn dafür. Aber sie hatten beide Glück, denn wäre der Dampfer pünktlich gewesen und schon lange im Hafen, hätte niemand Uwe und Bootsmann retten können. Derweil hat Putt Bräsing mit seinem Schlepper das Dampfschiff erreicht und schaut ungläubig zum Bug des Dampfers, als er dort Uwe und Bootsmann sieht. Zurück im Hafen warten frierend das kleine Katrinchen und Jochen auf die Heimkehr ihrer Freunde und freuen sich, als sie beide auf dem Dampfer sehen. Glücklich wiedervereint!

Ein tolles Abenteuer, spannend und kurzweilig erzählt. Für eine längere Gutenachtgeschichte sehr gut geeignet, als auch ein erster, schöner Lesespaß für kleine Forscher.

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