Benoîte Groult La touche étoile

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Inhaltsangabe zu „La touche étoile“ von Benoîte Groult

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  • Rezension zu "La touche étoile" von Benoîte Groult

    La touche étoile
    steffeinhorn

    steffeinhorn

    01. March 2011 um 15:16

    Dieses Buch hat mich berührt und meinen Gedanken entsprochen. Im ersten Teil des Buches erzählt Moïra, eine griechische Gottheit, das Leben der Menschen, und das Älterwerden. Anschließend erzählt die Autorin mit bissigem Witz und klaren Blick in die heutige Gesellschaft, in der alte Menschen nicht mehr verloren haben. Sie schreibt gegen das Vergessen, was für sie als Feministin besonders wichtig ist. Ehrlich beschreibt sie ihre Beziehung zu ihrem Ehemann, ihrer Schwester und ihrem einzigen Geliebten, ein Irländer mit poetischen Veranlagungen und für ihn typischen Weltansichten. Die Erzählerin erlebt die reichen Küsten Irland und angelt nach Krabben und Muscheln, welche sie als echte Französin aus der Bretagne stammend zu kochen und zu verzehren weiß. Sie versteht nicht, wie dieses Land hatte Hunger erleiden können, wo es doch soviel zu essen im Meer gibt. Auf Meeresfrüchte kommt sie gerne zu sprechen, besonders als sie später im höheren Altern mit zynischer Einstellung eine organisierte Kreuzfahrt durch den fernen Osten mit ihrem Mann unternimmt. Auch dort bemerkt sie Gewässer mit wunderbaren Meeresfrüchten, wo sie im Schiffsrestaurant Muscheln aus dem Tiefkühlfach essen muss. Trotz ihrer bürgerlichen Abstammung verfügt sie über eine starke Liebe zum Leben und akzeptiert seit ihrer Jugend die etablierten Regeln der Gesellschaft nicht. Am Ende weißt sie kritisch und bewusst auf die hypokritische Einstellung der französischen Regierenden hin. Sie stellt die neuen Gesetze bezüglich des ‚Sterben-Lassens‘ dem sogenannten ‚Leben-Lassen‘ (Laissez-vivre) gegenüber. Die Betroffenen haben nur scheinbar eine freie Wahl über das eine als wohl das andere selbst zu bestimmen. Besonders berührt hat mich am Ende ihre Bemerkung über ihre Empfindsamkeit der schönen Dinge in unserer Welt und ihre Vorliebe für Poesie, welche sie wie ein junges Mädchen völlig neu und intensiv erlebt. Dabei stelle ich mir die Frage, ob es nicht die Fähigkeit eine Künstlers ist, übergangslos in seinem Leben seine Empfindsamkeit, seine Tränen, seine Leidenschaften sensibel wie ein Teenager bis ins hohen Alter aufrecht zu erhalten…?

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