Geht man in ein Yoga-Studio, dann trifft man dort in der Regel auf Frauen. Auch die meisten Yoga-Bücher haben weibliche Autoren. Kann das noch Zufall sein? Oder hat es auch damit zu tun, wie Yoga im Westen gelehrt wird? Sanfte Dehnübungen mit einem Hauch von Esoterik. Yoga kann auch anstrengend und fordernd sein, aber das wäre nicht im Sinne des Geschäfts.
Yoga lehrt Achtsamkeit. Und so beginnt auch dieses Buch. Wenn man also noch nie Yoga betrieben hat, dann wird man zuerst lernen müssen, mit seinem Körper achtsam und vorsichtig umzugehen. Nur so wird man sich nicht verletzen. Die Autorin erklärt dies und einige andere Besonderheiten sehr gut. Danach kommt sie zu den verschiedenen Sitzstellungen. In körperlicher oder geistiger Anspannung Yoga zu beginnen, ist keine gute Idee, weil dann erstens die Verletzungsgefahr insbesondere für Anfänger sehr hoch ist und zweitens die ganze Sache ins Leere läuft. Deshalb befasst sich die Autorin zunächst einmal mit den Grundlagen der Atemtechnik. Unsere Atmung bestimmt ganz wesentlich unseren Rhythmus. Und umgekehrt sieht man an der Atmung, in welchem Zustand sich ein Mensch befindet. Bewusstes Atmen beruhigt und entspannt.
Nachdem man dies erlernt hat, kann man mit den einfachen Übungen aus diesem Buch beginnen. Die Autorin stellt zunächst drei Programme vor, die sich in ihrer Länge und im Schwierigkeitsgrad unterscheiden. Für Geübte sind sie sehr leicht, für Anfänger gerade richtig.
Im Anschluss folgen drei Spezialprogrammen: für eine gute Verdauung, für mehr Geschmeidigkeit in Rücken, Nacken und Schultern und für ein besseres Gleichgewicht und eine bessere Konzentration. Auch diese drei Programme, die man je nach Intensität oder Anzahl der Wiederholungen auch auf eine Stunde ausdehnen, aber auch in 30 Minuten absolvieren kann, sind für Anfänger gemacht und entsprechend leicht für Geübte.
Als Einstieg hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Es richtet sich allerdings leider wieder mehr an die übliche Zielgruppe als an Männer. Dünne Yogis mit Rauschebart stellen nicht den erstrebenswerten Traum europäischer Männer dar, scheinen aber eine gewisse Verführung auf ihre Frauen auszuüben. Yoga trägt zweifellos zur Beruhigung und zum körperlichen Wohlbefinden bei. Ergänzt man es durch Kräftigungsübungen für eine schlaffe Muskulatur (zum Beispiel durch ein gezieltes Bauchmuskeltraining, was den Rücken stützt), dann steigert man diesen Effekt noch enorm. Das aber geht an Yoga-Lehrern meistens vorbei, weil es eben nicht dazugehört und deshalb ein Sakrileg ist.
Bente Helene Schei
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Für Yoga ist es nie zu spät
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Das Übungsbuch „Für Yoga ist es nie zu spät“ wurde von Bente Helene Schei geschrieben. Sie hat zunächst Jura studiert. Nach ihrem Abschluss hat sie allerdings feststellen müssen, dass es mit Jura schwierig ist, Karriere, Familie, Gesundheit und Fitness unter einen Hut zu bringen. Für sie war dieses allerdings mit Yoga möglich, so dass sie zunächst eine Ausbildung an einer norwegischen Yoga-Schule absolviert und sich dann mit Lehrgängen im In- und Ausland weitergebildet hat. Nunmehr gibt sie im "Zentrum für Klassisches Yoga" in Oslo Yoga-Kurse und hält zu diesem Thema Vorträge.
Was bringt mir Yoga? Yoga kann beispielsweise dazu führen, dass die Muskelkraft steigt, die Muskeln und das Bindegewebe gedehnt werden, dass Spannungen im Körper abgebaut werden und dass sich das Körpergewicht verringert.
Das Buch ist insbesondere für Anfänger konzipiert, aber auch für Fortgeschrittene ist es hilfreich. Es beginnt mit einer allgemeinen Einführung in das Thema. Daran schließen sich Hinweise an, die beachtet werden sollen, bevor mit den Übungen begonnen wird. Anschließend werden die Sitzstellungen (Schneidersitz, Diamantsitz und Sitzen auf dem Stuhl) erklärt. Im Anschluss wird auf die Grundlagen der Atemtechnik eingegangen. Danach werden verschiedene Programmvarianten beschrieben. Dieses sind ein kurzes Yoga-Programm (10 – 20 Minuten), ein mittleres Yoga-Programm (30 – 50 Minuten), ein langes Yoga-Programm (60 – 90 Minuten), ein Programm für eine gute Verdauung (20 – 40 Minuten), eins für mehr Geschmeidigkeit in Rücken, Nacken und Schultern (30 – 60 Minuten) sowie ein Programm für Gleichgewicht und Konzentration (10 – 60 Minuten).
Die Autorin beton, dass es bei den Yoga-Übungen sehr wichtig ist, dass darauf geachtet wird, ob sich eine Übung gut anfühlt. Die eigenen Grenzen sollten dabei respektiert und nicht überschritten werden. Die Übungen sollten in Ruhe und ohne Druck absolviert werden. Selbstverständlich wird es mal anstrengend. Aber es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass durch die Übungen keine Schmerzen entstehen.
Die Beschreibung der einzelnen Übungen sind in die folgenden Bereiche unterteilt: Übungsname, Stellung, Dauer der Übung, Atmung, Aufmerksamkeit, Achtung und Wirkung. Sie sind verständlich beschrieben und die Beschreibung hat für mich genau die richtige Länge, um die Übung selbst umzusetzen. Außerdem gehört mindestens ein Foto, meist jedoch mehrere Fotos zu den Übungen.
Was mir persönlich allerdings nicht so gut gefällt, ist die Farbgebung des Buchs. Die Textseiten sind mit einem leichten Grauton hinterlegt. Die Überschriften und insbesondere die Seiten, auf denen ein neuer Abschnitt beginnt sind orange. Hinzu kommt, dass die Fotos nur schwarz/weiß sind. Für mich wirkt das Buch damit etwas trist.
Bis auf die Farbwahl hat mir das Buch aber sehr gut gefallen.
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