Beppe Severgnini Überleben in Amerika

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Inhaltsangabe zu „Überleben in Amerika“ von Beppe Severgnini

Kolumbus entdeckte Amerika – Severgnini schaut nach, was noch davon da ist Ein ganzes Jahr lang suchte Beppe Severgnini die amerikanische Normalität – und lernte Menschen kennen, die verrückt sind nach Eiswürfeln, elektronischem Spielzeug und Klimaanlagen. Sie hängen einem gefährlichen Kult an, dem des Sessels mit verstellbarer Rückenlehne. Kinder haben hier das Sagen, der Tod ist keine Notwendigkeit, sondern eine Zugabe, und Bescheidenheit und Understatement sind unbekannt verzogen. Severgnini aber kehrt immer wieder in die USA zurück, denn es ist ein Land zum Staunen, Kopfschütteln, Schmunzeln und Verlieben. Willkommen in der Heimat der glücklichen Autodidakten: Amerikaner offerieren Erlösung in fünf Tagen, machen jeden Trottel in sieben Schritten zum Millionär und setzten Parteiprogramme in Form einer 10-Punkte-Einkaufsliste auf. Alles ist machbar, selbst der Sommeranfang: Anderswo durch die Launen der Natur festgesetzt, unterwirft er sich hier dem Rhythmus der allgegenwärtigen Klimaanlagen. Kein Wunder, dass die Amerikaner, denen Severgnini in Georgetown/Washington begegnet, seien sie nun Klempner, Makler oder Journalisten, eines gemeinsam haben: Wenn Sie etwas können – egal ob es Sport, Beruf oder Sex betrifft –, verschweigen sie es nicht. Daher sind sie auch glänzende Verkäufer: Wo sonst auf der Welt würde man ein Auto tatsächlich zu genau dem Preis kaufen, der auf der Windschutzscheibe angegeben ist? Als typischer Europäer entdeckt Severgnini Amerika neu: ein Land ungewöhnlicher Geräusche, intensiver Geschmacksnoten und fehlender Gerüche, in dem sich alles durchsetzt, was Klein & Tragbar ist. Er beschreibt es augenzwinkernd, tiefsinnig und zeitlos genau, gleichermaßen verzaubert wie irritiert. 58 Millionen Amerikaner glauben, sie hätten deutsche Vorfahren. Wenn Sie dieses Buch lesen, wissen Sie, warum.
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  • Rezension zu "Überleben in Amerika" von Beppe Severgnini

    Überleben in Amerika
    Gracey_V

    Gracey_V

    13. March 2009 um 03:59

    Über die USA gibt es ja allerhand Vorurteile, die in Europa mehr oder weniger gepflegt werden: Die sind alle fett, weil sie sich nur von Fast Food ernähren, sind ungebildet (da vollkommen bildungsresistent, na klar) und würden lieber ihr Kind hergeben, als ihren Revolver. Der Journalist Beppe Severgnini hat ein Jahr lang in Amerika gelebt und erzählt nun in diesem Buch von seinen Erlebnisse im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, von Vorurteilen, die er mit der Zeit ausräumen konnte und kuriosen Erlebnissen. Wussten Sie, dass man in Amerika erst Schulden gemacht haben muss, damit man eine Kreditkarte bekommt? Dass die in Amerika im Sommer laufenden Klimaanlagen öfter dafür sorgen, dass großflächig die Stromversorgung ausfällt und dass man Getränke entweder nur brühend warm oder arktisch kalt bekommen kann, will man kein ungläubiges Kopfschütteln ernten? Diese und noch zahlreiche andere Dinge beleuchtet "Überleben in Amerika" und das in Severgninis unnachahmlicher und lustiger Weise. Wer schon "Überleben in Italien" mochte, wird auch mit diesem Buch seinen Spaß haben, garantiert. Geschrieben wurde das Ganze in der Art eines Reiseberichts, die Kapitel nach Monaten unterteilt, was leider nicht zur Übersichtlichkeit beiträgt. Da der Autor in jedem Kapitel mehrere "Phänomene" wie eben die Probleme beim Beschaffen einer Kreditkarte für Ausländer oder die Durchsetzungsprobleme von Fußball gegen andere Sportarten abhandelt, wäre es doch viel schöner gewesen, die Kapitel gleich danach einzuteilen. Das Inhaltsverzeichnis am Ende des Buches schreit ja geradezu danach. Abgesehen davon hält der Umschlag des Buches aber, was er verspricht (oder auch nicht): Die darauf so herrlich dargestellten Vorurteile (sogar Cowboystiefel und er unvermeidliche Burger sind darauf) werden thematisiert und (zum Glück) oft entkräftet, dafür gibt es Allerhand neues zu entdecken, das es schafft, Amerika für den Leser nur noch interessanter und vor allem sympathischer zu machen. Vieles, von dem der Autor berichtet, kam mir ziemlich bekannt vor, anderes durfte ich selbst aber noch nicht erleben (das macht wohl der Altersunterschied, haha). Severgnini schafft es in seinem Reisebericht ein wirklich interessantes, authentisch wirkendes Bild der Staaten zu zeichnen - und hinterher schließt man das Buch und stellt verdrossen fest, dass der letzte, eigene Urlaub in Übersee auch mal wieder aufgefrischt werden sollte.

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