Berit Anders weiß lange nicht, dass sie an einer Borderline-Störung leidet. In ihrem Buch beschreibt sie den langen Weg in ein besseres Leben, wobei ein Therapeut ihr besonders unterstützend zur Seite steht. Doch während ihres Selbstfindungsprozesses muss Berit sich auch mit ihrer schwierigen Vergangenheit auseinandersetzen, denn in ihrer Kindheit und Jugend wurde sie körperlich misshandelt und sexuell missbraucht.
Berit Anders entschied sich für einen Schreibstil, der sich stark von dem anderer Tatsachenberichte unterscheidet: Das Buch wirkt fragmentarisch, manchmal fast zusammenhangslos, doch genau dies spiegelt wieder, wie es in Berits Innerem ausgesehen haben muss, wie verwirrt und verzweifelt sie gewesen sein muss, weil sie immer wieder zu scheitern schien.
Das Buch ist ein sehr persönlicher Bericht, was einerseits zu einer äußerst berührenden Lektüre macht, andererseits aber scheint es für Betroffene selbst genau dadurch nur bedingt geeignet.
Das Buch ist eher für Menschen geeignet, die ein grundsätzliches Interesse an Persönlichkeitsstörungen und Heilungsprozessen haben als für Angehörige oder Borderliner selbst. Dies wurde für mich auch im Nachtrag deutlich, denn der Psychotherapeut Heinz-Peter Röhr, der diesen verfasste, schreibt darin sinngemäß, dass eigentlich immer die Mutter verantwortlich für die Entstehung einer Borderline-Störung ist, was meiner Ansicht nach eine sehr einseitige und sicherlich faktisch falsche Darstellung ist. Allerdings ist hier hervorzuheben, dass das Buch bereits vor einigen Jahren erschien, als man möglicherweise noch so dachte - genauso, wie man früher Müttern die Schuld daran gab, wenn ihre Kinder autistisch waren.
Die wahre Geschichte einer Selbstfindung





