Berit Glanz

 3,9 Sterne bei 59 Bewertungen
Autorin von Automaton, Pixeltänzer und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Eine Vorliebe für Skandinavien: Berit Glanz, geboren 1982 in Preetz, ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie studierte Skandinavistik und Theaterwissenschaften in München, Rekjavik und Stockholm. Während ihres Studiums arbeitete sie als Lektorin und Verlagsdramaturgin im Theaterstückverlag Kornwimmer in München. 

Nach ihrem Abschluss verbrachte sie einige Zeit in Island. Bei ihrer Rückkehr fing sie dann an als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neue Skandinavische Literaturen des Instituts für Fennistik und Skandinavistik der Universität Greifwald zu arbeiten. 

Aufgrund ihres interesses an Skandinavien, war sie bei mehreren Projekten mit Sschwerpunkt Skandinavien beteiligt. So unter anderem als Gastkuratorin des Filmfestivals Cost Mediale und bei der Produktion diverser Musikvideos. Nebenbei übersetzt sie Literatur aus dem Norwegischen, Schwedischen und Isländischen. 

Neben Theaterstücken schreibt die Autorin auch Prosa und Lyrik. So wurde sie dank ihrer Arbeiten Finalistin beim open mike in Berlin und wurde mit dem Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Ihr Debüt als Romanautorin gab sie mit ihren Werk „Pixeltänzer“.

Alle Bücher von Berit Glanz

Cover des Buches Pixeltänzer (ISBN: 9783895611926)

Pixeltänzer

 (28)
Erschienen am 30.07.2019
Cover des Buches Automaton (ISBN: 9783827014382)

Automaton

 (28)
Erschienen am 24.02.2022
Cover des Buches 99 x Island wie Sie es noch nicht kennen (ISBN: 9783734307911)

99 x Island wie Sie es noch nicht kennen

 (2)
Erschienen am 27.06.2018
Cover des Buches Automaton: Roman (ISBN: B09HXJBSRV)

Automaton: Roman

 (1)
Erschienen am 24.02.2022

Neue Rezensionen zu Berit Glanz

Cover des Buches Pixeltänzer (ISBN: 9783895611926)
bigpandas avatar

Rezension zu "Pixeltänzer" von Berit Glanz

Maskenspiel und Rätsel im Analogen und Digitalen
bigpandavor 22 Tagen

Die Protagonistin Beta (Abkürzung für Elisabeth) arbeitet in der IT-Branche in Berlin. Sie lebt in den Tag hinein und ist kämpft indirekt mit der Sinnfrage ihres Alltags.. Über eine App, bei der man von Unbekannten durch ein Telefonanruf und ein kurzes Gespräch geweckt wird, lernt sie zufällig einen Hamburger kennen, der in Los Angeles arbeitet und ist vor allem von seinem Profilname und -bild sehr fasziniert. Nach einiger Recherche findet sie heraus, dass es sich dabei um eine Maske einer Künstlerin der 1920er Jahre handelt und es beginnt eine Art digitale Schnitzeljagd, bei der sie immer mehr der Biographie der Maskenbildnerin erfährt.  

Vor einem Jahr habe ich bereits einmal angefangen das Buch zu lesen, aber ich schaffte damals noch nichtmal das erste Viertel und dann blieb es liegen. Irgendwie ging es damals nicht an mich. Jetzt beim erneuten Beginn habe ich es ziemlich in einem Rutsch durchgelesen und fand es sehr gut. Was mir besonders gefällt ist, wie der Erzählstrang der 1920er Jahre mit dem Erzählstrang der Gegenwart verwoben ist. 

Cover des Buches Automaton (ISBN: 9783827014382)
Elenchen_hs avatar

Rezension zu "Automaton" von Berit Glanz

Automaton
Elenchen_hvor 2 Jahren

"Einige Bläulinge trinken aus einer Pfütze auf den hellen, warmen Steinen. Sie flattern sorglos umher, als wüssten sie nicht um die Gefahr des Wassers bei einem Absturz. In den Blautönen ihrer Flügel bricht sich das Licht." - Berit Glanz, "Automaton"


Sobald die junge Mutter Tiff die Wohnung verlassen muss, erfasst sie Panik. Sie leidet an einer Angststörung und ist dadurch größtenteils an die eigenenen vier Wände gefesselt. Auf der Online-Plattform Automaton schlägt sie sich mit Clickworkings durch. Einer ihrer Aufträge wird den Kund*innen so verkauft, als werte eine KI Überwachungsvideos aus - dabei stecken Menschen wie Tiff dahinter, die sich stundenlang die Überwachungsclips anschauen. Für den Auftrag musste sie eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnen, doch dann wird sie Zeugin eines Verbrechens...


In "Automaton" blickt die Autorin Berit Glanz sehr genau auf die Chancen und Risiken unserer vernetzten Welt. Sie lotet aus, wo sich die sich aus der Digitalisierung ergebende Anonymität und Distanz im Internet schädlich auswirken, aber auch welche Chancen sich aus der Möglichkeit, in sekundenschnelle Kontakte aufbauen zu können, ergeben. Dabei erweckt sie mit Tiff eine Protagonistin zum Leben, die zwar in der realen Welt aufgrund ihrer Angststörung nur einen kleinen Bewegungsradius hat und wenige Kontakte pflegt, im Netz aber mutig und bestimmt auftritt, Freund*innenschaften schließt und sich von ihren Zielen nicht abbringen lässt.


Der Gegenwartsroman ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Zum Einen begleiten wir Tiff mit ihrem Sohn in der beengten Wohnung und bei ihren Aufträgen bei Automaton, zum Anderen Stella, die auf der anderen Seite der Welt in einem Obdachlosenheim arbeitet und nach und nach von ihrer Verganhenheit erzählt, die sich teilweise auf Hanffeldern abspielt. Gespickt wird das Buch noch mit Chats zwischen Tiff und ihren Freund*innen bei Automaton. Erst gegen Ende des Buches finden die beiden Erzählstränge zusammen - was mich ehrlich gesagt ein wenig gestört hat. Ich konnte mit Stellas Geschichte nicht viel anfangen, sie war recht zäh und ich hatte immer das Gefühl, so schnell wie möglich wieder bei Tiff ankommen zu wollen. Natürlich lässt sich hier anmerken, dass mit Stellas Arbeit in der Fischfabrik auf der einen und mit Tiffs Arbeit bei Automaton auf der anderen Seite zwei prekäre, schlecht bezahlte Fließband-Jobs in zwei unterschiedlichen Jahrhunderten einander gegenüber gestellt werden, trotzdem haben diese Teile des Buches der Story in meinen Augen viel Spannung geraubt.


"Automaton" ist trotzdem ein sehr interessanter Roman, der sich mit einem der präsentesten Phänomene unserer Zeit beschäftigt - dem Internet. Dabei legt Berit Glanz ihren Fokus nicht nur auf die negativen Aspekte der Digitalisierung, sondern macht durch Tiff und ihre Freundinnen auch vor allem eines: Hoffnung.

Cover des Buches Automaton (ISBN: 9783827014382)
claydens avatar

Rezension zu "Automaton" von Berit Glanz

Optimismus statt Pessimismus
claydenvor 2 Jahren

Tiff, leidet unter einer Angststörung, die sie in ihrem alltäglichen Leben stark einschränkt. Sie verlässt deswegen kaum ihre Wohnung außer zum Einkaufen und wenn sie ihren Sohn vom Kindergarten abholt, ein einfacher Schwimmbadbesuch mit ihren Sohn ist jedoch nicht möglich, ohne dass Tiff in Panik ausbricht. Aufgrund ihrer Angststörung und dass sie alleinerziehend ist, scheint der Job als Clickworkerin auf der Plattform der Firma Automa perfekt für sie geeignet zu sein. Sie kann nachts, wenn ihr Sohn schläft, arbeiten und online von ihrer Wohnung aus. Damit hören jedoch die Vorteile schon auf, ist der Job als sogenannte Automaton in der Regel sehr schlecht bezahlt, monoton und zermürbend. Des Weiteren läuft sie Gefahr, auf verstörende Inhalte zu stoßen, die ihrer Angststörung wenig zuträglich sind. Ein Lichtblick ist jedoch die Chatfunktion der Plattform, auf der sie sich mit weiteren Automatons aus aller Welt unterhalten kann. Als Tiff die Bilder einer Überwachungskamera kontrollieren soll, glaubt sie, Zeugin eines vermeintlichen Verbrechens geworden zu sein. Gemeinsam mit ihren Chatfreunden versucht sie mehr herauszufinden trotz ihrer vertraglichen Verschwiegenheitspflicht. 

Was wie ein Thriller klingt, ist jedoch eher ein Roman über die Ausbeutung der Clickworker und die Kehrseite der Digitalisierung. Mit einfacher und klarer Sprache werden die Schattenseiten des Internets aufgezeigt, aber auch welche Möglichkeiten das Internet und die globale Vernetzung von Menschen online eröffnet Gutes zu tun. Ich hätte mir jedoch gewünscht, wenn der Roman noch tiefer auf die dunklen Abgründe des World Wide Webs eingegangen wäre, die hoffnungsvolle Botschaft ist meiner Meinung nach zu naiv gedacht. 

Insgesamt konnte mich der Roman nicht so richtig abholen, beim Lesen hatte ich eher das Gefühl, dass die Handlung und der Textaufbau um die Themen herumkonstruiert wurde, die Krimihandlung und das Verhalten der Clickworker war mir zu unrealistisch ich konnte einfach keine emotionale Nähe zum Gesagten bzw. Geschriebenen aufbauen. Ich wusste, was der Roman mir zeigen will, aber „gefühlt“ habe ich es nicht.

Gespräche aus der Community

Leserunde mit Teilnahme der Autorin!

Die junge Mutter Tiff schlägt sich mit unterbezahlten Online-Jobs für die Plattform Automa durch, da sie wegen einer Angststörung ihre Wohnung kaum verlassen kann. Ihre zermürbende Akkordarbeit wird als angebliche Überwachungsleistung einer KI teuer verkauft, was sie zur Verschwiegenheit verpflichtet. Doch dann wird sie am Bildschirm Zeugnis eines Verbrechens...

300 BeiträgeVerlosung beendet
irrewirres avatar
Letzter Beitrag von  irrewirrevor 2 Jahren

Ich warte immer noch auf einen großen Knall, aber eigentlich bin ich mir nicht mehr sicher, ob noch einer kommt. Ich finde es auf jeden Fall schon unglaublich, dass Tiff den Kontakt herstellt und Stella anruft. Was für ein Engagement sie hier entwickelt! Na ja, vielleicht wäre es in der Realität noch einen Tick schwerer, die Verbindung herzustellen, aber es ist nicht unmöglich.

Ich hatte das Buch nach diesem Abschnitt eine Weile liegen lassen, aber jetzt kommt der Endspurt.

Zusätzliche Informationen

Berit Glanz im Netz:

Community-Statistik

in 97 Bibliotheken

auf 14 Merkzettel

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