Wunderbar passendes Titelbild und eindeutiger Titel, den der Untertitel „Wie mein Ex-Mann mir meine Kinder wegnahm“ noch verdeutlichte.
Mit erst achtzehn Jahren wollte Berit „unbedingt irgendwohin, wo es ganz anders aussah als zu Hause“ in Thüringen. Sie wollte frei sein und wählte ausgerechnet das „Leben“ in einem Kibbuz in Israel, weil sie wohl vergessen hatte, sich vorher über Land und Leute zu informieren. Auch vor Ort interessiert sie sich nur für touristische Besichtigungen. Sie verliebt sich in einen Beduinen. Als sie wieder zurück nach Deutschland muss, studiert sie, hat aber genug Möglichkeiten, sich Geld für vier Flüge pro Jahr zu ihrem Freund zu verdienen und schließlich nacheinander mehrere Autos, mit denen sie die lange Fahrt nach Israel bewältigt und dort frei umherfahren kann. Spätestens nach Tareks Geburt hätte sie das wirkliche Leben bemerken und entsprechend reagieren müssen. Sie nimmt die Ablehnung der Einheimischen, Behörden und bittere Armut in Kauf und bekommt trotz allem zwei weitere Söhne, die ihr eine Rückkehr nach Deutschland nicht mehr ermöglichen.
Ich war darüber maßlos schockiert und sah das weitere Geschehen so klar, weshalb ich kaum weiterlesen mochte. Mein Mitgefühl beschränkt sich auf die Söhne, die ohne eigenes Verschulden in diese für sie schreckliche Situation gerieten.



