Bernadette Conrad Die vielen Leben der Paula Fox

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Inhaltsangabe zu „Die vielen Leben der Paula Fox“ von Bernadette Conrad

Alles begann mit einem eher erfolglosen Künstlerpaar, das sein Kind kurz nach der Geburt weggab: Für Paula Fox war 1923 ein Findelhaus in Manhattan die erste Station einer dramatischen Lebensreise, die sie in den folgenden zwanzig Jahren zu wechselnden Orten und Ersatzeltern einmal quer durch Amerika führen sollte. Viel später entstand aus dem verstörenden Abenteuer dieser Jahre ein schriftstellerisches Werk, dem niemand Geringerer zur Wiederentdeckung und zum internationalen Durchbruch verhalf als Jonathan Franzen. Bernadette Conrad, Autorin und Literaturkritikerin, die sich mit Paula Fox und ihrem Werk intensiv beschäftigt hat, geht mit Jonathan Franzen auf Cape Cod spazieren, sie trifft Paula Fox’ Tochter in Oregon und sucht in New Orleans nach Schauplätzen des Romans „Der Gott der Alpträume“. In San Francisco besucht sie das Krankenhaus, in dem Paula Fox zwanzigjährig ihr erstes Kind bekam – und zur Adoption freigab. Vor allem aber sitzt sie immer wieder mit Paula Fox am Tisch ihres Brooklyner Hauses und forscht einem Leben nach, das selbst wie ein Roman ist. Einmal quer durch Amerika und bis nach Europa hat sich die Autorin auf die Spur eines Lebens und Werks begeben, das auf unvergleichliche Weise nicht nur von einer persönlichen Geschichte Zeugnis ablegt, sondern vom Leben in Amerika im 20. Jahrhundert.

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  • Rezension zu "Die vielen Leben der Paula Fox" von Bernadette Conrad

    Die vielen Leben der Paula Fox
    lokoschade

    lokoschade

    24. May 2011 um 11:54

    Gebundene Ausgabe: 341 Seiten Verlag: Beck; Auflage: 1 (18. Februar 2011) ISBN 978-3406612596 Preis: € 19,95 Kurzbeschreibung Alles begann mit einem eher erfolglosen Künstlerpaar, das sein Kind kurz nach der Geburt weggab: Für Paula Fox war 1923 ein Findelhaus in Manhattan die erste Station einer dramatischen Lebensreise, die sie in den folgenden zwanzig Jahren zu wechselnden Orten und Ersatzeltern einmal quer durch Amerika führen sollte. Viel später entstand aus dem verstörenden Abenteuer dieser Jahre ein schriftstellerisches Werk, dem niemand Geringerer zur Wiederentdeckung und zum internationalen Durchbruch verhalf als Jonathan Franzen. Bernadette Conrad, Autorin und Literaturkritikerin, die sich mit Paula Fox und ihrem Werk intensiv beschäftigt hat, geht mit Jonathan Franzen auf Cape Cod spazieren, sie trifft Paula Fox Tochter in Oregon und sucht in New Orleans nach Schauplätzen des Romans "Der Gott der Alpträume". In San Francisco besucht sie das Krankenhaus, in dem Paula Fox zwanzigjährig ihr erstes Kind bekam - und zur Adoption freigab. Vor allem aber sitzt sie immer wieder mit Paula Fox am Tisch ihres Brooklyner Hauses und forscht einem Leben nach, das selbst wie ein Roman ist. Einmal quer durch Amerika und bis nach Europa hat sich die Autorin auf die Spur eines Lebens und Werks begeben, das auf unvergleichliche Weise nicht nur von einer persönlichen Geschichte Zeugnis ablegt, sondern vom Leben in Amerika im 20. Jahrhundert. Meine Meinung: Paula Fox hat uns mit den Büchern "In fremden Kleidern" und "Der kälteste Winter" bereits einen tiefen, ungeschönten Einblick in ihr ungewöhnliches Leben gewährt. Diese beiden Bücher haben mich so sehr beeindruckt, dass ich garnicht umhin konnte die Biografie von Bernadette Conrad über "Die vielen Leben der Paula Fox" ebenfalls zu lesen. Im Zentrum dieser Biografie steht natürlich das Leben der Paula Fox, aber auch die vielen Bücher die mit so viel psychologischen Gespür geschrieben wurden. Die Biografin zeigt hier ganz deutlich dass man über die Figuren aus den Romanen ein Bild von Paula Fox selbst bekommt. In die verschiedenen Lebensabschnitte hat sie so immer wieder sehr kompetent die bereits veröffentlichten Romane eingewoben. Kurz nach ihrer Geburt wurde Paula Fox von ihren exzentrischen Eltern in einem New Yorker Findelhaus abgegeben. Auf unnachahmlich grausame Weise erzählt ihr die Mutter (zu der sie niemals eine Beziehung aufbaut) dass sie schon mehrfach abgetrieben habe, aber die Schwangerschaft mit ihr einfach zu spät bemerkt wurde um "sie noch loszuwerden". Im Alter von 5 Monaten wird sie von einem Pfarrer Elwood Corning (er war mir Vater und Mutter zugleich) aufgenommen, der sich liebevoll um sie kümmert, der immer ein Auge darauf hat dass sie nicht verwahrlost. Mr. Corning ist es, der trotz der schrecklichen Erlebnisse mit der Familie (die Eltern tauchen immer wieder mal auf) einen Hauch von Stabilität vermittelt. Wenn wieder einmal schlechte Zeiten kommen erinnert sie sich seiner "schützenden Umarmung" In einem literarisch sehr einfühlsamen Ton gehalten zeichnet Frau Conrad das Leben einer ganz großartigen Frau und Schriftstellerin auf. Man bekommt eine unglaubliche Lust Paula Fox noch besser kennenzulernen. Ich für meinen Teil werde es wie Jonathan Franzen halten, dessen Hartnäckigkeit es zu verdanken ist dass Paula Fox wieder aus der Versenkung aufgetaucht ist, und ihre Romane als auch die Kinder- und Jugendbücher immer wieder mal zu lesen. Volle Punktzahl!

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  • Rezension zu "Die vielen Leben der Paula Fox" von Bernadette Conrad

    Die vielen Leben der Paula Fox
    Ailis

    Ailis

    09. April 2011 um 11:21

    So muss eine Biographie sein! Ich griff zu diesem wunderbaren Buch von Bernadette Conrad, weil ich vor kurzem den Erzählband "Die Zigarette und andere Stories" von Paula Fox gelesen hatte und durch ihre wunderschönen Kurzgeschichten, Erzählungen und Essays erst auf diese Autorin aufmerksam wurde. Nachdem ich nun dieses biographische Werk Conrads gelesen habe, weiß ich gar nicht, welches Buch dieser grandiosen Schriftstellerin, die Paula Fox schlicht und ergreifend ist, ich zuerst lesen soll. Conrads Vorgehen ist für mich von ganz besonderer Güte. Anstatt einfach nur aus dem Leben Paula Fox' zu berichten, ein bisschen den Wortlaut diverser Interviews wiederzugeben und aus ihren Büchern zu zitieren, wählt sie eine andere Lösung. Zwar gibt es in "Die vielen Leben der Paula Fox" von all dem eben aufgezählten auch eine Menge zu lesen, aber das allein reichte Bernadette Conrad nicht. Stattdessen erzählt sie, teilweise auch in der Ich-Form und in einer Sprache, die manches Mal auch schon etwas Poetisches besitzt, von ihren Reisen, in denen sie die Schauplätze, die im Leben der Autorin eine große Rolle spielte, selbst besuchte und zu erfahren und zu erspüren versuchte, was Paula Fox dort erlebt hatte. Dazu suchte sie frühere Wohnadressen und Urlaubsdomizile auf, von der Kindheit bis heute, von New Orleans, quer durch Amerika und sogar bis Italien. Sie besuchte alte Freunde der Autorin und bat um ein Bild Paula Fox' durch deren Augen. Ebenso lernte sie die Söhne und die Tochter Paula Fox' kennen und führte Gespräche mit Schriftstellerkollegen. So entstand ein vielschichtiges Bild dieser großartigen Autorin, deren Leben von Anfang an kompliziert, holprig und emotional verstörend war. Als Kind von den eigenen Eltern in ein Findelhaus gegeben, wurde sie ihre komplette Kindheit eigentlich nur hin- und hergereicht, weil ihre Eltern sie zwar nicht wollten, sie aber auch nie ganz loslassen konnten. So verweigerten sie dem Pfarrer, der die kleine Paula die ersten Jahre bei sich aufnahm, und der der einzige Mensch war, der das Kind bedingungslos liebte und dem die Kleine vertraute, die Adoption. Mit 17 heiratete sie dann das erste Mal, wurde mit 20 schwanger, als ihre Ehe schon längst nicht mehr bestand, und gab ihre Tochter weg, was sie ihr Leben lang bereuen sollte. Und so ging ihr Leben weiter, sie blieb eine Wandernde und fand erst spät einen Halt im Leben. Sie schrieb mehrere Romane und einige Jugendbücher, für die sie auch mehrfach ausgezeichnet wurde, doch so richtig bekannt wurde sie nie. Ihre Werke erlebten Anfang der 90er Jahre zwar eine kurze Renaissance, als Jonathan Franzen eins ihrer Bücher las und so begeistert war, dass er ein Essay dazu schrieb, aber diese Welle ebbte schnell wieder ab. Einen Grund für ihren erstaunlich niedrigen Bekanntheitsgrad nennt am Ende der Biographie die Autorin Shirley Hazzard, deren Worte ich auch ans Ende dieser Rezension stellen möchte, da sie prägnant zusammenfassen, was Paula Fox ausmacht: "Wenn ich an Paule denke, muss ich gleich lächeln ... Ich habe immer viel mit ihr gelacht, und das ist umso erstaunlicher, als Paulas Grunderfahrung des Lebens ja eine drastische ist. Sie vereinbart in sich ein paar Dinge, die selten so zusammenkommen; dieser fixe Geist, ihre Lebhaftigkeit und das tiefe Wissen um das Tragische im Leben. Das Einzige, was sie nie konnte, war: sich selbst zu vermarkten. Das ist in sich etwas Tragisches, denn sie ist eine der Großen."

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  • Rezension zu "Die vielen Leben der Paula Fox" von Bernadette Conrad

    Die vielen Leben der Paula Fox
    Clari

    Clari

    Abgründe des Lebens! Das Leben von Paula Fox zeigt eine so breite Palette vielschichtiger Beziehungen und krasser Brüche der Normalität, dass es keine leichte Aufgabe ist, ihren Lebensspuren zu folgen. Bernadette Conrad hat unter zu Hilfenahme der Romane ihr Leben nachvollzogen. Sie hat sich bei der Suche nach Orten, Häusern und Strassen, in Gesprächen mit Freunden, Kindern, Nachbarn und mit der 1923 geborenen Paula selber der ungewöhnlichen Autorin genähert. Herausgekommen ist ein überzeugendes Werk aus Belegen, Zeugnissen und Ortsbeschreibungen, in denen sich das Leben Paula Fox’ spiegelt. Paula Fox ist gleich nach ihrer Geburt von den Eltern in ein Findelhaus gegeben worden. Die Mutter, erst zwanzigjährig, war unreif und blieb es zeitlebens, so dass man von einer Hassbeziehung zwischen Mutter und Tochter sprechen kann. Elsie war eine bösartige und gehässige Frau, die ihrer Tochter mit ewigem Argwohn und Missgunst begegnete. Mit dem Vater, einem Bonvivant, Charmeur und umtriebigem Menschen, der in Künstlerkreisen verkehrte, konnte sie ebenfalls nicht zuverlässig rechnen. In das Leben ihrer Eltern passte ein Kind nicht hinein. Dennoch haben beide immer wieder ungut in ihr Leben hineingewirkt. Paulas großes Glück begegnete ihr in der Gestalt von Pfarrer Elwood Amos Corning, der sie in sein Haus aufnahm und ihr in den ersten sechs Jahren Vater- und Mutterersatz bot. Er war liebevoll, aufmerksam, hatte Sinn für ihren kindlichen Humor und konnte die Welt erklären. Für Paula war Kindheit eine Zeit der „Sorge“, sowohl im Sinne von Fürsorge als auch die sinnfällige Sorge, mit ihren Gefühlen von Verlassenheit, Angst, Zärtlichkeit, Glück und Hilflosigkeit alleine zu sein. Von Gefühlen der Desillusionierung und Enttäuschung handelt ihr Buch „ Die einäugige Katze“. „Es ist ein Buch über jenen Moment, in dem Kindheit schon nicht mehr ganz Kindheit ist“. Wechselnde Bezugspersonen und immer neue Aufenthaltsorte boten Paula keine Sicherheit. Unter diesen Umständen konnte Kindheit nur als bedrohlich erlebt werden. Einfühlsam zeigt Bernadette Conrad das reiche und zugleich arme Leben der Paula Fox, das sie zu abenteuerlichen Stationen und wechselnden Pflegeeltern quer durch den amerikanischen Kontinent führte. Erst mit vierzig Jahren begann P.Fox zu schreiben, und in fast allen ihren Werken finden sich autobiographische Züge wieder. Bernadette Conrad hat akribisch die Stationen dieses aufregenden und abenteuerlichen Lebens nachvollzogen. Sie zeigt in ihren Aufzeichnungen einmal mehr die Kraft und die Stärke, mit der Paula Fox aus den chaotischen und bizarren Lebensbezügen der Vergangenheit zur unvergleichlichen Schriftstellerin und zu einem zufriedenen und ausgeglichenen Familienmenschen geworden ist. Das aufregende und abenteuerliche Leben birgt ungeheure Spannung, wenn über die Brüchigkeit von Familie, der Treue zwischen Freunden und dem Wiederfinden einer verlorenen Tochter erzählt wird. Gebannt folgt man den Einlassungen, die über Wege, Umwege und starke Einbrüche berichten, mit denen sich Paula Fox buchstäblich durchs Leben gekämpft hat. Zugleich sieht man eine Frau, die mit ihrem Charisma ihre Mitmenschen zu beeindrucken vermochte. Jonathan Franzen hatte die Bücher von Paula Fox Mitte der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts wieder entdeckt und ihnen zu neuem Ruhm verholfen. Bernadette Conrad hat diesem Lebensrückblick, versehen mit zahlreichen Fotos, Anmerkungen und einer Zeittafel, hervorragend Ausdruck verliehen.

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