Bernadette Gilbertas , Olivier Grunewald Island

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Inhaltsangabe zu „Island“ von Bernadette Gilbertas

Ein Land zu kreieren, das "nur aus einer Gesteinsart, einer Pflanzenart und aus Wasser" besteht, ist ein Phänomen für sich, schmunzelt der Autor Andri Snær Magnason über seine isländische Heimat und deren wandelbares Erscheinungsbild: Wasser als kleiner Bach mit schwarzem Grund, der über Moos fließt, Gestein als Berg mit Moos, das sich im Wasser spiegelt ... Island, so schlicht und einfach und doch so geheimnisvoll. Überall brodelt und blubbert und dampft es wie in einer Hexenküche. Island, die ewig unvollendete, wie die Sagen, die sich die Insulaner von Generation zu Generation erzählen - spannende Geschichten von Eisbärkönigen, Seejungfrauen und Haudegen. Der französische NATIONAL GEOGRAPHIC-Fotograf Olivier Grunewald hat die märchenhaften Landschaften auf atemberaubende Fotos gebannt: poetische Einblicke in eines der letzten Paradiese der Erde, Orte, die in keiner Broschüre stehen, Motive, die anrühren, aufwühlen, niemals unbeteiligt lassen. Was das für Menschen sind, die zwischen Reykjavík und Raufarhöfn leben, erklären sie selbst: Typen, Träumer und andere Island-Charaktere, die der schönen Wilden auf ewig verbunden bleiben.
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  • Ein sehr schönes, informatives, aber auch merkwürdig gespaltenes Buch

    Island
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. July 2015 um 15:03

    Von Nordwesten bis Südosten durchzieht Island eine für das menschliche Auge unsichtbare Trennlinie. Hier treffen die eurasische und die nordamerikanische Platte aufeinander. Die Energie, die bei diesem Kampf der Giganten entsteht, entlädt sich immer wieder an der Oberfläche in gewaltigen Vulkanausbrüchen. Gewöhnlich entziehen sich größere Veränderungen der Erdoberfläche unserer Wahrnehmung, weil ihre Geschwindigkeit im Verhältnis zur menschlichen Lebensspanne einfach zu gering ist, um unsere Aufmerksamkeit zu erwecken. Auf Island erscheinen solche Abläufe in der Zeit gerafft zu sein. Straßen und Brücken können über Nacht verschwinden, neues Land entsteht, altes Gebiet verändert sich. Dieser Bildband vermittelt viele außergewöhnliche Eindrücke einer einmaligen und fortdauernden Komposition der Natur. Während sich anderswo das pralle Erdenleben in seiner grandiosen Reichhaltigkeit entfaltet, dominiert auf Island die Kargheit einer fast leeren und sich ständig verändernden Landschaft. Doch auch die scheinbare Ödnis hat ihre unvergleichlichen Reize und entwickelt nie gesehene Farbspiele, die auch durch das besondere Licht im hohen Norden erzeugt werden. Zu ihr gesellen sich Gemälde gewaltiger Kämpfe zwischen den Elementen Feuer und Wasser. Zwei Drittel des Buches bestehen nur aus solchen Farbfotografien. Dabei steht weniger Island als touristisches Ziel im Vordergrund, sondern einzig die Farb- und Formenspiele, die man dort in der Natur findet. Oliver Grunewald fotografierte diese "mystischen Landschaften ... : unberührte Orte, die man in keinem Reiseprospekt findet, Natur, die beeindruckt in ihrer atemberaubenden Kraft." Und man ist in der Tat fasziniert von dieser eigenartigen Schönheit. Im letzten Drittel schlägt das Buch dann eine völlig andere Richtung ein, die man gar nicht mehr erwartet hatte. Denn bislang blieben alle Zeugnisse menschlicher Besiedlung auf Island auf den Fotografien ausgespart. Nun folgt ein Textteil, der immer wieder durch Schwarz-Weiß- Fotos von Bodenstrukturen unterbrochen wird, die nicht zu den Texten passen wollen. Er soll uns die "Seele Islands" nahe bringen. Nach einem einführenden Text kommen acht Isländer mit gut geschriebenen Artikeln zu Wort, die uns mit Island und seine Menschen intensiver bekannt machen wollen. Und das gelingt ebenfalls sehr gut. Zum Beispiel erfährt man, dass viele Isländer ihre eigene Insel nicht kennen und sich entsprechend merkwürdig verhalten. Islands Bewohner seien inzwischen Stadtmenschen. Die Zahl der Bauern und Fischer schrumpft, die Höfe werden immer größer. Vielleicht rührt daher die Entfremdung. Überraschenderweise sind die Isländer, wenn man es pro Kopf berechnet, die größten Umweltsünder der Welt. Das liegt alleine an den Aluminiumwerken, die man hier ansiedelte, weil die Energie auf Island billig ist. Früher wuchsen auf Island Bäume. Nur wurden sie von den ersten Siedlern zum Häuserbau verwendet und fielen dann einem Raubbau zum Opfer. Inzwischen wird wieder aufgeforstet, auch weil sich die klimatischen Verhältnisse nun wieder früheren Zeiten annähern. So lehrreich und interessant diese Texte auch sind, so merkwürdig ist die Spaltung des Buches in einen Bildteil, der keinen einzigen Beweis einer menschlichen Besiedlung der Insel dokumentiert, und einen Textteil, der sich Islands gesellschaftlicher Entwicklung verschreibt. Fazit. Ein im Grunde sehr schönes und informatives Buch, in dem allerdings Bild- und nachfolgender Textteil nicht wirklich zueinander passen wollen.

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  • Rezension zu "Island" von Bernadette Gilbertas

    Island
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    20. October 2011 um 10:54

    Opulenter Bilderreigen Island ist im Kommen. Literarisch auf jeden Fall. Nicht nur, weil Island Ehrengast der diesjährigen Frankfurter Buchmesse war, sondern vor allem, weil gerade in den letzten Monaten eine Vielfalt und Vielzahl an Büchern isländischer Autoren erschien. Vom Thriller bis zum Roman, von einer Landesbetrachtung bis zu alten Frauen, die in einer Garage auf den Tod warten. Wer durch die vielfachen Schilderungen von Land und Leuten, Landschaften und Stadtbildern im Rahmen dieser Bücher bisher bereits angeregt war und neugierig auf dieses kleine Land mit seinem besonderen Flair und seiner doch andersartigen Art zu leben auch, der erhält nun in bester Weise durch diesen opulenten Bildband einen qualitativ hochwertigen und vielseitigen visuellen Eindruck der vielfältigen Landschaft Insel. Anders als in reinen Bildbänden ist in diesem Buch der Textteil durchaus ausgeweitet vorliegend. Was die Bilder nicht leisten (Eindrücke von Menschen, Städten, Lebensweise und Zivilisation), bringen die Texte desto deutlicher zum Ausdruck. Einen Einblick in die Art der Isländer. Das LEebnd er Landwirte auf dieser doch auch im Wetter extremen Insel, einen Einblick in die hohe (und gepflegte!) Individualität der Isländer, ein kleiner Blick auf die Verwurzelung der Elfen in der isländischen Erzählkunst, aber auch das moderne Leben wird erwähnt, die Lebenssituation vieler Isländer, die zum einen sich, als gesamtes Volk fast, der Kunst zugewandt fühlen, zum anderen aber in einem solch kleinen Land natürlich nicht alle von der Kunst leben können, somit „mehrere Persönlichkeiten“ in sich vereinen und eben mehrer Tätigkeitsfelder bedienen. Auf der Basis eines hervorragenden Schulsystems. Vielfache einprägsame Landschaftsbilder von stummen Gletschern, Nordlichtern, dunklen Tagen und Hellen Nächten, ausbrechenden Vulkanen, rauen Bergen und weitem Meer (samt Fischen und Fischfang) weisen den Betrachter visuell auf die „Seele Islands“ hin, während vielfältige Texte in allerdings eher knapper Form die Geschichte der Insel, die Lebensart zwischen Arktis und gemäßigt und die Freuden (und Härten) des Lebens auf der Insel näher erläutern (und damit einen textlichen Zugang zur „Seele Islands“ liefern. Die eindrucksvolle Bilder stehen dabei natürlich, wie in jedem Bildband von National Geographic, deutlich im Vordergrund. Ein wenig schade ist es schon, dass sich die Autoren auf reine Landschaftsbilder beschränken, ein wenig mehr auch visuellen Einblick in das alltägliche Leben, die Städte und vielen, vielen kleinen Ortschaften Islands wäre durchaus interessant (und wünschenswert) gewesen. Doch trotz dieses (kleinen) Mankos ist das Buch dem neugierigen Leser zu empfehlen, um ein stückweit mehr zu verstehen, wie Natur und Menschen auf Island „ticken“ und warum die Isländer quasi „geborene Geschichtenerzähler“ sind.

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