Bernadette Watts Schneeflocke ist einfach zauberhaft und schwimmt in einem Meer voller Poesie. Das Büchli ist derzeit in der 5. Auflage aus dem Jahr 2022 überall erhältlich und ist eine wundervolle, kleine Wintergeschichte, die ans Herz geht. Ich liebe alle Bücher von Bernadette, jedoch dies ist mein Liebstes. Die zarte Geschichte ist sehr schön illustriert und gefällt mir besonders in den Kleinigkeiten, die so warm gemalt und erzählt sind. Die kleine Schneeflocke ist so klein wie neugierig und genauso mutig wie langmütig. Die Hardcovergestaltung ist großartig und in dieser aktuellen 5. Auflage glänzt das Hardcover schön in matt. Die Illustrationen sind alle zweiseitig und es gibt für die kleinen LeserInnen viel zu schauen und man kann gut zusammen sich über den poetischen Text unterhalten und als Vorlesende etwas erklären, wenn Fragen bestehen. Es ist eine ruhige, sanfte Geschichte. Der Zirkel des Lebens einer Schneeflocke ist von der Autorin zart und schön getroffen worden. Die Innenklappen sind ebenfalls toll illustriert und sprechen von Winter mit einem Bogen zum Frühling. Die 32-seitige Geschichte lohnt sich sehr. 5 Flöckchen und die Hoffnung, dass die Autorin und Künstlerin noch lange von sich hören und lesen lässt. Ich bin gespannt auf ihr neues Kinderbuch Der Fluss, das sie zusammen mit Brigitte Sidjanski herausbringt im April diesen Jahres.
Bernadette
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Neue Bücher
Aschenputtel
Alle Bücher von Bernadette
Die Schneekönigin
Hänsel und Gretel
Rotkäppchen
Der kleine Trommler
Schneeflocke
Die Sterntaler
Schneewittchen
Post von Püppi
Neue Rezensionen zu Bernadette
„Ein Esel geht nach Bethlehem“ ist ein herzerwärmendes Bilderbuch, das die Weihnachtsgeschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive erzählt: durch die Augen eines kleinen Esels. Das Buch richtet sich an Kinder ab etwa vier Jahren.
Ein junger Esel begibt sich auf eine beschwerliche Reise nach Bethlehem, getrieben von dem Wunsch, den neugeborenen König zu begrüßen. Unterwegs begegnet er vielen Tieren, die ihn verspotten und seine Mission in Frage stellen. Doch der Esel lässt sich nicht entmutigen: Er vertraut auf den leuchtenden Stern und auf unsichtbare Engel, die ihn führen. Am Ende findet er das Jesuskind im Stall – und empfindet eine tiefe Dankbarkeit, weil er spürt, dass auch er, als scheinbar unbedeutendes Geschöpf, willkommen ist.
Gerda Marie Scheidl erzählt die Geschichte in einer warmherzigen, schlichten Sprache. Sie verzichtet weitgehend auf komplizierte Ausdrücke, wodurch sich das Buch gut zum Vorlesen für kleine Kinder eignet. Die Botschaft ist dabei klar, aber nicht belehrend: Mut und Vertrauen spielen eine zentrale Rolle. Diese Werte werden kindgerecht transportiert, ohne zu didaktisch zu wirken. Eine der schönsten Botschaften des Buchs ist, dass auch der kleinste und unscheinbarste unter den Tieren – der Esel – eine wichtige Rolle spielen darf und gesehen wird. Außerdem hält der Esel an seinem Ziel fest, obwohl viele ihn verspotten. Sein unerschütterlicher Glaube und seine Hoffnung werden letztlich belohnt.
Das Buch ist durchgehend farbig illustriert von Bernadette, deren Darstellungen sehr stimmungsvoll und weich sind. Die Bilder haben eine fast träumerische Qualität, was sehr gut zur weihnachtlichen, hoffnungsvollen Atmosphäre der Geschichte passt. Die sanften Farben und die liebevollen Details laden die jungen Leser*innen ein, sich in die Reise des Esels hineinzuversetzen.
Das Bilderbuch „Milli und der geheimnisvolle Igel“ greift auf altersentsprechende Weise zentrale Themen unserer Gegenwart auf: Märchenwelten, Ängste, Klimawandel und der Wert eines achtsamen Umgangs mit Natur. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Milli, das sich in den Geschichten ihrer Abendlektüre verliert. Ihre Eltern hingegen sind so stark mit ihrer Arbeit zur Rettung des Klimas beschäftigt, dass sie kaum Zeit für ihre Tochter finden. So wächst bei Milli nicht nur die Sorge vor Hexen und Ungeheuern, sondern auch eine diffuse Angst vor dem drohenden Ende der Welt. Erst die Begegnung mit der Nachbarin und deren Garten eröffnet ihr eine konkrete Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Als sie einige Pflanzen geschenkt bekommt, entdeckt Milli, dass schon kleine Gesten und Pflegehandlungen im Alltag Hoffnung geben und Verantwortung vermitteln können.
Die Illustrationen von Bernadette sind in ihrem charakteristisch zarten, fast poetischen Stil gehalten. Jede Doppelseite ist reich gestaltet, wobei großflächige Szenen durch kleinere Vignetten aufgelockert werden. Dadurch entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Text und Bild. Besonders hervorzuheben ist die enge Verzahnung von erzählter Handlung und visueller Stimmung: Die Illustrationen spiegeln Millis Ängste ebenso wie ihre Freude über die Pflanzen wider. Der Vorsatz zeigt einen Blick über die Stadt bei Nacht mit Sternenhimmel, Vollmond und Flugzeugen. Das verweist auf die Spannungsfelder zwischen Natur und menschlichem Einfluss.
Inhaltlich stellt das Buch eine große Themenvielfalt bereit: das Alleinsein des Kindes, die Abwesenheit der Eltern, moderne Arbeitsrealitäten (ständige Erreichbarkeit durch Handy und Computer), die Bedrohung durch Klimawandel sowie die Frage nach individuellen Handlungsmöglichkeiten. Hier liegt zugleich eine Stärke und eine Schwäche des Buches. Pädagogisch eröffnet es eine Vielzahl an Gesprächsanlässen, doch die Komplexität überfordert Kinder im Vor- und Grundschulalter schnell. Viele Botschaften richten sich eher indirekt an Erwachsene - etwa die Kritik an elterlicher Abwesenheit oder am „Rettet die Welt aber vergesst den eigenen Garten nicht“.
Für den Einsatz in Kita, Grundschule oder Bibliotheksarbeit empfiehlt sich das Buch daher vor allem in begleiteten Lese- und Gesprächssituationen. Erwachsene können helfen, die vielschichtigen Themen zu sortieren und für Kinder nachvollziehbar zu machen. Besonders die Verschränkung von Angst (vor Klimakrise, Bedrohungen, Einsamkeit) und Hoffnung (kleine Schritte im eigenen Umfeld wirken) bietet einen guten Ansatzpunkt für Diskussionen.
Fazit: „Milli und der geheimnisvolle Igel“ ist ein anspruchsvolles Bilderbuch, das große gesellschaftliche Themen mit poetischen Illustrationen verbindet. Es eignet sich weniger als einfache Vorlesegeschichte, sondern vielmehr als Impulsbuch für pädagogische Kontexte, in denen Kinder mit erwachsenen Bezugspersonen über Natur, Klima und familiäre Rollenbilder ins Gespräch kommen.
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