Die Geschichte spielt in der Mitte des 20. Jahrhunderts, doch die Geschichte ist zeitlos. Ein junges Mädchen, auf der Suche nach sich selbst und der Liebe. Dabei erscheint sie nicht immer als strahlende Heldin (auch wenn die Männer das natürlich anders sehen), aber gerade das macht sie so liebenswert. Ehrlicherweise muss ich aber gestehen, dass ich selber Probleme hatte, Julie einzuschätzen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive der drei Männer: ihres Nachbarn Bill, des Profifotografen Joe Zurata und des reichen Finanziers Charlie Gamer. Auch sie haben alle ihre Prinzipien und Meinungen und versuchen auf ihre Weise, Julies Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Dabei hat wirklich jeder der drei seine ganz eigene Persönlichkeit, seine eigenen Stärken und Schwächen. Obwohl auch noch andere Personen Raum finden in der Geschichte (z. B. die Kusine Peggy, aus deren Sicht auch zwei Kapitel erzählt werden), dennoch liegt das Hauptaugenmerk auf Julie und ihren drei Verehrern.
Daher ist Julie auch während der Geschichte nicht immer so gut einzuschätzen - eben weil die Männer selbst manchmal nur mutmaßen können, was gerade in ihr vorgeht. Trotzdem kristallisiert sich im Zuge der Geschichte heraus, wie Julie sich in der ganzen Zeit wandelt.
Die Geschichte ist nicht sehr schnell, also es passiert nicht unbedingt sehr viel, trotzdem konnte ich das Buch kaum weglegen. Der Autor versteht es, mit Worten umzugehen und das macht das Lesen wirklich zu einem Genuss. Es liest sich wie ein klassischer Roman, ohne jedoch zu langatmig oder zu „gewollt eloquent" zu klingen. Der Schreibstil passt einfach genau zum Inhalt.
Insgesamt kann ich sagen, dass es eine wirklich schöne Geschichte gewesen ist, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde. Darüber bin ich umso erfreuter, da ich das Buch auf einem Flohmarkt erstanden habe und es einfach mal mitgenommen habe, ohne zu wissen, um was es geht (das Buch hat keinen Klappentext). Ich kann also wirklich sagen, dass ich einen „kleinen Schatz" entdeckt habe.
Eine Geschichte über die Suche nach sich selbst

