Bernard Beckett Das neue Buch Genesis

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Inhaltsangabe zu „Das neue Buch Genesis“ von Bernard Beckett

„Dies ist unsere Geschichte, wie man sie uns gelehrt hat. Das ist unsere Genesis.“

Ein Land, abgeschottet vom Rest der Welt, am Ende des 21. Jahrhunderts:

Anax steht vor der Prüfungskommission der Akademie. Fünf Stunden hat sie Zeit, um zu beweisen, dass sie würdig ist, in diese mächtige Institution aufgenommen zu werden. Ihr Prüfungsthema kennt sie so gut wie ihre eigene Geschichte: Adam Forde ist der Held ihrer Kindheit, der Mann, dessen Rebellion die Geschichte ihres Landes für immer prägte. Doch Anax weiß längst nicht alles über die Rolle, die Adam gespielt hat. Sie muss einsehen, dass die Geschichte, wie sie sie kennt, eine Lüge ist. Und dass die Akademie nicht ist, was sie scheint. Philosophie trifft auf Hightech und Robotik: Das neue Buch Genesis ist ein fesselnder Science Fiction-Roman über die Frage, ob nur der Mensch eine Seele haben kann.

Interessant. Die Perspektive wird sich ändern ... hat mir sehr gut gefallen. Klare Empfehlung.

— Minnie79

Fast schon eine Novelle

— QueenDebby

Sehr spezielles und philosophisches Buch mit grandiosem und unvorhersehbarem Ende! Durchalten lohnt sich (trotz schwerem Einstieg)

— Sarah_Lin

Intelligente Story mit überraschendem Ende

— easyday

Ungewöhnliche Geschichte mit einem unerwarteten Ende.

— Pounce

Auch wenn der Anfang verwirrend erschein, führen am Ende alle Fäden zusammen. Ein sehr schönes Buch zum Nachdenken!

— Namine

Philosophisch, nachdenklich, ungewöhnlicher Stil und ein Ende das einen umhaut. Wow!

— Cadiya

Achtung mögliche spoiler: ich hasse es wenn geschichten darauf aufgebaut werden, dass man wichtige sachen dem leser vorenthält...

— AvaLovelace

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  • ein Muss für jeden Philosophie - Fan!

    Das neue Buch Genesis

    dominona

    18. June 2015 um 22:15

    Dieses Buch hat trotz seiner Kürze alles was man braucht, um einen Menschen in ein philosophisches Chaos zu stürzen! Auf geniale Weise wird die Frage erörtert, was den Menschen zum Menschen macht und auch die Darstellungsweise ist einzigartig. Man braucht gar nicht zu viel verraten, eigentlich reicht der Hinweis: unbedingt lesen! Es ist definitiv jetzt schon eins meiner Jahreshighlights!

  • Das neue Buch Genesis

    Das neue Buch Genesis

    FabAusten

    Die junge Anax lebt in einem Staat, der sich von der übrigen Welt isoliert hat. Es herrscht Frieden und seine Bewohner können sich selbst entfalten. Die junge Anax liebt ihre Heimat und studiert leidenschaftlich deren Geschichte. Eine besondere Verbindung spürt sie zum legendären Adam Forde, der eine große Rolle im Gründungsmythos der Republik spielt. Und so fällt ihr die Wahl nicht schwer, als sie ein Thema für die Eignungsprüfung an der Akademie angeben soll. Nur die allerbesten Anwärter werden in die höchste staatliche Institution aufgenommen und dementsprechend stark lastet der Druck auf Anax. Sie wird ihre Forschungsergebnisse präsentieren, aber sie wird auch neue Einsichten gewinnen. Erkenntnisse, die schwerwiegende Konsequenzen haben werden. Die fünf Stunden beginnen jetzt.... Das neue Buch Genesis zählt nur wenige Seiten, umso erstaunlicher ist die Fülle an Handlung, psychologischen Überlegungen, Ideen, philosophischen Fragen und Spannung, die Bernard Beckett hineingepackt hat. Der eigentliche Handlungsspielraum umfasst die fünf Stunden der Prüfung. Dieser speziellen Situation entsprechend ist die Sprache sachlich und distanziert. Auch Anax' Gedanken, die in kurzen Sequenzen auftauchen, sind vor allem nüchtern und analytisch. Zwar fühlt sie sich zeitweise verunsichert, nervös oder ängstlich, lässt ihre Gefühle aber so gut wie gar nicht nach außen dringen. Nichtsdestotrotz kann sich der Leser rasch mit ihr identifizieren. Wahrscheinlich weil ihre aktuelle Situation jedem nur allzu vertraut ist. Innerhalb dieses Rahmens wird, auch mithilfe der Hologramme, die wie Rückblenden fungieren, eine zweite Handlung etabliert. Hier spielen Adam Forde und eine künstliche Intelligenz namens Art die Hauptrollen. Da es sich in erster Linie um Anax' Interpretation der Vergangenheit handelt, ist es lediglich ein Blick von außen, der nichts über die wahren Intentionen und Gefühle der beiden Figuren preisgibt. Adam und Art reagieren zwar mehr oder weniger gefühlsbetont, doch aufgrund der Präsentationsform wird der Leser immer auf Distanz gehalten. Insgesamt fühlt er sich dann auch eher geistig als emotional eingebunden. Trotz des vermeintlich simplen Aufbaus, ist der Inhalt des Romans sehr komplex. Es werden fundamentale, philosophische Fragen aufgeworfen. Was macht das Menschsein aus? Was unterscheidet ihn von einer Pflanze, einem Tier oder gar einer künstlichen Intelligenz? Letztere dazu geschaffen, ihm intellektuell ebenbürtig oder gar überlegen zu sein? Wie definiert sich eine ideale Gesellschaft? Und wie kann sie bewahrt werden, wenn sie endlich zu existieren scheint? Welche Maßnahmen sind zu ihrer Verteidigung moralisch vertretbar? Allerdings schenkt Bernard Beckett dem Leser nicht die Genugtuung, einfacher und praktischer Antworten. Er führt ihn stattdessen auf Pfade, die selbst beschritten werden müssen. Und die sicher nicht auf der letzten Seite enden werden. Dazu trägt auch das überraschende Ende bei. Ein Ende, über das schon vorher spekuliert werden kann, das aber in letzter Konsequenz verblüfft und einen großen Wow-Effekt bietet. Insgesamt ist Bernard Beckett ein höchst unterhaltsamer und anspruchsvoller Roman gelungen, der noch eine Weile nachhallen wird.

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    • 4
  • Das Ende kam unerwartet

    Das neue Buch Genesis

    maggy17

    15. March 2014 um 15:42

    "Dies ist unsere Geschichte, wie man sie uns gelehrt hat. Das ist unsere Genesis."  ***Klappentext***  Ein Land, abgeschottet vom Rest der Welt, am Ende des 21. Jahrhunderts:  Anax steht vor der Prüfungskommission der Akademie. Fünf Stunden hat sie Zeit, um zu beweisen, dass sie würdig ist, in diese mächtige Institution aufgenommen zu werden. Ihr Prüfungsthema kennt sie so gut wie ihre eigene Geschichte: Adam Forde ist der Held ihrer Kindheit, der Mann, dessen Rebellion die Geschichte ihres Landes für immer prägte. Doch Anax weiß längst nicht alles über die Rolle, die Adam gespielt hat. Sie muss einsehen, dass die Geschichte, wie sie sie kennt, eine Lüge ist. Und dass die Akademie nicht ist, was sie scheint.  Eigentlich bin ich kein Fan von Science-Fiction aber dieses Buch hat mich sehr begeistert.  Als Leser wird man durch ein nur fünf Stunden langes Gespräch zwischen Anax, einer Schülerin, und einem Prüfer geleitet.  In diesem Gespräch wird die düstere Zukunft unserer Welt Mitte des 21. Jahrhunderts geschildert: Seuchen und Naturkatastrophen haben die Menschheit zerrüttet, bis sich die Überlebenden auf einer Insel abgeschottet haben und diese nun gemeinsam mit hoch entwickelten Robotern bewohnen. Anax' Spezialgebiet ist jedoch die Geschichte des Nationalhelden Adam Forte. Als sie diesen Teil ihres Vortrages beendet hat, nimmt die Geschichte eine wirklich unerwartete und dramatische Wendung...  Ich vergebe für diesen wirklich gelungenen Roman 4 von 5 Punkten. 

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  • Mensch vs. Maschine

    Das neue Buch Genesis

    rallus

    03. January 2014 um 10:16

    Wie weit kann eine Gesellschaft gehen in ihrer Überwachung? Was war zuerst da, der Geist oder die Idee? Denkt eine Maschine? Anaximander steht vor dem Prüfungsausschuss der Akademie und referiert über ihr Spezialgebiet: das Leben Adam Forde. Vorbereitet hat sie 2 Hologramme, aber nicht vorbereitet ist sie auf die Fragen der Akademie. 'Das neue Buch Genesis' ist ein Kammerspiel; eine kurze Novelle die in einem Raum spielt, mit Auszügen der Vergangenheit. Zentrale Rolle in dem Buch ist die Begegnung Adam Forde mit der künstlichen Intelligenz, namens Art. Deren Gespräche wurde aufgezeichnet und dienen Anaximander als Grundlage für ihre Prüfung. "Leben heißt, aus Unordnung Ordnung zu schaffen. Es ist die Fähigkeit, Energie aus der Welt zu ziehen, um Gestalt zu schaffen. Und zu wachsen. Um sich fortzupflanzen. Das verstehst Du nicht." So der Mensch zu der Maschine. Diese hat aber auch immer eine Entgegnung auf die menschliche Erklärung und so stellt sich bald die Frage dem Leser: Was ist der Unterschied zwischen einer künstlichen Intelligenz und dem Menschen? Bernard Beckett schafft es eine intensive Nähe zu den Beteiligten und der grundlegenden Frage aufzubauen. Woher komme ich? Dass sich eine KI (künstliche Intelligenz) die gleiche Frage stellt, beweist, dass sie lebt? Was ist Leben? Die Antwort die Beckett in dem Buch stellt ist verblüffend einfach, aber so will man sie als Mensch vielleicht nicht gehört haben. Natürlich kann in der Kürze das Thema nicht ausreichend behandelt werden, aber Beckett schafft es dem Leser Raum für eigene Gedanken zu schaffen und die wichtigsten Punkte anzureissen. Ein zeitloses, interessantes, unaufgeregtes Buch was zum Nachdenken anregt. Höchstwertung (So muss ein Jahr anfangen)

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  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    Skylin

    14. November 2012 um 18:36

    Nachdem ich mich einmal an den Schreibstil gewöhnt hatte, fand ich das Buch unglaublich gut zu lesen. Ich war so vertieft in das Geschehen, dass mir das Ende einen kleinen Schock versetzt hat. Das Buch gaukelt dem Leser die ganze Zeit über etwas vor und offenbart sich erst zum Schluss, was sowieso schon mal ein Grund ist, noch über die 171 Seiten hinaus, darüber nachzudenken. Mir ist es jedenfalls im Gedächtnis geblieben. Ich kann es nur wärmstens empfehlen.

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  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. August 2012 um 21:21

    To-do-Liste: „Rausfinden, wie ich Bernard Beckett 10 Euro überweisen kann, ohne dass die Banken mir dafür 20 Euro abnehmen.“ Das Problem ist: Beckett wohnt in Neuseeland und hat vermutlich kein Konto bei der Haspa. Trotzdem muss ich ihm für die 2 Stunden Freude, die er mir bereitet hat, doch wenigstens einen Zehner schicken. Problem 2: Beckett hat zwar reichlich Preise gewonnen, aber meines Wissens keine Homepage. Und unterrichtet an der Hutt Valley High School in Lower Hutt. Weit weg. Kommen 10 Euro da an, per Brief? Und was kost´ so was nach Neuseeland? Oder fahr ich zur nächsten Buchmesse, weil doch Neuseeland Schwerpunktthema ist, und hoffe, dass ich dem guten Mann da seinen Zehner zustecken kann? Ja, ich hab Sorgen! Denn Becketts Buch kostet 5.95 €. Und ich weiß nicht, wie das geht. 7% sind Steuern, Drucker und Papier kosten auch was, Lektoren, Gestalter, Verlagswerber ... die (sehr gute) Übersetzerin wird doch wenigstens einen Hungerlohn bekommen haben; da kann für Beckett (60% von 5% der Auslandeinnahmen) null komma gar nichts bleiben. Gut. Egal. Ich finde eine Lösung. Das Buch ist jedenfalls exzellent. Geschrieben für kluge junge Menschen, im Stil der platonischen resp. sokratischen Dialoge, nur dass hier eine junge Bewerberin von den Prüfern einer Akademie über ein zurückliegendes wichtiges geschichtliches Ereignis befragt wird. Zurückliegend heißt in diesem Fall: aus dem Jahr 2170, denn die Prüfung findet noch weiter in der Zukunft statt, und das Ereignis ist die Konfrontation eines jungen Revolutionärs mit der ersten ernstzunehmenden „KI“, also einer Maschine, die annähernd wie ein Mensch denkt. Oder eben schon ganz. Darum geht´s in den Rückblenden, die Bewerberin „Anaximander“ auswendig rezitiert und wissenschaftlich bewertet. Die Dialoge sind maßgeblich, spitz und tief, die Beschreibung des Übergangs von Kohlenstoffintelligenz zu Siliziumintelligenz ist hochspannend, Becketts Stil souverän und unterhaltend, die Auflösung des Ganzen überraschend und durchaus verstörend. Gut, das es schlecht bezahlte ÜbersetzerInnen gibt. Und wir lesen jetzt alle diese schönen und klassisch philosophischen (weil Lebenswichtiges austarierenden) 170 Seiten, freuen uns sehr und finden Wege, Beckett für seine Fragen nach dem „Was ist menschlich?“ jeweils einen Zehner vorbeizubringen. (-> www.erzähler.net)

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  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    Cadiz

    „Anaximander?“ Anax nickte. Das Gremium bestand aus drei Prüfern, genau wie es in den Bestimmungen gestanden hatte. Anax war erleichtert. Die Einzelheiten der Prüfung waren streng geheim und unter den Bewerbern kursierten viele Gerüchte.“ (Seite 11) Inhalt: Ein Land, abgeschnitten vom Rest der Welt, am Ende des 21.Jahrhunderts: Anax steht vor der Prüfungskommission der Akademie. Fünf Stunden hat sie Zeit, um zu beweisen, dass sie würdig ist, in diese mächtige Institution aufgenommen zu werden. Ihr Prüfungsthema kennt sie so gut wie ihre eigene Geschichte: Adam Forte ist der Held ihrer Kindheit, der Mann, dessen Rebellion ihr Land für immer prägte. Doch Anax weiß längst nicht alles über die Rolle, die Adam gespielt hat. Sie muss einsehen, dass alles, was sie über die Vergangenheit weiß, eine Lüge ist. Und das die Akademie nicht ist, was sie scheint. (Klappentext) Zum Buch: Ich hab so meine Zeit gebraucht, um in die Geschichte zu finden. Zunächst ist alles recht verwirrend. Die Szenerie ist das gesamte Buch über folgende: Anax sitzt drei Prüfern gegenüber und muss Fragen beantworten. Es wird nur erzählt, zwischendurch bekommt Anax mal kurze Pausen und dann geht die Prüfung weiter. Dabei kommen die Figuren wie folgt zu Wort: PRÜFER: Gibt es noch etwas, das Sie wissen möchten, ehe wir mit der Prüfung beginnen? ANAXIMANDER: Ich möchte gern die Antworten wissen. PRÜFER: Ich fürchte, ich verstehe nicht recht… ANAXIMANDER: Das war nur ein Scherz. (Seite 12) und so weiter. Es war interessant zu erfahren, ob ein ganzes Buch so funktionieren kann, aber ich muss leider leicht den Kopf schütteln. Mir hat einfach zu viel gefehlt. Beschreibungen und Vorgeschichte zum Beispiel. Zunächst hab ich mich auch geärgert, dass Anax überhaupt nicht vorgestellt wird. Man weiß nicht, wie alt sie ist, wie sie lebt. Da dies ein Grund hat, der am Schluss dem Leser einen Überraschungsmoment liefert, sei dem Autor aber an dieser Stelle verziehen. Ich hätte nur gerne mehr über die Welt erfahren, in der Anax lebt. Aber alles bleibt recht schwammig und zudem auch recht langweilig. Dadurch, dass die Geschichte nur von der Prüfung handelt, passiert eben auch nicht viel. Sie reden, reden, reden und schauen sich zwischendurch mal einige Hologramme an. Dabei geht es um Adam, der sich mit einer Maschine arrangieren muss. Hier gibt es einige ganz interessante Szenen zu lesen, wenn sie auch zuweilen immer wieder bei mir Verwirrungen stifteten. Wahrscheinlich war „Das neue Buch Genesis“ einfach nicht mein Buch. Ich konnte mich weder mit der Hauptfigur Anax noch mit der Story selber besonders anfreunden. Ich fand die Geschichte weder spannend noch besonders spektakulär und das Ende war nett, riss mich aber nicht vom Hocker. Meinen Geschmack hat das Buch nicht getroffen und deshalb kann ich an dieser Stelle keine Empfehlung aussprechen.

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    • 2

    AvaLovelace

    02. June 2012 um 21:45
  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    LenaBo

    01. April 2012 um 17:30

    Inhalt: Wir befinden uns am Ende des 21. Jahrhunderts. Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Aus Angst vor Seuchen hat sich die Menschheit auf eine Insel zurückgezogen, die fortan vor gefährlichen, womöglich kranken Eindringlingen beschützt wird. Anamixander, kurz Anax, lebt in dieser Zeit. Ihr Traum ist es, als neues Mitglied der Akademie ausgewählt zu werden. Dafür muss sie ein fünfstündiges Prüfungsgespräch absolvieren. Das Thema; das Leben des Adam Forde, ein junger Mann, der vor Jahrzehnten in die Geschichte eingegangen ist. Mehrere Jahre hat Anax für das Studium über Adam investiert, hat sämtliche Bücher über ihn gewälzt, die es auf der Welt gibt und fühlt sich daher bestens vorbereitet. Doch das Prüfungsgespräch entwickelt sich währenddessen in eine Richtung, die Anax sich nie hätte vorstellen können. Meine Meinung: Völlig ohne jegliche Erwartungen habe ich das Buch angefangen zu lesen. Ich wusste zwar von den bisher sehr positiven Bewertungen im Internet, habe mich aber gefragt, ob ein Science-Fiction-Roman mit so wenigen Seiten überhaupt fesselnd und überzeugend sein kann. Oh ja, und wie es kann! ‘Das neue Buch Genesis’ ist in jeder Hinsicht außergewöhnlich und einfach einzigartig. Angefangen beim Aufbau des Buchs. Der Inhalt der Geschichte bezieht sich zum Großteil auf das Prüfungsgespräch, das die Protagonistin in der Akademie zu absolvieren hat. Dementsprechend sind die Seiten auch aufgebaut. Das gesamte Buch liest sich vielmehr wie eine Art Protokoll. Die Sprechparts wechseln zwischen Anax und dem Prüfungsleiter, was durchgehend durch den jeweiligen Namen (Prüfungsleiter, Anamixander) und einem Doppelpunkt gekennzeichnet ist. Im Prinzip so, wie man es von einem Interview aus einer Zeitung kennt. Mit so einem Aufbau habe ich sicherlich nicht gerechnet und war mir zunächst auch nicht sicher, ob ich mich mit so einer Neuheit anfreunden könnte. Aber schon nach wenigen Seiten war ich absolut überzeugt von diesem Stil und hätte mir für die Darstellung der gesamten Geschichte nichts Besseres vorstellen können. Das erste Drittel des Buchs thematisiert überwiegend den Wandel der Gesellschaft oder viel mehr der gesamten Welt vom Anfang bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Wie kam es dazu, dass sich die Menschheit in Angst und Schrecken vor Seuchen von der Außenwelt abkapselt? Wie sah die politische und wirtschaftliche Entwicklung in dieser Zeit aus? Welche Konsequenzen hatte dies für soziale Systeme? Die Antworten auf diese Fragen bekommt der Leser während des Prüfungsgesprächs. Dadurch, dass diese Information nicht stumpf abgehandelt, sondern von der Protagonistin Anax selbst erzählt werden, erhalten sie einen ganz speziellen Wert, wirken nicht langweilig wie möglicherweise ein Schulbuch, sondern gewinnen vielmehr an Spannung und treiben die Handlung voran. Dieser Stil pausiert lediglich, wenn auch Anax innerhalb ihrer Prüfung eine Pause einlegt und sich währenddessen in einem Warteraum aufhält. Gerade in diesen Momenten gibt Anax viel über ihre Gefühle und ihre Vergangenheit Preis, sodass der Aufbau genauso ist, wie wir ihn von einem üblichen Roman kennen. Das Hauptthema der Geschichte befasst sich mit Adam Forde, der durch seine Handlungen auf sich aufmerksam machte und dafür stark kritisiert und verurteilt wurde. Auch hier ist es wieder Anax, die von dem jungen Mann erzählt und durch ihre Erzählweise dem Ganzen auf dramatische und spannende Weise Leben einhaucht. Ununterbrochen sind diese Passagen stark philosophisch angehaucht, was aber keinen Leser abschrecken sollte. Ohne Frage ist ‘Das neue Buch Genesis’ um einiges anspruchsvoller als manch andere Jugendbücher, allerdings sind die philosophischen Themenstellungen weder zu schwer verständlich geschrieben noch zu weit hergeholt. Sie regen zum Nachdenken an und sich durch ihren zum Teil technischen Bezug auch noch hoch interessant. Darüber hinaus sind es gerade diese Passagen, in denen man die Protagonistin Anax näher kennenlernt. Aufgrund der Interviewform des Buchs gibt es nur einige wenige Stellen, in denen Anax offen über ihre Gefühle spricht oder aber einen Einblick in ihr Innerstes ermöglicht. Was keinesfalls negativ zu bewerten ist. Die Annäherung an Anax geschieht automatisch während des Prüfungsgesprächs und ist durch diese, für mich bisher nie da gewesene, Darstellung unglaublich spannend. Fazit: ‘Das neue Buch Genesis’ ist ein anspruchsvoller, dafür aber umso spannenderer Jugend-Science-Fiction-Roman, der mich auch nach dem Lesen nicht mehr losgelassen hat.

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  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    Binea_Literatwo

    01. October 2011 um 14:37

    Die Skepsis war so groß wie die Dunkelheit des Coverbildes. Ungewiss ist, was mich in diesem Buch erwarten wird. Die Buchbeschreibung ist nur einige wenig aufschlussreiche Sätze lang. Was nun? "Eine Idee, so alt wie die Welt. Eine Frage, mächtiger als jede Waffe. Eine Antwort, die die Welt zum Einsturz bringt." Einen Leserschritt nach vorn und die Skepsis war überwunden. Die Dunkelheit lichtete sich, in,dem ich auf das Mädchen Anaxiander, genannt Anax, traf. Ich traf sie in einer heiklen Situation, genau zum Beginn ihrer Prüfung. Das Ziel von Anax, die fünfstündige Prüfung bestehen um in die mächtige Akademie aufgenommen zu werden. Die Prüfungskommission ist bereit und Anax muss alles geben. Das Thema ist für sie auf keinen Fall schwer, denn sie soll über den damaligen Rebellen Adam Forde sprechen. Sein Leben kennt sie besser als ihr eigenes, sie hat sich täglich mit ihm beschäftigt und man könnte glauben, sie hat ihn persönlich gekannt, eine Art Heimspiel. Drei Prüfer schauen sie an, versuchen in Anax zu blicken, sie einzuschätzen. Dann die erste Frage. Es geht los und Anax versucht lückenlos ihr Wissen über Adam Forde, der damals der Todesstrafe entkam preiszugeben. Er wurde zwar damals vom Tod verschon, allerdings aber zu einem Forschungszweck eingesetzt. Der Roboter Art wurde mit ihm zusammen in eine Zelle gesteckt. Das Ziel die künstliche Intelligenz von Art zu fordern und zu erweitern, sollte Adam Forde erreichen. Genau wie Anax von Adam Forde begeistert ist, ist es auch der Leser. Ohne zu erahnen, was mich erwartete, setzte ich Schritt vor Schritt und glitt in ein philosophisches Gespräch hinein, ohne dass es mir ständig bewusst war. Die Tiefe der Philosophie schlich sich immer mehr in die Worte und es blieb dennoch spannend und aufregend. Adam Forde hatte ein turbulentes Leben und musste sich keinen einfachen Situationen aussetzen. Das Prüfungsgespräch wurde eindringlicher, packender und vor allem für Anax ein Akt der Balance. Denn was sie nach den fünf Stunden erwartete, hätte sie sich nie denken können. Genauso wenig wie ich, denn nicht nur ihr zog es den Teppich unter den Füßen weg. Genesis ist ein Roman, der tausend Denkansätze präsentiert und der in der Zukunft, am Ende des 21. Jahrhundert spielt. Schon diese Tatsache und die zukünftig vielleicht wirklich eintretenden Begebenheiten bringen den Leser in eine unbeschreibliche Stimmung. Was ist die Seele, die Menschlichkeit, das Bewusstsein und vor allem was macht den Menschen zum Menschen? Was ist die Intelligenz? Ein Buch voller Philosophie und Wissenschaft, vor dem man keine Angst haben zu braucht, wenn man diese beiden Themen überhaupt nicht mag, geschweige denn darüber lesen möchte. Ein Buch, geschrieben in einer fabelhaft konstruierten Dialogform. Der Roman lässt den Leser in eine Welt entgleiten, nimmt ihn gefangen und will sich selbst erklären. Der Leser begibt sich mit sich selbst in eine Art Experiment und steht vor selbst vor einer Art Prüfung. Atemberaubend anders und unvorhersehbar.

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  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    Gospelsinger

    Wir befinden uns in einer nicht näher bezeichneten Zeit des 21. Jahrhunderts, in einer ebenfalls nicht näher beschriebenen, nach außen durch einen Meereszaun abgeschotteten Welt. Die junge Anax ist aufgeregt. Die nächsten fünf Stunden sind entscheidend für ihr weiteres Leben, denn sie steht vor der Prüfungskommission der Akademie und hat die Chance, dort aufgenommen zu werden. Geprüft wird sie über ihr Spezialgebiet. Ihr ganzes Leben lang war sie von dem Rebellen Adam Forde fasziniert, der einen Befehl missachtete und nur deshalb der Todesstrafe entging, weil er für ein wissenschaftliches Experiment gebraucht wurde. Dabei wurde er mit dem Roboter Art zusammengesperrt und sollte mit diesem interagieren. Durch die philosophischen und wissenschaftlichen Gespräche mit Adam sollte sich die künstliche Intelligenz des Roboters weiter entwickeln. Anax kennt jede Einzelheit des Lebens und der Persönlichkeit von Adam Forde. Denkt sie. Aber das Prüfungsgespräch verläuft ganz anders, als sie es sich vorgestellt hat, und am Ende steht ihre gesamte Welt Kopf. Das Buch besteht aus dem Prüfungsgespräch, und ich war mir am Anfang unsicher, ob ich mit dieser Stilart klarkomme. Aber schon nach den ersten Sätzen war ich gefesselt. Vom Stil, der das Buch lebendig macht, von der Geschichte, die ohne begleitende Beschreibungen auskommt, und vor allem von den philosophischen Gedankengängen, die auf so wenigen Seiten so locker und leicht die ganz großen Fragen behandeln. Was macht uns zum Menschen? Wo beginnt das Bewusstsein? Was ist die Seele? Dieses Buch zeigt, dass die Beschäftigung mit diesen Fragen keine trockene Angelegenheit sein muss, sondern im Gegenteil sehr spannend ist. Ein sehr gut lesbares und spannendes Buch, das zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt. Vor allem das wirklich völlig überraschende Ende sorgt dafür, dass man noch lange über dieses Buch nachdenkt. Meiner Meinung nach wäre das eine ideale Unterrichtslektüre.

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    • 2

    thursdaynext

    08. June 2011 um 11:57
  • Frage zu "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" von Suzanne Collins

    Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

    Elfe12

    ich hab jetzt schon alle drei bücher gelesen und finde sie toll. Kennt ihr noch so ähnliche bücher?

    • 10
  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    Selene87

    22. May 2011 um 15:24

    Für meinen Geschmack etwas zu vage und zu abstrakt ...

  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Kurzbeschreibung: Ein Land, abgeschnitten vom Rest der Welt, am Ende des 21. Jahrhunderts: Anax steht vor der Prüfungskommission der Akademie. Fünf Stunden hat sie Zeit, um zu beweisen, dass sie würdig ist, in diese mächtige Institution aufgenommen zu werden. Ihr Prüfungsthema kennt sie so gut wie ihre eigene Geschichte: Adam Forde ist der Held ihrer Kindheit, der Mann, dessen Rebellion ihr Land für immer prägte. Doch Anax weiß längst nicht alles über die Rolle, die Adam gespielt hat. Sie muss einsehen, dass alles, was sie über die Vergangenheit weiß, eine Lüge ist. Und dass die Akademie nicht ist, was sie scheint. Zum Autor: Bernard Beckett, geboren 1967, ist einer der bekanntesten und profiliertesten neuseeländischen Autoren für junge Erwachsene. Seit 1999 hat er acht Romane veröffentlicht, von denen viele mit den wichtigsten Literaturpreisen Neuseelands ausgezeichnet wurden. Das neue Buch Genesis entstand, während Beckett als Stipendiat der Royal Society of New Zealand DNA-Mutationen im südpazifischen Raum erforschte. Der Roman wurde in Neuseeland mit mehreren Literaturpreisen in der Kategorie "Junge Erwachsene" ausgezeichnet. Beckett lebt mit seiner Frau Clare in Wellington. Er unterrichtet Mathematik und Englisch an einer Highschool. Rezension: Anaximander, genannt Anax, hat eine fünfstündige Prüfung vor sich, um die Aufnahme in die allmächtige Akademie zu schaffen. Ihr Thema ist Adam Forde, ein Rebell der Republik. Diese Republik, in der Anax lebt, hat sich von der restlichen Welt komplett abgeschottet, nachdem eine Seuche auf der Welt tobte. Durch einen riesigen Zaun auf dem Meer und Seeminen schützt sich die Republik vor unwillkommenen Eindringlingen. Wer diesen zu nahe kommt, wird rücksichtslos und eiskalt von Wächtern erschossen. Doch was Anax während ihrer Prüfung erfahren muss, bringt ihr komplettes Weltbild zum Wanken. Die Figuren des Romans, Anax und die Prüfer, bleiben über das gesamte Buch hinweg blass. Die Geschichte wird größtenteils in Form von Dialogen zwischen Anax und den Prüfern dargestellt, eingeschoben von Gedankengängen Anax'. Der Einstieg in diesen ungewohnten Schreibstil fiel mir recht schwer, zumal auch nicht mit Fremdwörtern gegeizt wird und oftmals philosophische Einschübe und Beschreibungen vorkommen. Das Kernthema besteht aus dem Rebell Adam Forde und dessen Umgang mit dem Roboter Art, mit dem er in einem Raum festgehalten wird. Welcher Unterschied besteht zwischen einem Menschen und einem Roboter? Ist der Mensch weiter entwickelt als künstliche Intelligenz oder wer ist wem überlegen? Am Ende erwartet den Leser eine überraschende Wendung, die für mich das Buch erst richtig interessant machte und die schlussendlich auch logisch wird, wenn man genauer darüber nachdenkt. Und genau das soll dieser Roman bewirken: Nachdenken über das eigene Ich. Und ob die Menschheit heutzutage nicht schon zu viel den Maschinen überlässt und wie sich das Ganze auswirken kann, wenn dem so ist. "Das neue Buch Genesis" macht mit seiner Geschichte sehr nachdenklich und man muss sich als Leser auf den nicht einfachen Schreibstil einlassen können. Auch wenn das Buch relativ dünn vom Umfang her ist, kann und sollte man es nicht einfach so nebenbei wie einen Unterhaltungsroman lesen. Zur Gestaltung des Buchs: Das Cover zeigt einen angebissenen Apfel, anstelle des Apfelstiels wurde eine Art Schlüssel eingesetzt. Die Bedeutung dieser Grafik findet sich beim Lesen und Ergründen der Geschichte wieder. Fazit: "Das neue Buch Genesis" bietet einen sehr interessanten Lesestoff, auf den man sich allerdings einlassen muss. Hat man dies getan, wird man mit einer nachdenklich machenden und tiefgründigen Geschichte belohnt.

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    • 2
  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    kleinfriedelchen

    23. March 2011 um 12:27

    "Geschichte, ihre Geschichte, die Geschichte aller, die sie kannte, wurde vor ihren Augen neu geschrieben. Eine Verschwörung, die so gewaltig war, dass sie sich nicht vorstellen konnte, was sie bedeutete." Fünf Stunden hat Anaximander Zeit, die Aufnahmeprüfung abzulegen, die ihr den Zugang zur gerühmten Akademie ermöglichen soll, in die nur die Weisesten aufgenommen werden. Ihr gewähltes Thema: der Revolutionär Adam Forde, der ihre Gesellschaft erst zu der gemacht hat, die sie heute ist: von Frieden geprägt, vom Wissen geleitet, niemand muss hungern oder leiden. Doch in den fünf Stunden muss sie erkennen, dass ihr Wissen über Adam lückenhaft ist und nicht alles, was es über ihn zu wissen gibt, an die Öffentlichkeit gedrungen ist... ________ Meine Meinung Ich befinde mich hier in dem Dilemma, dass ich nicht weiß, wieviel von der Handlung ich euch erzählen soll. Zu wenig macht euch vielleicht nicht neugierig genug auf dieses großartige Buch, aber zuviel mag die Spannung wegnehmen. Trotzdem möchte ich noch etwas mehr zur Hintergrundgeschichte sagen. Anax beschreibt während ihrer Prüfung die Umstände, unter denen Adam Forde aufgewachsen ist, und enthüllt eine erschreckende Zukunftsvision. Sein Heimatland hat sich nach diversen Kriegen und einer verheerenden Seuche vom Rest der Welt losgesagt. Ein Zaun mitten im Meer um die Heimatinsel herum und ein sofortiger Schießbefehl soll verhindern, dass Menschen von draußen hineinkommen und die Seuche auch zu ihnen bringen könnten. Als Adam eines Tages den Schießbefehl verweigert und eine junge Flüchtige rettet, wird er eingesperrt, zusammen mit Art, einer Maschine mit überragender künstlicher Intelligenz, die der des Menschen scheinbar in nichts nachsteht. Becketts Erzähltalent offenbart sich bei diesem Buch ganz besonders. Die ganze Handlung besteht nur aus Anax Schilderungen während der fünfstündigen Prüfung, wobei ihr die Prüfer immer wieder Fragen stellen, die die Handlung in die gewünschte Richtung treiben. Dabei wird man sehr lange im Unklaren gelassen, was die Akademie überhaupt ist und weshalb Anax dort gerne aufgenommen werden will. Dies steht aber auch gar nicht im Zentrum der Geschichte, denn hauptsächlich geht es um Adam und Art, die durch ihr Verhalten den Wandel herbeigeführt hat, der Anax Gesellschaft geformt hat. Die Geschichte bietet dabei einen philosophischen Rundumschlag über das Wesen des Menschen und was ihn beispielsweise von einer denkenden Maschine unterscheidet, aber auch die Idealform der Gesellschaft wird analysiert und welche Mittel man nutzen darf, um diese zu erreichen. Mein Urteil über ein Buch steht und fällt oft mit dem Schluss. Ich erlebe es häufig, dass mich ein Buch sehr begeistert, aber der Schluss eher mau ausfällt und mich nicht zufriedenstellen konnte. Oder ein Buch ist eher mäßig interessant, punktet aber mit einem so grandiosen Schluss, dass ich mein Urteil noch einmal überdenke. Bei "Das neue Buch Genesis" ist keines von beidem der Fall. Das Buch hat mich von Anfang bis Ende begeistert und die Auflösung am Schluss ist so unerwartet wie genial, dass ich darüber kein weiteres verräterisches Wort verlieren werde. Vorblättern verboten! Mein Fazit: Wieder einmal konnte mich Bernard Beckett begeistern und ich möchte dieses Buch jedem von euch wärmstens ans Herz legen, denn es bietet nicht nur eine sehr spannende Geschichte, sondern auch philosophische Einsichten, die alles andere als staubtrocken daherkommen. Eine klare Leseempfehlung für alle Fans dystopischer Science-Fiction Literatur und solche, die es werden wollen!

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  • Rezension zu "Das neue Buch Genesis" von Bernard Beckett

    Das neue Buch Genesis

    gottagivethembooks

    26. February 2011 um 12:45

    Als Anaximander vor der Prüfungskommission der Akademie erscheint, ahnt sie noch nicht im Ansatz, welche Wendung ihr Leben an diesem Tag nehmen würde. Der Mann, dessen Leben ihr Spezialgebiet und Prüfungsthema ist, der Mann, dessen Lebensgeschichte sie fast besser zu kennen glaubte als ihre eigene, hat die Welt, in der Anax lebt, erst möglich gemacht. Aber weiß sie wirklich alles? Oder gibt es eine grundlegende Wahrheit, die alles in Frage stellt? Was Bernard Beckett hier geschafft hat, hat meinen allertiefsten Respekt verdient. Ein Buch mit nicht einmal zweihundert Seiten, das die grundlegendste aller Fragen der Menschheit aufgreift und ihr in einer Weise gerecht wird, wie man es zu Beginn der Lektüre kaum zu glauben wagt. Wo beginnt Bewusstsein? Wo beginnt Menschlichkeit? Ein höchst philosophischer Roman der nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern eine Idee in die Köpfe seiner Leser pflanzt. Eine Idee, der man sich nicht entziehen kann und die, gehegt durch die Macht des Bewusstseins, keimt und sich fortpflanzt. Beckett hat eine sehr ungewöhnliche Erzählform für sein Buch gewählt, die auf eine großartige Art zwei Erzählstränge zu einem verbindet. Als ich zum ersten Mal, auf Seite 107, ahnte, in welche Richtung die Auflösung gehen würde, fachte das meinen Wissensdurst nur noch mehr an. Und ich kann glaubhaft versichern, dass zwar mein Grundgedanke richtig war, das ganze Ausmaß der Lösung mir jedoch niemals in den Sinn gekommen wäre. Der Moment, in dem man vollends begreift ist der Moment, in dem man das Buch nach der letzten Seite zuklappt und man bleibt mit einem Gefühl des Unglaubens zurück. Mehr kann und will ich zu diesem großartigen Buch nicht schreiben, denn jedes Wort mehr, wäre ein Wort zu viel. Man muss es lesen um es zu verstehen. Wie sagte Carl Hilty so schön: Die Bildung kommt nicht vom Lesen, sondern vom Nachdenken über das Gelesene. Es sollte mehr Bücher wie dieses geben! Zitate: Es muss nichts besonderes an dem Streichholz sein, dass das Feuer entzündet. […] Bis auf die Tatsache, dass es das Streichholz ist, das das Feuer entzündet. (Seite 24) Damit eine Gesellschaft erfolgreich funktioniere kann, ist vielleicht ein Maß an Mitgefühl nötig, das nicht korrumpiert werden kann. (Seite 47) Was war zuerst da? Der Geist oder die Idee des Geistes? (Seite 114) […] letztlich ist Bewusstsein nichts anderes, als der Kontext, in dem Denken stattfindet. (Seite 127) http://gottagivethembooks.wordpress.com

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