Bernard Cornwell Sharpes Beute

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Inhaltsangabe zu „Sharpes Beute“ von Bernard Cornwell

England, 1807: Napoleon setzt alles daran, die dänische Flotte in seinen Besitz zu bringen - was für England fatale Folgen hätte. Um dies zu verhindern, wird Captain John Lavisser nach Kopenhagen entsandt. An seiner Seite: Richard Sharpe. Sein Auftrag: Lavisser lebend ans Ziel zu bringen. Keine leichte Aufgabe - zumal Sharpe angeschlagen ist: Nicht nur, dass er degradiert wurde, er muss auch noch den Tod seiner großen Liebe Grace verkraften. Zu allem Überfluss erkennt Sharpe bald, dass der Feind in den eigenen Reihen lauert ...

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  • Richard Sharpe und der Kampf um Kopenhagen

    Sharpes Beute
    Stefan83

    Stefan83

    08. October 2011 um 14:01

    Der Bastei Lübbe Verlag scheint in Bezug auf die „Richard-Sharpe“-Reihe tatsächlich Geduld und langen Atem zu beweisen, denn mit „Sharpes Beute“ ist nun bereits der fünfte Band um den treffsicheren Scharfschützen und Helden der napoleonischen Kriege erschienen. Mit „Sharpes Aufstieg“ steht sogar ein weiterer Teil für den Februar des kommenden Jahres in den Startlöchern. Kann man deshalb davon ausgehen, dass die Reihe bei den Freunden historischer Romane ankommt? Ich kann das persönlich für meine Wenigkeit nur mit einem großen „Ja“ beantworten, wenngleich ich im Falle des neuesten Abenteuers von Sharpe doch ein wenig enttäuscht worden bin, denn nach dem großen Paukenschlag mit der Schlacht von Trafalgar im Vorgänger, wirkt dieser Roman leider über lange Strecken wie eine arg unausgegorene Verlegenheitslösung. Aber erstmal zum Inhalt: London, Anno 1807. Zwei Jahre sind seit Admiral Nelsons Sieg bei Trafalgar vergangen und Richard Sharpe, der an Bord der Fregatte „Pucelle“ unter Kapitän Joel Chase am Gefecht teilnahm, wurde seitdem vom Schicksal arg gebeutelt. Seine große Liebe Lady Grace ist mit dem gemeinsamen Kind verstorben, das in Indien mühsam ergaunerte Vermögen für ihn unerreichbar, da er als nichtverheirateter Mann kein Anrecht auf das Erbe besitzt. Und auch die Armee, der er jetzt bereits seit 14 Jahren angehört, bietet ihm keine aussichtsreiche Perspektive mehr. Als Quartiermeister des 95. Schützenregiments, den „Grünröcken“, tätig, sieht er in seinem langweiligen Posten eine unverdiente Degradierung. Sharpe denkt deshalb mal wieder über einen Abschied vom Soldatendasein nach. In dieser Situation winkt plötzlich Abwechslung in Form eines neuen Auftrags. Auf den Befehl von Generalmajor Sir David Baird und Lord Pumphrey wird Sharpe Captain John Lavisser, Gardist beim 1. Regiment of Foot Guards, als Leibwächter zur Seite gestellt. Dieser soll 43.000 Guineen zwecks Bestechung des dänischen Prinzen nach Kopenhagen schaffen, um den Regenten davon zu überzeugen, die in der Stadt vor Anker liegende Flotte den Engländern zu übergeben. Aus der auf den ersten Blick so simplen Geheimmission wird schnell ein Himmelfahrtskommando für Sharpe. John Lavisser entpuppt sich schon bei seiner Landung in Dänemark als Verräter und Sharpes Kontaktmann, der fromme dänische Händler Ole Skovgaard, zeigt nur wenig Sympathie für den rabiaten Fußsoldaten und dessen englische Heimat. Während die Royal Navy die Stadt einkreist und britische Truppen rund um Kopenhagen landen, dessen Bevölkerung eine Bombardierung befürchtet, muss Sharpe auf eigene Faust einen Weg finden, um zu verhindern, dass die dänische Flotte in französische Hände fällt … Der in England aufgrund der vielen toten Zivilisten in Vergessenheit geratene Angriff der Briten auf Kopenhagen im Jahre 1807 dient diesmal als Ausgangspunkt für Bernard Cornwells (auf Deutsch bisher) letzten militärhistorischen Roman. Und es wirkt ein bisschen so, als wären dem englischen Schriftsteller ein wenig die Ideen in Bezug auf einen möglichen geschichtlichen Handlungshintergrund ausgegangen. „Sharpes Beute“ liest sich bereits zu Beginn erstaunlich konstruiert, die sonstigen Stärken, wie der Aufbau einer landesspezifischen Atmosphäre, wollen diesmal nicht so recht auf den Leser überspringen. Während die Vorgänger, insbesondere die drei in Indien spielenden Bände, sich sehr lebensnah zeigten und auch neben den Schlachten für ein gewisses Flair sorgten (Das exotische Indien mit all seinen Düften und der Hitze schien man riechen und spüren zu können), bleiben sowohl die Unterwelt Londons als auch letztlich Kopenhagen selbst irgendwie recht farblos. Dabei hätten besonders die dunklen Gassen von Londons Vororten, wo unser Held aufwuchs, viel Potenzial geboten, um Sharpes jetziges Verhalten näher zu erklären bzw. nachzuvollziehen. Stattdessen geht Cornwell immer wieder auf Sharpes Trauer und innere Zerrissenheit ein. Und auch wenn der Autor viele gute Eigenschaften sein Eigen nennt – die Schilderung menschlicher Gefühle oder zwischenmenschlicher Beziehungen gehört leider nicht dazu. Cornwell, der sich sonst strikt an das Aufbauschema „Kleines Gefecht-Affäre-Zwickmühle-Großes Gefecht“ hält, hat diesmal einen anderen Ansatz gewählt und so unter anderem den Verräter bereits direkt am Anfang enttarnt. Eine interessante Idee, aus der der Autor allerdings mehr hätte machen können und müssen. Stattdessen sorgt diese frühe Identifizierung nur dafür, dass das Buch auch im weiteren Verlauf eher wenig Überraschungen bereithält. Die Wendungen und Twists vorheriger Bände werden diesmal schmerzlich vermisst. Das macht den Plot, der eigentlich auch auf hundert Seiten weniger hätte erzählt werden können, besonders im Mittelteil extrem langatmig. Es fehlt der Geschichte an Substanz, um durchgängig zu unterhalten. Und das können dann auch ein paar kernige Sprüche und brisante Zweikämpfe nicht übertünchen. Wenn es dann wieder darum geht, zur Attacke zur blasen, nimmt Cornwells Buch an Fahrt auf. Die Schilderung der Bombardierung Kopenhagens gerät sehr plastisch und stimmungsvoll, deutet allerdings auch an, dass der englische Schriftsteller mit dem Geplänkel verfeindeter Armeen mehr anfangen kann, als mit der Vermittlung von Gräueltaten an einer zivilen Bevölkerung. Im Vergleich zur Schlacht von Assaye („Sharpes Sieg“) oder Trafalgar („Sharpes Trafalgar“) geraten die Bombeneinschläge sowie das durcheinander in den Gassen Kopenhagens doch irgendwie recht zahn- und einfallslos. „Einfallslos“ ist dann auch leider diesmal wieder die Übersetzung, welche (und das zieht sich ja traurigerweise durch die ganze Reihe) vor Schreibfehlern, unpassender Wortwahl und schlicht falscher Wiedergabe nur so strotzt. Das zudem manch ein Name im Verlauf des Buches in drei verschiedenen Versionen geschrieben wird, erhöht die Verwirrung beim Leser noch. Der Bastei Lübbe Verlag muss hier dringend nachbessern! Bei all den Kritikpunkten bietet aber auch „Sharpes Beute“ wieder das ein oder andere Highlight für Freunde der Serie. Cornwell bleibt seiner ökonomischen Schreibweise treu und bringt mit Kapitän Chase, General Arthur Wellesley sowie den Matrosen Clouter und Collier ein paar alte Bekannte und Freunde Sharpes in die Geschichte mit ein. Die neueren Figuren, wie Lavisser oder Lord Pumphrey, bleiben dagegen etwas blass. Ein diabolischer Bösewicht im Stile Hakeswills fehlt einfach. Und ohne gleichwertigen Gegenspieler ist halt auch ein Sharpe gleich nur so halb so gut. Wer jedoch in erster Linie Wert auf historische Genauigkeit und kurzweiliges Abenteuer legt, bekommt auch diesmal was geboten. Wie gewohnt erläutert Cornwell in seinen Anmerkungen noch einmal kritisch und objektiv den geschichtlichen Hintergrund. Zudem gewähren zwei Karten (Dänemark und Kopenhagen) einen genaueren Blick auf die militärischen Stellungen der Schlacht. Insgesamt ist „Sharpes Beute“ dann aber trotzdem der bisher schwächste Band der Reihe, was wohl nicht zuletzt auch daran liegt, dass er als verbindendes Glied zwischen Sharpes Indien-Abenteuern und dem Feldzug gegen Napoleon konzipiert und dementsprechend inhaltlich gefüllt wurde. Für Cornwell-Fans ganz sicher kein Muss. Für Freunde der Sharpe-Reihe ein Band, den man auch getrost mal überspringen kann ohne Elementares verpasst zu haben.

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  • Rezension zu "Sharpes Beute" von Bernard Cornwell

    Sharpes Beute
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. June 2010 um 20:47

    Sharpes Beute ist der fünfte Band von Cornwells Sharpe- Reihe.
    Es wäre sehr zu empfehlen, zuerst die Vorgänger zu lesen!
    Diesmal führt Sharpes Weg nach Kopenhagen. Napoleon will sich die dänische Flotte schnappen, dies gedenken die Engländer zu verhindern...