Schnee in Amsterdam

von Bernard MacLaverty 
4,0 Sterne bei27 Bewertungen
Schnee in Amsterdam
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Ein Buch, das zum Nachdenken, Vergleichen und Analysieren anregt

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Ein bezauberndes Buch, welches sehr ergreifend ist und mich sofort in seinen Bann gezogen hat.

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Inhaltsangabe zu "Schnee in Amsterdam"

Mit einem verlängerten Wochenende in Amsterdam möchten Stella und Gerry ihren Ruhestandsalltag in Glasgow unterbrechen. Die kleine Reise soll die beiden aufmuntern, sie wollen die Stadt erkunden und etwas für ihre Ehe tun. Sie lieben sich noch und ertragen gegenseitig ihre kleinen Fehler – aber in den vier Tagen treten tiefe Risse in ihrer Beziehung zutage. Und es wird klar, dass Stella einen ganz eigenen Plan verfolgt. Dieser Plan hängt mit einem der bezauberndsten Orte in Amsterdam zusammen, dem Beginenhof, und mit einem Gelübde, das Stella einst getan hat. Gerry dagegen, ehemaliger Architekt, hat weitgehend abgeschlossen mit seinem Leben, in dem der Alkohol eine zu große Rolle spielt. Während ihrer Reise drängt allmählich ein Ereignis aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit in Belfast, Nordirland, immer stärker an die Oberfläche, etwas, das ihr ganzes Leben geprägt hat. Am Ende zeigt sich, wie tief der Graben zwischen ihnen wirklich ist. Ein dichter, bewegender und aufwühlender Roman voller Lebensklugheit, Komik und Tragik.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783406727009
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:C.H.Beck
Erscheinungsdatum:20.09.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    otegamivor einem Tag
    Kurzmeinung: Ein Buch, das zum Nachdenken, Vergleichen und Analysieren anregt
    Ein verlängertes WE + viel noch nie Ausgesprochenes

    Gerry und Stella verbringen ein verlängertes WE in Amsterdam. Sie sind schon sehr lange verheiratet und der einzige Sohn wohnt mit seiner Familie in Kanada. An diesen gemeinsamen Tagen kommen bei den beiden alte Erinnerungen hoch – teilweise aus ihrer nordirischen Heimat, teilweise aus ihrem Ehealltag. Ihre Unterschiede – Stellas Religiosität und Gerrys großes Alkoholproblem - treten deutlicher zu Tage als daheim in vertrauter Umgebung.

    Und dann verschiebt sich auch noch der Abflug durch einsetzenden Schneefall und beide sitzen am Flughafen fest!

    Ich bin überzeugt, dass Leser in Langzeitehen besonders dieses Buch genießen können – lädt es doch herrlich zum Vergleichen und Analysieren ein. Mich lässt dieses Buch in tiefer Dankbarkeit für meine eigene jahrzehntelange Ehe zurück!

    5 Sterne gebe ich aus vollster Überzeugung und spreche eine sehr, sehr starke Leseempfehlung aus!


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    dj79vor einem Tag
    Keine klare Meinung

    Selten war ich bei der Bewertung eines Buches so hin- und hergerissen wie hier bei „Schnee in Amsterdam“ von Bernhard MacLaverty. Mir gefällt die verwendete Sprache, der Wechsel zwischen aktueller Handlung und Erinnerungen. Ich mag auch die intensive Betrachtung des eher kurzen Handlungszeitraumes. Probleme habe ich mit der Thematik, die ich auf Basis des Klappentextes so nicht erwartet hatte. Bernhard MacLaverty zeichnet ein liebevolles Bild eines schon lange Zeit verheirateten Ehepaars, das eine Reise nach Amsterdam unternimmt. Sein Blick fällt dabei auch auf die ganz kleinen Dinge, die Stellas und Gerrys Leben bestimmen. Beispielsweise haben beide kleine Ticks, die kurz vor Antritt der Reise zum Tragen kommen. Stella saugt nochmal eben letzte Staubkörnchen weg, obwohl niemand zu Hause bleibt, um davon Notiz zu nehmen. Gerry ruft schon nach fünf Minuten Verspätung den Taxidienst an, obwohl er dort wie viele Male zuvor die Auskunft bekommt, dass das Fahrzeug bereits unterwegs ist. Während der Reise kann der Leser an den Neckereien nach dem Motto „Was sich neckt, das liebt sich“ zwischen den Eheleuten teilhaben. Die Liebe, die Stella und Gerry für einander empfinden, wurde für mich ganz besonders transparent, wenn sie sich an gemeinsame, vergangene Zeiten erinnern. Diesen Teil der Geschichte fand ich sehr schön. Etwas irritiert war ich bezüglich der Thematik, mit der ich mich plötzlich konfrontiert sah. Gerry ist alkoholabhängig. Obwohl der Teufelskreis der Alkoholsucht aus Beschaffung und Vertuschung wirklich gut ausgearbeitet war, konnte ich mich mit diesem Thema nicht anfreunden. Zeitweise fand ich beide Charaktere abstoßend, Gerry, weil er komplett die Kontrolle beim Trinken verliert, und Stella, weil sie in meiner Wahrnehmung zu lange überhaupt nicht versucht gegenzusteuern. Weniger irritierend, für mich dennoch befremdlich empfand ich Stellas Glauben. Vermutlich ist das in meiner Nichtgläubigkeit begründet. Die Einbettung der gemeinsamen Vergangenheit in den Nordirlandkonflikt wäre in meinen Augen entbehrlich gewesen. Ich konnte keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Sucht und den Geschehnissen während des Konflikts erkennen. Eine Verbindung zu Stellas stark ausgeprägten Glauben kann ich schon eher ausmachen. Dennoch wirkt die Einbettung in den Konflikt auf mich irgendwie aufgesetzt. Insgesamt weiß ich gar nicht so recht, wie ich mein Urteil fällen soll. Auf der einen Seite würde ich dem Autor Unrecht tun, mit einer schlechten Bewertung. Die Sprachgewalt war ganz wunderbar und die Symptome der Alkoholsucht waren glaubwürdig beschrieben. Trotzdem hat mir das Buch nicht gefallen, weswegen auch eine Top-Bewertung nicht möglich ist. Es ist möglich, dass ich nur so empfinde, weil ich inhaltlich etwas ganz anderes erwartet hatte und damit nicht auf die Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema Sucht eingestellt war. Deshalb werde ich auch keine Empfehlung für oder gegen „Schnee in Amsterdam“ aussprechen.

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    alupuss avatar
    alupusvor einem Tag
    Kurzmeinung: Ein bezauberndes Buch, welches sehr ergreifend ist und mich sofort in seinen Bann gezogen hat.
    Resümee einer Ehe, die noch lange nicht am Ende ist

    Resümee einer Ehe, die noch lange nicht am Ende ist

    Ein bezauberndes Buch, welches sehr ergreifend ist und mich sofort in seinen Bann gezogen hat

    Inhaltsangabe zu "Schnee in Amsterdam"

    Ein älteres Ehepaar aus Glasgow, Gerry und Stella Gilmore, fliegt für ein verlängertes Wochenende nach Amsterdam. Die kleine Reise soll die beiden aufmuntern, sie wollen die Stadt erkunden und etwas für ihre Ehe tun. Sie lieben sich noch, man kennt einander samt allen kleinen Fehlern – aber in den vier Tagen treten tiefe Risse in ihrer Beziehung zutage. Und es wird klar, dass Stella einen ganz eigenen Plan verfolgt. Dieser Plan hängt mit einem der bezauberndsten Orte in Amsterdam zusammen, dem Beginenhof, und mit einem Gelübde, das Stella einst getan hat. Gerry dagegen, ehemaliger Architekt, hat weitgehend abgeschlossen mit seinem Leben, in dem der Alkohol eine zu große Rolle spielt. Während ihrer Reise drängt allmählich ein Ereignis aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit in Belfast, Nordirland, immer stärker an die Oberfläche, etwas, das ihr ganzes Leben geprägt hat. Am Ende der Reise zeigt sich, wie tief der Graben zwischen ihnen wirklich ist. Ein dichter, bewegender und aufwühlender Roman voller Lebensklugheit, Komik und Tragik.

     

    Meine Meinung:

    Gerry und Stella, ein irisches Ehepaar aus Glasgow, um die 70,  fliegen für ein verlängertes Wochenende nach Amsterdam. Diese Reise hat Stella Gerry zu Weihnachten geschenkt, um ihrer Ehe einen neuen Schwung zu geben. Auch verfolgt Stella einen Plan, da sie vor vielen Jahren ein Gelübde gemacht hat. Gerry, der praktisch mit dem Leben abgeschlossen hat, sich ganz dem Alkohol hingibt. Stella hingegen hasst es, wenn Gerry so viel trinkt und hat sich ganz ihrer Religiosität verschrieben. Sie lieben sich noch immer, das zeigen die kleinen Neckereien und der doch liebevolle Umgang mit dem Anderen, obwohl ich einiges übertrieben fand, aber das ist Ansichtssache. Es wird klar, dass doch plötzlich diese Ehe, wobei beide sich noch lieben, einige Risse deutlich werden. Sie leben nicht miteinander, sondern nebenher. Es wird nur allzu deutlich, dass Kommunikation und Respekt bei Beiden einfach nicht vorhanden ist. Auch Stella muss erkennen, dass man Träume nicht aufschieben sollte, sonst ist es einfach dafür zu spät.

    Ich hatte das Gefühl, dass der Autor Bernard MacLaverty ein Ehepaar als Vorbild hatte, denn diese ganzen Details haben mich doch auch selbst erkennen lassen. Ich war von dem bezaubernden Schreibstil doch fasziniert, dass das Buch mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und mich sehr ergriffen hat. Die Protagonisten waren sehr authentisch dargestellt und auch die Situationen waren nachvollziehbar. Dies ist ein Buch, das noch lange nachhalt.

     

     


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    Kristall86s avatar
    Kristall86vor einem Tag
    Kurzmeinung: Bedrückend und sehr gefühlvoll. Aber nicht ganz meins...
    Aus Liebe wird Gewohnheit und was dann?

    Gerry und Stella Gilmore sind seit vielen vielen Jahren verheiratet. Um ihrer Ehe wieder etwas Schwung zu verschaffen reisen die beiden übers Wochenende nach Amsterdam. Sie haben einiges vor - wollen die Stadt erkunden. Aber auch etwas für ihre Ehe tun. Sie kennen sich schon ewig...kennen alles am Anderen ganz genau. Dennoch geschieht in den vier Tagen etwas sehr beängstigendes. Die beiden blicken nun mit geschärftem Blick auf den Gegenüber und alte Wunden reißen wieder auf. Bernard MacLaverty hat mit seinem Roman „Schnee in Amsterdam“ einen sehr ruhigen aber auch zugleich aufwühlenden Roman geschaffen. Sein Blick auf die beiden Protagonisten ist sehr präzise. Er lässt einem sehr intensiv an der Geschichte teilhaben. Sein Schreib- und Sprachstil ist flüssig. Dennoch muss ich gestehen, gab es hier und da recht langatmige Passagen die ins Langweilige abdrifteten. Die Beziehung der beiden wirkt ausgelaugt aber eines steht fest, nach dieser langen gemeinsamen Zeit: die Routine und vor allem die Gewohnheit hat die beiden intensiv eingeholt. Gerry unterhält sich mehr mit dem Alkohol den er täglich konsumiert als mit Stella. Aber auch die macht ihr eigenes Ding und findet das völlig selbstverständlich. MacLaverty achtet penibel auf Situationen und lässt dann seine Darsteller wirken. Ihr Handeln wirkt authentisch auch wenn man als Leser sehr oft den Kopf schüttelt, aber jeder lebt nunmal anders und vor allem so wie er will. Ich muss gestehen das ich mich ab einem gewissen Punkt durchs Buch gequält habe, denn es gibt zu viele Parts an denen irgendwie nichts passiert. Und da ist es aber so verzwickt, das man ja doch wissen möchte wie es denn nun mit der Liebe weitergeht zwischen den beiden...die Alkoholsucht von Gerry wird recht natürlich beschrieben. Als Leser hat mich diese Geschichte dennoch nicht aus den Socken gehauen, obwohl die Story richtig viel Potential hat. Davon wurde hier reichlich verschenkt. Leider.

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    katikatharinenhofs avatar
    katikatharinenhofvor 2 Tagen
    Kurzmeinung: Wenn der Alltag die Liebe aufgefressen hat - verstörender Blick hinter die Fassade einer gelebten Ehe
    Wenn der Alltag die Liebe aufgefressen hat-verstörender Blick hinter die Fassade einer gelebten Ehe

    Eigentlich könnte alles so schön sein - die Reise nach Amsterdam soll den Alltagstrott im Ruhestand unterbrechen und somit Stella und Gerry ein paar schöne Tage bescheren. Einfach mal raus, was anderes sehen, etwas für die eingefahrene Ehe tun. Doch diese Reise zeigt, was wirklich los ist , bringt ans Licht, was lange schon im Verbogenen schwelt. Anstatt genüsslich die Tage zusammen zu verbringen, offenbart Stella ihrem Gerry den wahren Grund für ihre Reise. Gerry blickt in den Abgrund, der sich Ehe nennt und die scheint am Ende....

    "Schnee in Amsterdam" ist ein Roman, der mit vielen leisen Tönen geschrieben ist und dadurch eher getragen wirkt, was ihn aber nicht langweilig macht. Im Gegenteil, er offenbart so erst recht die tiefen Risse und Gräben, die sich im Laufe der Jahre zwischen den Protagonisten gebildet haben und lässt so die ganze Tragik zu.
    Für mich ist dieser Roman allerdings etwas zu verstörend, weil er den ungeschönten Blick hinter die Kulisse zulässt und ich habe dies so nicht erwartet. Der Autor hält einem unweigerlich den Spiegel vor und das tut in manchen Szenen schon richtig weh, muss man sich doch mit seinem eigenen Leben und der eigenen Beziehung auseinander setzen - vom Autor gewollt oder unabsichtlich eine Folge des Gelesenen ?
    Stella hat eine zickige, ja fast schon herrschsüchtige Art an sich, die es mir schwer macht, sie zu mögen und ihr im Verlauf des Buches unvoreingenommen zur Seite zu stehen. Dahingegen tut mir Gerry schon fast leid, weil er sich eher dem Ganzen lethargisch hingibt und dem Alkohol zuspricht, was zusehends zu seinem Verfall beiträgt.
    Die Geschichte lässt mich an Leben der Beiden, an den gemeinsamen Erinnerung teilhaben und das wird vom Autor wertungsfrei und leicht distanziert beschrieben - für mich bleiben viele Szene einfach nur mit einem Schrecken haften und ich ziehe meine eigenen Schlüsse. Das Ende ist offen gestaltet, lässt somit Kopfkino und viele eigene Gedanken zu.
    Ich bin hin und her gerissen, was dieses Buch betrifft - für viele sicherlich eine tolle Lektüre, für mich nagt dieses Buch zu sehr an mir und lässt mich nachdenklich und mit vielen Fragen zurück.

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    Minijanes avatar
    Minijanevor 2 Tagen
    Ein Buch der leisen Töne

    „Schnee in Amsterdam“, geschrieben vom irischen Autor Bernard Mac Laverty ist ein stilles Buch, das zum Nachdenken anregt. Schnörkellos und detailverliebt beschreibt der Autor sogar Kleinigkeiten wie das Entfalten einer Zellophanverpackung im Papierkorb. So hat der Leser beinahe das Gefühl die Situation selber miterlebt zu haben. Es geht in diesem Buch um eine Ehe, eine Ehe am Ende. Stella und Gerry ein älteres irisches Paar, Ist über einen sehr langen Zeitraum miteinander verheiratet. Die Beiden gehen immer noch liebevoll miteinander um, und doch offenbaren sich auf einer kleinen Reise nach Amsterdam, die ein Weihnachtsgeschenk von Stella für Gerry war, tiefe Risse zwischen den Ehepartnern. Gerry ist starker Alkoholiker, und in den ersten Seiten des Buches geht es ständig um seinen geliebten Whiskey. Er verharmlost ihn gerne als „Kleinen Freund des Reisenden“.Überhaupt, es passiert nicht wirklich viel in diesem Roman. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass sich neben ein bißchen Sightseeing, Essen, Schlafen und dem unvermeidlichen Trinken, Alles wiederholte. Es fehlten wirkliche Gespräche zwischen Stella und Gerry, aber das war wohl auch ein Hauptproblem in dieser Ehe. Warum Stella ihrem Mann ausgerechnet auf dieser Reise ihre Trennungsabsichten mitteilt, fand ich seltsam, so wie ich einige Verhaltensweisen nicht ganz nachvollziehen konnte. Das offene Ende hat mir wiederum sehr gut gefallen. Er passt zur Geschichte und lässt dem Leser Raum für seine eigene Fortsetzung. Man muss es mögen dieses leise Buch von Mac Laverty. Für mich war es nicht so ganz das Richtige.

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    AnnaMagaretavor 3 Tagen
    Leise und tiefgründig

    "Schnee in Amsterdam" ist ein bewegender Roman des nordirischen Autors Bernard MacLaverty.

    Gerry und Stella – ein katholisches, irisches seit vielen Jahren verheiratete Ehepaar - verleben ihren Ruhestand in Glasgow. Der Alltag hat die beiden eingeholt, sie lieben sich, gehen respektvoll miteinander um, aber sie haben sich voneinander entfernt. Zu Weihnachten schenkt Stella Gerry ein verlängertes Wochenende in Amsterdam. Dabei wird beiden klar, dass in ihrer Beziehung längst nicht mehr alles stimmt. Gerry trinkt viel zu viel, was für Stella nur schwer zu ertragen ist und Stellas Religiosität rückt stark in den Vordergrund.

    Der Schreibstil des Autors ist ruhig und einfach. Er vermittelt sehr direkt die Probleme der Protagonisten. Alltägliche Situationen werden authentisch und glaubwürdig dargestellt. Trotz der Probleme des Ehepaares, die zum Teil in der gemeinsamen Vergangenheit liegen, gehen die beiden respektvoll miteinander um und in ihren Dialogen gibt es viele liebevolle Neckereien. Gerade in alltäglichen Gesprächen, in denen es oft um Belanglosigkeiten ging, verstecken sich eine Menge Emotionen. Wiederholende Situationen und Gespräche weisen dezent und sehr deutlich auf  die Probleme hin. Während Gerry durchweg eher passiv wirkt, ist Stella deutlich aktiver und möchte eine Änderung der Situation. Leider erfährt man nur recht wenig aus der Vergangenheit des Paares.  

    Tiefgründig und berührend beschreibt der Autor die Situation von Stella und Gerry, dabei steckt zwischen den Zeilen weit mehr als man auf den ersten Blick erkennt, da es um eine Beziehung, ein Ende und einen Neuanfang geht.  Es ist ein tiefgründiges Buch, das nachklingt.

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    Biests avatar
    Biestvor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Ein lesenswerter Roman, übers miteinander älter werden, wie wichtig Kommunikation, Freiheit und Zusammenhalt ist.
    Intelligent, tragisch, aufwühlend und komisch

    Inhalt:

    Mit einem verlängerten Wochenende in Amsterdam möchten Stella und Gerry ihren Ruhestandsalltag in Glasgow unterbrechen. Die kleine Reise soll die beiden aufmuntern, sie wollen die Stadt erkunden und etwas für ihre Ehe tun. Sie lieben sich noch und ertragen gegenseitig ihre kleinen Fehler – aber in den vier Tagen treten tiefe Risse in ihrer Beziehung zutage. Und es wird klar, dass Stella einen ganz eigenen Plan verfolgt. Dieser Plan hängt mit einem der bezauberndsten Orte in Amsterdam zusammen, dem Beginenhof, und mit einem Gelübte, das Stella einst getan hat. Gerry dagegen, ehemaliger Architekt, hat weitgehend abgeschlossen mit seinem Leben, in dem der Alkohol eine zu große Rolle spielt. Während ihrer Reise drängt allmählich ein Ereignis aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit in Belfast, Nordirland, immer stärker an die Oberfläche, etwas, das ihr ganzes Leben geprägt hat. Am Ende zeigt sich, wie tief der Graben zwischen ihnen wirklich ist.

    Meine Meinung:

    Eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt. In der Tragik und Komik dicht beieinander liegen, die aufwühlt und die einen sein eigenes Leben überdenken lässt.

    Die zwei Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Sie waren sehr schön ausgearbeitet, hatten Tiefe und ihr Handeln und ihre Gedanken waren gut nachvollziehbar. Das heißt aber nicht, dass ich es gut finde was sie tun.
    Gerry übertreibt es mit seinem Alkoholkonsum eindeutig. Wobei er ja eigentlich nie schlecht gelaunt, oder gar aggressiv war, wenn er getrunken hatte. Das fand ich sehr erstaunlich. Er ist liebevoll, humorvoll und tolerant. Er bemüht sich sehr um Stella, was ich ihm in seinem Zustand so eigentlich nicht mehr zugetraut hätte.
    Stella hingegen kam mir häufig ziemlich abweisend und kühl vor. Auf der anderen Seite sucht sie dann aber doch wieder seine Nähe.
    Die beiden sind ein eingespieltes Team, leben aber doch irgendwie aneinander vorbei. Irgendwie wirkt die Beziehung festgefahren.

    Immer wieder gibt es Rückblicke in die Vergangenheit, Stück für Stück erfährt der Leser hier, warum die Situation so ist, wie sie nun ist. Ich fand die Rückblicke toll, man musste jedoch sehr aufpassen, auf welcher Zeitebene man sich gerade befand, weil die Übergänge sehr fließend waren.

    Die Stadt Amsterdam war sehr bildhaft dargestellt. Die detaillierten Beschreibungen rufen einem die Stadt sofort vor Augen.

    Wichtige Themen die der Autor hier aufgegriffen hat sind, Alkoholismus, Glaube, Zukunftsängste und Vergangenheitsbewältigung. Diese hat er sehr schön in die Story integriert.

    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er ließ sich angenehm lesen.
    Das Cover ist wunderschön. Mit seinen tristen Farben fängt es meiner Meinung nach die Stimmung im Buch super ein.

    Fazit:
    Ein lesenswerter Roman, übers miteinander älter werden, wie wichtig Kommunikation, Freiheit und Zusammenhalt ist. Intelligent, tragisch, aufwühlend und komisch. Eine klare Leseempfehlung.

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    Lilofees avatar
    Lilofeevor 3 Tagen
    Kurzmeinung: Eine sehr tiefe und menschliche Geschichte um die Liebe und das Leben.
    Die Bilanz einer Ehe

    Klappentext:

    Ein älteres Ehepaar aus Glasgow, Gerry und Stella Gilmore, fliegt
    für ein verlängertes Wochenende nach Amsterdam.
    Die kleine Reise soll die beiden aufmuntern,
    sie wollen die Stadt erkunden und etwas für ihre Ehe tun.
    Sie lieben sich noch, man kennt einander samt allen kleinen Fehlern -
    aber in den vier Tagen treten tiefe Risse in ihrer Beziehung zutage.
    Und es wird klar, dass Stella einen ganz eigenen Plan verfolgt.

    Fazit:
    Der Autor hat eine wunderbare Art zu schreiben.
    In ruhigen Worten wird hier eine langjährige Ehe beschrieben.
    Höhen und Tiefen werden ausgelotet.
    Es geht um lang gehegte Träume die nicht in
    Erfüllung gehen und um die Verarbeitung der Vergangenheit.
    Eine sehr tiefe und menschliche Geschichte um die Liebe und das Leben.
    Die Charaktere sind wunderschön beschrieben und ihre Handlungen sind voller Tragik und Lebenserfahrung. 

    Ein unaufgeregter Roman der aber  von vielen bezaubernden Momenten geprägt ist.
    Dem Charme dieses Buches kann man sich kaum entziehen. 
    Eine stille und sehr menschliche Bilanz einer Ehe.
    Einfach Zauberhaft!
    Eine klare Leseempfehlung.

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    MrsFrasers avatar
    MrsFraservor 4 Tagen
    Kurzmeinung: Zäsur einer Ehe - was hält ein Paar zusammen, wenn weder gegenseitiges Interesse noch Selbstwertgefühl vorhanden sind?
    Realistische, traurige Bestandsaufnahme einer in die Jahre gekommenen Ehe

    Gerry und Stella Gilmore sind beide Rentner. Das irische Ehepaar ist nach den Unruhen dort und ihren tragischen Auswirkungen auf sie beide nach Schottland gezogen, der erwachsene Sohn samt Familie wohnt in Amerika. Ein gemeinsamer Urlaub in Amsterdam wird Anlass einer Bestandsaufnahme, denn Stella hat dieses Ziel nicht zufällig ausgewählt.


    Neutral und wie ein Protokollant führt uns Bernard MacLaverty durch Stellas und Gerrys Tage in Amsterdam. Schnell fallen dem Leser Gerrys extreme Alkoholsucht und die zickigen Dialoge der beiden auf. Hier stellen sich schon erste Weichen bei der Interpretation, die sicherlich den jeweiligen individuellen Erfahrungen des Lesers zu schulden sind: ist es 'schön', dass die beiden anscheinend eine gemeinsame Humorebene haben und sich gegenseitig so ein wenig hochnehmen können, oder verbergen sich hinter den launigen Kommentaren eine unterschwellige Aggressivität und Missachtung? 

    Während der Leser fassungslos Gerrys alkoholbedingten Verfall beobachtet, wird deutlich, dass Stella, unstet wie ein verängstigtes Tier, einen Ausweg aus ihrer Ehe sucht. Sie besucht den in Amsterdam befindlichen Beginenhof und möchte dort ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen, das sie vor ihrem Mann nie erwähnt hat und das sie seit Jahren belastet. Sie macht gegenüber Gerry Andeutungen, die dieser jedoch nicht wahrhaben kann oder will. 

    Während die beiden in rituellen Verhaltensweisen, die irgendwann mal liebevolle Gesten gewesen sein können, nebeneinander her leben erfährt der Leser mehr über die Vergangenheit der beiden. Da sind nur noch wenige erwähnenswerte Erinnerungen, etwa das Kennenlernen oder das Drama während der Schwangerschaft. Zumindest Gerry realisiert, als der Aufenthalt des Paares in Amsterdam unfreiwillig verlängert wird und der Schnee die beiden zu einer Pause - einem 'Midwinter Break' (so der Originaltitel) - zwingt, dass er ohne seine Frau wahrscheinlich gar nicht mehr lebensfähig wäre. 

    Stella empfindet das gegenüber ihrem Mann nicht, doch stellt sich ihr Alleingang nicht als so einfach dar, wie erhofft. Wird sie aus Bequemlichkeit, Verantwortungsgefühl oder Liebe heraus bei Gerry bleiben? 

    MacLaverty lässt den Leser selbst Bilanz ziehen über Stellas und Gerrys Ehe. Er beschreibt, ohne zu werten, eine Situation, wie es sie vermutlich in vielen langjährigen Ehen gibt. Nicht nur lässt der 'Schnee in Amsterdam' Stella und Gerry Bilanz ziehen, auch dem Leser ermöglicht er ruhige Momente zur Einsicht und Abwägung. Unweigerlich bilanziert man für sich selbst, was einen in so einer Ehe halten könnte und welche Entscheidungen man treffen würde. 

    Ein Buch, das nachdenklich macht. 

    Kommentare: 2
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    abas avatar

    Über den Verlust der Liebe und die Suche nach dem Sinn des Lebens

    Gerry und Stella führen eine lange Ehe, beide sind pensioniert und ihr einziger Sohn lebt mit seiner eigenen Familie in Kanada. Stella ist der Meinung, für sie gibt es nichts mehr zu tun, es ist Zeit, sich etwas zu gönnen, das haben sie und ihr Mann sich verdient. Sie bucht eine kleine Reise nach Amsterdam.
    Auf den ersten Blick sieht man ein älteres Paar, das das Fahrradfahren in den Grachten und die Museumsbesuche genießt, aber was passiert in dessen Inneren?
    In "Schnee in Amsterdam" erforscht der nordirische Autor Bernard MacLaverty die Gefühle zwischen den zwei Eheleuten, die Erinnerungen an vergangene Zeiten wachrufen und gemeinsam in die Zukunft blicken wollen.

    "Schnee in Amsterdam" ist unser zwölfter Titel im LovelyBooks Literatursalon.

    Wenn ihr zusammen mit Gerry und Stella die Straßen, Museen und Cafés Amsterdams erkunden möchtet, solltet ihr bei dieser Leserunde unbedingt mitmachen!

    In unserem LovelyBooks Literatursalon erwarten euch weitere literarische Neuerscheinungen und spannende Spezialaufgaben!

    Zum Inhalt
    Ein älteres Ehepaar aus Glasgow, Gerry und Stella Gilmore, fliegt für ein verlängertes Wochenende nach Amsterdam. Die kleine Reise soll die beiden aufmuntern, sie wollen die Stadt erkunden und etwas für ihre Ehe tun. Sie lieben sich noch, man kennt einander samt allen kleinen Fehlern – aber in den vier Tagen treten tiefe Risse in ihrer Beziehung zutage. Und es wird klar, dass Stella einen ganz eigenen Plan verfolgt. Dieser Plan hängt mit einem der bezauberndsten Orte in Amsterdam zusammen, dem Beginenhof, und mit einem Gelübde, das Stella einst getan hat. Gerry dagegen, ehemaliger Architekt, hat weitgehend abgeschlossen mit seinem Leben, in dem der Alkohol eine zu große Rolle spielt. Während ihrer Reise drängt allmählich ein Ereignis aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit in Belfast, Nordirland, immer stärker an die Oberfläche, etwas, das ihr ganzes Leben geprägt hat. Am Ende der Reise zeigt sich, wie tief der Graben zwischen ihnen wirklich ist. Ein dichter, bewegender und aufwühlender Roman voller Lebensklugheit, Komik und Tragik.

    Lasst euch von der Leseprobe überzeugen!

    Zum Autor
    Bernard MacLaverty, geboren 1942 in Belfast, erhielt u. a. den Scottish Arts Council Book Award und den Lord Provost of Glasgow’s Award for Literature für seine Erzählungen, Romane und Drehbücher. Seine Romane "Cal" und "Lamb – der Ausgeflogene" wurden erfolgreich verfilmt. Bernard MacLaverty lebt mit seiner Familie in Glasgow. Sein Roman "Midwinter Break" ("Schnee in Amsterdam") wurde ausgezeichnet als Novel of the Year bei den Irish Book Awards 2017. Eine Verfilmung des Romans ist bereits in Planung.

    Möchtet ihr mit Gerry und Stella nach Amsterdam?
    Zusammen mit C.H.Beck verlosen wir 30 Exemplare von "Schnee in Amsterdam" unter allen, die sich über diesen wunderbaren Roman im Rahmen einer Leserunde austauschen und im Anschluss eine Rezension schreiben möchten.
    Seid ihr dabei? Dann bewerbt euch* über den "Jetzt bewerben"-Button bis zum 30.09. und antwortet auf folgende Frage:

    Gerry und Stella fliegen für ein Wochenende nach Amsterdam, um etwas für ihre Ehe zu tun.
    Warum kann ein Urlaub etwas Gutes für eine Ehe sein? Oder vielleicht doch nicht?


    Ich freue mich auf eure Antworten und wünsche euch viel Glück bei der Verlosung!

    Ihr seid noch kein Literatursalon -Mitglied? Ihr könnt jederzeit eintreten. Alle Infos dazu findet ihr hier und in unserer Literatursalon-Plauderecke.

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    Letzter Beitrag von  otegamivor 2 Stunden
    Interpretiere ich genauso! (Echt schön ausgedrückt!)
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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    J
    julia-Makoschvor 24 Tagen
    Ich Liebe Amsterdam und ich kann es kaum erwarten eine Geschichte zu lesen die in dieser Traumhaften Stadt spielt :)
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    Rabiatas avatar
    Rabiatavor 2 Monaten
    Ich lese total gerne Bücher, die in Holland bzw. Amsterdam spielen!
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