Bernard Minier

 4 Sterne bei 262 Bewertungen
Autor von Schwarzer Schmetterling, Kindertotenlied und weiteren Büchern.
Bernard Minier

Lebenslauf von Bernard Minier

Der französische Krimimeister: Bernard Minier, geboren 1960, ist im Südwesten von Frankreich aufgewachsen. Er schreibt seit seiner Kindheit die verschiedensten Geschichten, seine Kurzgeschichten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. "Schwarzer Schmetterling" (orig. "Glacé", 2011) ist sein Debütroman. Er möchte damit nicht nur unterhalten sondern auch "ein Bild unserer Zeit zeichnen". Hierfür wurde er u.a. mit dem Prix Polar 2011 für den besten Roman geehrt. Mit seiner Frau und zwei Kindern lebt er heute in der Nähe von Paris.

Neue Bücher

Nacht

 (2)
Neu erschienen am 01.02.2019 als Taschenbuch bei Droemer. Es ist der 4. Band der Reihe "Martin Servaz".

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Schwarzer Schmetterling

Schwarzer Schmetterling

 (138)
Erschienen am 02.05.2013
Kindertotenlied

Kindertotenlied

 (55)
Erschienen am 03.08.2015
Wolfsbeute

Wolfsbeute

 (29)
Erschienen am 12.01.2018
Nacht

Nacht

 (2)
Erschienen am 01.02.2019
Schwarzer Schmetterling

Schwarzer Schmetterling

 (21)
Erschienen am 08.03.2012
Kindertotenlied

Kindertotenlied

 (11)
Erschienen am 20.02.2014
Wolfsbeute

Wolfsbeute

 (3)
Erschienen am 25.08.2016
Glacé

Glacé

 (2)
Erschienen am 01.05.2012

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Neue Rezensionen zu Bernard Minier

Neu

Rezension zu "Schwarzer Schmetterling" von Bernard Minier

Etwas gepflegtes Gruseln geht immer …
martina_turbanischvor 10 Tagen

Es ist Winter, der in den französischen Pyrenäen oft besonders hart ist. In dem kleinen Ort  Saint-Martin kennen die Bewohner die Widrigkeiten des Wetters und auch an die nahe gelegene psychiatrische Anstalt hat man sich gewöhnt. Eines Morgens finden die Arbeiter an einer Seilbahnstation einen grauenvoll inszenierten Kadaver eines Pferdes.  Im leicht nebligen Licht des Morgens ähnelt er auf den ersten Blick einem riesigen, schwarzen Schmetterling. Commandant Servaz von der Mordkommission Toulouse bekommt den Fall auf den Schreibtisch, denn das getötete Pferd gehörte einem bekannten Multimillionär. Seine Eifer hält sich vorerst in Grenzen…

Eine diffuse Beklemmung stieg in ihm auf. Dieses »Etwas« hing über der Plattform, direkt unter den Seilen und Rollen – als schwebte es in der Luft. Es glich einem riesigen schwarzen Schmetterling, einem düsteren, unheilbringenden Schmetterling, der sich scharf gegen den weißen Hintergrund aus Schnee und Wolken abhob. Schwarzer Schmetterling, S. 10

Mein Eindruck:

Etwas gepflegtes Gruseln geht immer …

Traumjob

Die junge schweizerische Psychologin Diane Berg ist immer noch auf der Suche nach ausreichend Berufserfahrung und Herausforderung. Auf Vermittlung ihres Doktorvaters nimmt sie eine Stelle im Institut Wargnier in Frankreich an. Am Fuße der Pyrenäen werden dort  schwer gestörte Mörder und Triebtäter behandelt. Grundsätzlich sicher eine Traumstelle für eine junge Psychologin, allerdings läuft hier manches etwas anders.

Menschenversuche

Eindrücklich schildert der Autor, wie eine Behandlung im Institut Wargnier abläuft. Mit Menschenwürde und Verantwortung hat das nicht mehr viel zu tun. Aber mit all den Drogen und Psychopharmaka, die dort benutzt werden lässt sich viel Geld machen. Die Häftlinge haben keine Lobby und können so kostenlos und risikofrei als menschliche Versuchskaninchen benutzt werden. So bekommt man gleich doppelt Geld für sie - einmal legal als Patient, einmal illegal als Proband.

Alptraum

Schnell stellt sie fest, dass der Anstaltsleiter Xavier seine Patienten mehr unter Drogen setzt, als dass er sie behandelt. Dianas Therapieansatz ist ein ganz anderer, außerdem fällt ihr auf, dass es die Medikamente eigentlich noch gar nicht geben kann. Das alles macht sie jetzt nicht wirklich beliebter bei ihrem neuen Arbeitgeber. Schnell fühlt sie sich einsam in dem alten Gemäuer. Misstrauische Kollegen innerhalb des Institutes,sowie Eis und Schnee draußen schränken ihre Beweglichkeit erheblich ein.

Kammerspiel

Auch hier schafft Bernard Minier es die Wetter - und Landschaftsbedingungen so zu schildern, dass man sich als Leser fühlt, als wäre man selber in der kargen Pyrenäenlandschaft gestrandet. Die sehr bildhaft geschilderte Abgeschiedenheit und die Einsamkeit legen sich beinahe auch ein bisschen auf mein Gemüt. Gerade in diesen leicht bedrückenden Szenen sehe ich viel Ähnlichkeiten mit Jean-Christophe Grangé. Wobei eine winterliche Gebirgsszenerie, die wie ein Kammerspiel wirkt, jetzt auch nicht wirklich neu ist - aber sie ist eben immer noch gut :-) Das Rad kann und muss ja nicht immer neu erfunden werden.

Grauen

Als die genaue Untersuchung eines frisch gefundenen Tierkdavaers zeigt, dass der Täter eigentlich im Institut Wargnier gut verwahrt und bewacht einsitzen soll, nimmt das Grauen immer weiter seinen Lauf und das Tempo zieht an. Schnell ändert sich Commandant Servaz Arbeitseifer, als die ersten menschlichen Opfer in Spiel kommen. Er und sein Team verfolgen alle möglichen Ermittlungsansätze, was die üblichen Irrtümer natürlich mit einschließt. Aber wie kann ein schwer bewachter, verurteilter Täter diese Morde begangen haben?

Bauchgefühl

Commandant Servaz selbst ist ein eher ruhiger, gelassener Zeitgenosse und bleibt vergleichsweise gelassen. Weder von übereifrigen Vorgesetzten noch von anderen Unwägbarkeiten lässt er sich aus der Ruhe bringen.  Er “herrscht” über seine kleine, bunt gemischte Truppe, hält alle Fäden in der Hand und hört im Zweifelsfall immer mehr auf seinen Bauch, als auf die Kollegen. Seine Vorliebe für lateinische Sinnsprüche und Musik von Gustav Mahler lassen ihn dann doch ein bisschen menschlicher wirken.

Mein Fazit:

Schwarzer Schmetterling von Bernard Minier ist ein Thriller ganz nach meinem Geschmack. Viele kleine und große Geheimnisse, ein charismatischer Psychopath und ein cooler Ermittler in einer grandiosen Landschaft lassen die Seiten nur so dahin fliegen. Ich freue mich schon auf den zweiten Band mit Commandant Servaz.

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Rezension zu "Wolfsbeute" von Bernard Minier

Ein Buch, das „Thriller“ zu Recht als Genre trägt.
ingo101vor 23 Tagen

Der 3. Teil der Servaz-Reihe fasziniert von Anfang an mit einer dichten Atmosphäre. Alles zieht einen sofort in seinen Bann. Spannung wird durch eine unterschwellige Drohkulisse erreicht – und indem der Leser über die Worte nachdenkt / begreift / hinterfragt. Genauso wie zu der Beziehung Leser / Christine. Vorwissen aus den anderen Büchern ist kaum erforderlich.


Es schön zu sehen, dass Servaz wieder da ist. Nach den Erlebnissen der Vorgängerbücher, leidet man mit, sehnt sich mit ihm nach Normalität, fragt sich und sinniert mit ihm. Diese Einblicke auf ihn und den anderen Hauptcharakter Christine sind sehr gut ge- und beschrieben. Beide Protagonisten und Nebencharaktere sind gut getroffen und glaubhaft erzählt. Ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte (mit dem Hintergrundwissen des Endes) nachvollziehbar und realistisch.

Das Buch fesselt – teilweise konnte ich es nicht aus der Hand legen. Und das, obwohl mir das eine oder andere Mal mehr als mulmig war, nicht nur, weil es grausame Szene beschreibt oder stellenweise brutal ist, sondern weil der psychologische Druck auf die Protagonistin so stark zunimmt, dass es mich beim Lesen mit erdrückt hat. Unglaublich übergreifend wurden diese Passagen geschrieben; lebhaft, ehrlich, glaubwürdig – als würde man in den Kopf von Christine sehen. Dieser Handlungsstrang überwiegt, ein Großteil der Seiten befasst sich damit. Servaz tritt in den Hintergrund.

Während all dieser Seiten merkt man, wie sich Fragen und Gedanken unterbewusst auftun: Wer Servaz aus den Vorgängerbüchern kennt, z.B. wie viel Leid jemand erfahren und erleben muss, um wieder aufzustehen. Oder im Falle von Christine: Wie schnell geht die eigene Selbstbestimmung verloren? Kontrollverlust, Fremdbestimmung bzw. die vermeintliche Notwendigkeit bestimmte Dinge zu tun und dem Drehbuch (anderer) zu folgen? 

Gut finde ich, dass den Überlebenden diesmal ein „was-passierte-danach“-Absatz geschenkt wurde.

Kurzfazit:
Nichts für schwache Nerven. Einige heftige Szenen, die dem Leser viel abverlangen. Weniger wegen der Gewalt (die es gibt), sondern vielmehr wegen der Empathie zum Hauptcharakter der Christine.
Spannend und aufregend zu lesen: Paradebeispiel eines Psychothrillers, der einen auch mit der Frage zurücklässt „Was würde man selber in so einer Situation machen?“.

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Rezension zu "Kindertotenlied" von Bernard Minier

Der zweite Teil der Servaz-Reihe. Düsterer und drastischer als der erste Teil mit einem melancholisc
ingo101vor 2 Monaten

Der zweite Teil der Servaz-Reihe. Düsterer und drastischer als der erste Teil mit einem melancholischem Ende.

Nicht nur in der Geschichte, sondern auch in den Beschreibungen der Orte, der Personen und der Atmosphäre empfand ich Kindertotenlied als deutlich kompromissloser als den ersten Teil. Die Erzählung ist unabhängig von dem vorangegangen Buch. Aber auch, wenn es Rückblenden gibt, sollte man den Vorgänger gelesen haben. Viele Beweggründe der Darsteller, Ereignisse und Darstellung fußen auf den Erfahrungen, die dort gemacht wurden. Einiges wird verständlicher, Personen und Ereignisse werden in Beziehung gebracht.

Das Buch ist schnell gelesen - im positiven Sinne. Die Geschichte ist spannend, gut erzählt und mit Wendungen gespickt. Die Auflösung ist interessant und spannend.

Allerdings greift wieder meine Kritik wie beim Vorgänger: Die Charaktere bleiben blass. Sicher, Servaz hat jetzt eine weitere Episode seiner Hintergrundgeschichte, aber er handelt seine Gefühle so schnell ab, dass sie nicht reflektiert werden bzw. man als Leser wie vor den Kopf gestoßen ist, weil es keine Konsequenzen für die weitere Handlung gibt oder wieso es zu plötzlichen Emotionsausbrüchen kommt (mehr kommt später im Text). Als Protagonist, der den ersten Teil erlebt hat, fragt man sich unwillkürlich, warum wiederholt sich die Geschichte? Hat er nichts daraus gelernt? Will er es nicht? (Auch) aufgrund des Epiloges ist letzteres vielleicht der Fall: Er will, aber es geht nicht. Er kann nicht über seinen Schatten springen. Das Leben prägt - Menschen ändern sich (nie). 

Die anderen Nebendarsteller der Serie bleiben diesmal an der Oberfläche. Seine Mitarbeiter bzw. Ziegler bleiben blass und werden zu befehlsausführenden Marionetten, die als Standardantwort  "Das erkläre ich dir später" erhalten.

Im Gegensatz dazu werden besonders Margot, Elias und Hugo (und teilweise die anderen Schüler aus dem Internat) tiefgründig, gut, nachvollziehbar beschrieben. Aber auch Hirthmann wurde wieder um etliche Nuancen bereichert. Nach dem Lesen des Endes hatte ich allerdings das Gefühl: Man brauchte ihn nicht, um die Geschichte zu erzählen. Er ist mit "Krampf" in die Geschichte geschrieben worden, nur, um da zu sein. Und das, obwohl er seine Berechtigung hat, in dem Buch erwähnt zu werden.

Fazit:
Das alles ist Kritik auf hohem Niveau, denn dem Lesespaß (naja, Spaß?) hat das keinen Abbruch getan.
Beim Lesen - gerade im letzten Drittel/zum Ende des Buches - überkam mich immer wieder ein Schauer: so detailliert, anschaulich, tiefgründig und dunkel/düster wie Motive, Ansichten, Krankheiten, Verflechtungen, Ereignisstränge erzählt werden, das Buch konnte ich nicht aus der Hand legen.  Das Eintauchen in die Psyche, das Mitfiebern und leiden, das grausame und deprimierende Gesamtbild - fantastisch.

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Zusätzliche Informationen

Bernard Minier wurde am 26. August 1960 in Béziers (Frankreich) geboren.

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