Bernard von Brentano Theodor Chindler

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Inhaltsangabe zu „Theodor Chindler“ von Bernard von Brentano

'Dieser Roman eines deutsch-katholischen Bürgerhauses vor dem Hintergrund der Kriegszeit ist ein vorzügliches Buch, mit leichter und sicherer Hand gemeistert, klug, klar und fesselnd.'
Thomas Mann

Im gutbürgerlichen Haushalt der Chindlers spielt man Klavier und geht sonntags in die Kirche. Es ist das Jahr 1914. Theodor Chindler, Abgeordneter der katholischen Zentrumspartei und Familienoberhaupt, macht Politik im Berliner Reichstag, während seine Söhne Ernst und Karl fürs Vaterland an die Front ziehen.
Zu Hause diskutieren die anderen Familienmitglieder hitzig über den Kaiser, das Elend in den Lazaretten und den Seekrieg – und so brechen die politischen Überzeugungen auseinander. Als sich Tochter Maggie gegen den Willen des Vaters der Arbeiterbewegung zuwendet und sich der jüngste Sohn Leopold in einen Mitschüler verliebt, ist auch in der Heimat nichts mehr so, wie es war.
Bernard von Brentano erzählt aus den Hinterzimmern der Politik während des Ersten Weltkrieges, vom elenden Sterben in den Schützengräben – aber vor allem von einer Familie in Zeiten sozialer wie lebensweltlicher Umwälzungen. Der Roman 'Theodor Chindler', der 1936 im Schweizer Exil entstand, wurde oft mit Heinrich Manns 'Der Untertan' oder 'Professor Unrat' verglichen. Ein Zeit- und Sittengemälde, das bis heute nicht an Eindringlichkeit verloren hat. (Quelle:'Fester Einband/01.09.2014')

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  • Ein zu unrecht vergessenes Meisterwerk.

    Theodor Chindler

    Monsignore

    20. April 2015 um 20:57

    Wer verstehen will, warum wir heute so sind, wie wir sind, muss die tiefgreifenden Zeitenwende zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstehen. Das Ende der angeblich allein seligmachenden Monarchie mit dem beispiellosen Desaster des 1. Weltkrieges, der unbeholfene Versuch einer ersten deutschen Demokratie, das Aufblühen der Ideologien und die lange Vorbereitung zum größten Schlachten des Jahrtausends. Man kann den Zauberberg von Thomas Mann lesen. Aber wer dieses Werk als trocken, verschränkt und wenig erhellend empfindet, der ist mit Brentanos Theodor Chindler wesentlich besser bedient. Der Roman ist gut geschrieben, fast schon unterhaltsam. Keine grausamen Schachtelsätze, keine geschraubten Grammatikwunder. Was mir daran besonders gefällt: Es spielt mitten im vielfältigen Leben - vom Meinungsführer im Reichstag bis zum Arbeiterkind. Hier hat jemand geschrieben, der sich in seinem Zeitalter bestens auskannte, der die Menschen angesehen und verstanden hat. Das pralle Leben ist besser als das abgeschiedene Sanatorium - wer die deutsche Identität fassen will, der ist diesem Roman auf der sicheren Seite!

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