Bernardo Kucinski K. oder Die verschwundene Tochter

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Inhaltsangabe zu „K. oder Die verschwundene Tochter“ von Bernardo Kucinski

São Paulo in den siebziger Jahren. K., Besitzer eines Geschäfts für Herrenmode, erhält einen Anruf aus dem Labor, in dem seine Tochter als Chemikerin arbeitet: sie sei seit vierzehn Tagen dort nicht mehr erschienen. Er fragt ihre Freunde, Bekannte, geht mit ihrem Foto zur Polizei – bis er schließlich auf Umwegen erfährt, dass sie seit Jahren ein Doppelleben führte und mit ihrem Mann verdeckt politisch arbeitete. Für K. ist das aus mehreren Gründen schockierend: Er glaubte seine Tochter, sein Lieblingskind, genau zu kennen und hielt sie für völlig unpolitisch. Und er begreift nicht, warum gerade er, der Mitte der dreißiger Jahre in Polen selber Mitglied einer jüdischen Widerstandsgruppe und nach einer Haftstrafe nach Brasilien geflohen war, auffällige Indizien im Verhalten seiner Tochter komplett falsch eingeschätzt hatte. Er hätte es wissen müssen und sie retten können. Sein Leben besteht danach aus einer doppelten Suche: Er will herausfinden, wer seine Tochter wirklich war, und, am wichtigsten: ob sie noch lebt. Diese Suche provoziert Erinnerungen an seine eigene Jugend, wichtige Phasen seines Lebens, die er vorher immer verdrängt hatte. So verschränkt sich brasilianische überraschend mit europäischer Geschichte.

Absolut emotionslos - da hätte ich auch einen Polizeibericht lesen können. Ich habe eine andere Geschichte erwartet.

— sollhaben
sollhaben

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  • Brasilien während der Militärdiktatur

    K. oder Die verschwundene Tochter
    sollhaben

    sollhaben

    15. January 2016 um 17:27

    K.s Tochter ist verschwunden. Seit 10 Tagen ist sie nicht mehr bei ihrer Arbeit erschienen. Deshalb macht K. sich auf die Suche. Er fragt jeden, den er kennt. Spricht jeden an und jedes Mal, wenn er glaubt, einen Schritt weiter gekommen zu sein, lösen sich die Hinweise in Luft auf und er findet sich am Anfangspunkt wieder.  Meine Meinung: Ich habe bereits einige Bücher über Militärdiktaturen in Südamerika gelesen. Sie waren berührend, traurig und die Machtlosigkeit, die solchen Regierungen einher geht, hat mich immer wütend gemacht.  Ich habe mit einem ähnlichen Buch gerechnet. Doch bekommen habe ich einen Bericht ohne Emotionen und ohne Namen. Selten musste ich mich durch eine Geschichte so quälen. Der Erzählstil ist so distanziert, dass es einem Polizeibericht erinnert.  Das war auch irgendwie der einzige Pluspunkt. Dadurch wurde die Ausweglosigkeit und Machtlosigkeit zusätzlich unterstrichen. Denn wenn in unseren Breiten ein Mensch verschwindet, wenden wir uns an die Polizei, doch bei solchen Regiemen steckt die Polizei mit den Tätern unter einer Decke. Da bekommt der Ausdruck "gegen Windmühlen" eine ganz neue Bedeutung.

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