Bernd-Lutz Lange

 3.8 Sterne bei 33 Bewertungen

Alle Bücher von Bernd-Lutz Lange

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Bernd-Lutz LangeGebrauchsanweisung für Leipzig
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Gebrauchsanweisung für Leipzig
Gebrauchsanweisung für Leipzig
 (11)
Erschienen am 01.06.2012
Bernd-Lutz LangeMagermilch und lange Strümpfe
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Magermilch und lange Strümpfe
Magermilch und lange Strümpfe
 (6)
Erschienen am 01.10.2003
Bernd-Lutz LangeDas gabs früher nicht
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Das gabs früher nicht
Das gabs früher nicht
 (5)
Erschienen am 17.10.2016
Bernd-Lutz LangeMauer, Jeans und Prager Frühling
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Mauer, Jeans und Prager Frühling
Mauer, Jeans und Prager Frühling
 (4)
Erschienen am 01.03.2003
Bernd-Lutz LangeRatloser Übergang
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Ratloser Übergang
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 (2)
Erschienen am 18.02.2009
Bernd-Lutz LangeDas Leben ist ein Purzelbaum
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Das Leben ist ein Purzelbaum
Das Leben ist ein Purzelbaum
 (1)
Erschienen am 29.08.2011
Bernd-Lutz LangeDämmerschoppen
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Dämmerschoppen
Dämmerschoppen
 (1)
Erschienen am 17.06.2016
Bernd-Lutz LangeDeutsch-Sächsisch
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Deutsch-Sächsisch
Deutsch-Sächsisch
 (1)
Erschienen am 31.12.1994

Neue Rezensionen zu Bernd-Lutz Lange

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Rezension zu "Das gabs früher nicht" von Bernd-Lutz Lange

Kritischer sowie amüsanter Vergleich zwischen gestern und heute
seschatvor 2 Jahren


Der deutsche Autor und Kabarettist Bernd-Lutz Lange ist vor allem in Ostdeutschland bekannt. Ob bei den "academixern" in Leipzig oder beim MDR Lange steht für zeitkritisches sowie DDR-historisches Kabarett. Am liebsten fabuliert er in Sächsisch. 

Für sein neuestes Werk mit dem programmatischen Titel "Früher gabs das nicht" vergleicht er den Lebensalltag und die Werte der DDR mit denen der Gegenwart; erfreulicherweise ohne das "Früher-war-alles-besser-Lamento" anzustimmen.

Langes kurzweilige Beobachtungen lesen sich flüssig. Thematisch spricht er alle Lebensbereiche an. Ob der heutige Beautywahn, fehlende Beweglichkeit der Enkelgeneration, Smartphonemanie, ungewöhnliche Kindernamen oder Geschenkewahnsinn, Lange spart nicht an Kritik an der Jetztzeit. Der 1944 Geborene nimmt den rasanten technischen sowie sozialen Wandel mit Humor und verweist mehr als einmal auf die einfache, bescheidene Nachkriegs- und DDR-Zeit. Damals waren Geschenke noch Geschenke und der Besitz eines Telefons ein Privileg. Recht hat er, wird vor allem der ostdeutsche Leser beipflichten. Es ist m. E. richtig und wichtig, dass mal wieder auf die heutigen Selbstverständlichkeiten der Wohlstandsgesellschaft (Heizung, Auto etc.) hingewiesen wird, die unsere Eltern und Großeltern noch nicht kannten. Das stimmt den ein oder anderen sicherlich nachdenklich. Manches Angeführte ist zudem mehr als bedauerlich, so z.B. das leise Sterben der Antiquariate, der Schreibschrift oder handschriftlichen Briefkultur.

Mir hat dieses Buch ausnahmslos gut gefallen, weil es viel Alltagsgeschichte aus der DDR transportiert und ohne Blatt vor dem Mund verfasst wurde. Seine persönliche Sicht auf die Dinge verpackt er auf ironisch liebenswerte Weise, so dass sich einfach jeder Leser angesprochen fühlt. Ob Mahner, Privatmann etc., seine Rollen bleiben authentisch. Besonders die Einbindung seiner Biografie fand ich klasse. Als gelernter Gärtner und Buchhändler kennt er sich in verschiedenen Metiers aus und weiß dies auch geschickt zu nutzen.

FAZIT
Eine amüsante sowie lehrreiche Vergleichsstudie, die man gelesen haben sollte. 

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Anteks avatar

Rezension zu "Das gabs früher nicht" von Bernd-Lutz Lange

4,5 Sterne für Erinnerungen an früher und eine kritischen Blick aufs Heute
Antekvor 2 Jahren

Der Wandel gewinnt an Fahrt. „Aber mit einer solchen Geschwindigkeit, wie in den letzten zwanzig Jahren hat sich die Welt nie vorher verändert.“ Man muss sich also zweifelsohne die Frage stellen, was bringt uns dies in Wirklichkeit. Wofür braucht der Mensch einen „Wellnesswecker“? Wieso streben alle einen definierten Body an, aber sprechen ein undefinierbares Deutsch? Und wenn alle auf Stand-by sind, warum haben dann so wenige einen Standpunkt?

Was hier so pessimistisch und pauschal nach „Früher war alles besser“, klingt, ist längst nicht alles, was in diesem Buch steckt, in dem der Autor in gelungenem, äußerst kurzweiligen Erzählstil die verschiedensten Unterschiede von gestern zu heute aufzählt. Namen, Einkaufen, Ernährungsgewohnheiten, Freizeitverhalten, Religion, Sprache, Technisierung und vieles mehr hat sich einfach verändert.

Der Autor wurde 1944 in Zwickau geboren und seine Erzählungen decken daher die Generation meiner Eltern, meine eigene, ich bin 1977 im Westen zur Welt gekommen und dort aufgewachsen, und die der heutigen Jugend mit ab.

Auch meine Eltern haben mir von ihrer Kindheit in den Nachkriegsjahren erzählt, hier habe ich vieles wiedererkannt, einiges war aber auch neu für mich. Z.B. wie war ein typisches Nachkriegswohnzimmer eingerichtet, was gab es zu essen oder was wurde an zu Weihnachten verschenkt?

Ebenfalls unbekannt waren mir diverse Eigenheiten, die es eben nur in der DDR gab. Hinter dem Begriff „Erdmöbel“ haben sich z.B. Särge verborgen. Über solche kleinen, interessanten Informationen, bin ich bisher noch in keinem Geschichtsbuch gestoßen.

Ich konnte mich ebenfalls an vieles aus meiner Jugendzeit erinnern. So waren Anstandsregeln wichtig und meine Eltern legten sehr viel Wert darauf, welchen Eindruck man bei anderen hinterlässt und das hat mich geprägt. Zu meiner Jugendzeit wurde auch noch ganz selbstverständlich zu einem Schokokuss Negerkuss oder Mohrenkopf gesagt, ohne dass man sich dabei politisch unkorrekt verhielt. Da spricht er mir mit seiner Aussage „Rassismus versteckt sich nicht hinter Namen, sondern ist in den Köpfen mancher verborgen“ so richtig aus der Seele. Althergebrachte Begriffe werden durch neue Namen ersetzt, kurioserweise ohne Grund, auch dieser Gedanke ist mir schon oft durch den Kopf gegangen.  

Zunehmendes Denglish, hier gibt der Autor auf amüsante Art und Weise Denkanstöße, wer hat sich denn schon einmal überlegt, was Public Viewing im Amerikanischen eigentlich heißt? “Muss man Outdoor Jacken Indoor ausziehen?“ Er gibt Beispiele für Extremsportarten, bei denen dem Leser völlig klar ist, dass dies Sport gegen jegliche Vernunft ist. Auch beim Sinn und Nutzen von Telefonhotlines, kann man, wie bei vielem mehr,  schmunzeln.

Mit Wehmut erinnert Bernd –Lutz Lange sich an die gute alte Briefpost, die auch ich noch heute über alles liebe, ist es doch ein ganz anderes Gefühl, wenn man eine Postkarte oder einen persönlichen Brief im Postkarten findet, der vielleicht sogar noch duftet, als wenn nur das Handy schrillt, sie haben eine neue Mail. Auch entwickelten Fotos in Fotoalben, die man nicht irgendwann einfach löscht, oder der Geschmacksintensität von Gemüse früher, das noch nicht überzüchtet war, traure ich wie der Autor hinterher.

Er verschweigt aber auch nicht die guten Errungenschaften, wie z.B. dass sich heute Väter einfach besser um ihren Nachwuchs kümmern oder dass man mit dem Handy im Notfall Hilfe holen und damit Leben retten kann. Auch dass Schneemänner bauen nie aus der Mode gekommen ist, wenn der erste Schnee im Winter fällt, sind Dinge, die angemerkt werden.

Es sind aber auch provokante Sätze zu finden, wie z.B. „ Der neue Gott Google weiß, wo du bist, wo du warst, wie du denkst und was du vor hast. Dagegen war die Stasi eine Laienspielgruppe“, womit er ja aber im Grunde genommen mehr als Recht hat.

Gut gefallen haben mir auch die Zitate von Loriot, Kästner oder auch Fontane, die von der Belesenheit des Autors und seiner Ausbildung zum Buchhändler zeugen. Antiquariate, Bücher und Lesen, auch ich teile die Leidenschaft des Autors, die leider zunehmend in Vergessenheit gerät.

Alles in allem ein Buch, das über vergangene und heutige Zeiten berichtet, einen kleinen Ausblick auf die Zukunft bietet und zum Schmunzeln, Nachdenken und Innehalten einlädt - Eigentlich genau die Art an Buch, die unsere Welt, die Gefahr läuft, in der Menge an Infos zu ertrinken, braucht. Auch wenn für mich vielleicht nicht jedes, der angenehm kurzen Kapitel ein absolutes Lesehighlight war, hatte ich wirklich super Unterhaltung und kann das Buch nur weiterempfehlen.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Gebrauchsanweisung für Leipzig" von Bernd-Lutz Lange

"Mir dringkn erschd ma ä Gaffee."
R_Mantheyvor 3 Jahren

Diesen Ratschlag des Autors sollte man vielleicht beherzigen, wenn man sich diese Gebrauchsanweisung vornimmt. Den Sinn und Zweck dieser Bücher habe ich immer so verstanden, dass ein Insider dem staunenden Publikum Unbekanntes und Interessantes seines Landes oder seiner Stadt aus seiner Innensicht nahezubringen versucht. Oftmals paart sich ein solcher Versuch mit einer gewissen Selbstironie und einer sympathischen Frische.

Leider zeigt sich dieser Band von einer ganz anderen Seite. Trotz zahlreicher ganz interessanter Informationen wirkt der Text nicht originell, sondern seltsam provinziell und überhaupt nicht selbstbewusst, sondern zu oft in kleinkarierten Vergleichen aus längst vergangenen Zeiten gefangen, etwa mit Dresden oder Berlin oder gar mit dem Westen Deutschlands. Das hat Leipzig schon lange nicht mehr nötig.

Bernd-Lutz Lange ist ein Urgestein des ostdeutschen Kabaretts. Die DDR ist schon lange verschieden und mit ihr wohl auch der Stoff, aus dem Langes Humor entsprang, der mir allerdings schon damals nicht besonders scharfsinnig vorkam. Wenigstens hatte man in der DDR noch das Gefühl, dass Lange den Alltagsfrust mit seinen Witzen etwas erträglicher machen konnte. Magere Witze findet man auch zur Genüge in diesem Buch, aber deswegen kauft man sich doch wohl kaum eine solche Gebrauchsanweisung.

Lange schwelgt fast ständig in der Vergangenheit. Sicher, Leipzigs Geschichte ist lang, und viele bekannte Persönlichkeiten (Originalton Lange) lebten in dieser Stadt. Man kann mit diesem Buch in der Hand zu ihren Wirkungsstätten pilgern, wenn man sie denn damit tatsächlich auch findet. Aber was ist mit dem modernen, lebendigen Leipzig? Anfangs könnte man meinen, das beschränkt sich auf die Einkaufsmeile im Leipziger Hauptbahnhof. Mit welcher Ausführlichkeit sie beschrieben wird, ist faszinierend, denn solche Konsummeilen findet man in jeder größeren deutschen Stadt.

Erst am Ende des Buches erscheinen zwei Abschnitte zu neueren Attraktionen: zum Leipziger Zoo und zur Wasserlandschaft in und um Leipzig. Doch diese Abschnitte sind – wenn man die Objekte der Beschreibung kennt – recht dünn und blass. Auch der Leipziger Zoo besitzt eine lange Geschichte. Aber dieser Zoo ging nach der Wende ganz neue Wege, um sich attraktiver zu machen. Er war der Urvater aller Zooserien in den dritten Programmen der ARD und kam so wahrscheinlich an das Geld, das für seinen recht radikalen Umbau nötig war. Heute ist er eine Perle und ein Ort vielfältiger Veranstaltungen.

Ganz ähnlich verhält es sich mit Leipzigs Gewässern. Man kann sich die Stadt vom Paddelboot aus betrachten. Das ist Lange nur eine kurze Erwähnung wert, wahrscheinlich, weil er es noch nie probiert hat. Immerhin beschreibt er die entstehende Seelandschaft rund um die Stadt ein wenig. Auch wenn der Wendekanzler das sicher so nicht gemeint hatte - die Tagebau-Mondlandschaften rund um Leipzig haben sich in der Tat in eine blühende Urlaubsgegend verwandelt. Ein Wunder, wenn die Gegend von früher kennt.

Kurz gesagt: Ich hätte mir von einem Insider mehr Informationen und Anregungen für die Gegenwart erhofft und weniger rückwärtsgewandte Betrachtungen, bei denen ich mehrfach tatsächlich einen Kaffee gebraucht habe.

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