Bernd-Lutz Lange Das gabs früher nicht

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Inhaltsangabe zu „Das gabs früher nicht“ von Bernd-Lutz Lange

Von der nahen Vergangenheit und der fernen Gegenwart Wofür braucht der Mensch einen „Wellnesswecker“? Wieso streben alle einen definierten Body an, aber sprechen ein undefinierbares Deutsch? Und wenn alle auf Stand-by sind, warum haben dann so wenige einen Standpunkt? – Indem er das Früher mit dem Heute vergleicht, rechnet Bernd-Lutz Lange mit dem Zeitgeist ab. „Es scheint mir, dass ich in eine Zeit geraten bin, in der vieles, was sich zum Teil über Jahrhunderte erhalten hat, nun verschwindet.“ Seit je haben bahnbrechende Erfindungen die Gewohnheiten und den Alltag der Menschen gravierend verändert. Man denke daran, wie das Telefon, die Elektrizität oder das Automobil das Leben der Menschen beschleunigt haben. Doch kein Vergleich mit heute: Über das Internet drängt die ganze Welt in unseren Kopf, und so gibt es nur noch bewegte Männer, Frauen und Kinder. Zu keiner anderen Zeit bestand ein solcher Überfluss an Waren, Informationen, Grellheit und durchaus auch an Freiheit. Aber es gibt einen Nachholbedarf an Gerechtigkeit, Stille, Bildung des Kopfs und des Herzens. – Mit Wehmut, Schärfe und Witz erzählt Bernd-Lutz Lange von den Sitten und Traditionen, die im Laufe seines Lebens verloren gegangen sind. Als kluger Kritiker des Zeitgeists hinterfragt er die Rasanz unserer Zeit und mahnt zum Innehalten. Denn der Wandel gewinnt weiter an Fahrt. Aber gewinnen wir auch?

Amüsanter Alltagsvergleich zwischen DDR und heute. Muss man gelesen haben!

— seschat
seschat

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    Das gabs früher nicht
    seschat

    seschat

    05. January 2017 um 16:18

    Der deutsche Autor und Kabarettist Bernd-Lutz Lange ist vor allem in Ostdeutschland bekannt. Ob bei den "academixern" in Leipzig oder beim MDR Lange steht für zeitkritisches sowie DDR-historisches Kabarett. Am liebsten fabuliert er in Sächsisch. Für sein neuestes Werk mit dem programmatischen Titel "Früher gabs das nicht" vergleicht er den Lebensalltag und die Werte der DDR mit denen der Gegenwart; erfreulicherweise ohne das "Früher-war-alles-besser-Lamento" anzustimmen. Langes kurzweilige Beobachtungen lesen sich flüssig. Thematisch spricht er alle Lebensbereiche an. Ob der heutige Beautywahn, fehlende Beweglichkeit der Enkelgeneration, Smartphonemanie, ungewöhnliche Kindernamen oder Geschenkewahnsinn, Lange spart nicht an Kritik an der Jetztzeit. Der 1944 Geborene nimmt den rasanten technischen sowie sozialen Wandel mit Humor und verweist mehr als einmal auf die einfache, bescheidene Nachkriegs- und DDR-Zeit. Damals waren Geschenke noch Geschenke und der Besitz eines Telefons ein Privileg. Recht hat er, wird vor allem der ostdeutsche Leser beipflichten. Es ist m. E. richtig und wichtig, dass mal wieder auf die heutigen Selbstverständlichkeiten der Wohlstandsgesellschaft (Heizung, Auto etc.) hingewiesen wird, die unsere Eltern und Großeltern noch nicht kannten. Das stimmt den ein oder anderen sicherlich nachdenklich. Manches Angeführte ist zudem mehr als bedauerlich, so z.B. das leise Sterben der Antiquariate, der Schreibschrift oder handschriftlichen Briefkultur. Mir hat dieses Buch ausnahmslos gut gefallen, weil es viel Alltagsgeschichte aus der DDR transportiert und ohne Blatt vor dem Mund verfasst wurde. Seine persönliche Sicht auf die Dinge verpackt er auf ironisch liebenswerte Weise, so dass sich einfach jeder Leser angesprochen fühlt. Ob Mahner, Privatmann etc., seine Rollen bleiben authentisch. Besonders die Einbindung seiner Biografie fand ich klasse. Als gelernter Gärtner und Buchhändler kennt er sich in verschiedenen Metiers aus und weiß dies auch geschickt zu nutzen. FAZITEine amüsante sowie lehrreiche Vergleichsstudie, die man gelesen haben sollte.

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  • LovelyBooks Literarische Weltreise 2017

    Reise um die Welt
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    Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr (wieder) Lust auf eine literarische Weltreise im Jahr 2017? Dann lasst uns gemeinsam durch 21 verschiedene Lese- Regionen reisen! Die Aufgabe besteht darin... - 12 Bücher in einem Jahr zu lesen; - Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen); - Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen. - Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen; - Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen; - Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen, dabei sind 2 Kurzmeinungen erlaubt. - Eure Beiträge werde ich verlinken; - Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich; - Genre und Erscheinungsjahr sind egal: - Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt! Diese Challenge eignet sich für Neuerscheinungen aller Kategorien, um den SuB endlich mal weiter abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren. Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlost Lovelybooks am Ende des Jahres ein kleines Buchpaket! Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Viele tolle Tipps und Empfehlungen findet ihr auf der Seite der LIterarischen Weltreise 2016:  https://www.lovelybooks.de/autor/Lily-King/Euphoria-1117239512-w/leserunde/1210564360/ Dann wünsche ich uns allen... Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездки Счастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! - 旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。- Gute Reise! TeilnehmerInnen: ambermoonArgentumverde Arietta Aleida ban-aislingeach Bellis-Perennis Beust black_horse britta70 buchjunkie Buchraettin Buecherwurm Caroas carathisCaro_LesemausChattysBuecherBlog Code-between-lines Cornelia_RuoffCorsicana CosmoKramer danielamariaursula Elke elmidi faanie fasersprosse Fjordi Florenca Fornika Gela_HK Gelinde Ginevra Gruenente gst Gwendolina haberland86 Hamburgerin hannelore259 Harlequin histeriker Hortensia13 Igela Igelchen Isador Jari jeanne1302 lehmasLeonoraVonToffieFee leselea lesebiene27 lieberlesen21 Jisbon JuliB kingofmusic kleinechaotin krimielse LibriHolly Luiline marpije miss_mesmerized monerlnaninka Nelebooks  niknak Nisnis paevalill Pagina86 papaverorosso parden peedee Petris PMelittaM postbote saku Schlehenfee schokoloko29 seschat Sikal StefanieFreigericht sursulapitschi TanyBee TraubenbaerulrikerabeValabe vanessabln vielleser18 wandablue waschbaerin Wedma Wermoewe Wichellawidder1987 WollyYolande

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  • 4,5 Sterne für Erinnerungen an früher und eine kritischen Blick aufs Heute

    Das gabs früher nicht
    Antek

    Antek

    26. October 2016 um 18:27

    Der Wandel gewinnt an Fahrt. „Aber mit einer solchen Geschwindigkeit, wie in den letzten zwanzig Jahren hat sich die Welt nie vorher verändert.“ Man muss sich also zweifelsohne die Frage stellen, was bringt uns dies in Wirklichkeit. Wofür braucht der Mensch einen „Wellnesswecker“? Wieso streben alle einen definierten Body an, aber sprechen ein undefinierbares Deutsch? Und wenn alle auf Stand-by sind, warum haben dann so wenige einen Standpunkt? Was hier so pessimistisch und pauschal nach „Früher war alles besser“, klingt, ist längst nicht alles, was in diesem Buch steckt, in dem der Autor in gelungenem, äußerst kurzweiligen Erzählstil die verschiedensten Unterschiede von gestern zu heute aufzählt. Namen, Einkaufen, Ernährungsgewohnheiten, Freizeitverhalten, Religion, Sprache, Technisierung und vieles mehr hat sich einfach verändert. Der Autor wurde 1944 in Zwickau geboren und seine Erzählungen decken daher die Generation meiner Eltern, meine eigene, ich bin 1977 im Westen zur Welt gekommen und dort aufgewachsen, und die der heutigen Jugend mit ab. Auch meine Eltern haben mir von ihrer Kindheit in den Nachkriegsjahren erzählt, hier habe ich vieles wiedererkannt, einiges war aber auch neu für mich. Z.B. wie war ein typisches Nachkriegswohnzimmer eingerichtet, was gab es zu essen oder was wurde an zu Weihnachten verschenkt? Ebenfalls unbekannt waren mir diverse Eigenheiten, die es eben nur in der DDR gab. Hinter dem Begriff „Erdmöbel“ haben sich z.B. Särge verborgen. Über solche kleinen, interessanten Informationen, bin ich bisher noch in keinem Geschichtsbuch gestoßen. Ich konnte mich ebenfalls an vieles aus meiner Jugendzeit erinnern. So waren Anstandsregeln wichtig und meine Eltern legten sehr viel Wert darauf, welchen Eindruck man bei anderen hinterlässt und das hat mich geprägt. Zu meiner Jugendzeit wurde auch noch ganz selbstverständlich zu einem Schokokuss Negerkuss oder Mohrenkopf gesagt, ohne dass man sich dabei politisch unkorrekt verhielt. Da spricht er mir mit seiner Aussage „Rassismus versteckt sich nicht hinter Namen, sondern ist in den Köpfen mancher verborgen“ so richtig aus der Seele. Althergebrachte Begriffe werden durch neue Namen ersetzt, kurioserweise ohne Grund, auch dieser Gedanke ist mir schon oft durch den Kopf gegangen.   Zunehmendes Denglish, hier gibt der Autor auf amüsante Art und Weise Denkanstöße, wer hat sich denn schon einmal überlegt, was Public Viewing im Amerikanischen eigentlich heißt? “Muss man Outdoor Jacken Indoor ausziehen?“ Er gibt Beispiele für Extremsportarten, bei denen dem Leser völlig klar ist, dass dies Sport gegen jegliche Vernunft ist. Auch beim Sinn und Nutzen von Telefonhotlines, kann man, wie bei vielem mehr,  schmunzeln. Mit Wehmut erinnert Bernd –Lutz Lange sich an die gute alte Briefpost, die auch ich noch heute über alles liebe, ist es doch ein ganz anderes Gefühl, wenn man eine Postkarte oder einen persönlichen Brief im Postkarten findet, der vielleicht sogar noch duftet, als wenn nur das Handy schrillt, sie haben eine neue Mail. Auch entwickelten Fotos in Fotoalben, die man nicht irgendwann einfach löscht, oder der Geschmacksintensität von Gemüse früher, das noch nicht überzüchtet war, traure ich wie der Autor hinterher. Er verschweigt aber auch nicht die guten Errungenschaften, wie z.B. dass sich heute Väter einfach besser um ihren Nachwuchs kümmern oder dass man mit dem Handy im Notfall Hilfe holen und damit Leben retten kann. Auch dass Schneemänner bauen nie aus der Mode gekommen ist, wenn der erste Schnee im Winter fällt, sind Dinge, die angemerkt werden. Es sind aber auch provokante Sätze zu finden, wie z.B. „ Der neue Gott Google weiß, wo du bist, wo du warst, wie du denkst und was du vor hast. Dagegen war die Stasi eine Laienspielgruppe“, womit er ja aber im Grunde genommen mehr als Recht hat. Gut gefallen haben mir auch die Zitate von Loriot, Kästner oder auch Fontane, die von der Belesenheit des Autors und seiner Ausbildung zum Buchhändler zeugen. Antiquariate, Bücher und Lesen, auch ich teile die Leidenschaft des Autors, die leider zunehmend in Vergessenheit gerät. Alles in allem ein Buch, das über vergangene und heutige Zeiten berichtet, einen kleinen Ausblick auf die Zukunft bietet und zum Schmunzeln, Nachdenken und Innehalten einlädt - Eigentlich genau die Art an Buch, die unsere Welt, die Gefahr läuft, in der Menge an Infos zu ertrinken, braucht. Auch wenn für mich vielleicht nicht jedes, der angenehm kurzen Kapitel ein absolutes Lesehighlight war, hatte ich wirklich super Unterhaltung und kann das Buch nur weiterempfehlen.

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