Bernd-Olaf Küppers Wissen statt Moral

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Inhaltsangabe zu „Wissen statt Moral“ von Bernd-Olaf Küppers

Die Bildungskrise ist nur vordergründig eine Krise innerhalb der Bildungseinrichtungen. In Wirklichkeit handelt es sich um eine tiefe Krise unserer Gesellschaft, die mit dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt nicht mehr Schritt zu halten vermag, weil sie sich in ideologischen und religiösen Traditionen verfangen hat. Wir werden jedoch nur dann zu einer zukunftsfähigen Wissensgesellschaft finden, wenn wir bereit sind, unsere gewohnten Denkmuster und überkommenen Moralvorstellungen infrage zu stellen. Bernd-Olaf Küppers entwirft in fünf Thesen die Vision einer wissensorientierten Gesellschaft, die sich von Pseudowissen und moralischem Dogmatismus zu befreien vermag.

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  • Rezension zu "Wissen statt Moral" von Bernd-Olaf Küppers

    Wissen statt Moral

    WinfriedStanzick

    27. January 2012 um 10:53

    Dieses Buch des Professors für Naturphilosophie in Jena, Bernd-Olaf Küppers ist ein wichtiger Zwischenruf in der Debatte um die Bildungspolitik und die Voraussetzungen für das Bestehen unseres Landes in der Wissensgesellschaft. Unter dem Titel „Wissen statt Moral“ arbeitet er in fünf Thesen seine Position heraus, die sagt: „Moral, die das Wissen beherrscht, ist Gift für eine Gesellschaft, deren Zukunft von Wissenschaft und Technik abhängt.“ Schon in seinem letzten 2008 veröffentlichten Buch hielt er mit seiner radikalen Position nicht hinter dem Berg. Sein das Buch „Nur Wissen kann Wissen beherrschen“ abschließende Statement sollte nach Auffassung des Rezensenten heftigen Widerspruch unter Philosophen und Theologen hervorrufen: "Der Verzicht auf Werte und der Ausgleich des Wertverlustes durch wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse ist nicht das Ende, sondern der Anfang einer aufgeklärten Gesellschaft, die in uneingeschränkter Freiheit ihr Schicksal in die Hand nimmt." Vor einer solchen Freiheit fürchte ich mich. Wer, so wie der Rezensent , Hinweise auf fundierte Gegenpositionen sucht, sei auf einen neuen Suhrkamp-Band hingewiesen mit dem Titel "Ein Bewusstsein von dem, was fehlt. Eine Diskussion mit Jürgen Habermas". Der dortige Diskurs führt meines Erachtens weiter und sollte unbedingt fortgesetzt werden. Im vorliegenden Buch geht es um die gleiche Geisteshaltung, wenn auch manche Thesen vollkommen richtig sind, so etwa wenn er in These eins sagt: „Wir müssen daher alle Anstrengungen unternehmen, der zunehmenden Selbstverdummung unsere Gesellschaft entgegenzuwirken.“ Oder in These 2: „Wir können unsere Autonomie nur zurückgewinnen, indem wir wieder lernen, den eigenen Verstand zu gebrauchen.“ Dennoch und noch einmal: Das, was Küppers hier will, wird ohne Orientierung an Werten in ein furchtbares Desaster münden.

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