Bernd Drücke Ja! Anarchismus! Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert

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Inhaltsangabe zu „Ja! Anarchismus! Gelebte Utopie im 21. Jahrhundert“ von Bernd Drücke

Anarchismus ist nichts Vergangenes. Auch heute versuchen Anarchistinnen und Anarchisten vieler Länder ihre Utopie von einem Leben ohne Chefs und Staat zu verwirklichen. Was bedeutet für sie Anarchie? Wovon träumen sie? Welche Perspektiven sehen sie? Das sind Fragen, auf die sich in diesem Buch einige Antworten finden lassen. Portraitiert werden die Anarchafemi-nistinnen Marianne Enckell, Marie-Christine Mikhailo, Ilse Schwipper und Monika Grosche, der Filmemacher Peter Lilienthal, der Ex-Cochise-Sänger Pit Budde, Klaus der Geiger, das Poetenduo Ralf Burnicki und Michael Halfbrodt, das Kabarettensemble Der Blarze Schwock, Hanna Mittelstädt und Lutz Schulenburg von der Edition Nautilus, Karin und Bernd Kramer vom Karin Kramer Verlag, Wolfgang Haug vom Schwarzen Faden, Helga Weber und Wolfgang Zucht vom Verlag Weber & Zucht, Wolfgang Hertle vom Archiv Aktiv, der GWR-Redakteur Bernd Drücke, der Totale Kriegsdienstverweigerer Osman Murat Ülke, der Schriftsteller Horst Stowasser und der Kommunarde Uwe Kurzbein. Das, was sie umtreibt, kann Inspiration und Ermutigung sein für alle, die sich für die Idee der Anarchie begeistern. Inhalt 7 Vorwort des Herausgebers: Anarchismus im 21. Jahrhundert Kapitel 1: Anarchismus und Kultur 20 „Anarchismus, eine Philosophie des Friedens“ Ein Gespräch mit dem Filmemacher Peter Lilienthal 32 „Wirklich filmreif, die Geschichte“. Zur Geschichte der Rockband Cochise. Ein Gespräch mit Pit Budde 44 „Lust auch auf die Anarchie“ Ein Interview mit dem Straßenmusiker Klaus der Geiger 51 Poetry for Anarchy. Ein Interview mit Michael Halfbrodt und Ralf Burnicki zum zehnten Geburtstag des Literaturprojekts Blackbox 60 „Wir sind gar nicht anarchistisch!“ Ein Gespräch mit der Kabarettgruppe Der Blarze Schwock Kapitel 2: Anarchistische Medien und Verlage 80 Subversive Kopffüßler? Ein Gespräch mit Hanna Mittelstädt und Lutz Schulenburg zum dreißigsten Geburtstag der Edition Nautilus 93 „Das A im strahlenden Kreis“ Von linkeck zu Bakunin – 35 Jahre Karin Kramer Verlag. Ein Interview mit Karin und Bernd Kramer 104 Den Schwarzen Faden weiterspinnen? Ein Interview mit dem SF-Mitbegründer Wolfgang Haug Kapitel 3: Gewaltfreier Anarchismus und Graswurzelrevolution 114 Für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft Interviews mit Helga Weber und Wolfgang Zucht (Verlag Weber & Zucht) 147 „Eine lebendige Institution“ Zur Geschichte und Zukunft der Graswurzelbewegung und ihres Organs. Ein Interview mit GWR-Mitbegründer Wolfgang Hertle 159 Dreihundert Ausgaben gelebte Utopie. Rollenwechsel Lea Hagedorns Gespräch mit dem GWR-Redakteur Bernd Drücke 182 „Otkökü“ – Graswurzelbewegung in der Türkei Ein Interview mit dem Kriegsdienstverweigerer Osman Murat Ülke Kapitel 4: Anarchafeminismus und soziale Revolution 200 „Ich hatte Fragen, und Anarchismus war vielleicht die Antwort“ Ein Gespräch mit Marianne Enckell (CIRA, Lausanne) 213 Anarchismus und Revolution Ein Gespräch mit der Autorin Monika Grosche (FAU Bonn) 221 „Ich träume noch immer von der Revolution“ Ein Interview mit der Ex-Stadtguerrillera Ilse Schwipper Kapitel 5: Gelebte Utopie 232 Projekt A / Plan B Ein Gespräch mit dem Schriftsteller Horst Stowasser 247 Jede Kommune ist anders Ein Küchentischgespräch mit Uwe Kurzbein (Kommune Olgashof) 258 Gel(i)ebtes Leben. Marie-Christine Mikhailo (geboren am 11. Oktober 1916, gestorben am 8. November 2004). Ein Nachruf 260 Uff – im Alter von 70 ist das Schlimmste vorbei! Marie-Christine Mikhailo: Persönliche Gedanken zum Altwerden in der anarchistischen Bewegung Anhang 264 Ausgewählte Literatur 273 Bildnachweise 274 Danksagung 282 Vita des Herausgebers Aus dem Vorwort des Herausgebers: Anarchie – eine notwendige Begriffsklärung Mit der Wirklichkeit und dem Selbstverständnis von Menschen, die den Begriff „Anarchist“ beziehungsweise „Anarchistin“ für sich verwenden, haben die dominierenden Klischees nichts gemein. Um so langlebiger jedoch sind solche Entstellungen. Das hat unter anderem zur Folge, dass viele Menschen, die eigentlich anarchistisch fühlen und denken, sich nicht selbst als „Anarchisten“ bezeichnen beziehungsweise nicht als solche bezeichnet werden wollen. Manche bevorzugen deshalb lieber die weniger verfänglichen Begriffe „Libertäre“, „libertäre Sozialistin“ oder „freiheitlicher Sozialist“, wenn sie sich selbst benennen möchten. Eines haben sie alle gemein: Libertäre, freiheitliche Sozialisten, Anarchistinnen und Anarchisten wollen weder herrschen noch beherrscht werden. Sie wollen nicht Chaos und Terror, sondern streben eine klassenlose, freiheitlich-sozialistische und menschengerechte Welt an, eine Ordnung ohne Herrschaft: die Anarchie. Werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Anarchie und des Anarchismus. Der semantische Ursprung des Wortes „Anarchie“ findet sich in der griechischen Sprache. „Anarchie“ wird von „an-archia“ (αναρχία - ohne Herrschaft) abgeleitet. In der Antike benutzten die Griechen den Begriff für die Zeit zwischen den Wahlen, für einen Zustand ohne Führung. Zweieinhalbtausend Jahre später definiert die freie Enzyklopädie Wikipedia Anarchie als „Idee einer herrschaftsfreien und gewaltlosen Gesellschaft, in der Menschen ohne politischen Zwang (Macht) und Herrschaft gleichberechtigt und ohne Standesunterschiede miteinander leben und sich so frei entfalten können. Ein Mensch, der nach diesen Idealen lebt, oder einer, der eine herrschaftsfreie Gesellschaft anstrebt, wird als Anarchist bezeichnet.“ Auch für Immanuel Kant hatte Anarchie nichts mit Bomben zu tun; er definierte sie als „Gesetz und Freiheit ohne Gewalt“. Die russisch-amerikanische Anarchistin Emma Goldman (1869-1940) sah den Anarchismus im Jahre 1911 als „Philosophie einer neuen sozialen Ordnung, deren Grundlage die Freiheit ist, uneingeschränkt durch von Menschen geschaffene Gesetze“. Anarchismus sei die Theorie, dass alle Formen von Herrschaft auf Gewalt beruhen und folglich übel, schädlich und unnötig seien. Der Anarchismus bedeute die Befreiung des menschlichen Geistes aus der Herrschaft der Religion; die Befreiung der menschlichen Kraft aus der Herrschaft des Eigentums; die Befreiung von den Fesseln und dem Zwang durch die Regierung. Anarchismus bedeute eine soziale Ordnung, die auf der freien Vereinbarung Einzelner, mit dem Zweck wirklichen sozialen Wohlstand zu schaffen, beruhe, eine Ordnung, die jedem menschlichen Wesen freien Zugang zur Erde und vollen Genuss des zum Leben Notwendigen, entsprechend individuellen Wünschen, Neigungen und Bedürfnissen, zusichern werde. Der Anarchismus sei nicht eine Theorie über die Zukunft, die durch göttliche Erleuchtung verwirklicht werden solle. Er wirke als lebendige Kraft in unseren Lebensangelegenheiten und schaffe beständig neue Bedingungen. Die Methoden des Anarchismus unterlägen folglich keinem starren Programm, das es unter allen Umständen durchzusetzen gelte. Der „Anarchismus, dieses großartige Gift des Denkens, dringt heute in jeden Bereich menschlichen Strebens ein. Wissenschaft, Kunst, Literatur, das Drama, die Bemühungen um wirtschaftliche Verbesserungen, wahrhaftig jeder individuelle und soziale Widerstand gegen die bestehende Unordnung der Verhältnisse wird durch das geistige Licht des Anarchismus erhellt. Er ist die Philosophie der Souveränität des Individuums. Er ist die Theorie der sozialen Harmonie.“ Auch für Emma Goldmans langjährigen Lebensgefährten Alexander Berkman (1870-1936) war Anarchismus „die vernünftigste und praktische Konzeption eines gesellschaftlichen Lebens in Freiheit und Harmonie“. Und der italienische Anarchist Errico Malatesta (1853-1932) beantwortete die Frage „Warum sind wir Anarchisten?“ wie folgt: „Abgesehen von unseren Vorstellungen über den politischen Staat und die Regierung, das heißt die zwangsmäßige Organisation der Gesellschaft, die unser spezifisches Wesensmerkmal bilden, abgesehen auch von unseren Ideen über die beste Möglichkeit, allen Menschen die Benutzung der Produktionsmittel und die Beteiligung an den Vorteilen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu garantieren, sind wir Anarchisten aufgrund unseres Gefühls, das die Triebfeder sämtlicher gesellschaftlicher Erneuerer ist, ohne das unser Anarchismus eine Lüge oder ohne Sinn wäre. Dieses Gefühl ist die Liebe zu den Menschen, ist die Tatsache, an den Leiden der anderen zu leiden. (...) wenn ich esse, dann kann ich keinen Geschmack daran finden, wenn ich denke, dass Menschen Hungers sterben; wenn ich meiner kleinen Tochter ein Spielzeug kaufe und ganz glücklich über ihre Freude bin, dann wird diese Freude schnell getrübt, wenn ich vor dem Schaufenster des Händlers Kinder mit weit aufgerissenen Augen sehe, die mit einem Pfennigpüppchen glücklich gemacht werden könnten; wenn ich mich vergnüge, dann verdüstert sich mein Gemüt, sobald mir in den Sinn kommt, dass es Unglückliche gibt, die im Kerker schmachten; wenn ich studiere oder eine Arbeit mache, die mir gefällt, empfinde ich so etwas wie Gewissensbisse, wenn ich daran denke, wie viele es gibt, die klüger sind als ich und gezwungen sind, ihr Leben in einer abstumpfenden, oft unnützen oder schädlichen Arbeit zu vergeuden. Reiner Egoismus, wie ihr seht, doch ein Egoismus, den andere Altruismus nennen und ohne den niemand ein wirklicher Anarchist sein kann.“

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