Bernd Eichmann Vatter baut ab

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Inhaltsangabe zu „Vatter baut ab“ von Bernd Eichmann

Pflege muss keine Zumutung sein – eine literarische Langzeitreportage 'In Vatters Kopf gibt es nur noch das Zimmer, das Panoramafenster und vereinzelte Erinnerungen. Dass ich in eine andere, von Leben erfüllte Welt gehen könnte, kann er nicht mehr denken. Die Stille beginnt hinter seiner Tür. Und manchmal geht diese Tür auf.' In seiner dokumentarischen Erzählung schildert Bernd Eichmann liebevoll und heiter die letzten zweieinhalb Jahre seines an Alzheimer erkrankten Vaters. Integriert ist eine Kurzbiografie des Erkrankten, der in der NS-Zeit rassisch verfolgt wurde und dieses Trauma nie abschütteln konnte. Der Autor beschreibt in allen Details, was es bedeutet, einen demenzerkrankten Angehörigen zu pflegen und ihn bis zu seinem Tode zu begleiten. Sein Fazit: Jede Stunde war es wert! Näher kann man dem Leben nicht mehr kommen. Ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Debatte Die Geschichte einer besonderen Vater-Sohn-Beziehung Empathie wecken, Traumata abbauen, Angst vor der familiären Pflegesituation nehmen

Wen dieses Buch nicht bewegt, der hat ein Herz aus Stein...

— Queenelyza
Queenelyza

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    Vatter baut ab
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    03. January 2014 um 13:46

      In diesen Tagen ging die Nachricht durch die Medien, dass die Zahl der Demenzkranken in den letzten Jahren dramatisch zugenommen habe und sich wohl bis in zwanzig Jahren verdreifachen wird.  Warum das so ist, und ob es neben der Tatsache, dass die Menschen eben älter werden, noch andere Ursachen gibt für diese dramatische Entwicklung, darüber hört man wenig. Ich werde aber seit langem das Gefühl nicht los, dass es da eine Ursache gibt, die mit den veränderten Lebensbedingungen der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten etwas zu tun hat. Dass da irgendetwas too much ist, dass die Gehirne abschalten und offline gehen lässt.   Für die betroffenen Angehörigen und Kinder, meistens wie im Fall des Autors des vorliegenden Buches, selbst schon an der Schwelle zum Altwerden, ist die Demenzerkrankung des Vaters oder der Mutter eine erhebliche Belastung. Viele ehrliche und authentische Bücher sind in der letzten Zeit darüber geschrieben worden. Ich nenne nur das Buch von Marianne Rosenberg „Mutter, wann stirbst du endlich?“, das eine intensive Debatte ausgelöst hat darüber, was leibliche Kinder leisten können bei der Pflege ihrer Eltern.   Reimer Gronemeyer, ein Sozialwissenschaftler, der sich seit langem mit Demenz und seinen gesellschaftlichen Ursachen und Folgen beschäftigt, plädiert in seinem neuen Buch „Das 4. Lebensalter“ für ein Umdenken: „Die Burn-outer, die ADHS-Kinder, die Menschen mit Demenz sind die Aussteiger, deren Scheitern uns noch nicht Gescheiterten zeigen kann, wohin die Fahrt gehen müsste, dass wir das Ruder herumreißen müssen – wenn wir das denn hören wollen.“ Es gehe darum, Menschen mit Demenz gastfreundlich aufzunehmen und sie nicht zu behandeln wie Aussätzige. „Wir brauchen Nachbarschaftlichkeit, Freundlichkeit, Wärme“. Und: „Ein Ausweg aus dem Demenzdilemma muss künftig eher in der Konstruktion einer gastfreundlichen Lebenswelt als in der Perfektionierung spezialisierter Versorgung gesucht werden.“   Doch darum geht es Bernd Eichmann gar nicht, auch wenn er wohl Gronemeyer zustimmen würde. Er beschreibt auf eine warmherzig liebevolle und letztlich sogar heitere Weise die letzen zweieinhalb Jahre seines an Alzheimer erkrankten Vaters, und wie er ihn auf seinem Weg in eine fremde, manchmal bizarre Welt begleitet hat.   Wie Eichmann, der selbst Schriftsteller ist, das erzählt, ist große sprachliche Kunst, die schon nach wenigen Seiten den Leser in seinen Bann zu ziehen vermag. Sein Bericht zeigt, wie die intensive Beschäftigung mit dem dementen Vater das eigene Leben verändert und bereichert.   Menschen in begrenztem Masse die Möglichkeit zu geben, auch diese Erfahrung zu machen, darin läge die politische, soziale und gesellschaftliche Herausforderung.

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