Bernd Ernst

 5 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Vollpension mit Therapie, Fenster mit Stadtrand und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Bernd Ernst

Bernd ErnstFenster mit Stadtrand
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Fenster mit Stadtrand
Fenster mit Stadtrand
 (2)
Erschienen am 11.02.2010
Bernd ErnstVollpension mit Therapie
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Vollpension mit Therapie
Vollpension mit Therapie
 (2)
Erschienen am 01.10.2013
Bernd ErnstEckbälle ins Nichts
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Eckbälle ins Nichts
Eckbälle ins Nichts
 (1)
Erschienen am 01.09.2012

Neue Rezensionen zu Bernd Ernst

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Rezension zu "Vollpension mit Therapie" von Bernd Ernst

Teils bitterböse, aber immer sehr unterhaltsam!
Sibylle_Meistervor 5 Jahren

Nach zwei veröffentlichten Lyrikbändchen wechselt Bernd Ernst das Genre und präsentiert in seinem neuen Buch 21 Kurzgeschichten. Einige davon sind eher ruhig und nachdenklich, die meisten aber beginnen ganz harmlos, kippen dann aber ins Absurde. Dabei lässt Bernd Ernst seine Figuren immer wieder grandios scheitern oder zumindest ins Leere laufen. Ob Goldfisch mit einer Neigung zu Rock’n’Roll, schreibende Domina oder untergetauchter Stasi-Agent, sie alle kämpfen mit den Widrigkeiten des Alltags und den Fallstricken der modernen Welt. Dabei sorgt viel schwarzer Humor dafür, dass dieser Kampf für den Leser nie langweilig oder gar deprimierend wird. Im Gegenteil, Scheitern war selten so unterhaltsam!

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JuliaBs avatar

Rezension zu "Vollpension mit Therapie" von Bernd Ernst

21 Kurzgeschichten mit einem satirischen Blick auf die Widrigkeiten des Alltags
JuliaBvor 5 Jahren

Wie schafft man es als ambitionierter Jungautor, nicht nur einen lukrativen Vertrag bei seinem Wunschverlag, sondern auch die Aufmerksamkeit der Medien und eine Literatur-Casting-Show im Fernsehen zu bekommen? Was macht man als Präsident eines Fußballvereins, wenn dem Club wegen Geldmangel der Abstieg in die zweite Liga droht, man sich aber eben gewaltig mit dem finanzkräftigen Sponsor aus dem Nahen Osten verkracht hat? Wie denkt ein Goldfisch über all das, was er bei den vergangenen 3'567'312 Umrundungen seines öden Goldfischglases von seinem Mitbewohner zu sehen bekommt? Und was musste alles geschehen, damit ein ehemals gutes Nachbarschaftsverhältnis immer mehr eskaliert und schließlich in einem blutigen „Pas de deux“ mit Kettensäge und Machete endet?

Die Antworten auf diese Fragen und noch viel mehr findet man in „Vollpension mit Therapie“, dem neuen Buch von Bernd Ernst, der nach zwei Lyrikbänden nun zu den Kurzgeschichten wechselt. Dass der Autor ursprünglich von der Poesie her kommt, merkt man an der sehr bildhaften Sprache und der eher knappen, aber doch recht emotionalen Ausdrucksweise. Daneben fällt vor allem der schwarze Humor auf, mit dem Bernd Ernst seine Protagonisten in absurde Alltagssituationen stolpern lässt. Die meisten der 21 Geschichten sind daher nicht nur kurz, sondern vor allem sehr kurzweilig und unterhaltsam und enden in wohlgesetzten Pointen. Und wie so oft bei Kurzgeschichten im Taschenbuchformat ist auch „Vollpension mit Therapie“ ein idealer Begleiter für Unterwegs, der dem Leser schon morgens in Bus oder S-Bahn ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert.

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Periplanetas avatar

Rezension zu "Fenster mit Stadtrand" von Bernd Ernst

Rezension zu "Fenster mit Stadtrand" von Bernd Ernst
Periplanetavor 7 Jahren

Bernd Ernsts Blick nach innen ist immer ein weiter und tiefer. Oft auch ein kritisch-fragender. In seinem kürzlich erschienen Lyrikband "Fenster mit Stadtrand“ betrachtet er auf poetisch-feinsinnige Weise den Alltag und das was uns darin antreibt: Leidenschaften, Motivation, Ehrgeiz aber auch den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn mit seinen Wiederholungen und Pflichten. Wie flüchtig hingeworfene Dias, Aquarelle, in denen ein Detail dem Betrachter in Erinnerung bleibt, wirken die Gedichte im Erstlingswerk des Autors aus der Westpfalz. Ernst fängt den Schimmer eines vergänglichen Zaubers ein, in kraftvollen aber sensibel durchdachten Momentaufnahmen.

Oft geht es auch um das Gefangensein im eigenen Ich, den Wunsch, die eigene Stimme nach außen zu tragen, sich hörbar zu machen für die Anderen – und so eine Brücke zu bauen zum Gegenüber. Er regt dazu an, in sich hinein zu hören und Bilder der eigenen Fantasie wach zu rufen. Realität und Tagtraum vermischen sich beispielsweise in "Schritte“, einem Gang durch den (All-)Tag des 40-Jährigen.
"Metamorphose am Drehkreuz. Mechanisch greift die Hand zum Portemonnaie, zieht, steckt die Karte ins Sesam-öffne-dich, tritt ein. Die gewünschte Identität, äugt, spricht, handelt, drinnen.“
Offenbar ist die gewünschte Identität im Alltag nicht immer das, was Ernst sich selbst wünscht, denn, so schreibt er weiter: "Gehen die ewigen Stunden vorüber, ziellos. Ihre Flügel zitternd im Wind. Entwürfe eines anderen Lebens fliegen über die Weite meiner Gedanken.“



Über Liebe schreibt der Autor nicht ohne (kritische) Hintergedanken. Er lässt nichts im Raum stehen oder nimmt es einfach hin. Er geht Gefühlen auf den Grund, hinterfragt, seziert sie sogar manchmal. In "Liebeszauber“ fragt er sich, ob Liebe nicht der beste Taschenspielertrick der Welt sei und resümiert: "Schon wieder hinein in meinen Zylinder lege ich mein entzaubertes Ich. Darüber schließt die Wirklichkeit ihren doppelten Boden.“

Die Vergänglichkeit schöner Momente ist es, die der Autor in seiner Lyrik dennoch festhalten will. "Aus dem Rouge des Abendhimmels weht der Duft ihrer Locken auf die fliehenden Schultern des Hügels“, schreibt er in "Die ausgelassenen Worte“. Es geht um gemeinsame, vergangene Momente im Café, darum, aus einem alltäglichen Picknick etwas besonderes, einzigartiges zu machen – oder um Reisen, bei denen man in sich selbst erst einmal ankommen muss, um überhaupt entspannen zu können.



Einen kritischen Blick wirft der kaufmännische Angestellte und Familienvater gerne auf die Gesellschaft. In dem Gedicht "Treppenhaus“ geht es um eine alte Frau, die isoliert gestorben ist und erst nach Wochen gefunden wird. Er prangert die Kleinkariertheit so genannter braver, unbescholtener Bürger (Ernst selbst lebt in der 42.000 Einwohner großen Kleinstadt Pirmasens) in "Kriegserklärung“ an: Hier wird der eigene Garten oder Schrebergarten zum Schauplatz täglicher Kleinkriege mit den Nachbarn.

Eines der stärksten Gedichte Ernsts ist sicherlich "Und sie trommeln und“, frei nach Brechts Mutter Courage: "Und wir schließen unsere Augen und wir schließen unsere Ohren und wir schließen unseren Mund, immerfort – wie jedes Mal. Und so trommeln die Kathrinen und so trommeln die Kathrinen und sie trommeln und.“
Im Hinblick auf die deutsche Beteiligung am Krieg in Afghanistan, überläuft einen bei diesem Gedicht eine Gänsehaut; es bekommt eine drastische Realität.

Wer hinein tauchen will, in farbige aber auch düstere Geistwelten, wer sich neuen Sichtweisen öffnen möchte, der sollte hinein lesen in "Fenster mit Stadtrand“. Was man durch dieses Fenster sieht, das ist ein paar blaue Stunden mit Kaffee oder Rotwein auf dem Sofa wert.

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