Bernd Greiner

 4,1 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Krieg ohne Fronten, Made in Washington und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Bernd Greiner

Bernd Greiner, Prof. Dr., Historiker, ist Leiter des Berliner Kollegs Kalter Krieg und Professor für Neueste und Zeitgeschichte an der Universität Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Made in Washington (ISBN: 9783406777448)

Made in Washington

 (5)
Neu erschienen am 08.07.2022 als Taschenbuch bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Bernd Greiner

Cover des Buches Krieg ohne Fronten (ISBN: 9783868542073)

Krieg ohne Fronten

 (7)
Erschienen am 20.03.2009
Cover des Buches Made in Washington (ISBN: 9783406777448)

Made in Washington

 (5)
Erschienen am 08.07.2022
Cover des Buches 9/11 (ISBN: 9783406612442)

9/11

 (3)
Erschienen am 18.03.2011
Cover des Buches Die Kuba-Krise (ISBN: 9783406587863)

Die Kuba-Krise

 (3)
Erschienen am 21.09.2015
Cover des Buches Krisen im Kalten Krieg (ISBN: 9783936096958)

Krisen im Kalten Krieg

 (2)
Erschienen am 26.09.2008
Cover des Buches Ökonomie im Kalten Krieg (ISBN: 9783868542257)

Ökonomie im Kalten Krieg

 (1)
Erschienen am 20.09.2010
Cover des Buches Henry Kissinger (ISBN: 9783406755668)

Henry Kissinger

 (0)
Erschienen am 17.09.2020

Neue Rezensionen zu Bernd Greiner

Cover des Buches Made in Washington (ISBN: 9783406777448)Dr_Ms avatar

Rezension zu "Made in Washington" von Bernd Greiner

"Wir müssen dort alles treffen, was sich bewegt"
Dr_Mvor 3 Monaten

So wird der amerikanische Präsident Richard Nixon in diesem Buch zitiert. Er meinte damit das Flächenbombardement Vietnams durch die US-Truppen. Leider ist der Mensch im allgemeinen ziemlich vergesslich. In Vergessenheit ist geraten, dass es die USA waren, die erstmals und nicht kriegsentscheidend Atomwaffen einsetzten. Im Vietnamkrieg entlaubten sie den Dschungel mit einem Gift, das großflächig versprüht wurde. Und dies alles für die göttlichen Werte des Westens, die überall im Einklang mit dem Völkerrecht tapfer verteidigt wurden.

In diesem Buch zieht sein Autor Bilanz über das Wirken der USA in der Welt seit 1945. Auch hier wird man feststellen, dass man entweder vieles einfach nicht weiß oder es vergessen oder verdrängt hat. Gleich zu Beginn des Textes wird man mit einer aufschlussreichen Feststellung konfrontiert. "Eine Signatur des amerikanischen Jahrhunderts", schreibt der Autor, sei "die mehrheitsfähige Behauptung, als auserwählte Nation das Recht zu haben, sich über die Rechte anderer hinwegsetzen zu können."

Das muss man verstehen, will man das Vorgehen der USA seit 1945 richtig einordnen. Die Politik der USA ist seit den 1930er Jahren geprägt von einem „überzüchteten Nationalismus, ausufernden Verlustängsten und dem Phantasma totaler Sicherheit“, heißt es in diesem Buch. Und weiter: "Gott hat einen Plan für die Welt und die USA setzen ihn unter seiner Aufsicht um". Wo man sich anderswo angesichts solcher Vorstellungen an den Kopf fasst, ist dieser Gedanke in den USA offenbar tief verwurzelt. Im Westen Europas folgt man diesen Wahnvorstellungen leider ebenfalls, obwohl man ihnen eigentlich schlechte Erfahrungen gemacht hat.

Besonders der Vietnamkrieg ist für all dies ein lehrreiches Beispiel. Die USA sprechen dabei von ihrem Trauma. Allein schon das ist bezeichnend für ihre Selbstbezogenheit, denn das Trauma liegt wohl eher bei Vietnam. Für die Rolle der USA in der Welt hatte dieses kleine Land keine wirkliche Bedeutung. Es ging am Ende lediglich um die Glaubwürdigkeit der USA als Weltmacht. Welche unfassbaren Opferzahlen bei der Zivilbevölkerung Vietnams zu beklagen waren, spielt bis heute keine Rolle.

Überall dort, wo die USA Konflikte anzettelten und verschärfen, findet man hinterher neben den unzähligen Opfern auch zerstörte und unregierbare Länder. In diesem Buch findet man all diese Fälle aufgelistet und sachlich kommentiert.

Konstruktive Beiträge der USA wird man vergebens suchen. Stattdessen zahlreiche Umstürze, ruinierte Länder, völkerrechtswidrige Angriffskriege (etwa 2003 gegen den Irak), die Bombardierung missliebiger Regime (etwa in Serbien ab März 1999 oder in Libyen) oder Kriege unter dem Vorwand des Kampfes gegen den Terror. Siegreich war man fast nie, dafür aber richtete man massiven Schaden an.

Die Bilanz ist ernüchternd und erschreckend. Gelernt hat man weder in den USA, noch anders wo im Werte-Westen daraus. Im Gegenteil, man glaubt auch jetzt wieder, man könne anderen den eigenen Willen aufdrücken. Doch die USA und mit ihnen der gesamte Westen haben ihr Blatt schwer überreizt. Ein Blick in die Geschichte des Britischen Weltreichs zeigt mit aller Deutlichkeit, dass man das eher nicht wahrhaben wollen wird. Noch heute meinen die Briten, sie wären eine Weltmacht.

Leider zeigt die Geschichte auch, dass Wahnvorstellungen nicht selten dazu führen, dass man andere in den eigenen Untergang mitreißen will. Wollen wir hoffen, dass es diesmal anders kommt.

In jedem Fall trägt dieses Buch zum besseren Verständnis der Gegenwart bei, denn es zeigt, welcher rote Faden die US-Politik seit fast einem Jahrhundert durchzieht.

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Cover des Buches Made in Washington (ISBN: 9783406777448)wschs avatar

Rezension zu "Made in Washington" von Bernd Greiner

Seit 1945 herrscht eine unübersehbare USA-Hörigkeit... Zumindest in der sog. westlichen Welt!
wschvor 10 Monaten

Mit dieser Feststellung soll auf keinen Fall diskreditiert werden, was die USA, besser gesagt die US-amerikanischen Soldaten, Militärangehörigen für Europa, speziell für Deutschland zur Beendigung der Nazi-Diktatur geleistet, an Opfern gebracht hat/haben. 

Die Leistungen zum Wiederaufbau Europas und Japans sollen ebenfalls nicht geschmälert werden. Obwohl diese alles andere als Uneigennützig erbracht wurden.

Was jedoch nicht übersehen werden sollte, auch wenn es nicht Thema dieses absolut lesenswerten Buches ist, das ist die Tatsache, dass die USA seit ihrem Unabhängigkeitskrieg, der von 1775 bis 1783 dauerte, der von den Indianerkriegen, dem britisch-amerikanischen Krieg, den Krieg gegen Mexiko, China (Boxeraufstand), Honduras, Panama, Dominikanische Republik, Haiti, Kuba, Nicaragua und noch vielen weiteren Ländern Krieg führten. Mal ganz offensichtlich. Mal insgeheim durch finanzielle Unterstützung, Waffenlieferungen. 

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges ging es weiter: Korea, Laos, Vietnam, Kuba, Kambodscha, Libyen, Liberia, Saudi-Arabien, Iran, Irak, Afghanistan, Somalia, Sudan und so weiter.

Kurz gesagt, wer sich nicht dem Willen und den Forderungen der USA unterwirft, wird über kurz oder lang mit deren militärischen Omnipotenz konfrontiert. Oder die CIA agiert massiv im Hintergrund. Siehe als ein Beispiel der Sturz von Salvador Allende im Jahr 1973. Gefolgt von einer blutigen Militärdiktatur, angeführt von Augusto Pinochet. 

Bernd Greiner gelingt es, all diese Machenschaften, unvorstellbares Leid über die Normalbevölkerung bringende Vorgehensweisen der US-amerikanischen Politik zusammen zu fassen. Die Hintergründe, die 'Denkweise' der Verantwortlichen zu be- und zu durchleuchten.

Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Feststellung, dass er seine Schilderungen nicht aus der Luft greift. Wer die Inhalte des Buches anzweifelt, kann sich mittels der Anmerkungen (16 Seiten), des Literaturverzeichnisses (13 Seiten) sowie des Quellenverzeichnisses (3 Seiten) eines Besseren belehren lassen.


Kommentare: 1
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Cover des Buches 9/11 (ISBN: 9783406612442)Pongokaters avatar

Rezension zu "9/11" von Bernd Greiner

Tiefgründig
Pongokatervor einem Jahr

Wer keinen Abenteuerroman erwartet, sondern eine originelle, politikwissenschaftlich fundierte Sicht der Ereignisse, ist hier richtig. Besonderer Schwerpunkt ist die These, dass Präsident Bush nach 9/11 eine parlamentsferne, von einem engen Kreis von Insidern bestimmte Außenpolitik betrieben habe, die in der Katastrophe des Irakkriegs endete.

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