Bernd Mannhardt Keimzeit

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Inhaltsangabe zu „Keimzeit“ von Bernd Mannhardt

Vor dem Pinkelhäuschen am Moabiter Stephanplatz liegt ein Toter. Es handelt sich um den erfolglosen Foto-Künstler Stephan Klein, der nicht nur mit dem Inhaber der örtlichen Kunstgalerie über Kreuz lag, sondern auch mit den Leuten, die ihn mittels Luxussanierung aus seiner Altbauwohnung vertrieben haben. Kommissar Hajo Freisal findet sich bei seinen Ermittlungen unversehens in einer Schlangengrube aus Kulturschaffenden, Gentrifirungsgegnern und Bauträgern wieder – und sieht sich bald mit einer bizarren Wendung des Falls konfrontiert.

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  • Leserunde zu "Keimzeit" von Bernd Mannhardt

    Keimzeit
    Mannhardt

    Mannhardt

    Auch der zweite Fall für Kommissar Hajo Freisal kommt mit wenig Blutvergießen aus.  Zur Einstimmung ein kleines Video gefällig? Zum ersten Fall, "Schlussakkord", schrieb eine Rezensentin: „Der Roman des Berliners Mannhardt kann sich in der Masse der deutschen Regionalkrimis durchaus behaupten. Besonders gut gelungen sind Mannhardt die Dialoge, deren Direktheit und Respektlosigkeit die Berliner Mentalität authentisch vermitteln und so manchen Nicht-Berliner ungläubig zurücklassen – und beim Lesen viel Spaß machen.“ (Quelle: ekz 2015/18 – Franziska Kunz)

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    • 322
  • Lesechallenge Krimi gegen Thriller 2016

    kubine

    kubine

    Die Lesechallenge Krimi gegen Thriller geht auch 2016 weiter! Du liest gerne Krimis und kannst so bekannte Ermittler wie Miss Marple oder Commisario Brunetti locker mit Deiner Spürnase abhängen? Oder liegen Dir eher rasante Thriller, bei denen Du schon mal die Nacht zum Tag machst? Dann mach doch mit bei unserer Teamchallenge Krimi gegen Thriller. Welches Team schafft es, die meisten Bücher zu lesen? Wir sind gespannt. Welche Bücher zählen? Als grobe Einteilung soll dabei die Angabe der Verlage dienen. Hat der Verlag es als Thriller eingeordnet, zählt es als Thriller (auch wenn man nach dem Lesen einen anderen Eindruck hat). Bei Krimis ist es ebenso. Alle Arten von Krimis zählen, egal ob historischer Krimi, Regionalkrimi oder Tierkrimi. Es gibt sicher Bücher, bei denen das am Anfang nicht so klar ist. Im Zweifel würden sie dann bei beiden Teams gezählt. Die Regeln: 1. Entscheide Dich für ein Team!2. Die Challenge beginnt am 01.01.2016 und endet am 31.12.2016. Alle Bücher, die im Zeitraum vom 01.12.2015 bis 31.12.2016 erscheinen zählen, auch Neuauflagen , sofern die 2016 erscheinen.Eine Liste mit Neuerscheinungen 2016 die natürlich auch ergänzt wird, findet ihr hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Bestseller-Krimis-und-Thriller-2016-1201869567/#userlistglanzente war so lieb, und hat für jedes Team auch nochmal Listen mit den jeweiligen Neuauflagen erstellt. Ihr findet sie hier: http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Krimiliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1208200397/ http://www.lovelybooks.de/buecher/krimi-thriller/Thrillerliste-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-2016-1210040822/3. Zu jedem gelesen Buch wird eine Rezension geschrieben. So kann sichergestellt werden, dass das Buch auch gelesen wurde. Der Link zur Rezi bei LB muss mit angegeben werden. Um die Spannung aufrecht zu erhalten, bitte den Link zur Rezi per PN an mich! Jede PN wird von mir kurz beantwortet, so dass ihr da eine Bestätigung habt, dass sie auch ankam. 4. Auch fremdsprachige Bücher dürfen für die Challenge gezählt werden. Hier muss nur ebenfalls der Erscheinungstermin in den oben genannten Zeitraum fallen. 5. Man kann zu jeder Zeit einsteigen bzw. aufhören. Gelesene Bücher zählen dann ab dem Einstiegsmonat. 6. Wie viele Bücher das jeweilige Team im Monat geschafft hat, wird jeweils Anfang des Folgemonats bekannt gegeben.  Unter allen, die sich an der Challenge aktiv beteiligen, wird am Ende des Jahres eine kleine Überraschung verlost. 7. Mit dem Beitritt zur Challenge erklärst Du Dich mit den oben genannten Regeln einverstanden. Sie haben sich bewährt und werden nicht mehr geändert. Viel Spaß und viel Erfolg! Auf vielfachen Wunsch darf hier geplaudert werden: http://www.lovelybooks.de/thema/Plauderthread-zur-Lesechallenge-Krimi-gegen-Thriller-1077848718/ Team Krimi:  Athene100776  lesebiene27  krimielse  Mira20  glanzente  hasirasi2  Mercado  Bellis-Perennis  Katjuschka  yari  Talitha  Lesezeichen16  dorli  sommerlese  Antek  clary999  wildpony  ChrischiD  janaka  claddy  danielamariaursula  danzlmoidl  buecherwurm1310  tweedledee  Xanaka  Barbara62  mabuerele  TheRavenking  Postbote  buchratte  DaniB83  Maddinliest  Nele75  Lesestunde_mit_Marie  sansol  bibliomarie  claudi-1963  Schalkefan  mistellor Gela_HK MissWatson76 Leserin71 (Matzbach) LibriHolly Wedma Caroas gaby2707 elmidi susawal81 agi507 Shanna1512 Paulamybooksandme DonnaVivi Bambisusuu Gelesene Bücher Januar: 72Gelesene Bücher Februar: 122Gelesene Bücher März: 163Gelesene Bücher April: 111Gelesene Bücher Mai: 180Gelesene Bücher Juni: 128Gelesene Bücher Juli: 112Gelesene Bücher August: 163Gelesene Bücher September: 111Gelesene Bücher Oktober: 147Gelesene Bücher November: 137Gelesene Bücher Dezember: 145 Zwischenstand: 1591 Team Thriller:  Floh  KruemelGizmo  Kasin  Meteorit  AberRush  Leseratz_8  Nisnis  eskimo81  Mone80  lenicool11  lord-byron  hm65  marinasworld  calimero8169  Buchgeborene  MelE  rokat  Inibini  Thrillerlady  BookfantasyXY  zusteffi  DeinSichererTod  krimiwurm  parden  MeiLingArt  DerMichel  Naden  DieNatalie  kn-quietscheentchen  Bjjordison  Artemis_25  heike_herrmann  Nenatie  Claudia-Marina  MissRichardParker  Landbiene   Janosch79  Filzblume  dieFlo  fredhel  (crumb)  Peanut1984 Anni84 kawaiigurl schuermio LillySymphonie little-hope Frenx51 BeaSurbeck Viertelkind Vreny Buecherseele79 ChattysBuecherblog Queenelyza Igela Ambermoon Insider2199 Buchraettin JuliB Helene2014 chipie2909 LisaMariee JoanStef melanie1984 Lisa0312 Gelesene Bücher Januar: 29Gelesene Bücher Februar: 49Gelesene Bücher März: 79Gelesene Bücher April: 69Gelesene Bücher Mai: 98Gelesene Bücher Juni: 60Gelesene Bücher Juli: 149Gelesene Bücher August: 42Gelesene Bücher September: 193Gelesene Bücher Oktober: 118Gelesene Bücher November: 90Gelesene Bücher Dezember: 99 Zwischenstand: 1075

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  • "Gegenfragen sind uncool"

    Keimzeit
    tweedledee

    tweedledee

    Schauplatz Berlin: Hajo Freisals zweiter Fall spielt natürlich wieder in Moabit. Am Stephansplatz wird ein Toter gefunden, angelehnt an das "Café Achteck", ein historisches Pinkelhäuschen, sitzt ein junger Mann mit einem Messer im Bauch. Seine Identität ist schnell geklärt, es handelt sich um Stephan Klein, der als Fotograf mit Makroaufnahmen sein Glück versuchte. Die Befragungen führen Hajo Freisal und Yasmine Gutzeit in die Kunstszene des Kiezes, sie erfahren dass Stefan sich mit einem Bauträger angelegt hat, der heruntergekommene Mietwohnungen teuer saniert und gewinnbringend in Eigentumswohungen umwandelt. Wer hatte ein Motiv den jungen Mann zu töten? Ich habe mich auf das Wiedersehen mit dem sympathischen Ermittlerteam Hajo Freisal und Yasmine Gutzeit gefreut, aus dem ersten Fall sind sie mir noch gut bekannt. Hajo hat in der Zwischenzeit seinen Pfunden den Kampf angesagt, er trainiert im Fitnesscenter und hat sogar schon einige Kilo abgenommen. Auch ist er seinem neuen Smartphone gegenüber inzwischen aufgeschlossener und macht sich mit der Technik vertraut, dabei hat er tatkräftige Hilfestellung von Yasmine. Zwischen Hajo und Yasmine gibt es wieder frische spritzige Dialoge, die beiden sind zwei starke Charaktere die sich wunderbar ergänzen. Hajo der ältere väterliche Kollege, der seiner jungen Kollegin auch mal in Liebesfragen Ratschläge gibt. Und Yasmine, die taffe Motorradfahrerin, die Hajo Hilfestellung in Technikfragen gibt. Noch immer hat Hajo stets einen lockeren Spruch auf den Lippen, sein "hätte, hätte..." und "Gegenfragen sind uncool" sind schon Kult. Freisal sieht sich mit dem Kunstmilieu konfrontiert und hat seine kleinen Probleme, in den Installationen tatsächlich Kunst zu erkennen, ganz anders als Yasmine. Nebenbei spielt auch das Thema Gentrifizierung und die Sanierung von Altbauwohnungen mit in die Story rein. Viel Lokalkolorit und Berliner Slang sorgen für die passende Atmosphäre, dazu Humor und lockere Dialoge. Wenn man den Kiez kennt fühlt man sich beim lesen heimisch, ein Ausschnittsplan am Ende des Buches von Moabit hilft Ortsunkundigen, die Wege der Protas nachvollziehen zu können. Besonders gut haben mir die Ermittlungen gefallen, wie überlegt die Kommissare an den Fall rangehen, ihn von allen Seiten beleuchten ohne vorschnelle Schlüsse zu ziehen. Dabei bleiben beide menschlich und können sich in die Lage ihrer Verdächtigen hinein versetzen. Akribisch werden verschiedene Personen aus Stephans Umfeld befragt, potentielle Verdächtige gibt es einige. Außerdem tauchen mehrere skurrile Charaktere auf, die die Handlung authentisch wirken lassen. Ich konnte wunderbar miträtseln und eigene Überlegungen anstellen. Doch selten wurde ich bei einem Krimi als Leser so an der Nase herumgeführt wie hier. Der Plot ist dicht, der Autor legt falsche Fährten und hat mich mit seinem Ende vollkommen überrascht, es war für mich nicht vorhersehbar. Wobei das Ende stimmig ist, zur Story passt und nicht konstruiert wirkt. Ganz wie das Leben spielt.... Fazit: Klasse Story, zwei sympathische Ermittler und spritzige Dialoge. Hajo ist Kult. Auf den nächsten Fall bin ich schon gespannt!

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    • 6
    Mannhardt

    Mannhardt

    26. April 2016 um 20:05
    tweedledee schreibt Ich schmeiß mich weg ;-)) Hoffentlich kriecht der olle Friedrich im nächsten Teil wieder ne Rolle!

    Nebenfiguren treten auf, treten aber auch wieder ab. Für Ersatz wird gesorgt ;-)

  • Ein cooles Team

    Keimzeit
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    15. April 2016 um 15:39

    Ein Toter liegt vor dem Pinkelhäuschen "Café Achteck" am Moabiter Stephanplatz. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Homosexuelle. Dass es sich um einen Mordfall handelt ist klar, denn das Messer steckt noch. Es ist ein Fall für Kriminalhauptkommissar Hajo Freisal und seine Kollegin Yasmine Gutzeit. Freisal erinnert sich an einen früheren Fall. Der homophobe Homosexuellenmörder ist erst seit kurzem wieder auf freiem Fuß. Doch so einfach ist die Sache nicht. Der Tote ist Stephan Klein, der nicht besonders erfolgreich als Foto-Künstler war. Dafür hat er sich gerne mit anderen angelegt, wie dem Inhaber der Kunstgalerie und dem Bauträger, der ihn aus seiner Wohnung geworfen hat, um sie zu sanieren, luxussanieren versteht sich. Die Geschichte ist herrlich zu lesen und sehr unterhaltsam. Man erhält eine volle Ladung Berliner Flair. Skurrile Typen mit "Berliner Schnauze" machen keine Umwege, wenn sie etwas los werden wollen. Ich habe mich prächtig amüsiert. Das Ermittlerduo Freisal und Gutzeit ist sympathisch und ihre Dialoge irgendwie typisch berlinerisch, sehr direkt und scharfzüngig. Freisal hat ein kleines Figurproblem, dem er mit Trainingseinheiten im Fitness-Studio zuleibe rückt. Auch verlässt er sich gerne auf sein Bauchgefühl. Seine junge Kollegin Yasmine fährt zu jeder Jahreszeit mit ihrem Motorrad und lässt sich von keinem unterbuttern, auch nicht von Feisal. Die beiden akzeptieren sich, wie sie sind und arbeiten gut zusammen. Der Kriminalfall ist verzwickt und ich wurde bis zum Ende auf falsche Fährten gelockt. Die Überraschung ist gelungen, denn am Ende ist alles ganz anders.   Ein empfehlenswerter Krimi mit viel Lokalkolorit.

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  • Wieder ein gelungener Regionalkrimi aus Berlin Moabit! Sehr zu empfehlen!

    Keimzeit
    Talitha

    Talitha

    18. March 2016 um 12:27

    Zum Inhalt: In Berlin Moabit, kurz vor Weihnachten: Während der übergewichtige Ex-Alkoholiker und Kriminalhauptkommissar Hajo Freisal im Fitnessstudio sein Leben ändert, wird seine junge und taffe Kollegin Yasmine Gutzeit zu einem Leichenfund gerufen: am Stephansplatz, vor der historischen Toilette, dem so genannten "Café Achteck", u. a. Treffpunkt für homosexuelle Stelldicheins, liegt ein toter Mann mit einem Messer im Bauch. Freisal erinnert sich schnell an einen homophoben Homosexuellenmörder, der für seine Taten bereits verurteilt wurde, nun aber wieder aus dem Gefängnis freigekommen ist. Doch so einfach wie zuerst gedacht ist die Sache nicht. Bald tun sich neue Spuren und Verdächtige auf... Wie auch schon in "Schlussakkord" folgt man dem Ermittlerteam Freisal / Gutzeit bei ihrem Alltag und ihren Ermittlungen in das Berliner Viertel Moabit und lernt die teilweise skurilen und schrulligen Typen dort kennen, die berühmte "Berliner Schnauze", ihre Meinungen und Gedanken, Lieben und Hassobjekte. Mir gefällt dies an Regionalkrimis besonders gut, da ich auf diese Weise Gegenden kennenlerne und nebenher noch einen interessanten, unterhaltsamen und spannenden Kriminalfall lesen kann. Die Figuren Freisal und Gutzeit sind dabei das I-Tüpfelchen in dem Krimi, da ihre Charaktere so sympathisch, ihre Dialoge so schön bissig und zynisch sind und sie einfach genau in diesen Krimi passen und mir sehr ans Herz gewachsen sind. Der Fall ist schön rätselhaft und spannend, dabei aber nicht actionlastig oder gewalttätig, was ich sehr schätze. Die Auflösung war überraschend und nicht vorhersehbar, ebenfalls gut! Mein Fazit ist daher: Wieder ein sehr gelungener Regionalkrimi aus Berlin Moabit, den ich jedem (Regional-)Krimileser ans Herz legen kann. Für unterhaltsame Lesestunden bestens geeignet.

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  • Gegenfragen sind uncool bitte -----danke

    Keimzeit
    mistellor

    mistellor

    15. March 2016 um 18:43

    Ein Krimi, der in Berlin spielt, in dem Stadtteil Moabit. In einem achteckigen Pissoir, welches unter Denkmalschutz steht, wird die Leiche eines jungen Fotografen gefunden. KHK Hajo Freisal und seine Assistentin Yasmine Gutzeit werden mit der Ermittlung beauftragt und tauchen tief in die Moabiter Künstlerszene und in die unsoziale Wohnbausanierungsszene ein. Der Roman lebt von seiner Berliner Atmosphäre, dem Berliner Wortwitz und der Berliner Schnauze, das Leben auf dem Kiez, der Berliner Schlagfertigkeit und der Intelligenz und dem Humor der beiden Ermittler. Hajo Freisal ist ein spannender, intelligenter, manchmal sarkastischer aber immer ein humoriger Typ, sieht in jeder Situation den noch so versteckten Witz, kontrolliert auch jede Situation und verlässt sich trotzdem auf sein Bauchgefühl. Er beherrscht perfekt den Berliner Wortwitz, obwohl er selbst hochdeutsch spricht. Aber die schlagfertige Art vieler Berliner auf etwas zu reagieren besitzt er in hohem Maße. Ich finde ihn sehr sympathisch, ein Typ mit Ecken und Kanten, ein ausgezeichneter Beobachter, ein Mensch, der auch auf sein Inneres hört. Ein Mann, der auch vor seinen Fehlern nicht davon läuft und sich selbst nicht so ernst nimmt. Und ein Mann, der noch das Kind in sich kennt und es nicht verleugnet. Yasemine Gutzeit, was für ein Name für eine herrliche Frau. Toll, dass neben einer wunderbaren Männerfigur eine ebenso starke Frauenfigur zum Tragen kommt. Sie entspricht nicht unbedingt dem Klischee einer jungen Kriminalbeamtin, sie fährt im tiefsten Winter ein Motorrad, ist ebenfalls mit dem authentischen Berliner Witz ausgestattet. Sie kann es mit Männern aufnehmen, und ist sogar ihrem Vorgesetzen, dem wunderbaren Hajo Freisal ebenbürtig. Und dieser nimmt sie auch ernst, sowohl als Kollegin, wie aber auch als Privatperson. Gutzeit ist ebenfalls intelligent, gewitzt, besitzt Empathie und noch fehlt ihr der Sarkasmus, was sie äußerst sympathisch macht. Aber es ist jetzt schon zu erkennen, dass bei genügender Erfahrung sie ebenfalls sarkastischer werden wird. Besonders gut gefällt mir, dass sie sich, gerade gegenüber Freisal, mit seinen eigenen Mitteln wehren kann.Und sie zeigt deutlich, dass sie ihren Vorgesetzten über alle Massen schätzt. Beide Protagonisten sind ein wunderbares Gespann, Jede Figur, selbst die kleinste Nebenrolle, ist vom Autor fein skizziert und wird dadurch lebendig und für den Leser vorstellbar. Die beste Nebenfigur ist der Vorgesetzter der beiden Ermittler, der Kriminalrat, eine wunderbar gezeichnete Figur. Herausragend in diesem Roman sind die Dialoge zwischen den Personen. Sie haben mir ungemein gefallen. Sie waren von solch einer Lebendigkeit, dass habe ich bisher in einem Krimi selten erlebt. Selbst die inneren Dialoge der Ermittler sorgen für Heiterkeit. Ich habe selten soviel geschmunzelt, manchmal auch laut gelacht, wie bei den Dialogen der Figuren im Roman. Natürlich waren die Dialoge im Berliner Dialekt besonders lustig, ich musste oft laut auflachen. Der Fall selbst ist spannend, logisch aufgebaut und voller Überraschungen. Viele Verdächtige, viele Wendungen und falsche Fährten und eine unvorhersehbare Lösung. Mir hat der Krimi sehr viel Spaß und Vergnügen bereitet. Ich werde mir sofort den ersten Band kaufen und hoffe ganz stark darauf, dass es eine Fortsetzung gibt. Gut hat mir gefallen, dass man als Nicht-Berliner sehr viel über Berlin gelernt hat. Viele Probleme der Berliner wie zum Beispiel die Wohnungsnot, die unsozialen Stadtteilsanierungen, die Korruption und die Verflechtung der Berliner Politik waren mir so nicht bewusst. Aber man lernt auch viel über die Berliner selbst, ein ungemein schlitzohriger Menschenschlag. Lieber be.bra-Verlag bitte unterstütze diesen Autoren weiter und gib ihm die Möglichkeit Band 3 bis 10 zu schreiben.

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  • „Zentralverriegelung ist etwas für Schattenparker“

    Keimzeit
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    Wie schon aus dem ersten Berlin-Moabit-Krimi „Schlussakkord“ gewohnt, führt uns Autor Bernd Mannhardt mit seinem genialen Ermittler-Duo Hajo Freisal und Yasmine Gutzeit eine geraume Zeit an der Nase herum, bis der Mordfall gelöst wird. Worum geht es diesmal? Vor dem, „Cafe Achteck“ genannten, Pinkelhäuschen auf dem Stephansplatz wird die Leiche des Fotografen Stephan Klein gefunden. Die Tatwaffe, ein Tranchiermesser steckt noch immer in seinem Bauch. Bei ihren Ermittlungen im winterlichen Berlin machen sie Bekanntschaft mit der dortigen Kunstszene. Freisal kann den Installationen und Kunstobjekten wenig abgewinnen. Erinnert ihn doch die aktuelle Ausstellung "Keimzeit" an das Gartencenter. Doch ist der „Dutt“ ein gesprächiges Kerlchen und berichtet von Stadtplanern und deren Gegnern, Bauträgern und Miethaien, die gerne alteingesessene Mieter aus ihren – zugegeben manchmal mangelhaften – Wohnungen vertreiben. Diese Wohnungen werden dann aufwändig saniert und teuer im Eigentum verkauft. Ein solch Vertriebener ist auch unser Mordopfer. Unstet lebt er bei verschiedenen Männern, was die Frage nach einer eventuellen Homosexualität aufwirft. Doch ein Mord im Milieu?. Doch die Vielzahl der Verdächtigen wird im Laufe der Zeit immer weniger, bis uns der Autor ein prächtiges Täterpaar präsentiert. Das aber lest bitte selbst. Hervorragend sind wieder die witzigen und manchmal sarkastischen Dialoge nicht nur zwischen Freisal und Gutzeit. Nein, diesmal bezieht Hajo auch den „Schmusi von der Spusi“, die Psychologin Dr. Becker-Schmidt und auch Kriminalrat Claus mit in den Wortwitz ein. Freisals Stehsatz: „Gegenfragen sind uncool“ nervt Freund und Feind, doch „sich selber nerven ist gratis“ (S. 227). Noch ein paar Lebensweisheiten gefällig? „Zentralverriegelung ist etwas für Schattenparker“ „Der waschechte Gattenmord ist etwas aus der Mode gekommen.“ (S. 247)

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    • 5
  • Ick könnt ma beöl’n!

    Keimzeit
    Kerstin_KeJasBlog

    Kerstin_KeJasBlog

    08. March 2016 um 22:57

    "Mann, mann, mann" - wenn ich es mit Hajo Freisals Worten sagen darf - der Autor Bernd Mannhardt hat mich ganz schön an der Nase herumgeführt und dabei auch noch großartig unterhalten. Sein Protagonist Hans Joachim Freisal, in Kurzform einfach Hajo, ist nicht der schönste oder sportlichste Kriminalhauptkommissar und er fährt auch keinen Luxusschlitten. Aber er ist intelligent, empathiefähig, selbstbewusst und so ein ganz kleines bisschen ein Besserwisser, das aber auf eine gesunde, ehrliche und humorvolle Art. Kurzum - Hajo Freisal ist einmalig, ein Berliner Unikum und man sollte ihn gelesen haben. Aber erstmal kurz zur Story:  Ein toter Mann wird nach einem anonymen Anruf an einem Ort aufgefunden, den oftmals sogar die Lebenden meiden.  KHK Freisal und seine ambitionierte und lebensfrohe Assistentin Yasemine Gutzeit ermitteln in Berlin Moabit und schnell sind die ersten Verdächtigen, die ersten Motive da. Wer hatte einen Grund den jungen Mann zu töten? So viele Verdächtige, so viele Motive - der Autor hat fleißig gesät, die  Ernte aber gekonnt bis zum Schluß hinausgezögert. So manches Unkraut musste gezupft werden um die Reihen zu lichten. Ich habe bei jedem mitgerätselt, verdächtigt was das Zeugs hält und mich köstlich amüsiert über die Berliner Schnodderschnauze des KHK, dem seine Assistentin übrigens in nichts nachsteht. Ein tolles Ermittlerduo, das sich einfach versteht, sehr freundschaftlich auch im Umgang mit Kollegen, aber trotzdem immer ernsthaft bei der Sache.  Die Dialoge waren so herzerfrischend. Hajos Sprüche haben sich mir eingeprägt und sollten Kultstatus bekommen. Danke - bitte! Natürlich möchte ich den Freisal nicht über Gebühr loben, sonst kommt er noch auf den Gedanken sich bequem zurückzuziehen und verfällt bei Paschke wieder dem Eisbein. Apropos Paschke, der Lokalkolorit ist wieder herrlich. Als Nichtberliner würde ich bestimmt den ein oder anderen Ort nur anhand der super Beschreibungen erkennen.  Ein Krimi der richtig Spaß gemacht hat, viel zu kurz war und in mir keimt die Hoffnung das es hoffentlich eine Fortsetzung geben wird. Gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen, plus einen extra für das leckere Salatrezept :-) c)K.B. 03/2016

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  • Unbedingt lesen!

    Keimzeit
    Antek

    Antek

    08. March 2016 um 17:36

    Ich habe Hajo Freisal und Yasemine Gutzeit bereits im ersten Fall „Schlussakkord“ kennen und lieben gelernt und habe mich deshalb riesig über diese Fortsetzung gefreut. Mit „Keimzeit“ hat Autor Bernd Mannhardt einen Krimi vorgelegt, der wie auch schon der Vorgänger, ganz oben auf meiner Hitliste landet. Ein anonymer Anrufer meldet, dass vor dem Pinkelhäuschen am Moabiter Stephansplatz ein toter Mann liegt. Auf den ersten Blick ist klar, dass es sich um Mord handeln muss. Der erfolglose Fotokünster Stephan Klein wurde erstochen, das Messer steckt noch. Bei ersten Befragungen tun sich gleich so einige Verdächtige auf. Der Künstler wurde vor kurzem aus seiner Altbauwohnung vertrieben und aus Frust hat er sich mit den Bauträgern angelegt. Seine Kunstrichtung war außerdem kein Thema mehr für die die örtliche Kunstgalerie, was auch zu Konflikten geführt hat. Gerüchten zufolge könnte der Tote homosexuell gewesen sein. Ein ehemaliger Gefangener, der mit Homos kurzen Prozess gemacht hat, ist seit ein paar Wochen auch wieder auf freiem Fuß? Verzwickte Ermittlungen stehen Hajo Freisal und Yasemine Gutzeit bevor. Dieser Krimi bietet wirklich allerbeste Unterhaltung auf ganz hohem Niveau. Es mangelt an keiner Stelle an Spannung, man darf unheimlich viel vermuten und rätseln. Der Leser ist bei allen Ermittlungen hautnah dabei. Diese leben von Befragungen, die pointiert das Können der beiden Ermittler zeigen. Aber auch die menschliche Art lassen die beiden nicht missen. Richtig interessant wird das Rätselraten durch die zahlreichen falschen Fährten, die nur äußerst schwer zu erkennen sind. Ich hatte bis zum Ende so manchen auf meiner Verdächtigenliste stehen, habe oft gestrichen, um wenig später die Namen erneut zu notieren und lag am Ende doch total daneben. Ein sprachlich grandios ausgefeiltes Finale, das eine völlige Überraschung offenbart, beendet diese 269 Seiten Superkrimi, die ich nur so verschlungen habe. Der Sprachstil ist ganz mein Ding. Man darf wirklich unheimlich viel schmunzeln und vor sich hin grinsen. Dafür sogen zahlreiche pointierte Dialoge und witzige Szenen. Immer wieder gibt es auch Sozialkritik, so geht es hier z.B. um Leute, die mittels Luxussanierung aus ihren Altbauwohnung vertrieben wurden, oder die Toleranz von Homosexuellen. Ganz oft hat mir Hajo dabei aus der Seele gesprochen. So empfinde ich es z.B. auch als ein wenig infantil, wenn bei Facebook Speis und Trank gepostet wird oder habe Ikea schon immer als Einbahnstraßenshopping betrachtet. Gut hat mir auch der kleine Ausflug in die Kunstwelt gefallen. Keimzeit eine Installation von diversen Licht-, Dunkel, Früh und Sonstwas-Blühern, bei der ich mich wie Hajo Freisal frage, wo ist denn da die Kunst. Ich habe mich göttlich darüber amüsiert, wie er immer wieder Gefallen daran findet, sich darüber lustig zu machen. Die Charaktere sind einfach nur originell ausgewählt und toll dargestellt. Hajo Freisal ist für mich inzwischen wirklich der Kultermittler. Der „leicht“ übergewichtige Mann hat den Kilos den Kampf angesagt und die ersten Kilos sind schon an einem schmäleren Gesicht zu erkennen, das wird. Er macht seine Späße nicht nur auf Kosten anderer, sondern kann auch über sich selbst lachen. Kleine Kostprobe? Ich mag Schnee, sitzt sich prima drauf, kann ihm schon über die Lippen kommen, nachdem es ihn blöderweise auf die Welt gesetzt hat. Er ist ein wirklich grandioser Ermittler, der sich durch ein gutes Bauchgefühl, aber auch durch enormes Vernehmungsgeschick auszeichnet. Außerdem lässt er auch seinen weichen Kern immer wieder an der Oberfläche sehen und zeigt, dass er Herz hat. Seine Kollegin Yasemine Gutzeit, steht ihm aber nicht viel nach. Die taffe Bikerin, die sich auch im Winter aufs Bike schwingt, hat schon gelernt, wie sie Hajo mit den passenden Antworten, zeitweise auch mit gekonnten Steilvorlagen die Stirn bietet. Privat läuft es bei ihr, wie bei Hajo, den seine Frau Inge verlassen hat, im Moment nicht so gut. Der Schmusi von der Spusi, wie Hajo ihren Freund so gern nennt, will nicht ganz so wie sie. Das Privatleben wird allerdings nur immer wieder einmal erwähnt, gerade genug, damit man weiß, dass die Ermittler neben ihrer Arbeit noch ein Leben haben. Auch alle anderen Darsteller sind toll gezeichnet. Sehr amüsiert habe ich mich über den schwulen Galeriefreund des Toten, bei dem man aufpassen muss, dass ihm der Dutt nicht ins Hirn wächst. Auch Kriminialrat Claus hat mit einigen guten Sprüchen und Anekdoten aus Freisals Leben für zahlreiche Lacher gesorgt. Unter den kleinen Nebenrollen war mein Favorit ein gut 80-jähriger Zeuge mit Hörgerät. Ich bin zwar alt, schwerhörig, laufe am Stock aber Augen -  wie´n Falke sehr gut. Lokalkolorit hat Keimzeit jede Menge zu bieten. Die Ermittlungen führen quer durch Moabit. Alle Handlungsorte sind im Übrigen auf einer Karte auf den hinteren Umschlagsseiten verzeichnet. Außerdem gibt es zahlreiche kleine Nebenrollen, die mit Berliner Slang frei von der Leber weg plappern, wie z.B. Paschke aus der Markthalle, der zu seinem Eisbein z.B. zusätzlich extra Salat mit ins Angebot aufgenommen hat, seit Hajo auf Diät ist. Alles in allem, völlige Begeisterung, Krimigenuss in Höchstform, unbedingt lesen!

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  • "Keimzeit" Ein Moabit Krimi von Bernd Mannhardt

    Keimzeit
    IlkaG

    IlkaG

    Der Moabit Krimi „Keimzeit“ von Bernd Mannhardt  ist im Februar 2016 im be.bra verlag, einem Berliner Krimiverlag, erschienen. Am öffentlichen Pissoirs, dem Cafe Achteck, am Moabiter Stephanplatz, liegt der erfolglose, junge Fotokünstler Stephan Klein tot mit einem Messer im Bauch. Verdrängt aus seiner ersten eigenen Altbauwohnung von einer Immobiliengesellschaft auf Grund von Luxussanierungen, kommt er bei seinem schwulen Galeriefreund Seidel unter, der ihn zu seinem Lover haben möchte und mehr von ihm will, Klein aber nicht von ihm. Er macht indessen Jagd auf den verantwortlichen Bauhai und wettert gegen den Strukturwandel, der Gentrifizierung in seinem Kiez. Wie hängt das nun alles zusammen? Das ermittelt der sympathische, übergewichtige Kriminalhauptkommissar Hajo Freisal mit Bravur. Er muss mit seiner jungen, patenten Assistentin Yasmine Gutzeit im Sumpf aus Gentrifizierungsgegnern, Bauhaien und Künstlern zwischen Erpressungsversuch, Schmiergeld und neuem Galerieprofil ermitteln. Bis der Fall plötzlich eine ganz andere, völlig unvorhersehbare, ausgeklügelte Wendung nimmt. Freisal und Gutzeit sind dabei ein witziges, eingespieltes und intelligentes Team. Bernd Mannhardt lässt, mittels seiner flüssigen, verständlichen Sprache, Bilder entstehen. Seine Berliner Dialoge zwischen dem kultigen KHK Freisal und der schlagfertigen Assistentin Gutzeit sind rotzfrech und sarkastisch. „….nicht, dass dem Seidel vor Stolz ein zweiter Dutt wächst…". Dieser Kiez-Krimi, der ohne viel Blutvergießen auskommt, liest sich von Anfang bis Ende amüsant und spannend zugleich. Ein Krimi, so wie er sein soll, eine Einheit aus Witz, Humor und Spannung. Übrigens hat Hajo Freisal nicht das erste Mal ermittelt. Auch mit „Schlussakkord“ ist Bernd Mannhardt ein rundum gelungener Krimi mit tollem Lesegenuss gelungen. Für alle KrimiliebhaberInnen bestens geeignet und für die, die es noch werden wollen.      

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