Bernd Mannhardt Wollen!

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Inhaltsangabe zu „Wollen!“ von Bernd Mannhardt

Ein Mann erlebt eine herbe Enttäuschung im Job und beschließt daraufhin, nichts mehr im Leben zu wollen. Er schaufelt sich so - nicht nur sinnbildlich - sein eigenes Grab. "Bei aller Unterhaltung bleibt hier viel Nachdenklichkeit." (aus dem Nachwort)

Aussagekräftige Kurzgeschichte!

— mabuerele

Kleine Geschichte mit sehr viel Inhalt.

— Langeweile

Das tragische Schicksal eines ganz normalen Mannes, dem die Aufstiegschance verpatzt wurde

— efell

56 Seiten die man nicht einfach so wegsteckt. Sehr ernsthaft, mit einer gewissen Komik versehen und genau das ist die Tragik.

— Kerstin_KeJasBlog

EIne grandiose, an Franz Kafka erinnernde, Kurzgeschichte über das Wollen oder eben nicht Wollen

— Bellis-Perennis

Grandios! Unvergleichlicher Humor bei einem doch ernsten und wichtigen Thema. Sehr lesenswert!

— Traeumerin109

Eine tragisch - komische Lebensgeschichte. Was will ich und was wollen die anderen.

— rewareni

Ein tolles Buch mit klugen Gedanken, sehr lesenswert und hochaktuell, gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit, typisch Mannhardt.

— Tulpe29

Wer will, wer will, wer hat noch nicht! Wollen oder nicht wollen, das ist hier die Frage! Dieses Buch sollte man wollen!

— Lesesumm

Was, wenn jemand aus Angst vor Enttäuschung nichts mehr will? Eine satirische Geschichte voller Tiefgang, mit großem Sprachwitz erzählt!

— Buchstabenliebhaberin

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    Wollen!

    mabuerele

    06. June 2016 um 15:57

    Er wollte Obernylonstrumpfmaschinenführer werden. Doch die Zeiten waren hart. Es gab einen zweiten Bewerber. Der manipulierte die Maschine. Der Protagonist verlor den Job. Er resignierte und wollte nichts mehr. Der Autor hat eine inhaltsreiche Kurzgeschichte geschrieben, gespickt mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Das Buch verlangt ein aufmerksames Lesen, damit die vielen kleinen Feinheiten nicht untergehen. Das beginnt schon damit, dass der Protagonist keinen Namen trägt, sondern „unser Mann“ genannt wird. Auch die Berufsbezeichnung ist eine sprachliche Meisterleistung. Darauf muss man erst einmal kommen! Unser Mann hätte mit seinem Beruf eine Familientradition fortgesetzt, auch wenn die konkreten Bezeichnungen je nach Zeitalter differierten. Seine Vorfahren hatte die ihm verwehrte Karriereleiter erstiegen. Unser Mann war einmal gefallen und hatte sich nicht nur nicht gewehrt, er war liegengeblieben und hatte entschieden, nichts mehr zu wollen. Er tat nur das Notwendige, um zu überleben ohne wirklich zu leben. Nach und nach wurde er für seine Umgebung zu einem Schatten. Seine sozialen Kontakte beschränkten sich auf ein Minimum. Er musste nicht erst alt werden, um lebensmüde zu sein. Der Schriftstil des Buches ist ausgefeilt. Der Autor vermag es, sehr viel in einem Satz unterzubringen. Dabei schwingt immer ein gewisser ironischer Unterton mit. Ein Nachwort analysiert den Inhalt aus wissenschaftlicher Sicht. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Entscheidung, nichts mehr wollen zu wollen, führt zu einem Leben ohne Sinn und Inhalt.Unser Mann sieht die Welt nur noch in dunklen Grautönen. Ihm sind die Farben abhanden gekommen.

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    • 6
  • Leserunde zu "Wollen!" von Bernd Mannhardt

    Wollen!

    Mannhardt

    Wollen! Eine unangenehme Geschichte ISBN 978-3-8442-1988-3 | 56 Seiten | Broschur | A6 | € 6,80Romanautor Bernd Mannhardt (Moabit-Krimis um den Berliner Bullen mit Herz und Schnauze "Hajo Freisal") legt hier eine ganz kurze wie extrem zartbittere Story vor:  Ein Mann erlebt eine herbe Enttäuschung im Job und beschließt daraufhin, nichts mehr im Leben zu wollen. Er schaufelt sich so – nicht nur sinnbildlich – sein eigenes Grab... „Bei aller satirischen Unterhaltung bleibt hier viel Nachdenklichkeit.“ (aus dem Nachwort) Der Buchtrailer auf Youtube. Der Titel ist als „Book on Demand“ über den Buchhandel und Amazon erhältlich.

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    • 216
  • Schönes kleines Buch

    Wollen!

    mistellor

    Eine,sehr nachdenkliche machende Geschichte von Bernd (Bernhard) Mannhardt.Ein junger Mann erlebt einen Konkurrenzkampf in einer Fabrik, den er verliert. Aufgrund dieses Erlebnisses beschließt er, im Leben nichts mehr zu "wollen", keine Risiken im Leben mehr einzugehen und sich vor allen möglichen Ansprüchen von  Menschen zu schützen, indem er den Kontakt verweigert. Die Geschichte macht sehr nachdenklich und regt zum Überprüfen des eigenen Lebens ein. Man wird gezwungen Stellung zu beziehen. Mich hat das Buch sehr bewegt, in Diskussionen mit anderen Menschen war man schnell an dem Punkt, an dem man erst einmal das Wort 'Leben' definieren musste. Diesem wiederum folgten eine Menge an Fragen und möglichen Antworten.Das macht aber auch diese Geschichte so spannend.Der Autor hat einen sehr außergewöhnlichen Schreibstil. Er benutzt eine anspruchsvolle Sprache, verwendet wunderbarerweise statt des durchaus gängigen Perfekts öfters das Präteritum mit manchmal herrlich altmodischen Wörtern. Sein Sprache erinnert an einen Deutschlehrer im Gymnasium. Sein Stil ist zurückhaltend, er nimmt oft die Position des Beobachters ein.Erfrischend, wie immer in seinen Romanen, ist der Wortwitz und die Komik. Immer wieder gelingt es ihm, die Leser zum Lachen oder zum Schmunzeln zu bringen. Unschlagbar sind seine Wortschöpfungen wie z.B. Obernylonstrumpfmaschinenführer,  B.Mannhardt ist Berliner, und das merkt man. Er versucht den Leser in seinen Romanen auf die "Schippe" zu nehmen. Leicht hintersinnig führt er den Leser auf die falsche Fährte, um dann seine Geschichten mit einer unvorhersehbaren Pointe enden zu lassen.. Man spürt den Spaß, den er dabei hat.Diese Geschichte war eine Überraschung für mich. Ich habe von B.Mannhardt noch keine so nachdenkliche und ernste Geschichte gelesen, natürlich gepaart mit der Mannhardtschen Komik. Hier zeigt der Autor eine Bandbreite und macht neugierig auf weitere Werke. Verdienterweise bekommt das Buch 5 Sterne.

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    • 2
  • Kann man ohne zu Wollen überhaupt sein?

    Wollen!

    Antek

    Bernd Mannhardt ist ein Autor, den ich durch seine beiden Moabit Krimis „Schlussakkord“ und „Keimzeit“ kennen- und schätzen gelernt habe. Da er mich auch mit seiner Kurzgeschichtensammlung „Du kommst mir gerade richtig“ quietschvergnügt unterhalten hat, war ich sehr gespannt auf diese unangenehme Geschichte. Wollen ist ein kleines Büchlein, das im Format A 6 und mit nur 56 Seiten recht handlich daher kommt. Aber in der kleinen Geschichte steckt so Einiges drin. Sie unterhält mit der vom Autor gewohnten Komik und schafft dabei aber auch ganz viel Nachdenklichkeit. Der Autor beschreibt den Lebenslauf eines Mannes, der nach einer Enttäuschung im Job beschließt nichts mehr im Leben zu wollen und schaufelt sich damit sein eigenes Grab. Unserem Mann widerfährt Unrecht und jetzt steht er vor der Frage, um sein Recht kämpfen und damit möglicherweise einem anderen schaden, oder Unrecht einfach Unrecht sein lassen? Die Niederlage im Job wirft auch die Erkenntnis auf, nun nicht in die beruflichen Fußstapfen seiner Vorfahren treten zu können. Ihm bleibt der Aufstieg verwehrt und deshalb will er sich wenigstens an den Grundsatz, den ihm sein Vater gepredigt hat, folgen. Wenn man am Tag des Jüngsten Gerichts nicht zum Schmoren in der Hölle verurteilt werden möchte, was unser Mann natürlich auf keinen Fall will, darf man niemals einen anderen Menschen, nur des eigenen Vorteils wegen, in Misskredit bringen. Damit scheidet die Alternative um sein Recht zu kämpfen aus. Aber unser Mann treibt diesen Gedanken weiter, denn "Seiner Einschätzung nach verhielt es sich so, dass man immer nur auf Kosten Dritter etwas Wollen könne", woraufhin er beschließt von nun an gar nichts mehr zu wollen. Aber nicht nur das, denn im Umkehrschluss bedeutet diese Einschätzung auch, dass andere eigentlich auch nichts, ohne dass dies auf seine Kosten geht, wollen können.  „Unser Mann“, wie ihn Bernd Mannhardt in der Geschichte so treffend nennt, ist auch der Mann des Lesers. Jeder trägt wohl ein Stück dieses Mannes in sich, jeder wägt ab und an ab, ob er will oder nicht, jeder würde gerne ab und an einfach nicht wollen. So überspitzt wie unser Mann wird das Nichtwollen mit Sicherheit niemand treiben, jedoch wirft genau das die Frage auf, lebt ein Mensch denn überhaupt noch, wenn er nichts mehr vom Leben will? Ich meine definitiv nein und denke, dass der Autor dies hier auch äußerst gekonnt dargestellt hat. Jeder hinterfragt mit Sicherheit auch immer wieder einmal, was sich hinter dem Wollen der anderen verbirgt. Wenn ein freundlicher Gruß oder ein Flirtversuch, nicht einfach nur mehr eine nette Geste sein kann, ist dies ins Extrem getrieben. Klar dass einen dies auch ins soziale Abseits katapultiert. So führt der Autor meiner Meinung nach dem Leser vor Augen, wie wichtig auch ein intaktes soziales Gefüge für das Überleben eines Menschen ist. Gleichzeitig findet mit Sicherheit ein jeder Leser einen solchen Mann in seinem Umfeld. Einen, der sich isoliert, der nicht grüßt und der einfach in der Menge untergeht. Hier habe ich als Leser den dezenten Wink mit dem Zaunpfahl mitgenommen, wieder ein wenig genauer hinzusehen. Nicht zuletzt schwingt natürlich auch die Botschaft mit, ein gesundes Mittelmaß zu finden, wie eigentlich immer im Leben. Der Autor ist ein Meister der Wortspielereien. Ich liebe den Sprachstil des Autors einfach. Der schwarze Humor, die Ironie, die Doppeldeutigkeit seiner Worte oder die unterschwelligen Botschaften, sind ganz mein Ding. Unser Mann ist auswechselbar, er könnte jeden Job haben, der Autor bedient sich aber Bezeichnungen wie Obernylonstrumpfmaschinenführer, Nylonstrumpffabrikbesitzer, Gardinensaummaschinenführer oder Zündkerzengewindeschneidmaschinenführer, die einen beim Lesen einfach schmunzeln lassen und so trotz aller Tragik auch für humorvolle Unterhaltung sorgen. Wollen ist eine tragische Geschichte von einem Mann, der niemanden Schaden wollte um nicht in der Hölle zu schmoren und sich damit sich selbst am meisten geschadet hat, indem er sich eine Hölle auf Erden  geschaffen hat. Man muss sich sicher auf die Geschichte einlassen, aber dann wird man mit Sicherheit großen Gefallen daran finden.

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    • 3
  • Was sollen wir wollen

    Wollen!

    Langeweile

    31. May 2016 um 18:02

    Das ist mein drittes Buch dieses Autors und zugleich das Kürzeste. Der Protagonist, hier immer als"unser Mann" bezeichnet, verliert aufgrund der Intrige eines Kollegen seine Arbeit.Zuerst schmiedet er bei Wein und Kerzenschein einen Plan.Er will seinen Chef dazu bringen , die Kündigung zurückzunehmen.Mit zunehmendem Alkoholgenuss verwirft er diese Idee wieder und beschließt statt dessen nichts mehr zu wollen. Er nimmt einen schlecht bezahlten Job an , um seine Miete und den Alkohol , den er nun in immer stärkerem Maße braucht , zu finanzieren. Gab es am Anfang noch Annäherungsversuche seiner Mitmenschen, nehmen die immer mehr ab und unterbleiben schließlich ganz. Mehr möchte ich zu der Geschichte nicht schreiben. Dem Autor ist es wieder auf hervorragende Weise gelungen, den Leser mit seinen teilweise bitterbösen Wortfindungen zu unterhalten. Seine berühmt-berüchtigten Bandwurmsätze sind immer wieder köstlich.Auch die ganz speziellen Berufsbezeichnungen fand ich spitze. Gleichzeitig bringt er den Leser aber auch zum Nachdenken. Es gibt schließlich im Leben viele solcher Menschen, die unauffällig am Rande der Gesellschaft leben. Die Erkenntnis könnte sein, dass jeder sein " Wollen" ein bisschen auch auf diese Menschen ausdehnt, damit könnte manch schlimmes Schicksal verhindert werden.

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  • Wollen - da sind aktive Entscheidungen notwendig

    Wollen!

    efell

    31. May 2016 um 14:47

    In diesem Roman wird das Scheitern eines Menschen aufgezeigt, der nicht aktiv gegen widrige Lebensumstände ankämpft, sondern den leichten, einfachen Weg geht mit dem einzigen Freund Alkohol, der Ihn so betäubt, dass er gar nicht merkt, vollständig unterzugehen.Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen - die lockere Erzählweise mit den vielen Wiederholungen "wie gesagt"...Die immerwiederkehrenden Phrasen und vor allen die Bezeichnung unseres Protagonisen "Unser Mann" machen dieses Bücherl sehr anschaulich, berührend und lesenswert. Die ganze Entwicklung läuft wie ein Film ab, indem man "Unserem Mann" lieb gewinnt, mit ihm leidet, die Ungerechtigkeit spürt. Aber man möchte ihn doch aufstacheln, sich zu wehren, positive Wendungen und Entscheidungen zu treffen, um dem Untergang zuentgehen.Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen!Werde mich auf die Suche nach weiteren Werken dieses Autors machen!Herzlichen Dank, dass ich hier bei dieser Leserunde dabeisein konnte!

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  • Wollen

    Wollen!

    Booky-72

    31. May 2016 um 14:35

    Unser Mann, der Protagonist des Buches, ist es, der hier eigentlich einiges will, in seinem Wollen aber jäh ausgebremst wird und einfach beschließt, nun eben nichts mehr zu wollen. Doch das kostet ihm leider das Leben.

    Nur eine kleine Umschreibung des großen Wollens aller Menschen.

    Kleines satirisches und sehr beeindruckendes Büchlein. 4 Sterne dafür.

  • Wenn einer nicht mehr WOLLEN will!

    Wollen!

    Kerstin_KeJasBlog

    30. May 2016 um 18:48

    Manche Geschichten sind trotz ihrer Kürze oft so aussagekräftig und dem Autor Bernd Mannhardt ist mit "Wollen! Eine unangenehme Geschichte" eine Tragik ohne Komödie gelungen. Warum ohne Komödie? Weil mir das anfängliche Lachen ja wirklich schon sprichwörtig im Halse stecken blieb angesichts der Tragödie die sich da anbahnte. Dieses kleine DIN A6 große-kleine Büchlein hat mich enorm beschäftigt, während dem lesen und besonders danach. Der Schreibstil ist für mich absolut 'Mannhardtscher Style'. Er wickelt einen um die Finger, spielt mit Worten und hält dabei die ganze Zeit einen Spiegel hinter seinem Rücken versteckt, den er dann im richtigen Moment zieht. Darüber bin ich aber kein Stück böse, sondern (wieder einmal) begeistert!!! Mich hatte ja schon der Bayer Stegmeier an der Nordsee begeistert und noch mehr, der Berliner Kommissar Hajo Freisal mit herzlich-frecher Schnodderschauze. Während es in diesen Büchern aber vorwiegend amüsant und heiter zugeht (ich lasse jetzt mal die Todesfälle außer acht) ist "Wollen" ein Buch dem man sich stellen muss. Die Geschichte ist unangenehm, wahrlich. Grotesk vielleicht sogar angesichts dieses Wollen oder NichtWollen des Protagonisten. Wie man etwas nicht mehr 'Wollen kann' habe ich mich die ganze Zeit gefragt. Einfach aufgeben, Schuld suchen wo keine ist oder doch. Unser Mann, der Protagonist im Buch gibt auf, sich selbst, sein Umfeld, sein ganzes Leben und harrt da der Dinge die unweigerlich auf ihn zukommen. Dabei ensteht viel Raum zum Nach-und Überdenken ohne das der Autor den Finger heben muss. Es ergibt sich einfach so, beim lesen und denken (wenn man beim lesen denkt) wenn man es denn so will. Da ist es wieder das WOLLEN. Jeder will irgendwie irgendetwas irgendwo irgendwann von irgendwem oder auch nicht. Und wenn das WOLLEN aus welchen Gründen auch immer verschwindet - ist das letztendlich dann nicht auch ein WOLLEN? Das könnte ich endlos so weiterführen, eine ganz große Geschichte versteckt in einem kleinen Büchlein. Potential zum diskutieren ohne Ende, ja das würde ich gerne WOLLEN. Wolle, äh - volle Sternenzahl, also 5 von 5 für diese 56 Seiten. c)K.B. 05/2016

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  • "Wollen" eine unangenehme Geschichte ...

    Wollen!

    Bellis-Perennis

    30. May 2016 um 17:28

    Dieses nur 60 Seiten starke Büchlein, hat es in sich. Der Autor Bernd Mannhardt ist für seinen schrägen Humor und seinen spitzen Wortwitz bei den Lesern gut bekannt. Mit dieser Geschichte, die manchmal ins Kafkaeske und ins Absurde abgleitet, hat er eine Figur geschaffen, in der sich jeder von uns – in klitzekleinen Ansätzen - wiederfinden kann. Deshalb wählt Mannhardt statt eines Namens bewusst die Formulierung „unser Mann“. Der Leser ist mittendrinn in diesem Leben, das nicht immer erstrebenswert erscheint.„unser Mann“ wird auf Grund einer Intrige, von jemanden der mehr wollte als er selbst, aus dem Betrieb ausgeschlossen. Schon längst ist „unser Mann“ nur ein Spielball des Wollens anderer. Sein Vater und dessen Vorväter haben vorgelebt, was es heißt zu „wollen“. Nie hat jemand „unseren Mann“ gefragt, was denn er wollte. So hat er nach seinem unrühmlichen Abgang in der Fabrik, einfach „nichts mehr wollen wollen“, um nicht so zu werden wie die anderen. Er wollte nicht in der Hölle schmoren, mit der ihm sein Vater immer gedroht hat. Doch statt der jenseitigen Hölle befindet er sich der diesseitigen. Mit der Zeit verfällt er dem Alkohol (dafür reicht scheinbar sein Wollen), sieht nur mehr das Böse in den Menschen und brütet eine ausgewachsene Paranoia aus. „Unser Mann“ stirbt erstaunlich spät, wenn auch einen einsamen Tod. Interessant, dass er das „Nicht-Wollen“ solange hinauszögern konnte.Mehrmals verspürte ich den Impuls diesen „unseren Mann“ anzuschreien und/oder zu beuteln. Ihm einen Anstoß zu geben, sich nicht so lethargisch beinahe stupor-haft zu verhalten und aus seinem Kokon zu schlüpfen. Vergebens!Ich finde den Erzählstil von Bernd Mannhardt außerordentlich bereichernd. Die Wortgewandtheit gepaart mit den wunderhübschen Bandwurmsätzen haben mir ein schönes Lesevergnügen bereitet.Diese Büchlein ist trotz der wenigen Seiten nichts für zwischendurch. 

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  • Eine sehr angenehme unangenehme Geschichte

    Wollen!

    Traeumerin109

    28. May 2016 um 22:52

    Unser Mann, die Hauptfigur dieser Geschichte, beschließt nach einem beruflichen Missgeschick, in Zukunft nichts mehr zu wollen. Diesen Entschluss setzt er von nun an konsequent in die Tat um, bis das Ganze ein sehr unangenehmes Ende findet. Dieses kleine Büchlein hat mich absolut überrascht, weil ich den Autor vorher noch nicht kannte. Aber ich bin begeistert, diese 30 Minuten Lesevergnügen sind es absolut wert! Zum einen wäre da der einmalige Schreibstil von Bernd Mannhardt. Unvergleichlicher schwarzer Humor, Ironie und gekonnt eingesetzte Bandwurmsätze, die uns immer wieder begegnen und zum schmunzeln bringen – eine sehr angenehme Mischung. Das Thema der Geschichte ist jedoch keineswegs zum Lachen, sondern todernst. Es geht um Verantwortung füreinander und auch für sein eigenes Leben, sorgfältigen Umgang mit der gegebenen Lebenszeit, Entscheidungen und dem Davonlaufen vor Entscheidungen: Kurz gesagt, es geht um ganz vieles, was uns als Leser bekannt vorkommt, in der einen oder anderen Weise. Vielleicht finden wir das alles auf den ersten Blick ziemlich absurd: Ein Mann, der das Wollen nicht mehr will. Vielleicht finden wir die Geschichte auch einfach nur tragisch und können nicht fassen, dass unser Mann so denkt. Aber unser Mann ist wie du und ich. Wollen und nicht mehr wollen, unser freie Wille kann ganz schön tückisch sein. Was immer wir tun, entkommen können wir ihm nicht, weil wir einfach nicht aufhören können zu wollen. Wir genauso wenig wie unser Mann. Ich werde auf jeden Fall noch mehr von Mannhardt lesen, und kann ihn euch nur wärmstens empfehlen! Klare fünf Sterne!

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  • Wenn ich nicht mehr Wollen will!

    Wollen!

    rewareni

    28. May 2016 um 10:37

    Wer dieses kleine Büchlein – ich kann es nur so bezeichnen, denn mit einem Format von A6 und nicht einmal 60 Seiten dünn, ist es ja noch kein ausgewachsenes Buch, in den Händen hält, wird sich wundern, welch aufwühlende Geschichte einen darin erwartet. Wer eine ,, unangenehme, tragisch- komische Lebensgeschichte ´´ lesen will, sollte sich Zeit nehmen um ,,unseren Mann´´ durch sein Leben zu begleiten, der nicht wusste, ob er etwas ,,Wollen´´ sollte oder nicht. Bernd Mannhardt, der Autor, hat eine tragische Figur erschaffen, einen Mann von nebenan, der sich selbst im Weg steht und nicht wirklich weiß, was er im Leben will. Nach seinem Job Verlust beschließt der Mann einfach nichts mehr zu wollen. Obwohl die Geschichte absurd klingt, kann man nicht sicher sein, ob sie nicht irgendwo doch möglich sein könnte. Es ist eine Tragikomödie die man trotz allem ernst nehmen sollte. Es zeigt die Isolation und vor allem die Anonymität eines einsamen und verzweifelten Menschen auf. Viele Menschen ohne Hoffnung und Lebensperspektive schaffen sich eine ,,eigene Insel´´ auf der sie leben. Wenn ich mich nicht um andere kümmere laufe ich auch nicht Gefahr, dass sie mich mit ihren Sorgen oder Problemen belästigen. Ich gebe Verantwortung einfach ab und brauche auch keine zu tragen. Was dazu führt, dass manche Menschen niemanden abgehen, wenn sie z.B bereits tagelang tot in ihrer Wohnung liegen. Mit der Entscheidung nichts mehr  zu Wollen, hat aber ,, unser Mann´´ im Grunde eine Entscheidung getroffen und der Autor hat am Ende die Frage offen gelassen, wie weit der Ausgang von unseren tragischen Helden gewollt war oder nicht. Ein besonderer Kunstgriff des Autors war den Leser mittels direkter Anrede in das Geschehen mit einzubeziehen. Man wollte ,,unseren Mann´´ aufrütteln, ihm zur Seite stehen, ihm helfen, aber man konnte es nicht. Man konnte nur von außen zusehen, wie sich jahrelang mehr und mehr sein eigenes ICH zurückzieht und er eigentlich nur eine unbedeutende Hülle mit Inhalt war. Bernd Mannhardt ist ein Garant für schwarzen Humor, klugen Gedankengängen, Wortspielereien vom Feinsten und für mich mittlerweile lieb gewordenen Bandwurmsätze. Besonders originell sind die Fantasieberufsbezeichnungen wie z.B Obernylonstrumpfmaschinenführer oder Gardinensaummaschinenführer.  Man muss sich einfach auf Bernd Mannhardt einlassen, man kann manche Geschichten nicht einfach so drüber lesen, sondern man braucht Zeit und muss manches vielleicht zwei Mal  lesen bis man auf die wirkliche Bedeutung und auf die Aussage der Geschichte kommt. Entweder man mag seine Art zu schreiben, oder eben nicht und ich mag seinen Schreibstil und die manchmal zynischen Bemerkungen, die den Leser aufrütteln sollen über sich und das Leben nach zu denken. Zum Abschluss ein Auszug aus dem ,, Büchlein´´ Wollen! Eine unangenehme Geschichte:Aha!- war demnach unseres Mannes einstiges Wollen, Obernylonstrumpfmaschinenführer zu werden, durch das Wollen seines Vaters- wie einst dessen Wollen von dessen Vaters Wollen und wie dessen Wollen wiederum von dessen Vaters Wollen- beeinflusst?

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  • Satire ohne Happyend

    Wollen!

    Katha76

    28. May 2016 um 09:33

    Wie ich finde, ein wunderbar tragisches Stück, welches mit einer exzellenten Wortspielerei, auch zum Nachdenken anregt. 

  • Wer sich aufgibt

    Wollen!

    Tulpe29

    28. May 2016 um 09:11

    Ein sehr aktuelles, berührendes und lesenswertes Buch, das den Leser gleich in seinen Bann zieht. Man merkt, dass der Autor sich mit dem Thema ernsthaft auseinandergesetzt  und ein großes Problem der heutigen Zeit erkannt hat- die Anonymität. Er beschreibt eindrucksvoll die Geschichte eines Mannes, der  nach einer herben Enttäuschung  vom Leben nichts mehr erwartet und nichts dagegen tut, seine derzeitige Situation zu ändern. Er gibt sich völlig kampflos auf, unternimmt nicht einen Versuch, um sich in irgendeiner Form zu verbessern. Das ist sehr tragisch und berührend.

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  • Nichtwollen ist auch keine Lösung - eine satirische Betrachtung

    Wollen!

    Buchstabenliebhaberin

    Ein Mann strebt einen beruflichen Aufstieg an und erlebt eine unangenehme Geschichte. Es läuft nicht so, wie er es sich dachte. Generationen vor ihm haben diesen Karrieresprung geschafft, und unser Mann scheitert. Eine tragische und vor allem ungerechte Geschichte, die unserem Mann hier widerfährt. Er wird sich zur Wehr setzen, dachte ich. Darüber dachte er durchaus nach. Er machte sich viele Gedanken und beschloss dann: "Seiner Einschätzung nach verhielt es sich so, dass man immer nur auf Kosten Dritter etwas Wollen könne" (S. 25). Da solch rücksichtslose Menschen aber in der Hölle schmoren werden, wie sein Vater ihm von Kindesbeinen an prophezeite, wollte er sicherheitshalber nicht mehr Wollen. Unser Mann stellt jegliches Wollen ein und wird komplett passiv. Bis zum bitteren, konsequenten, logischen Ende. "Wollen! Eine unangenehme Geschichte" ist eine absolut ungewöhnliche Lektüre. Eine ernste Satire, die ihre wahre Geschichte zwischen den Zeilen erzählt. Die Geschichte erinnert mich an die lehrreichen Kurzgeschichten aus dem Zen-Buddhismus. Dabei besitzt Bernd Mannhardt einen ganz eigenwilligen Schreibstil. Er liebt die Sprache, dass ist klar zu spüren, er jongliert lustvoll mit dem Worten, abschweifen funktioniert hier nicht. Wollte ich auch nicht, ich wollte kein Detail verpassen - und ich lese durchaus quer, wenn mich Abschnitte in Büchern langweilen und ich vorankommen will. Hier genoss ich jedes Wort! Es geht um ein ernstes Thema. Ein großes Thema, wie ich finde. Eines, dass gar nicht so einfach in so wenige Seiten zu bringen ist! Eines, dass jedem von uns schon begegnet ist: Eine Kränkung wirft uns aus der Bahn, lässt uns schwer verunsichert zurück. Was nun? Kämpfen oder Unrecht Unrecht sein lassen? Was ist schlimmer? Was macht es mit uns, wenn wir aufgeben, wenn wir in allem, was uns widerfährt, nur Schlechtes vermuten? Welch fatale Entscheidung zu denken "wenn ich das oder jenes nicht bekomme, ist alles vorbei, dann ist der Zug abgefahren". Manche Menschen denken so. Unser Mann dachte so. Mein Fazit: Nichtwollen ist auch keine Lösung! Hingefallen? Wunde lecken, ja. Aber dann: Krone richten, aufrappeln. Den nächsten guten Augenblick in vollen Zügen genießen! Danke für die Erinnerung. Eine klare Kaufempfehlung für Menschen, die Wortwitz lieben und die gern über den Sinn des Lebens nachdenken.

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    • 3
  • Buchverlosung zu "Wollen!: Eine unangenehme Geschichte" von Bernd Mannhardt

    Wollen!

    Mannhardt

    Kurzfristige Verlosung!  Um was geht´s: Ein Mann erlebt eine herbe Enttäuschung im Job und beschließt daraufhin, nichts mehr im Leben zu wollen. Er schaufelt sich so – nicht nur sinnbildlich – sein eigenes Grab. “Bei aller satirischen Unterhaltung bleibt hier viel Nachdenklichkeit.” (aus dem Nachwort) Der Protagonist ist ein Mann, der, Achtung (!), "Nylonstrumpfmaschinenführer" ist und eigentlich "Obernylonstrumpfmaschinenführer" werden wollte, woraus jedoch nichts wurde. Warum nicht? Tja...,eine  gute Frage. Wirklich nur was für Leser mit Spaß an Mannhardtschen  Sprachwitz und Hang zu bitterbösen Pointen. Natürlich gibt´s den Beruf "Nylonstrumpfmaschinenführer"nicht wirklch. Alles in allem eine kurze Geschichte, 40 Seiten , Pocket-Format (A6) - also keine große Sache, sozusagen.  Sammlern von fetten Büchern wird´s also vermutlich nichts bringen. Zur Einstimmung der Werbetrailer: https://www.youtube.com/watch?v=WQ93XJcFeE0

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