Bernd Schroeder Wir sind doch alle da

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Inhaltsangabe zu „Wir sind doch alle da“ von Bernd Schroeder

Bewegend, mit Witz und Ironie schreibt Bernd Schroeder über die Menschen, die keiner sich aussucht, die aber für jeden das Leben bestimmen. Benny ist sechzehn. Nach einem Unfall liegt er bewusstlos im Krankenhaus. Um sein Bett versammelt sich der Familienclan. Alle stehen sie da mit ihren Erinnerungen und Konflikten, Intrigen und Versöhnungen, Verletzungen und Sehnsüchten. Wer wartet da auf Benny, wenn er am Ende wieder erwacht?

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  • Ein dünnes Buch mit viel Stoff und rasantem Tempo

    Wir sind doch alle da

    Callso

    01. May 2016 um 06:28

    Das Buch bietet eine so schöne, tragische Ausgangslage. Der 16-jähriige Benny liegt nach einem merkwürdigen Unfall im Koma. Zunächst besuchen die Familienmitglieder ihn regelmäßig im Krankenhaus und hoffen auf eine baldige Genesung.Doch der Junge im Krankenhaus gerät zur Nebensache, vielmehr beoachten wir die Eltern, Onkel und Großeltern, wie sie aus ihrem bisherigen Leben fliehen und ganz andere Wege gehen. Das ist und wirkt wenig sympathisch. Das mutet in der Krise schon etwas merkwürdig an.Die Geschichte legt ein sehr flottes Tempo hin. Binnen kürzester Zeit durchleben die Familienmitglieder von zwei Familien eine derartige Entwicklung, dass man als Leser staunt - vor allen Dingen ob des rasanten Tempos.Da wird sich munter getrennt, von daheim ausgezogen, ausgewandert, es wird sich frisch verliebt oder man landet sogar im Gefängnis.Gerade der oberflächliche Umgang der beiden Eltern war für mich seltsam befremdlich.Insofern scheint es fast so, als könne sich der Autor nicht entscheiden, welche Geschichte er erzählen möchte und hat kurzerhand alles in das schmale Buch reingepresst.Ein wenig fehlt die Bindung zu den Personen, eine emotionales Fesseln an der Story blieb bei mir aus. Zu schnell und zu unterkühlt wird das Treiben geschildert. Die Ursprungsgeschichte wird zu schnell verlassen. Selbst zum Jungen im Krankenhaus hat das Hoffen und Bangen bei mir als Leser schnell nachgelassen.Ein für mich nur durchschnittliches Buch. Der dünne Roman lässt sich zwar flüssig lesen, bei mir hat die rasante Geschichte nur bedingt funktioniert. Ähnlich wie der Buchtitel, der nur in die Irre leitet....

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  • Familienaufstellung

    Wir sind doch alle da

    Buecherschmaus

    27. June 2015 um 16:44

    Anfangs sind sie alle da, Bennys Familienmitglieder, seine Freunde, Verwandte und Bekannte. Benny ist 16 und liegt im Koma. Sein Onkel Thomas fand ihn bewusstlos, mit einer schweren Gasvergiftung in der Waldhütte der Familie. Bis zum Ende bleibt vage, was genau passiert ist, aber nun liegt er da in seinem Krankenhausbett, und alle, die ihm nahe standen, kommen hier vorbei, kommen zu Wort. Sein eigensinniger Großvater Ferdinand, der selbsternannte Familienchef, Gründer des familieneigenen Sanitär- und Elektrogeschäfts, seine ein wenig pflegebedürftige Frau, die getrennt voneinander lebenden, heillos zerstrittenen Eltern Ines und Michael, deren neue Lebenspartner, das andere Großelternpaar, Onkel, Tanten, Nachbarn und Freunde. Dabei entlarven sie Schritt für Schritt, wie desolat die Beziehungen untereinander sind, wie mühevoll so etwas ähnliches wie Familie aufrecht erhalten werden soll, wie sehr alle aneinander vorbei leben, wie ausschließlich ein jeder mit seinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt ist. Nur Bennys türkische Freundin Ayse und die Großmutter seines Zimmernachbarn scheinen am Ende für den Jungen da zu sein. Bernd Schroeder erzählt von diesem Zerfall einer Familie klar, sehr dialogreich, witzig und durch die Vielstimmigkeit sehr kurzweilig. In kurzen, schlaglichtartigen Kapiteln wird über ein Jahr beleuchtet. Manchmal geraten seine Figuren ein wenig zu sehr zu Typen, aber er trifft immer wieder so genau Ton und Situation, ist manchmal bitterböse, manchmal melancholisch, bisweilen grotesk, dass das Lesen dieser eigentlich sehr traurigen Geschichte ein großes Vergnügen bereitet und auch nachdenklich zurücklässt.

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  • Präzise Personenstudie

    Wir sind doch alle da

    michael_lehmann-pape

    16. April 2015 um 13:45

    Was genau passiert ist, weiß niemand. Auch der Leser nicht. Aber Bernd, der 16jährige Sohn von Michael und Ines wird an einer Hütte leblos aufgefunden und liegt nun im Krankenhaus im tiefen Koma. Keine Frage, dass die Familie sich kümmert. Von allen Seiten. Aber kümmert sie sich wirklich um Benny, den Sohn, Neffen und Enkel? Oder kümmert die Familie sich, wie gewohnt, grundsätzlich und ausschließlich einmal wieder jeder nur um sich? „Menschen im Koma und Wachkoma verfügen über die Fähigkeit, innerlich auf Reize zu reagieren“. So formuliert Schröder, der in seinen wechselnden Perspektiven der verschiedenen Familienmitglieder immer wieder kurze, medizinische Informationen einfließen lässt. Bekommt Benny also mit, wie sprachlos Vater und Mutter (schon längst äußerlich, schon lange innerlich voneinander getrennt) vor der Tür des Krankenzimmers stehen? Gut zumindest, dass er nicht das Gespräch außerhalb des Gebäudes miterleben muss, in dem sein Vater Michael (Hallodri, Playboy, Gernegroß und vom Vater und Bruder durch familieneigene Sanitär- und Elektrogeschäft als „unfähiger Sohn“ per Apanage mit durchgefüttert) das für ihn wichtige anspricht: Hatte seine Frau damals jemals einen Orgasmus, mit ihm? Ines, die nun einen deutlich jüngeren Mann an ihrer Seite hat. Während der Patriarch der Familie mal wieder dabei ist, „alles zu regeln“ (für alle anderen gleich mit), der andere Großvater mehr vor sich hinstotternd einfach was tun will (grandios, die einseitige Telefonszene, die Schröder miteinbaut und darin die Person präzise ausleuchtet) und Andreas, der „jüngere“ und dennoch „große Bruder“ (und damit Onkel Bennys) sich noch bedeckt hält. Aber das auch nicht mehr lange. So sind „alle da“ samt Anhang und erweiterter Verwandtschaft im Lauf der Lektüre und doch ist keiner bei Benny, im eigentlichen Sinne des Wortes und beieinander sind die alle schon mal gar nicht. Wobei es die Kunst Schröders ist, in den einzelnen Personen Archetypen zu schaffen, die für bekannte, reale, verbreitete Lebens- und Geisteshaltungen stehen und, vor allem, jeder für sich und in sich irgendwie auch Recht und sein Recht hat, das Leben so zu leben, wie er und sie es gerade lebt. Was einander dennoch in den inneren Bewertungen der anderen jeweils abgesprochen wird. Egoman setzt sich jeder und jede der Beteiligten mit ihrer Sicht der Dinge und ihrem Blick aufs Leben und die anderen an die Spitze als Richter. In einem immer stärker sich verfinsterndem Klima, einander belauernd, umkreisend, sich fragend, was denn eigentlich mit dem jungen Benny wirklich geschehen ist und warum man selber auf keinen Fall daran Schuld trägt. Auch wenn man den Sohn abgeschoben hat zu den Großeltern mütterlicherseits. Und nicht nur in dieser Beziehung liegen „Altlasten“ im Raum, die lange Zeit unausgesprochen blieben, nun aber wieder von Bedeutung werden. Menschen, die einander nicht zugetan sind, die sich eher, teils auch in kleinen Gruppen, mit Abscheu begegnen und doch nicht nur durch Blutsbande miteinander verwoben sind, sondern deren eigenes Leben sich auch immer in Teilen als Reaktion auf den und die anderen vollzogen hat. Denn Michael hatte ja andere, durchaus wohlwollende Pläne, als er sich in Ines verliebte und diese wollte ja auch nur Erwartungen erfüllen, wenn auch wohl die Falschen. Während Andreas durch den Patriarchen der Firma immer intensiver in seine „jung schon zu alt gewordene“ Lebensrolle gedrängt wurde, auch auf der Blaupause des Versagens seines älteren Bruders. Den der Vater zu Kindezeiten sehr schätzte und den er nun irgendwie im Blick behalten und zugleich aus dem Sinn bekommen möchte. Intensive, präzise, prägnant geschilderte und flüssig vorgestellte Konstellationen und Personen, die den Leser das Leben selbst erkennen lassen und lange nachhallen in der Betrachtung der eigenen Familienbeziehungen und in der Reflexion einer sich ändernden, voneinander wegstrebenden Gesellschaft, in der existenzielle Lebensbindungen häufiger eher negiert denn konstruktiv bearbeitet werden.

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  • Wenn Lebenslügen platzen

    Wir sind doch alle da

    JulesBarrois

    02. April 2015 um 08:43

    Wir sind doch alle da - Bernd Schroeder, 176 Seiten, Hanser Verlag, 16.03.2015, 18,90 €, ISBN 978-3-446-23267-9   „Die Familie zerfällt“, stellt der Patriarch Ferdinand Maus fest. Das, und nicht nur das erinnert an eine Fortführung der „Buddenbrooks“, deren Untertitel ja „Verfall einer Familie“ lautet. Benny ist 16 Jahre alt, Enkel von Else und Ferdinand Maus und Sohn von Michael und Ines Seidel, die längst getrennte Wege gehen und sich nie mehr begegnen wollten. Benny liegt im Koma, bewusstlos aufgefunden in einer Hütte der Familie Maus – als Opfer einer Gasvergiftung. Ob er je erwachen wird, ist ungewiss. Aber um Benny geht es gar nicht, sondern um seine Angehörigen, die am Krankenbett zusammenkommen, um Menschen, die lange nichts miteinander zu tun gehabt haben. Dort brechen alte und neue Konflikte auf, zeigen sich alte Kämpfe und neue Eifersüchteleien, beschleunigen sich Entwicklungen. In einer Staccato-Folge von filmischen „Short Cuts“ werden die Gedanken- und Erinnerungswelten der zahlreichen Figuren perspektivisch präsent. Deutlich wird: Man lebt in Parallelwelten egoman aneinander vorbei. Wer ist für Benny, der am Ende erwacht, noch wirklich da? Das Platzen der Lebenslügen wird seinen Preis haben. Bewegend, mit raffiniertem Humor und feiner Ironie schreibt Bernd Schroeder über die Menschen, die keiner sich aussucht, die aber für jeden das Leben bestimmen. Die Dramaturgie ist klar und knapp Hier trifft ein Autor das, worüber er spricht und schreibt, so präzise, dass man es einfach nicht besser, nicht stimmiger, beschreiben kann. Anfangs sträubt man sich ein wenig: zu spröde, zu nah am Umgangssprachlichen scheinen Ausdruck und Stil. Bernd Schröder setzt Sprache nicht nur als Transport-, sondern auch als Stilmittel ein. Eine lebensnahe Erzählsprache mit hohem Genussfaktor. Das Buch zeigt, wie schlimm es halt heutzutage gehen kann. Ein lesenswerter und sehr unterhaltsamer Roman über einen Clan, der lernunfähig ist, der es nicht gelingt sich neuen Realitäten zu öffnen und die uns lehrt, wie man alles falsch macht, mit viel Raum für eigene Überlegungen.   Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Hanser Verlages: http://www.hanser-literaturverlage.de/buch/wir-sind-doch-alle-da/978-3-446-23267-9/ Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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