Bernd U. Rinas

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Autor von Veganismus.

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Veganismus

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Erschienen am 01.01.2012

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Rezension zu "Veganismus" von Bernd U. Rinas

Veganismus als moderner Anarchismus?
Sokratesvor 4 Jahren

Anarchistische Bewegungen kennen wir eher aus der Geschichte als aus der aktuellen (Jugend-)Kultur. Spätestens mit den 68er'n hat es die letzten anarchistischen Bewegungen gegeben. Doch Rinas gelingt es in seiner Doktorarbeit recht überzeugend, aus einem Gewirr an bereits vorhandenen philosophischen, ethischen sowie soziologischen Gemengelagen eine Theorie herauszuarbeiten, nach der für ihn die Jugendkultur des Veganismus eine moderne Form des Anarchismus darstellt. Eingebettet in die Philosophie und dem Selbstverständnis der Postmoderne, dem von Zygmunt Bauman geprägten Begriff der Zeitgeschichte seit den 1980er Jahren, versucht Rinas, die Verweigerungskultur vieler junger Menschen näher zu definieren. Veganismus als nur mit "Einfach nichts Tierisches mehr essen" zu übersetzen, ist reichlich platt und umfasst bei Weitem nicht alle Aspekte der veganen Lebensweise. Dahinter steht vielmehr eine sehr ausgeklügelte moralische Vorstellung, interessierte Individuen, die oft besser von Nahrung und Gesundheit Bescheid wissen, als alle "normal" Essenden. So überrascht es nicht, dass Veganismus nicht bloß eine von vielen Jugendkulturen darstellt, die junge Menschen auf ihrer Sinnsuche während der Pubertät und der jungen Erwachsenenjahre ausprobieren oder auch lebenslang für sich annehmen. Mittlerweile beginnt sich die ethische Dimension des Veganismus auch in der breiten Öffentlichkeit durchzusetzen - wünschenswert, denn die moralphilosophischen Wurzeln dieser Bewegung reichen weit zurück in die Antike und sind "Dank" Massenkultur, Massentierhaltung und unbändigem Kapitalismus aktueller denn je. Soziale Netzwerke, ob nun im Internet oder in der realen Welt, helfen es immer mehr, auch Nieschenkulturen besser miteinander zu vernetzen. Auch ein Umstand, den Rinas positiv bewertet: die veganische Szene ist bestens vernetzt, bestens informiert und ersetzt für junge Menschen schon sehr früh das, wovon sie sich mit der Pubertät ablösen: dem Elternhaus. Sie werden Teil dieser neuen, meiner Meinung nach beachtenswerten Lebens- und Moralgemeinschaft, der sich viel mehr Menschen anschließen sollten, als es bislang nur haben.

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