Guten Morgen, Abendland - Der Westen am Beginn einer neuen Epoche

von Bernd Ulrich 
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Guten Morgen, Abendland - Der Westen am Beginn einer neuen Epoche
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Inhaltsangabe zu "Guten Morgen, Abendland - Der Westen am Beginn einer neuen Epoche"

Die politischen Selbstverständlichkeiten sind gehörig ins Wanken geraten. Die Welt, wie wir sie kannten, ist »aus den Fugen«. Doch mittlerweile zeigen sich die Konturen einer neuen Welt immer klarer. Man muss sie nur sehen wollen. Die Erschütterungen dieser Jahre sind hilfreich und notwendig, um den aufgeklärten, aber auch privilegierten Kreisen dieses Landes die Augen zu öffnen für die Ursachen, die viel zu lange verdrängt worden sind: die Wucht, mit der die weltweiten Krisenherde an unser Leben unmittelbar heranrücken, und die grotesken und obszönen Ungerechtigkeiten, die so sichtbar werden und die sich die Opfer nicht mehr bieten lassen, bei uns und weltweit ...
In Zeiten von Brexit, Trump-Amerika, IS-Terror, weltweiter Flüchtlingsströme und neuem Nationalismus wächst das Bedürfnis und die Notwendigkeit politischer Bestandsaufnahmen und Analysen, die über den Tag hinaus reichen. Dieser Arbeit hat sich Bernd Ulrich, Leiter der Politik-Redaktion der Zeit, in den letzten Jahren mit Bravour gewidmet und bei den zahllosen nationalen und internationalen Krisen immer wieder mit kühlem Verstand nach Ursachen und Zusammenhängen gefragt. Darauf basierend entwirft Bernd Ulrich ein präzises Epochenbild, das für die politische Kultur dieses Landes und für ein höchst not-wendiges demokratisches Engagement unverzichtbar ist.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462050493
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:17.08.2017

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    WinfriedStanzickvor einem Jahr
    "Am Ende wird der Wille zur Demokratie einen Weg zur Gerechtigkeit finden."


    Er steckt den Kopf nicht in den Sand, belässt seine politischen Kommentare und Analysen nicht im Jammern und Klagen über die „Welt aus den Fugen“, sondern Bernd Ulrich, Leiter der Politik-Redaktion der Wochenzeitung „Die Zeit“ entwirft in dem vorliegenden Essayband in insgesamt zehn thematischen Zugängen ein überzeugender politischer Analyse und politischer Bestandsaufnahme ein Epochenbild, das wir in den nächsten Monaten und Jahren in der politischen Kultur unseres Landes und zur Unterfütterung von noch mehr nötigen demokratischen Engagements der Bürger noch dringend brauchen werden und auf dessen Elemente nach der Wahl hoffentlich noch viele zurückkommen werden.

    Ulrich glaubt, die Erschütterungen der letzten Jahre (Trump, Brexit, Flüchtlingskrise, autoritäre Staaten mitten in der EU) sind notwendig, um der Öffentlichkeit unseres Landes die Augen zu öffnen für die Ursachen, die viel zu lange verdrängt worden sind: die Wucht, mit der die weltweiten Krisenherde an unser Leben unmittelbar heranrücken, und die grotesken und obszönen Ungerechtigkeiten, die so sichtbar werden und die sich die Opfer nicht mehr bieten lassen, bei uns und weltweit ...

    Für Deutschland und erst recht für Europa sieht er eine Zukunft weisen als Mittler zwischen Ost und West und als Kümmerer für Afrika. Bei aller zum Teil sehr ernüchternder Analyse, die zeigt, dass die alten Zeiten endgültig vorbei sind, gibt Ulrich die Hoffnung nicht auf wenn er am Ende schreibt: "Am Ende wird der Wille zur Demokratie einen Weg zur Gerechtigkeit finden."

    Möge er Recht behalten und mögen sich auch nach der Wahl zum Bundestag dort und in einer kritischen Öffentlichkeit genug Stimmen finden, die in diese Hoffnung miteinstimmen und ihre Politik danach ausrichten.

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    jamal_tuschickvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Nicht weiterführend.
    Gute Deutsche


    Jedes Volk ermächtigt sich in einer Geschichte, die das Göttliche mit der Geografie verbindet. Besonders blumig erscheint die Selbstvergewisserung, wenn sie von einer beseelten Natur ausgeht und in einer Schlange oder Löwin die Geburtshelferin der Nation erkennt. Fragt man die Leute, dann ist der deutsche Haupttext ein Heldenepos voller Nebel, Tarnkappen und Gemeinheiten. Zeit-Redakteur Bernd Ulrich sieht das anders. In seinem „Weckruf“ „Guten Morgen, Abendland“ behauptet Ulrich, die Helden der Nibelungen seien ausgemustert worden. Stattdessen ginge es in der neuen Großerzählung um Schuld und Sühne als etwas immer weiter Wirkendem. Der Autor sprach über „die Integration der Schuld in die Nationalgeschichte“ und den Ausbruch der Marginalisierten „aus ihren Demutsgefängnissen als einer Nebenfolge der Globalisierung“ mit Wolfgang Schäuble in der Berliner Akademie der Wissenschaften. Schäuble nannte Ulrichs Deutungsversuche indirekt die Dramatisierung eines historischen Wimpernschlags. Was sind schon siebzig Jahre Nachkriegsgeschichte vor dem Hintergrund eines Reichsgeschehens, das mit Childerich blutig anfängt. Behutsam warf Schäuble dem Journalisten Alarmismus vor. Zugleich freute er sich über die im Ruf laut werdende Heimatliebe.
    Ulrich stapelt starke Behauptungen auf manchmal sehr treffende Beobachtungen, gelungene Simplifikationen und die Wiedergabe von Einsichten, die auf Sportplätzen, in Gaststätten und im Internet billig gewonnen wurden. Ulrich schreibt: „Mit der merkelschen Entscheidung … kamen eine Million arabisch geprägte, also mutmaßlich „schwierige“ Muslime ins Land“.
    Der Autor verfolgt die Entwicklung der Schwierigen auf Facebook: „Ob diese jungen Männer zu „guten Deutschen“ werden oder auf einen islamischen Abweg geraten, hängt … auch von der politischen Kultur (ab), mit der sie konfrontiert sind.“
    Ulrich schildert eine „aus den Fugen“ geratene Welt. Schäuble hielt dagegen, dass die Welt für jede Generation aus dem Gleisbett springt. „Gehen Sie nur einmal hundert Jahre zurück. Da hatten wir den Ersten Weltkrieg.“
    Die Gesprächspartner waren sich unheimlich nah, der Stuhlkreis-Liberale Ulrich und ein Schäuble im Schafspelz. Schließlich ging es um nichts. Der Politiker bezeichnete das Flüchtlingsmenetekel als „Rendezvous mit der Geschichte“, die nun denen Beine macht, die bisher keinen Grund zum Laufen sahen. Er erwähnte „die Doppelgesichtigkeit des Menschen“ und gab sich halb als Geschichtsfatalist, angeblich kleingehalten von einem Mandat, mit dem man von der Geschichte gar keine Aufträge annehmen kann.


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