Bernd Wehner Der Mohawk-Traum

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Inhaltsangabe zu „Der Mohawk-Traum“ von Bernd Wehner

In seiner Jugend hat Karl-Heinz Berge von Indianerbüchern verschlungen. Nun hat er genug von der Papierwelt, und er reist dorthin, wo die Indianer wirklich leben.Er landet in Akwesasne - einem Dorf der Mohawk Irokesen am Sankt Lorenz Strom. Er kommt genau richtig: Sie bauen eine Schule: Überleben als Mohawk Nation im weißen Amerika. Und er baut mit. Vier Jahre später ist er wieder in Akwesasne. Diesmal ist Alltag. Wieder erfährt er eine ganz selbstverständliche Gastfreundschaft. Und nur so, als Beinahe-Familienmitglied, erlebt er den schmalen Grat, auf dem das einst so stolze Volk heute wandelt. Alkohol und Zigarettenschmuggel, das große Geld der Glücksspielhallen, Arbeitslosigkeit und Bruderkampf, eine Jugend, die in Langeweile und Drogen verlorenzugehen droht – all das ist gegenwärtig. Ein Reservat, das durch eine Staats- und eine Provinzgrenze in drei Teile zerschnitten ist, tut sein Übriges. Aber da ist auch die Akwesasne Freedom School, die Überlebensschule der Mohawk. Da sind die Clanmütter und die Chiefs der großen Ratsversammlung. Da gibt es die Radiostation und das traditionelle Freundschaftsfest. Und viele Denkweisen einer uralten Kultur, die bis heute überlebt haben.
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  • Bei den Indianern ‚abhängen‘

    Der Mohawk-Traum

    Starbucks

    02. December 2013 um 09:32

    Es fällt mir nicht ganz leicht, eine Rezension über Bernd Wehners ‚Der Mohawk-Traum – von einem der auszog, die Indianer zu finden‘ zu schreiben. Ich habe dieses Buch gelesen, zum einen, weil ich auch oft in der Gegend um den St. Lorenz im Osten Kanadas und an der Grenze zu den USA unterwegs bin und dort auch schon den Kontakt mit den Indianern hatte, aber auch viele Meinungen höre von den Menschen, die z.B. mit den Indianern zusammen arbeiten. Erhofft hatte ich mir Informationen zu den Indianern früher und heute und vielleicht auch nicht nur einen Einblick in ihr Leben heute, sondern auch in ihre Einstellungen und Meinungen nach allem, was sie erlebt haben. Das Buch hat meine Erwartungen leider nicht erfüllt. Bernd Wehner, der Autor, der Jahre zuvor den Mohawk bei dem Bau einer Schule geholfen und zu dieser Zeit eine Weile bei ihnen gelebt hat, kehrt zu seinen Freunden zurück, um mit ihnen ‚abzuhängen‘, um bei ihnen kostenlos zu wohnen, wenn nötig, auch ein bisschen zu helfen, das aber eher widerwillig, kurz, um einfach ein wenig Urlaub zu machen. Dabei passiert im gesamten Buch fast gar nichts, so dass sich der Leser langweilen darf, während es scheint, Wehner habe vielleicht einfach und eher strukturlos sein Tagebuch nieder geschrieben. Ein Reisebericht vom Besuch meiner kanadischen Freunde hätte kaum anders ausgesehen, wäre vielleicht noch etwas spannender gewesen. Wehners Mohawk-Freunde erfüllen alle Klischees, die man den Indianern heute nachsagt: Sie trinken, sitzen untätig vor dem Fernseher herum, arbeiten in Casinos, arbeiten eher nur, wenn notwendig, haben oft ihr Ziel verloren. Schön wäre es hier gewesen, Wehner hätte sich nicht nur bei den Freunden aufgehalten, sondern tiefsinnige Gespräche gesucht, in die Vergangenheit geblickt, Lösungen gesucht, Meinungen erfragt. Stattdessen kam es mir so vor, als ob er mehr oder weniger lediglich bei ihnen wohnt, nicht mehr. Am Rande ist er natürlich auch bei ihren Feiern und sonstigen Aktionen dabei. Weil es dann langweilig wird, er außerdem um Hilfe bei der Arbeit gebeten wird, macht er sich schließlich auf die Reise in die USA. Die Beschreibung auf dem Cover ist vielversprechend; der Inhalt des Buches eher enttäuschend. Man wird das Gefühl nicht los, dass der Autor ein eher oberflächlicher Typ ist, der seinen Urlaub als so wichtig empfindet, dass er darüber ein Buch schreiben musste. Als störend empfand ich die doch sehr flapsige Sprache, die aus einem Englisch-Deutsch-Gemisch besteht, allerdings dazu noch versehen mit Untertiteln. Soll dies besonders authentisch klingen? Ist der Autor nicht in der Lage, ein deutsches Buch in der deutschen Sprache zu schreiben? Sicherlich kann man einige besondere Fachausdrücke auf Englisch stehen lassen und in der Fußnote erklären, aber hier sind manche banale Wörter wie ‚soccer‘ oder ‚Wir kaufen uns Icecream‘ auf Englisch stehen gelassen und dann unten übersetzt (‚Fußball‘, ‚Eis‘). Dann wieder sind willkürlich Sätze der Konversation englisch: ‚She always burns the popcorn‘ und in der Fußnote übersetzt. Auch mit derbsten Kraftausdrücken wird nicht gespart, und dann am besten gleich in beiden Sprachen! Der sprachliche Höhepunkt kommt dann, als der Autor die gängige Wurst, die ‚boloney‘ oder ‚baloney‘ erwähnt und als Plockwurst übersetzt (es ist eher Mortadella), aber diese mal eben so schreibt, wie man sie quasi spricht: ‚balloni‘. Zusammenfassend kann man sagen, dass hier ein Autor seine wenig tiefgründige und eher langweilige Reise wohl so spannend fand, dass er ein Buch darüber geschrieben hat. An den Leser hat der dabei m.E. aber wenig gedacht. Das Buch macht sich gut als eigenes Reisetagebuch für den Autor selbst, wie ein Fotoalbum, das man selbst am spannendsten findet, aber kaum für ein Veröffentlichung als Buch. Ich habe mir überlegt, für welche Zielgruppe es gedacht sein kann: sicher weniger für den Leser, der mehr über Indianer erfahren möchte, eher vielleicht für den Leser, der noch nie in USA/Kanada war. Der Autor selbst sollte aber lieber wieder seinem Job als Lehrer nachgehen. Nur eines wird im Buch sehr deutlich klar: Der Mohawk-Traum ist ausgeträumt. Der Indianer heute hat mit den Helden der Kindheit nichts mehr gemein.

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