*Diese innere treibende Kraft bewirkt, dass ich mich plötzlich an Griffen festhalte, die ich vorher gar nicht wahrgenommen habe.*
Bouldern, was ist das eigentlich? So leicht die Definition klingt, so schwer lässt sich die Komplexität fassen. Das Buch gibt einen Einblick in die unterschiedlichsten Facetten dieser Kletterkunst und will Information und Inspiration in einem sein.
Mit den Kapiteln Inspiration und Motivation startet Bernd Zangerl eine philosophisch angehauchte Einleitung, die dem Bouldern besonders eins zuschreibt – sehr persönlich zu sein. So geht auch er auf seinen persönlichen Weg ein, der ihn zu diesem Sport gebracht hat. So wie er haben viele andere Kletterer das Bouldern (klettern ohne Seilsicherung in sicherer Absprunghöhe zum Boden) für sich entdeckt. Zweiundzwanzig von ihnen werden im Buch vorgestellt, wobei die Auswahl nicht vorgenommen wurde, weil sie die „Besten“ sind, sondern gerade deshalb, weil sie die Vielfalt des Boulderns repräsentieren. So sind Pioniere unter ihnen, ebenso wie neue Wettbewerbssieger, solche, die sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen und für sich selbst bouldern und solche, die den Fokus weniger auf die ganzen Routen als auf einzelne Teilstücke legen. Die Motivation und Herangehensweise ist bei jedem eine andere, was die Grundgedanken des Boulderns gut wiederspiegelt. Ein eigenes Kapitel geht darauf ein, wie sich das Bouldern entwickelt hat und beschreibt seine historischen Ursprünge.
Das Buch gibt aber auch praktische Tipps, beschreibt, was man als Anfänger zu beachten hat, welche Ausrüstung es braucht, wo sich die bekanntesten Gebiete der Welt befinden und warum das Bouldern sich auch für Kinder eignet. Allerdings steht auch hier der Inspirationsgedanke des Buches im Vordergrund, sodass immer wieder Anlässe zum Selbstprobieren geschaffen werden.
Obwohl zuletzt auch Wettkämpfe kurz besprochen werden und in die Bechreibungen und Abbildungsbezeichnungen viele Schwierigkeitsgrade mit einfließen, wird die Entwicklung hin zum Konkurrenzdenken und zur rein sportlichen Sicht auf das Bouldern immer wieder kritisch angesprochen. Auch das Kapitel zur Nachhaltigkeit und zur Achtsamkeit gegenüber der Natur und den Einheimischen fällt unter den Grundgedanken der rücksichtsvollen Sportausübung.
Neben den Beschreibungen lebt das Buch durch seine vielen Fotografien. Zum Thema passend sind dies Sportlerportraits aber auch viele atemberaubende Aufnahmen, die das Können der Fotografen zeigen. Ob ein Spiel mit dem Licht oder beeindruckende Landschaften, in denen die Felsen und im Besonderen auch die Kletterer nur ein Teil des Eindruckes sind, hier findet man eindrückliche Bilder.
Fazit: Auch wenn das Bouldern nicht mein Sport ist, habe ich einen lebendigen Eindruck gewonnen und mich besonders für die Geschichte und die Herangehensweise der Sportler interessiert. Die Gedanken zur Motivation, die persönlichen Einblicke und die wunderbaren Bilder haben mir ein besonderes Lesevergnügen geschaffen.